Die Culture-Clash-Filme, das können sowohl Komödien wie auch Dramas sein, gehören zu einer neueren Film-Genre-Generation. Thematisiert wird hier das Aufeinanderprallen (Clash) verschiedener Kulturen (Culture), wobei der Begriff Kultur hier sehr weit gefasst wird. Es kann den Konflikt von Menschen verschiedener Hautfarbe, verschiedener religiöser Gruppen, wie auch unterschiedlicher sozialer Schichten beinhalten.

Diese Vielfältigkeit macht Culture-Clash-Filme zu einem der spannendsten Genres. Interkulturelle Liebesfilme finden hier ebenso ihren Platz, wie exotische Abenteuer oder unterhaltsame Beziehungskomödien.

Sie finden in Folge meine liebsten Werke aus diesem kunterbunten Genre…

Der Prinz aus Zamunda

1988 (Coming To America)

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Neben dem ersten Teil von Beverly Hills Cop, ist der Prinz aus Zamunda mein absoluter Lieblingsfilm von Eddie Murphy.
Der Humor ist durchaus als originell zu bezeichnen, und die Handlung hält immer wieder überraschende Wendungen parat.
Dass Regisseur John Landis sein Handwerk versteht, dürfte spätestens seit „Blues Brothers“ kaum mehr in Frage gestellt werden. Als Gag gibt es im Prinz aus Zamunda immer wieder amüsante Links in andere Filme von Landis. So begegnen wir zum Beispiel den beiden Brokern Randolph und Mortimer Duke aus dem Film „Die Glücksritter“ als Pennern.
Alles in allem endet der Prinz aus Zamunda wie er muss, aber der Unterhaltungswert und die Komik auf dem Weg dahin, sind kaum zu toppen!

Prinz Akeem aus Zamunda (ein fiktives Königreich in Afrika) hat eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann. Als Thronfolger wird er bedient und verhätschelt, und seine Eltern König Jaffe Joffer und seine Mutter Königin Aoleon verehren ihren Sohn über alles.
Trotz allem fühlt sich Akeem nicht wohl in seiner Haut. Er möchte endlich mal eigene Entscheidungen treffen, oder sich wenigstens mal die Zähne selber putzen dürfen (!)
Als ihm seine Eltern auf den 21. Geburtstag auch noch die für ihn ausgesuchte Ehefrau präsentieren, sträubt sich Akeem und bedingt sich Bedenkzeit aus. Er reist zusammen mit seinem Diener und Freund Semmi in die USA, nach Queens, um seine Traumfrau selber zu finden.
In den USA angekommen, werden die beiden erstmals mit der realen rauen Welt konfrontiert und wollen sich ihren Lebensunterhalt in einem Burger-Restaurant verdienen. Als Akeem dort auf die bezaubernde Lisa trifft, meint er, seine Traumfrau gefunden zu haben. Dumm nur, dass Lisa eben dabei ist, den schmierigen Darryl Jenks zu heiraten. Als dann Akeems königlicher Vater erfährt, mit welchen Plänen sein Sohn in die USA gereist ist, versucht er, die nicht standesgemässen Vorhaben seines Filius zu verhindern...

Originaltitel: Coming to America

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Eddie Murphy Productions / Paramount Pictures
Produzenten: George Folsey Jr. / Robert D. Wachs

Jahr: 1988
Länge: 116 Minuten

Sub-Genre: Verwechslungskomödie / Culture-Clash-Komödie

Regie: John Landis
Drehbuch: David Sheffield / Barry W. Blaustein
Musik: Nile Rodgers

Kamera: Sol Negrin / Woody Omens
Schnitt: Malcolm Campbell

Besetzung:

Eddie Murphy …. Prinz Akeem
Arsenio Hall …. Semmi
Shari Headley …. Lisa McDowell
Eriq La Salle …. Darryl Jenks
John Amos …. Mr. Cleo McDowell
Samual L. Jackson …. Räuber
James Earl Jones …. König Jaffe Joffer
Madge Sinclair …. Königin Aoleon…u.a.

Drehorte:

Queens, New York City, New York, USA
Brooklyn, New York City, New York, USA
Manhattan, New York City, New York, USA
Los Angeles, Kalifornien, USA
Simi Valley Kalifornien, USA


Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Dolby

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BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenformat liegt in 1.78:1 (16:9) vor.
Die Grundschärfe sowie die Detailgenauigkeit sind für einen Film aus den 80er-Jahren auf einem beachtlich guten Niveau.
Ebenso ansprechend ist der Schwarzwert ausgefallen. Nur selten ist ein kleiner Detailverlust in dunkleren Szenen bemerkbar. Die Farben sind annähernd natürlich, wirken aber zuweilen etwas blass. Es ist ein leichtes Filmkorn zu sehen, das dennoch kaum stört.
Alles in allem eine solide aber unspektakuläre HD-Umsetzung.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in Deutsch Dolby Digital 2.0 vor.
Beim Ton konnte man nicht allzu viel erwarten. Der Stereoton ist soweit klar verständlich und mit einer guten räumlichen Aufteilung ausgestattet. Die Dynamik ist jedoch als recht eingeschränkt zu bezeichnen. Die Tonbalance geht in Ordnung.
Grundsätzlich keine schlechte, aber leider eben auch keine wirklich gute Tonumsetzung!

FAZIT

Eine ansprechende Blu-ray-Umsetzung, die jedoch noch reichlich Luft nach Oben lässt…

Kirschblüten

2008 (Kirschblüten)

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Wenn ich sagen müsste, welches mein deutscher Lieblingsfilm aus neuerer Zeit wäre, so kann ich ohne zu zögern sagen, dass dies „Kirschblüten“ von Doris Dörrie ist. Ich kenne keinen anderen deutschen Streifen, in dem die Balance zwischen zartem Humor, anrührender Ehrlichkeit und überwältigender Tragik so ausgewogen und intelligent umgesetzt wurde.
Es ist natürlich immer ein Glücksfall, wenn sowohl der Roman, wie auch die filmische Umsetzung von der selben Person realisiert werden kann. Für mich einer der bewegendsten und besten Filme, die das deutsche Kino in den letzten 20 Jahre hervorgebracht hat.

Trudi Angermeier (Hannelore Elsner) erfährt vom Arzt ihres Mannes, dass ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) schwer erkrankt ist und nicht mehr lang zu leben hat. Sie beschliesst, ihrem Mann nichts zu sagen und überredet ihn stattdessen zu einer (letzten) gemeinsamen Reise an die Ostsee. Dort geschieht das Unerwartete: Trudi stirbt.
Der völlig hilf- und fassungslose Rudi weiss nicht mehr weiter. Als er von seiner Tochter erfährt, dass Trudi ihre Lebensträume für Ihn aufgegeben hatte, beschliesst er diese für seine Frau nachzuholen. Er reist nach Japan. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der fremden Kultur, lernt er die Butoh-Tänzerin Yu kennen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Fuji – Rudis letzte Reise beginnt…

Originaltitel: Kirschblüten - Hanami

Produktionsland: Deutschland
Produktionsfirma: Olga Film GmbH / Bayerischer Rundfunk BR / ARD Degeto Film / Arte
Produzenten: Molly von Fürstenberg / Harald Kügler

Jahr: 2008
Länge: 121 Minuten

Sub-Genre: Melodram / Liebesgeschichte / Culture-Clash-Drama

Regie: Doris Dörrie
Drehbuch: Doris Dörrie
Musik: Claus Bantzer

Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Inez Regnier

Besetzung:

Elmar Wepper …. Rudi Angermeier
Hannelore Elsner …. Trudi Angermeier
Aya Irizuki …. Yu
Nadja Uhl …. Franzi
Maximilian Brückner …. Karl Angermeier…u.a.

Drehorte:

Allgäu, Bayern, Deutschland
Ostsee, Deutschland
Berlin, Deutschland
Tokyo, Japan
Shizuoka, Japan

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Dolby Digital

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BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt) vor.
Die Bildumsetzung ist gut ausgefallen. Nahaufnahmen sind sehr detailliert. Bei Totalen wird das Bild etwas weicher. Die Farben sind natürlich ausgefallen. Mich haben die Wackelbildaufnahmen zuweilen etwas gestört, das ist aber natürlich ein Stilmittel und hat mit der technischen Bildqualität nichts zu tun.
Grundsätzlich eine sehr gute HD-Bildumsetzung.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Von einem so dialoglastigen Drama ist meist surroundmässig nicht viel zu erwarten. Umso erstaunter war ich über die überaus gelungene räumliche Tonumsetzung dieser Blu-ray. Die Geräuschkulisse Tokios ist grossartig eingefangen, man fühlt sich mittendrin.
Die Tonbalance ist sehr gut ausgefallen, und auch die Dynamik kann absolut überzeugen.

FAZIT

Eine ausgezeichnete Blu-ray-Umsetzung, die bei Bild und Ton sehr gute Werte erreicht und der DVD-Version in allen Belangen überlegen ist.

The Good Lie

2014 (The Good Lie)

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„The Good Lie“ behandelt ein brandaktuelles Thema und tut dies mit viel Einfühlungsvermögen und, trotz aller Dramatik, angenehm zurückhaltend. Das ist in erster Linie der wunderbaren darstellerischen Leistung aller beteiligten Schauspieler zu danken. Selbst Reese Witherspoon spielt sehr zurückhaltend und lässt den eigentlichen Hauptdarstellern Raum, um ihre Figuren zu entwickeln.
Natürlich gibt es die eine oder andere Ecke in der Story, die ein bisschen zu rund geraten ist. Bei einem derart komplexen Stoff kann man aber in 110 Minuten kaum tiefer und nuancierter erzählen, als dies hier geschieht.

Alles in allem ist „The Good Lie“ ein bewegendes und mitreissendes Filmdrama, das nachdenklich stimmt. Zudem besitzt der Film den Vorzug, gut zu unterhalten ohne den realistischen Hintergrund zu verfälschen oder oberflächlich zu wirken. Ein beeindruckender Streifen!

Während des sudanesischen Bürgerkrieges wird ein kleines Bauerndorf im Südsudan angegriffen und die Bewohner getötet. Einer kleinen Gruppe von Kindern gelingt die Flucht.
Theo und Mamere, deren Schwester Abital sowie Paul und Jeremia, sind nun alleine auf sich gestellt und versuchen zu Fuss ins sichere Kenia zu gelangen. Unterwegs werden sie von Soldaten entdeckt. Nur dem selbstlosen Einsatz Theos ist es zu verdanken, dass der Rest der Gruppe unbeschadet davon kommt. Diesen gelingt schliesslich die Flucht in ein Flüchtlingslager nach Kenia.
Dreizehn Jahre später gewinnt die Gruppe ein Ticket für ein neues Leben in den USA. Dort eingetroffen, werden sie von Carrie Davis empfangen, die ihnen Jobs vermitteln soll. Schnell wird klar, dass dies nicht so einfach ist. Die Vergangenheit holt die traumatisierten Flüchtlinge immer wieder ein. Als sie sich einigermassen in der fremden Welt eingelebt haben, erreicht sie ein Brief aus Kenia – der grosse Bruder Theo scheint noch am Leben zu sein…

Originaltitel: The Good Lie

Produktionsland: USA / Indien
Produktionsfirma:

Alcon Entertainment
Imagine Entertainment
Black Label Media
Reliance Entertainment
Blue Sky Films

Produzenten: Ron Howard / Brian Grazer / Thad Luckinbill u.a…

Jahr: 2014
Länge: 110 Minuten

Sub-Genre: Culture-Clash-Komödie / Tragikkomödie

Regie: Philippe Falardeau
Drehbuch: Margaret Nagle
Musik: Martin Leon

Kamera: Ronald Plante
Schnitt: Richard Comeau

Besetzung:

Reese Witherspoon …. Carrie Davis
Ger Duany …. Jeremiah
Arnold Oceng …. Mamere
Emmanuel Jal …. Paul
Kuoth Wiel …. Abital
Femi Oguns …. Theo…u.a.

Drehorte:

Lawrenceville, Georgia, USA
Atlanta, Georgia, USA
Duluth, Georgia, USA
South Africa
Kanada
Kenya

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: SDDS / Dolby Digital

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© Paramount Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 US-WideScreen) vor.
Der Schärfegrad ist über den ganzen Film hinweg auf beeindruckendem Level. Bei Close Ups ist jedes Detail zu erkennen und auch bei Weitwinkelaufnahmen wird immer noch eine beachtliche Detailtreue geboten. Das ist umso erfreulicher, da es sehr viele wunderschöne Landschaftsaufnahmen zu bestaunen gibt.
Die Farben wirken kräftig und natürlich. Der Schwarzwert ist hervorragend und die Kontraste können voll und ganz überzeugen.
Kurz, ein super HD-Bild, an dem es nichts auszusetzen gibt!

TON ✪✪✪✪✪✪

Das deutsche Tonformat liegt in DTS-High Resolution 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung weiss zu beeindrucken. Die Dynamik während der Kriegsszenen ist äusserst gut und realistisch ausgefallen. Zudem wird eine räumliche Abmischung geboten, wie ich sie bis jetzt nur ganz selten in so perfekter Form angetroffen habe. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen und die Tonbalance ist ebenfalls ausgezeichnet.
Auch beim HD-Ton eine perfekte Umsetzung, die kaum besser hätte ausfallen können.

FAZIT

Eine perfekte Blu-ray-Umsetzung, die voll und ganz überzeugen kann!

Zum Verwechseln ähnlich

2016 (Il a déjà tes yeux)

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Es gibt viele weisse Eltern, die asiatische oder dunkelhäutige Kinder adoptieren. Das ist nicht aussergewöhnlich und gehört zur Normalität - doch was passiert, wenn ein dunkelhäutiges Ehepaar einen weissen Jungen adoptiert? Dieser Frage geht dieser unterhaltsame und sehr humorvoll inszenierte Film nach. Regisseur Lucien Jean-Baptiste, der gleichzeitig auch die männliche Hauptrolle übernahm, hat es mit Hilfe subtilem Humor verstanden, eine sehr einfühlsame und realistische Geschichte zu erzählen. Der Film wirkt nie aufgesetzt oder unnatürlich, was vor allem den beiden ausgezeichneten Hauptdarstellern zu verdanken ist. Sehr gekonnt gelingt es Jean-Baptiste, der Geschichte Raum und damit dem ernsthaftem Thema, wie auch den Figuren genügend Zeit zur Entwicklung zu geben.
„Il a déjà tes yeux“, wie der Streifen im Original heisst, ist ein sehr erheiternder und fröhlicher Film, der ganz zum Schluss sogar etwas Richtung Klamauk abdrifdet - aber das sei ihm verziehen…

Alles in allem handelt es sich um einen typischen Vertreter des französischen Unterhaltungskinos, der es gekonnt schafft, Humor und Ernsthaftigkeit in perfekter Balance zu halten. Ein Culture-Clash-Film der etwas anderen Art…

Paul und Sali leben in Paris und führen eine glückliche Ehe. Da ihnen bis jetzt eigene Kinder versagt blieben, entschliessen sie sich zu einer Adoption.
Nach langer Wartezeit erhält das dunkelhäutige Ehepaar endlich den erhofften Anruf, ihrem Gesuch sei stattgegeben worden.
Der sechs Monate alte Benjamin soll bei ihnen ein neues Zuhause erhalten. Die beiden schliessen den süssen blonden, blauäugigen Jungen sofort in ihr Herz und haben keinerlei Probleme damit, dass Benjamin ein weisses Kind ist. Nicht ganz so locker sieht es das Umfeld der neugebackenen Eltern. Salis Mutter will von einem weissen Enkel nichts wissen und ihr Vater ignoriert den Familienzuwachs völlig. Ebenso irritiert sind fremde Menschen, die Sali für Benjamins Kindermädchen halten und überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass sie seine Mutter sein könnte. Die Situation wird zunehmend zur Belastung für die junge Familie und als die Adoptionsbehörde übermässig viele Kontrollen ansetzt, geraten Paul und Sali an ihre Grenzen…

Originaltitel: Il a déjà tes yeux

Produktionsland: Frankreich / Belgien
Produktionsfirma: Nolita Cinema
Produzenten: Maxime Delauney / Romain Rousseau...u.a.

Jahr: 2016
Länge: 95 Minuten

Sub-Genre: Culture Clash / Komödie / Gesellschaftskomödie

Regie: Lucien Jean-Baptiste
Drehbuch: Marie-Françoise Colombani / Sébastien Mounier
Musik: Alexis Rault

Kamera: Colin Wandersman
Schnitt: Sahra Mekki

Besetzung:

Lucien Jean-Baptiste …. Paul Aloka
Aïssa Maïga …. Salimata Aloka
Zabou Breitman …. Claire Mallet
Vincent Elbaz …. Manu
Marie-Philomène Nga …. Mamita...u.a

Drehorte: Paris, Frankreich

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)


Sound Mix: DTS-HD Master

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© 2017 good!movies


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format) vor.
Die Detailschärfe dieser Blu-ray-Veröffentlichung bewegt sich auf allerhöchstem Niveau. Die Tiefenschärfe gehört mit zum Besten, das ich bis jetzt zu sehen bekommen habe. Ebenso überzeugend fällt der Schwarzwert aus, und auch die Kontraste sind hervorragend ausgefallen. Die Farben sind zudem natürlich. Eine nahezu perfekte HD-Umsetzung!

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch das Tonformat kann überzeugen. Allerdings haben wir es hier genrebedingt mit einer recht ruhigen Umsetzung zu tun, die zudem sehr frontlastig ausgefallen ist. Die Surroundlautsprecher werden äusserst dezent miteinbezogen - was vor allem beim Soundtrack auffällt. Die Tonbalance ist ausgezeichnet, und die Dynamik wird kaum gefordert. Eine solide Tonumsetzung, die auf der Höhe der Zeit ist.

FAZIT

Eine referenzwürdige Bildumsetzung trifft auf eine solide Tonumsetzung - hier gibt es technisch nichts zu meckern…

The Big Sick

2017 (The Big Sick)

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Zugegeben, der Film braucht etwas Anlaufzeit, bis er seine charmante Wirkung richtig entfalten kann. Die anfänglichen Dialoge zwischen dem angehenden Liebespaar wirken etwas hölzern und improvisiert. Mit zunehmender Spieldauer und vor allem mit dem Eintritt von Emilys Eltern in die Handlung vergisst man als Zuschauer die holpernden Anfangssequenzen dann rasch.

Regisseur Michael Showalter hat es geschafft, eine mit feinem Humor ziselierte Culture-Clash-Geschichte zu verfilmen, die sehr realistisch, warmherzig und authentisch erscheint. Wobei der Culture-Clash nicht nur zwischen den beiden Hauptfiguren, sondern auch indirekt zwischen den beiden Eltern-Paaren stattfindet, was der Geschichte eine zusätzliche Dynamik und Tiefe verleiht. Dabei wird nie schwarz/weiss gemalt, sondern beiden Seiten viel Raum zugestanden, was eine sehr differenzierte Darstellung der Konfliktbereiche ermöglicht.

Das Besondere an diesem Film ist die Tatsache, dass die Story nicht nur auf einer wahren Beziehungsgeschichte basiert, sondern der männliche Hauptdarsteller Kumail Nanjiani hiermit seine eigene Liebesgeschichte zu seiner Frau Emily V. Gordon erzählt, mit der zusammen er auch das Drehbuch verfasst hatte.

So oder so ein berührender, witziger und aktueller Film, der nicht nur ausgezeichnet zu unterhalten versteht, sondern im Zuschauer etwas auszulösen vermag, das noch lange nach dem Ende der Geschichte nachhallt…

Der aus Pakistan stammende Kumail schlägt sich als mässig begabter Stand-up-Comedian und Uber-Fahrer durchs Leben. Dies sehr zum Unmut seiner Familie, die ihn lieber in einem Studium zum Juristen oder Arzt sehen würden. Zudem versucht seine Mutter unermüdlich, ihren Sohn mit einer pakistanischen Frau zu verkuppeln. Kumail will sich jedoch nicht auf eine arrangierte Ehe einlassen, und auch mit dem Islam und den althergebrachten Vorstellungen seiner Eltern hat er nichts am Hut.
Als Kumail eines Tages Emily kennenlernt, verliebt er sich in sie und die beiden beginnen eine Beziehung, die Kumail jedoch seinen Eltern verschweigt, da er weiss, dass sie Emily niemals als Schwiegertochter akzeptieren würden. Emily kann dieses Verhalten jedoch nicht billigen und beendet die Beziehung.
Als Emily kurz darauf schwer erkrankt und sogar ins künstliche Koma versetzt werden muss, besucht Kumail sie regelmässig im Spital, wo er auch auf Emilys Eltern trifft. Das anfänglich gespannte Verhältnis zu ihren Eltern wird mit jedem Tag etwas besser. Je mehr Zeit vergeht, um so klarer wird sich Kumail, wie sehr er Emily liebt - es wird ihm bewusst, dass er sich entscheiden muss, ob er auf seine Familie oder auf sein Herz hören will…

Originaltitel: The Big Sick

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Apatow Film / FilmNation Entertainment
Produzenten: Judd Apatow / Barry mendel

Jahr: 2017
Länge: 120 Minuten

Genre: Tragikkomödie / Liebesfilm

Regie: Michael Showalter
Drehbuch: Emily V. Gordon / Kumail Nanjiani
Musik: Michael Andrews

Kamera: Brian Burgoyne
Schnitt: Robert Nassau

Besetzung:

Zoe Kazan …. Emily
Kumail Nanjiani …. Kumail
Holly Hunter …. Beth Gardner
Ray Romano …. Terry Gardner...u.a.


Drehorte:

- Chicago, Illinois, USA

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt
Cinestage-Format ab 1957)


Sound Mix: Dolby Digital

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© Universum Film


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 US-WideScreen) vor.
Wir haben es hier mit einer grundsätzlich sehr hochwertigen und guten HD-Umsetzung zu tun. Die Schärfe ist ausgezeichnet und auch der Schwarzwert kann überzeugen. In dunklen Szenen ist der Kontrast zuweilen etwas eingeschränkt, und es ist ein leichtes Bildrauschen auszumachen. Die Farben wirken etwas künstlich abgedunkelt, sind ansonsten jedoch recht natürlich.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Genrebedingt haben wir es hier mit einer sehr unspektakulären Klangumsetzung zu tun. Die Surroundkanäle werden nur äusserst dezent eingesetzt und ein Surround-Feeling kommt kaum auf. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen, und auch die Tonbalance ist sehr ausgewogen. Die Dynamik wird kaum gefordert.

FAZIT

Eine sehr solide Bild- und Tonumsetzung, die eine zeitgemässe UmsetzungEine sehr solide Bild- und Tonumsetzung, die eine zeitgemässe Umsetzung vorweisen kann, ohne jedoch Referenzwerte zu erreichen…

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