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© 2012 - Fidélité Films – Christa Théret

Renoir

HANDLUNG

1915 scheint kein gutes Jahr für den betagten Auguste Renoir zu werden. Gerade ist seine Frau gestorben und die Arthritis fesselt den alten Maler an seinen Rollstuhl. Zudem sind die zwei ältesten Söhne im Krieg
schwer verwundet worden.
Eines Tages erscheint die junge Andrée in seinem Haus in Cagnes-sur-Mer. Sie will Renoir Modell stehen und erweckt in ihm den alten Schaffensdrang. Andrées unbekümmerte, direkte Art, schafft es, den mürrischen Künstler zu inspirieren und Andrée wird bald zu seiner Muse.

Als der zweitälteste Sohn Jean aus dem Krieg zurückkehrt, ist er zu Beginn sehr in sich gekehrt und orientierungslos. Nach kurzer Zeit ist er jedoch ebenso angetan von Andrées Wesen. Jean verliebt sich in Andrée, und bald schon beginnen die beiden gemeinsame Zukunftspläne zu schmieden.
Während Andrées grösster Traum eine Schauspielkarriere ist, hegt Jean ganz andere Pläne. Als er Andrée eröffnet, dass er beabsichtige nach seiner Genesung wieder in den Kriegsdienst zurückkehren, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt…

REZENSION

Vorweg muss man klarstellen, dass es sich bei dieser Verfilmung nicht um eine Biopic über Renoir handelt. Wer etwas Umfassendes über Renoir zu erfahren hofft, wird von dieser Verfilmung sicher enttäuscht zurückgelassen.
Vielmehr wird uns hier ein zwischenmenschliches Drama gezeigt. Die sehr aufwändige Inszenierung bietet eine melancholische Momentaufnahme.
Die Aufnahmen sind bis ins Detail durchkomponiert und die Farben sehr intensiv. Zusammen mit der äusserst entschleunigten Inszenierung hat man als Zuschauer nicht selten das Gefühl, mehr ein Bild zu betrachten, denn einen Film zu sehen. Das ist alles sehr eindrücklich und authentisch umgesetzt, und trotzdem beschlich mich nach der ersten halben Stunde ein noch unbestimmbares Gefühl - ein Gefühl, das sich nach weiteren fünfzehn Minuten nun eindeutig als Anflug von Langeweile ausmachen liess.
Bis dahin hatte die überaus eindrückliche „Verpackung“ darüber hinweggetäuscht, dass die abgehandelte Story wirklich zu dürftig war, um einen Kinofilm damit auszufüllen.
Dabei kann man den Schauspielern keinen Vorwurf machen. Sie spielen allesamt gut und überzeugend. Es liegt eindeutig an der beinahe nicht vorhandenen Geschichte, dass der Unterhaltungsfaktor gegen Ende hin kaum noch existent ist.

Schade, zusammen mit der detailverliebten Inszenierung und der wirklich bildtechnisch wunderschönen Umsetzung, hätte aus dieser interessanten Dreiecksgeschichte ein beeindruckender Film werden können.
So ist es zum Schluss, um es mit den Worten von Hellmuth Karasek auszudrücken, «Ein Nichts in Seidenpapier» geworden…

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 US WideScreen) vor.

Die Beurteilung der Bildqualität ist äusserst schwierig. Es wurde so viel mit Filtern, überzeichneten Farben und absichtlichen Unschärfen gearbeitet, dass es beinahe unmöglich ist, etwas Sinnvolles zur Schärfe zu sagen.
Es ist rein HD-technisch gesehen sicher kein perfektes Bild, das will es aber auch nicht sein. Der Einsatz von Digitalkameras hat sich zudem eher negativ auf die Bildqualität ausgewirkt.
Die Kontraste in dunklen Bereichen sind nicht überzeugend. Immer wieder werden Bildinhalte komplett verschluckt und auch der Schwarzwert bewegt sich nur im Mittelfeld.
Atmosphärisch wirkt das Ganze aber sehr gut und erfüllt den Zweck, den diese Umsetzung wohl erfüllen wollte. Für mich war es ab und an etwas zu viel der Spielerei…

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt wahlweise in Deutsch DTS-HD Master 2.0 oder 5.1 vor.

Es ist ein ausgesprochen ruhiger, sehr dialoglastiger Film. Die Anforderungen an den Subwoofer sind sehr gering und auch die Surround-Lautsprecher werden nur sehr dezent bei Naturgeräuschen eingesetzt. Die Tonbalance ist sehr gut ausgefallen und die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen.
Die Tonumsetzung ist somit genrebedingt als gut zu bewerten.

FAZIT

Selbst für Liebhaber des französischen Autorenkinos dürfte dieser Streifen nur bedingt zu empfehlen sein. Auch wer Künstlerbiografien mag, kommt hier nicht wirklich auf seine Kosten.

So gesehen, kann ich diesen Streifen leider nicht weiterempfehlen…
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© 2013 Indigo Musikproduktion + Vertrieb GmbH

Originaltitel:
Renoir

Regie:
Gilles Bourdos
Drehbuch:
Jérome Tonnerre / Jichel Spinosa / Gilles Bourdos
Musik:
Alexandre Desplat

Produktion:
© Fidélité Film / Wild Bunch / Mars Films u.a.
Kamera:
Mark Lee Ping Bin
Schnitt:
Yannick Kerguat

Frankreich / 2012
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