Auch das Genre des Kriminalfilmes ist ein Sammelbecken für unzählige Subgenres wie Detectivfilme, Gefängnisfilme, Gangsterfilme, Gerichtsfilme, Polizeifilme, Heist-Movies oder den Film noir.
Allen gemein ist die Tatsache, dass eine kriminelle Handlung, je nach Sichtweise der erzählten Geschichte, verheimlicht oder aufgeklärt werden soll.
Ich muss gestehen, dass ich auch in diesem Genre die klassischen Streifen vorziehe. Die Atmosphäre oder auch die Stories waren früher oft besser. In der Gegenwart rückt leider das Spektakel und zuweilen auch die Zelebration der Gewalt in den Mittelpunkt.
Ich mag vor allem die psychologischen Krimis, wie sie zum Beispiel der Film Noir hervorgebracht hat. Wobei ich keiner blutigen Gemetzel ansichtig werden muss, die Aufklärung derselben interessiert mich bei weitem mehr…

Sie finden hier meine Lieblingsfilme aus dem grossen Genre des Kriminalfilmes. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Spannung und Gänsehaut!

Tote schlafen fest

1946 (The Big Sleep)

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„The Big Sleep“, wie dieser Streifen im Original heisst, gehört heute ohne Frage zu den Klassikern des Krimi-Genres und besitzt damit in der Filmwelt einen vergleichbaren Stellenwert wie der von Raymond Chandler verfasste gleichnamige Roman in der Literatur.

Die hier vorliegende Filmfassung lehnt sich inhaltlich sehr stark an die Buchvorlage an, besitzt aber nicht deren freche und unverblümte Art. Zudem mussten viele Szenen etwas „entschärft“ werden, um damals im Kino überhaupt gezeigt werden zu können: So wird die Hauptfigur im Film von Carmen nur noch sehr dezent „angemacht“ und die im Buch enthaltene Nacktszene mit Bekleidung gedreht – Hollywood eben…
Von solchen Details abgesehen, besticht „Tote schlafen fest“ durch eine unglaublich gute Atmosphäre und eine sehr spannende Inszenierung. Wobei Regisseur Howard Hawks ein Meister der Spannungsfilme ist und dies auch schon in diversen Western unter Beweis stellen konnte.

Humphrey Bogart und Lauren Bacall harmonieren wunderbar miteinander und avancierten mit diesem Streifen endgültig zu Hollywoods Traumpaar.
Die Figur des Detektivs Philip Marlowe tauchte in dieser Geschichte erstmalig auf und sollte das ganze Krimi-Genre nachhaltig prägen. Seine zynisch-lässige Art wurde zum Kult und ist bis heute Vorbild für unzählige filmische Berufskollegen im Kino und Fernsehen.

Falls Sie von der etwas konfusen Handlung überfordert wurden und zum Schluss nicht verstanden haben, wer denn nun den Chauffeur Owen Taylor ermordet hat, kann ich Sie beruhigen – das wusste Raymond Chandler nämlich selber auch nicht…

Privatdetektiv Philip Marlowe erhält vom alten, an den Rollstuhl gefesselten General Sternwood den Auftrag, einen Erpressungsversuch aufzuklären. Offenbar versucht ein gewisser Arthur Geiger Carmen, die jüngere der beiden Sternwood-Töchter, zu erpressen. Nebenbei erwähnt der kränkliche aber schwerreiche General Sternwood auch, dass seine ältere Tochter Vivian mit Rusty Regan, einem Alkoholschmuggler, verheiratet, dieser aber spurlos verschwunden sei.
Marlowe macht sich auf die Suche nach Arthur Geiger und gerät dabei in ein Netz von Intrigen. Marlowe findet schliesslich Geiger, erschossen in seinem Haus, bei ihm die sturzbetrunkene Carmen. Vom Täter fehlt jede Spur.
Schnell wird Marlowe klar, dass Geiger nur ein kleiner Fisch war und im Hintergrund ganz andere Kaliber am Werk sind. Was aber die Sternwood-Töchter damit zu schaffen haben, bemerkt er erst, als es beinahe schon zu spät ist…

Originaltitel: The Big Sleep

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Warner Bros.
Produzenten: Howard Hawks

Jahr: 1946
Länge: 114 Minuten

Sub-Genre: Film Noire / Klassiker

Regie: Howard Hawks
Drehbuch: William Faulkner / Jules Furthman / Leigh Brackett / Philip G. Epstein
Romanvorlage: Raymond Chandler „The Big Sleep“
Musik: Max Steiner

Kamera: Sid Hickox
Schnitt: Christian Nyby

Besetzung:

Humphrey Bogart …. Philip Marlowe
Lauren Bacall …. Vivian Sternwood Rutledge
John Ridgely …. Eddie Mars
Martha Vickers …. Carmen Sternwood
Sonia Darrin …. Agnes Lowzier
Dorothy Malone …. Buchhändlerin…u.a.

Drehort: Warner Brothers Burbank Studios, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.37:1 (11:8 – Academy Standard-Format für Kino-Filme von 1932-1953)

Sound Mix: Mono RCA Sound System

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© 2016 Warner Home Video


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenformat liegt in 1.37:1 s/w (11:8 – Academy Standard-Format für Kino-Filme von 1932-1953) vor.
Es wäre wünschenswert gewesen, einen solchen Klassiker in bestmöglicher HD-Qualität auf Blu-ray zu finden. Leider müssen wir uns in diesem Fall mit einer, vor allem beim Schärfewert, recht eingeschränkten Qualität zufrieden geben. Die Bilder wirken zuweilen recht verschwommen, wurden aber immerhin von allen Verunreinigungen und Fehlern befreit.
Der Schwarzwert ist in Ordnung, die Kontraste sind etwas stark ausgefallen. Dadurch werden in dunklen Szenen einzelne Bildinhalte verschluckt.
Das Bildniveau bewegt sich in etwa auf dem Stand einer guten DVD. Das liegt zwar unter meinen Erwartungen, ist aber noch im akzeptablen Bereich.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in Dolby Digital 2.0 Mono vor.
Die deutsche Synchronisation klingt deutlich schlechter als die amerikanische Originaltonspur. Das ist insofern überraschend, da die deutsche Erstsynchronisation erst im Jahre 1967 erstellt wurde. Der Mono-Tonspur fehlt es natürlich an Dynamik, was vor allem beim sehr dumpfen Soundtrack deutlich zu bemerken ist. Die Dialoge sind jederzeit gut zu verstehen. Es ist ein leichtes Grundrauschen zu hören, das aber nicht störend wirkt.
Die Tonbalance ist ansprechend ausgefallen.

FAZIT

Die technische Umsetzung dieser Blu-ray-Ausgabe ist ok - mehr aber auch nicht…

Maigret kennt kein Erbarmen

1959 (Maigret et l’affaire Saint-Fiacre)

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Georges Simenons 1932 erschienener Roman „L’Affaire Saint-Fiacre“ wurde insgesamt fünfmal verfilmt. Bei der hier vorliegenden Verfilmung von 1959 handelt es sich um die erste und zugleich vermutlich auch beste Umsetzung.
Kommissar Maigret passt perfekt zu Jean Gabin (oder umgekehrt), und die sehr stimmungsvolle Verfilmung lässt eine leicht unheimliche und sehr mitreissende Atmosphäre entstehen.
Maigret ist in gewisser Weise das französische Pendant zum britischen Sherlock Holmes, auch wenn sehr grundsätzliche Unterschiede zwischen den beiden Figuren bestehen. Während Holmes mit wissenschaftlicher Genauigkeit die Tat und die Personen zu analysieren versucht, wendet sich Maigret mehr der psychologischen Analyse zu.
Jean Delannoys Verfilmung hält sich nicht streng an die Romanvorlage, vielleicht gelang es gerade deshalb, dem Film ein eigenes Gesicht zu verleihen. Die Schwarz-Weiss-Aufnahmen sind dabei nicht unwesentlich für die unheimliche und atmosphärisch gute Grundstimmung verantwortlich.

Alles in allem ein klassischer Detektiv-Film mit einem genialen Jean Gabin in der Hauptrolle - eine gelungene Hommage an den grossen französischen Kriminalkommissar!

Kommissar Maigret wird von der verwitweten Gräfin von Saint-Fiacre kontaktiert. Sie bittet Maigret um Hilfe, da sie einen anonymen Drohbrief erhalten hatte, in dem ihr Tod am kommenden Aschermittwoch angekündigt wird.
Maigret kennt die Gräfin aus seiner Jugendzeit und fühlt sich ihr sehr zugetan. Er zögert nicht und reist in die Provinz, wo er im Schloss der Gräfin absteigt.
Am nächsten Morgen begibt sich die Gräfin zur Frühmesse. Während des Gottesdienstes bricht sie zusammen und ist tot. Die Ankündigung hat sich erfüllt.
Maigret kann nun nichts anderes mehr für seine alte Freundin tun, als den Mörder zu finden. An Verdächtigen mangelt es nicht. Der verschwenderische Sohn, der geldgierige Sekretär sowie ihr Arzt kämen in Frage - und selbst der Dorf-Pfarrer verhält sich verdächtig. Es gibt viel zu tun für Kommissar Maigret…

Originaltitel: Maigret et l’affaire Saint-Fiacre

Produktionsland: Frankreich / Italien
Produktionsfirma: Intermondia Filme / Cinetel / Pretoria Films
Produzenten: Claude Hauser

Jahr: 1959
Länge: 104 Minuten

Sub-Genre: Detektiv-Film / Drama / Thriller

Regie: Jean Delannoy
Drehbuch: Jean Delannoy / Rodolphe-Maurice Arlaud
Romanvorlage: „L’Affaire Saint-Fiacre“ von Georges Simenon
Musik: Jean Prodromidès

Kamera: Louis Page
Schnitt: Henry Taverna / Ginou Bretoneiche

Besetzung:

Jean Gabin …. Kommissar Maigret
Michel Auclair …. Maurice de Saint-Fiacre
Valentine Tessier …. Comtesse de Saint-Fiacre
Robert Hirsch …. Lucien Sabatier
Paul Frankeur …. Dr. Bouchardons
Michel Vitold …. Jodet Abbot…u.a.

Drehorte:

  • Courquetaine, Seine-et-Marne, Frankreich
  • Gaillon-sur-Montcient, Yvelines, Frankreich
  • Vernon, Eure, Frankreich

Aspect Ratio: 1.37:1 (11:8 – Academy Standard-Format für Kino-Filme von 1932-1953)

Sound Mix: Mono

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© 2014 Concorde Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.66:1 (15:9 - Von Paramount 1953 entwickelt) vor.
Die Bildschärfe bewegt sich auf einem beachtlichen Niveau. Es ist deutlich zu erkennen, dass hier restauriert wurde. Die Kontraste sind, wie auch der Schwarzwert, gut ausgefallen.
Nur vereinzelt sind leichte Bilddefekte zu sehen, die aber kaum negativ auffallen.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 1.0 Mono vor.
Auch wenn die Tonspur in HD vorliegt, haben wir es hier mit einer sehr eingeschränkten und dumpf klingenden Umsetzung zu tun. Es gibt logischerweise weder eine Räumlichkeit noch eine erkennbare Dynamik. Dies wirkt sich sogar auf die Verständlichkeit der Dialoge aus, die höchstens als befriedigend zu bezeichnen ist…
Die Tonbalance ist ordentlich ausgefallen.

FAZIT

Bildtechnisch gab es diesen Klassiker nie besser zu sehen. Dem Ton sind die sechzig Jahre schon wesentlich deutlicher anzumerken…

Sieben Diebe

1960 (Seven Thieves)

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Wir haben es hier mit einem klassischen Heist-Movie zu tun, der sich handlungstechnisch stark am Film Noire anlehnt. Dennoch ist dieser Film in seiner Umsetzung als modern, gar wegweisend für das ganze Genre der Heist-Movies zu sehen. So mancher Streifen aus den 80er- oder 90er-Jahren orientiert sich stark an diesem Werk.
Henry Hathaway dürfte den meisten als exzellenter Western-Regisseur bekannt sein, dass er aber auch ausgezeichnete Kriminalfilme abdrehen kann, beweist er hier eindrücklich.
Der Anfang des Filmes mag für heutige Zuschauer etwas langsam und behäbig inszeniert wirken, ist aber in Wirklichkeit der Grund, warum „Sieben Diebe“ derart atmosphärisch und spannend wird, je länger er dauert. Schauspielerisch wird grosses Kino geboten. Edward G. Robinson und Rod Steiger sind ein grossartiges Team, und auch der Rest der Truppe kann sich sehen lassen.
Über das Ende der Geschichte kann man geteilter Meinung sein – originell ist es aber auf jeden Fall...

Der amerikanische Professor Theo Wilkins plant einen grossen Coup. Dafür hat er sich in Südfrankreich niedergelassen. Geplant ist, den für unknackbar gehaltenen Banksafe des Casinos in Monte Carlo um 4 Millionen Dollar zu erleichtern. Dafür hat der Professor ein Team von sieben Leuten zusammengestellt, die alle eine wichtige Aufgabe im Plan des Professors spielen. Sein bester Freund Paul Mason, der eben aus dem Gefängnis entlassen wurde, wird zum Chef der Truppe ernannt und bekommt den Auftrag, dafür zu sorgen, dass alles reibungslos abläuft.
Der Plan, über dem der Professor über ein Jahr gebrütet hatte, ist genial durchdacht und funktioniert bis ins Detail wie vorhergesehen. Dennoch kommt zum Schluss alles ganz anders, als gedacht...

Originaltitel: Seven Thieves

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Twentieth Fox Film Corporation
Produzenten: Sydney Boehm

Jahr: 1960
Länge: 102 Minuten

Sub-Genre: Heist-Movie / Film Noir

Regie: Henry Hathaway
Drehbuch: Sydney Boehm
Romanvorlage: “The Lions At The Kill” von Max Catto
Musik: Dominic Frontiere

Kamera: Sam Leavitt
Schnitt: Dorothy Spencer

Besetzung:

  • Edward G. Robinson …. Theo Wilkins
  • Rod Steiger …. Paul Mason
  • Joan Collins …. Melanie
  • Eli Wallach …. Poncho
  • Alexander Scourby …. Raymond Le May
  • Michael Dante …. Louis Antonizzi …u.a.

Drehorte: 20th Century-Fox Studios, Hollywood, Los Angeles, USA

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format (Panavision) )

Sound Mix: Mono / 4-Spur Stereo

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BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in s/w 2.35:1 (21:9 CinemaScope) vor.
Bei einem über 50-jährigen Film ist man ja darauf gefasst, dass die Bildqualität eventuell nicht so überragend ist. Umso grösser ist dann die Überraschung, wenn man feststellen muss, dass die Bildumsetzung derart grossartig ausgefallen ist, wie in dem hier vorliegenden Fall. Der Schärfegrad ist über den gesamten Film hinweg ausgesprochen gut. Die Kontraste können ebenso überzeugen, und der Schwarzwert ist hervorragend.
Kurz, wir haben es hier mit einer ausgezeichnet umgesetzten HD-Abtastung zu tun, die keine Wünsche offen lässt.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master Mono 2.0 vor.
Von einem Mono-Ton kann man nicht viel erwarten, und genau so hört es sich auch an. Die Abmischung ist recht leise und ohne Dynamik. Da es sich aber um einen ausgesprochenen Dialogfilm handelt, kann man damit leben. Hintergrundrauschen ist kaum zu hören, und die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen.
Die Tonumsetzung ist unspektakulär, aber ok.

FAZIT

Die Bildumsetzung dieser Blu-ray ist hervorragend ausgefallen, der Ton fällt leider etwas ab, kann aber immer noch als befriedigend bezeichnet werden.

Charade

1963 (Charade)

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Einen rasanten und witzigen Film hat Stanley Donen mit „Charade“ abgeliefert - und selten war ein Filmtitel derart zutreffend wie in dem vorliegenden Fall. Ein Rätselraten im grossen Stil wurde inszeniert. Wer ist wer und wer will was? Das Spannende dabei ist, dass der Zuschauer ebenso in die Irre geführt wird, wie die agierenden Figuren. Bis zum Showdown tappt man im Dunkeln.
Wer sich an Hitchcock erinnert fühlt, liegt gar nicht so falsch. Stanley Donen hat sich mit seinem Meisterwerk ohne Frage stark im Fahrwasser des „Master of Suspence“ bewegt. Dies, ohne seinem eigenen Stil untreu zu werden. Stellenweise erinnert der Streifen stark an klassische Screwball-Komödien. Die Dialoge zwischen Cary Grant und Audrey Hepburn sind intelligent, witzig und rasant.

Trotz aller Spannung und makaberen Ereignissen, überwiegt stets das komödiantische Element – dafür sorgt, neben den grandios zusammen harmonierenden Hauptdarstellern, auch Walter Matthau, der mit seiner gewohnt lässig-saloppen Art dem Film seinen Stempel aufdrückt.

Kurz, ein rasant inszeniertes cineastisches Meisterstück, bei dem der Spass und die Begeisterung aller Beteiligen spürbar ist und ohne Zeitverzögerung auf den Zuschauer überspringt…

In den Ski-Ferien in den französischen Alpen entscheidet sich Regina Lampert, sich von ihrem Ehemann scheiden zu lassen. Als sie ihm dies, zurück in ihrer ehelichen Wohnung in Paris, eröffnen will, steht sie vor vollständig leergeräumten Räumen. Ihr Mann hatte während ihrer Abwesenheit alles verkauft und die Wohnung aufgelöst. Nach dem ersten Schock, kommt es aber noch schlimmer: Ihr Ehemann wurde ermordet. Die Polizei ist nun auf der Suche nach dem Täter und den verschwundenen 250‘000 Dollar, die der Ehemann irgendwo versteckt haben soll.
Als sich Regina auf die Suche nach dem verschwunden Geld macht, bemerkt sie bald, dass sie dabei nicht die einzige ist. Finstere Gestalten beginnen sie zu bedrohen. Zum Glück ist da noch ihre Ferienbekanntschaft Peter, der ihr in ihrer Not zur Seite steht. Bald schon beginnt sich Regina aber zu fragen, ob sie Peter wirklich trauen kann, scheint er doch auch nur hinter dem Geld her zu sein…

Originaltitel: Charade

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Stanley Donen Films
Produzenten: Stanley Donen

Jahr: 1963
Länge: 113 Minuten

Sub-Genre: Kriminalkomödie / Klassiker / Screwball-Komödie

Regie: Stanley Donen
Drehbuch: Peter Stone
Musik: Henry Mancini

Kamera: Charles Lang
Schnitt: Jim Clark

Besetzung:

  • Audrey Hepburn …. Regina Lampert
  • Cary Grant …. Brian Cruikshank
  • Walter Matthau …. Carson Dyle
  • James Coburn …. Tex Panthollow
  • George Kennedy …. Herman Scoble

Drehorte:

  • Haute-Savoie, Frankreich
  • Paris, Frankreich
  • Universal Studios, Universal City, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Mono

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© Concorde Home Entertainment 2012


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt) vor.
Die Bildqualität ist auf sehr gutem Niveau. Es ist deutlich sichtbar, dass hier eine Überarbeitung stattgefunden hat.
Es ist ein leichtes aber nicht störendes Filmkorn zu sehen. Ab und an gibt es leichte Unschärfen.
Die Farben sind kräftig ohne übertrieben zu wirken und auch der Schwarzwert ist ausgezeichnet ausgefallen.
Kurz: Eine sehr ansprechende Bildumsetzung, die nicht perfekt ist, aber bis jetzt das Mass der Dinge darstellt.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 2.0 (Mono) vor.
Dem auf zwei Kanäle aufgeteilte Monoton ist das Alter schon deutlich besser anzumerken. Es gibt natürlich weder Räumlichkeit noch gute Dynamik zu hören. Trotz allem sind die Dialoge in einigermassen guter Qualität vorhanden. Nur vereinzelt ist leichtes Tonrauschen oder Zittern zu hören.
Erfreulicherweise wurde durchgehend die deutsche Originalsynchronisation verwendet – das war bei früheren DVD-Veröffentlichungen auch schon anders…
Ansonsten gibt es beim Ton kaum eine Verbesserung zu früheren Ausgaben zu hören.

FAZIT

Vor allem bildtechnisch hinterlässt "Charade" auf Blu-ray einen sehr guten Eindruck und mit der etwas eingeschränkteren Tonumsetzung lässt sich leben…

Cookie's Fortune - Aufruhr in Holly Springs

1999 (Cookie's Fortune)

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Robert Altman ist mit diesem kleinen Low-Budget-Film eine unglaublich gute Gesellschaftssatire gelungen.
Dabei wirkt der Film jederzeit sehr liebevoll und menschlich. Den Figuren wird viel Zeit zur Entwicklung gegeben. Erreicht wird das vor allem durch Altmans Drehstil, der von langen Einstellungen und sehr wenig Schnitten geprägt ist. Dadurch entsteht eine viel tiefere Beziehung des Zuschauers zu den einzelnen Figuren. Glenn Close spielt die bigotte und geldgierige Camille sehr eindrücklich und wird nur noch durch Julianne Moore übertrumpft, die die etwas debil und zurückgebliebene Cora wunderbar verkörpert.

Es ist eine kriminalistische Gesellschaftskomödie, bei der der Zuschauer von Beginn an weiss, was geschehen ist. Umso erstaunlicher, dass keine Sekunde Langeweile aufkommt! Das Drehbuch ist voll mit liebenswerten Einfällen und originellen Verläufen. Und natürlich wird auch zum Schluss die Bösewichtin der gerechten Strafe zugeführt. Auch wenn das beinahe nebensächlich erscheint – spannend, amüsant und gleichzeitig erschütternd ist der Weg dahin…

Robert Altman sagt von sich selbst, dass er nur noch solche Low-Budget-Filme drehen könne, da er sich nicht mit „Special-Effects“ auskenne und deshalb für Hollywood unbrauchbar sei… – zum Glück für uns Zuschauer, kann man da nur anfügen!

Fazit: Wer mit ruhig inszeniertem Autoren-Kino etwas anfangen kann, wird an diesem Streifen seine Freude haben. Ein kleines Meisterwerk!

Im beschaulichen Städtchen Holly Springs, Mississippi, herrscht reges Treiben. Das Osterwochenende steht vor der Tür und der presbyterianische Theater-Verein ist fleissig am Proben.
Da geschieht Ungeheuerliches: Die alte Witwe Jewel Mae „Cookie“ Orcutt ist des Lebens leid und erschiesst sich.
Gefunden wird sie von ihrer bigotten Nichte Camille Dixon, die einen Selbstmord für inakzeptabel hält. Zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Cora lässt Camille die, in ihren Augen, schändliche Tat wie einen Raubmord aussehen und schaltet die Polizei ein.
Es beginnt eine grossangelegte Ermittlung, die Holly Spings gehörig erschüttert. Schnell ist auch der erste Tatverdächtige ausgemacht. Cookies langjähriger enger Freund Willis Richland wird festgenommen, auch wenn niemand wirklich an dessen Schuld glaubt - am wenigsten Coras Tochter Emma.
Je länger die Ermittlungen dauern, umso unglaublicher erscheinen die Dinge, die da ans Tageslicht kommen…

Originaltitel: Cookie’s Fortune

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Elysian Dreams / Moonstone Enterteinment
Produzenten: Robert Altman / Willi Baer

Jahr: 1999
Länge: 118 Minuten

Sub-Genre: Gesellschafts-Komödie / Kriminal-Komödie

Regie: Robert Altman
Drehbuch: Anne Rapp
Musik: David A. Stewart

Kamera: Toyomichi Kurita
Schnitt: Abraham Lim

Besetzung:

  • Glenn Close …. Camille Dixon
  • Julianne Moore …. Cora Duval
  • Liv Tyler …. Emma Duval
  • Charles S. Dutton …. Willis Richland
  • Patricia Neal …. Jewel Mae „Cookie“ Orcutt…u.a.

Drehorte: Holly Springs, Mississippi, USA

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Dolby Digital

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© 2016 Studiocanal


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format - ursprünglich von Universal 1953 eingeführt) vor.
Die gute Nachricht vorweg: Die Bildqualität hat sich im Vergleich zur DVD-Ausgabe beachtlich gesteigert. Vor allem bei Close-Ups ist dies deutlich zu sehen. Grundsätzlich haben wir es hier aber mit einer eher mässigen HD-Umsetzung zu tun. Der Schärfegrad ist nur leicht über DVD-Niveau. Die Farben wirken etwas verwaschen und blass. Der Schwarzwert ist ok, kann aber auch keine Referenzwerte erreichen. In dunklen Szenen werden zuweilen Bildinhalte verschluckt.
Dennoch würde ich von einer bildtechnisch befriedigenden Umsetzung sprechen.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Die Tonumsetzung ist ausgezeichnet gelungen. Wir haben hier nicht nur einen HD-Ton, sondern auch eine richtig gut gemachte Surroundkulisse. Die Surround-Effekte lassen eine Räumlichkeit entstehen, die ich so von dieser Veröffentlichung nicht erwartet hatte. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen. Es ist ein sehr ruhiger Film, weshalb die Dynamik kaum gefordert wird. Die Tonbalance ist ebenfalls sehr stimmig ausgefallen.
Kurz: Eine sehr gute HD-Ton-Umsetzung, die sich hören lassen kann!

FAZIT

Eine unerwartet gute Tonumsetzung trifft auf eine eher mässige Bildqualität…

Im Labyrinth des Schweigens

2014

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Dem Regisseur Giulio Ricciarelli ist mit diesem Film etwas Ausserordentliches gelungen. Er hat es verstanden, ein äusserst heikles Thema spannend und emotional mitreissend, ohne übertriebenen Pathos, zu verfilmen.

Die Dialoge sind ausgewogen und nicht effekthascherisch in Szene gesetzt, denn man hat bewusst darauf verzichtet, mit Rückblenden die Gräuel aufzuzeigen. Das Grauen wächst „zwischen den Zeilen“ hervor, ist den Gesichtern der Zeugen und Verhörenden abzulesen und wird durch diese Subtilität noch unfassbarer.
Im weiteren ist die Grundthematik der Schuld sehr ausgewogen und stimmig aufgearbeitet worden.

Obwohl es sich bei diesem Film um einen reinen Dialogfilm handelt, fühlt er sich zuweilen wie ein ausgewachsener Thriller an. Kein Film für Action-Junkies, aber für alle, die nuancenreiches und gut inszeniertes Autoren-Kino zu schätzen wissen - ein Justiz-Krimi, der bewegt…

Eine spannende Aufarbeitung des Frankfurter Auschwitz-Prozesses anfangs der 60er-Jahre, in sehr guter Inszenierung und hervorragender schauspielerischer Realisierung.

1958, Deutschland in der Zeit des „Wirtschaftswunders“, die Spuren des 2. Weltkrieges sind vordergründig verschwunden. Dies sollte sich jedoch ändern, als der Journalist Thomas Gnielka beim Frankfurter Gericht vorstellig wird. Ein Freund Gnielkas hat in einem Grundschullehrer einen ehemaligen Auschwitz-Wärter wiedererkannt. Gnielka stösst aber beim Gericht auf taube Ohren. Einzig der junge Staatsanwalt Johann Radmann, zeigt sich, gegen die Order seines direkten Vorgesetzten, interessiert. Allerdings hat er noch nie von Auschwitz gehört und kann anfänglich kaum glauben, was Gnielka ihm da erzählt.
Der junge Staatsanwalt Radmann, der bis anhin nur mit einfachen Verkehrsdelikten zu tun hatte, erhält Rückendeckung von Fritz Bauer, dem Generalstaatsanwalt. Radmann beginnt zu recherchieren. Aus einem Angeklagten werden schnell tausende, es werden Zeugen gehört, unzählige Akten gewälzt und mutmassliche Täter gesucht. Radmann stösst dabei auf viel Ablehnung und Feindschaft. Niemand will die Erinnerungen wieder aufleben lassen. Dem jungen Staatsanwalt beginnt die Aufgabe zunehmend über den Kopf zu wachsen, und als schliesslich auch sein Privatleben zu zerbrechen droht, muss er eine wegweisende Entscheidung treffen…

Originaltitel: Im Labyrinth des Schweigens

Produktionsland: Deutschland
Produktionsfirma: Claussen Wöbke Putz Filmproduktion
Produzenten: Jakob Claussen / Rabine Lamy / Ulrike Putz

Jahr: 2014
Länge: 123 Minuten

Sub-Genre: Justitzfilm / Thriller

Regie: Giulio Ricciarelli
Drehbuch: Elisabeth Bartel / Giulio Ricciarelli
Musik: Sebastian Pille / Niki Reiser

Kamera: Roman Osin / Martin Langer
Schnitt: Andrea Mertens

Besetzung:

  • Alexander Fehling .... Johann Radmann
  • André Szymanski .... Thomas Gnielka
  • Friederike Becht .... Marlene Wondrak
  • Gert Voss .... Fritz Bauer
  • Hansi Jochmann .... Schmittchen...u.a.

Drehorte:

  • Frankfurt am Main, Deutschland
  • Auschwitz-Birkenau, Polen

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format )


Sound Mix: Dolby Digital

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Universal Pictures Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format) vor.
Die Bildschärfe bewegt sich auf sehr beachtlichem Niveau, und auch die Farbgebung wirkt sehr natürlich und sauber. In dunklen Szenen werden zuweilen Details etwas verschluckt. Der Schwarzwert ist im guten, wenn auch nicht perfekten Bereich.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Wir haben es hier mit einem sehr dialoglastigen Film zu tun. Dennoch wäre es schön gewesen, man hätte die Surround-Lautsprecher etwas mehr ins Geschehen miteinbezogen. Die Umsetzung ist ausgesprochen frontlastig und führt dazu, dass kaum eine Surroundatmosphäre aufkommt.
Die Dialoge sind gut zu verstehen, und die Tonbalance ist sehr gut ausgefallen. Die Dynamik, und damit der Subwoofer, wird kaum gefordert…

FAZIT

Eine solide Blu-ray-Umsetzung, die sich sowohl beim Bild, wie auch beim Ton auf sehr gutem Niveau bewegt, ohne Referenzwerte zu erreichen.

Mr. Holmes - Der Mann hinter dem Mythos

2015 (Mr. Holmes)

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Mit einem kriminalistischen Drama haben wir es hier zu tun. Und, um es gleich vorweg zunehmen, einem Meisterwerk dieses Genres.
Die Story ist äusserst vielschichtig und wird dem Zuschauer in Rückblenden nach und nach vorgetragen.
Einen biografischen Film über eine fiktive Figur zu drehen, ist alles andere als einfach. Sehr viele Fettnäpfchen stehen bereit, die nur darauf warten, betreten zu werden. Dem Regisseur Bill Condon ist es wunderbar gelungen, sie alle auszulassen – mehr noch, er spielt mit den Klischees und bringt eine ironische Note hinein, die dem Film unglaublich gut tut. So wird Sherlock Holmes zum Beispiel gefragt, weshalb er denn seine bekannte Kopfbedeckung, den Deerstalker, nicht mehr trage. Worauf Holmes entgegnet, dass er den nie getragen habe, das sei eine Erfindung seines Freundes Dr. Watson gewesen…

Einer Figur, die tausendfach durch Bücher, Filme und Hörspiele verbreitet wurde, ein neues Gesicht zu verpassen und dies so überzeugend, wie es hier geschieht, ist schon bemerkenswert. So wird der zwischenmenschlichen Entwicklung der Figuren viel Platz eingeräumt. Die eigentliche Lösung des Falles wird dadurch zeitweise zur Nebenhandlung.
Dabei ist der Film sehr ruhig und unspektakulär inszeniert. Er zieht seine Kraft aus der vielschichtigen Story und der beeindruckenden Kameraführung.

Ian McKellen spielt den alten und gebrechlichen Sherlock Holmes genial und äusserst glaubhaft, ebenso zu überzeugen vermag das restliche Cast.

Kurz, etwas für Leute, die genau das lieben, was Sherlock Holmes schon immer ausgemacht hat.

Der mittlerweile 93-jährige Meisterdetektiv Sherlock Holmes lebt, zusammen mit seiner Haushälterin und deren 11-jährigem Sohn Roger, zurückgezogen auf seinem Landsitz an der Südküste Englands.
Tag für Tag spürt Mr. Holmes sein Alter. Er leidet an Arthritis und, noch schlimmer, an zunehmendem Gedächtnisverlust.
So kann er sich überhaupt nicht mehr an seinen letzten Fall erinnern, der schliesslich dazu geführt hatte, dass er seinen Detektiv-Beruf aufgab. Die Ungewissheit darüber, ob er jenen letzten Fall gelöst hatte, beschäftigt ihn Tag und Nacht. Gemeinsam mit Roger gelingt es ihm, nach und nach herauszufinden, was damals tatsächlich geschehen ist. Eine Erkenntnis, die erschütternd für ihn wird und ihm bewusst macht, dass dem Leben nicht mit Logik allein beizukommen ist…

Originaltitel: Mr. Holmes

Produktionsland: Grossbritannien / USA

Produktionsfirma:

  • Al Film
  • BBC Films
  • FilmNation Entertainment
  • Archer Gray Productions
  • See-Saw Films

Produzenten: Anne Carey / Iain Canning / Emile Sherman

Jahr: 2015
Länge: 104 Minuten

Sub-Genre: Drama

Regie: Bill Condon
Drehbuch: Jeffrey Hatcher
Romanvorlage: „A Slight Trick oft he Mind“ von Mitch Cullin (2005)
Musik: Carter Burwell

Kamera: Tobias A. Schliessler
Schnitt: Virginia Katz

Besetzung:

  • Ian McKellen …. Sherlock Holmes
  • Laura Linney …. Mrs. Munro
  • Milo Parker …. Roger
  • Hiroyuki Sanada …. Tamiki Umezaki
  • Hattie Morahan … Ann Kelmot… u.a.

Drehorte:

  • London, England
  • Hatfield, Hertfordshire, England
  • Chatham Dockyard, Chatham, Kent, England
  • Winchelsea, East Sussex, England

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format / D-Cinema)

Sound Mix: Dolby Digital

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© 2016 Alamode Filmdistribution


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format) vor.
Die HD-Bildqualität ist ausserordentlich gut ausgefallen. Der Schärfewert ist dank der digitalen Aufnahmetechnik auf Höchststufe und auch die Kontraste können voll und ganz überzeugen.
Die bildtechnische Umsetzung dieser Blu-ray liegt auf Referenz-Niveau und hat meiner Meinung nach keine Schwachpunkte!


TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Die Tonumsetzung kann ebenfalls überzeugen. Obwohl es sich um eine sehr ruhige Inszenierung handelt, hat man es ausgezeichnet verstanden, die Surround-Kanäle ins Geschehen mit einzubeziehen. Die Umgebungsgeräusche wie Wind, Autos etc. werden hervorragend räumlich abgebildet. Die Dialoge sind zudem jederzeit bestens zu verstehen. Der Subwoofer kommt nur selten, dann jedoch mit eindrücklicher Dynamik zum Einsatz. Die Tonbalance ist ebenfalls hervorragend ausgefallen.
Alles in allem eine perfekte HD-Tonumsetzung, an der es nichts auszusetzen gibt.

FAZIT

Eine perfekte Blu-ray-Umsetzung, an der es nichts zu beanstanden gibt…

Die Frau in Gold

2015 (Women in Gold)

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Der Film wurde auf zwei Zeitachsen inszeniert. Zum einen befinden wir uns in der Gegenwart in Los Angeles und erleben den gerichtlichen Kampf von Maria Altmann, und zum anderen gibt es Rückblenden in die 30er-Jahre in Wien.
Die Geschichte wurde sehr behutsam inszeniert und es wurde weitgehend auf billige Effekthascherei verzichtet. Die historischen Sequenzen wurden zudem mit sehr viel Detailgenauigkeit und Authentizität gedreht. Hier ist eindeutig der Einfluss der BBC zu spüren, die für solche Produktionen viel Erfahrung mitbringt.
Dominiert wird der Film eindeutig durch Helen Mirren, die Maria Altmann hervorragend verkörpert und dadurch nicht unwesentlich zum beeindruckenden Filmerlebnis beiträgt.

Die Geschichte selber wird in Form eines Gerichtsfilmes erzählt und ist spannend arrangiert. Der Streifen bietet viel Gegensätze zu den nüchternen Gerichtsszenen. Bewegende und emotionale Momente finden ebenfalls ihren Platz, und auch diese wirken zu keiner Zeit kitschig oder überladen.

Kurz und gut: Ein spannender, historisch gewissenhaft inszenierter und zu Herzen gehender Gerichtsfilm!

Der Film erzählt die, auf wahren Begebenheiten beruhende, Geschichte von Maria Altmann und deren jahrelangem Kampf um die Rückgabe von fünf Klimt-Werken. Diese waren ihrer Familie in den 30er-Jahren von den Nationalsozialisten geraubt worden und landeten nach dem Krieg in der Galerie Belvedere in Wien.
Im Zentrum steht vor allem das berühmte Gemälde „Adele Bloch-Bauer I“, das von den Nationalsozialisten wegen des jüdischen Namens in „Die Goldene Frau“ unbenannt worden war. Bei der von Klimt porträtierten Adele handelt es sich um die Tante von Maria Altmann.
Nachdem sich der österreichische Staat mit der Begründung, es handle sich um Kunst von staatshistorischen Wert, weigerte, die Bilder zurückzugeben, entschliesst sich Maria Altmann, für ihr Recht um Rückgabe zu klagen.
Unterstützung erhält die bereits 80-jährige Maria Altmann vom jungen Anwalt E. Randol Schoenberg. Als die beiden nach Österreich reisen, um die Bilder zurückzufordern, erhalten sie wertvolle Unterstützung durch den Journalisten Hubertus Czernin, der eine wichtige Entdeckung gemacht hatte, die es ermöglichte, gerichtlich gegen den Staat Österreich vorzugehen…

Originaltitel: Woman in Gold

Produktionsland: USA / Grossbritannien
Produktionsfirma: BBC Films / Origin Pictures
Produzenten: David M. Thompson / Kris Thykier

Jahr: 2015
Länge: 109 Minuten

Sub-Genre: Drama / Gerichtskrimi / Historienfilm

Regie: Simon Curtis
Drehbuch: Alexi Kaye Campbell
Musik: Martin Phipps / Hans Zimmer

Kamera: Ross Emery
Schnitt: Peter Lambert

Besetzung:

- Hellen Mirren …. Maria Altmann
- Ryan Reynold …. E. Randol Schoenberg
- Daniel Brühl …. Hubertus Czernin
- Katie Homes …. Pam Schoenberg
- Tatiana Maslany …. Junge Maria Altmann
- Antje Traue …. Adele Bloch-Bauer…u.a.

Drehorte:

- Los Angeles, Kalifornien, USA
- London, England
- Wien, Österreich
- Twickenham Studios, Twickenham, England

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope - D-Cinema)

Sound Mix: Dolby Digital

Image

© 2015 EuroVideo


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.40:1 (12:5 - CinemaScope) vor.
Die Bildqualität zeichnet sich durch eine hervorragende Detailgenauigkeit aus. Die Bildschärfe ist auch bei Totalen beachtlich. Die Farben wirken ausgesprochen natürlich. Die Kontraste sind ebenfalls ausgezeichnet ausgefallen, und der Schwarzwert erreicht gute Noten. Dies ist vor allem bei den wenigen Nachtszenen deutlich zu sehen.
Eine wirklich ausgezeichnete HD-Umsetzung, die eindeutig von der digitalen Aufnahmetechnik profitieren kann.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung kann überzeugen, erreicht aber keine Spitzenwerte. Vor allem die räumliche Abbildung ist nicht perfekt ausgefallen, da wäre deutlich mehr drin gewesen.
Die Dynamik ist sehr gut ausgefallen, und auch die Tonbalance kann überzeugen.

FAZIT

Die Blu-ray-Umsetzung ist nahezu perfekt ausgefallen!

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