Ebenso wie die Komödie, ist auch das Filmdrama ein sehr breitgefasster Oberbegriff für eine Vielzahl von allerlei, in diesem Fall, ernsten Subgenres. Hier gibt es Trauriges, Sentimentales, Sozialkritisches, Historisches, Abenteuerliches und vieles mehr…

Inhaltlich werden oft zwischenmenschliche Beziehungen, Lebenskrisen, die Suche nach Glück oder die Verarbeitung von Schicksalsschlägen thematisiert.

Gut erzählte Schicksalsgeschichten können packend, spannend und mitreissend sein. Eine kleine Auswahl meiner liebsten dramatischen Entdeckungen finden Sie in Folge…

Am goldenen See

1981 (On Golden Pound)

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Was Henry Fonda und Katharine Hepburn hier für eine schauspielerische Leistung abliefern, ist schlicht genial.
Wobei der Streifen eine meisterhafte Balance zwischen Witz und Tragik hält und man als Zuseher hin und her gerissen wird.
Ein grandioser Film mit wunderschönen Bildern, erstklassigen Dialogen, sarkastischen Spitzen und drei exzellenten Hauptdarstellern. Ich hab den schon gefühlte hundert Mal gesehen und empfinde in jedes Mal wieder als eine Offenbarung.

Ethel und Norman (Katharine Hepburn / Henry Fonda) verbringen wie jedes Jahr den Sommer in ihrem Ferienhaus am See.
An Normans 80. Geburtstag kriegen sie Besuch von ihrer Tochter und deren neuem Lebenspartner, der auch noch seinen Sohn mitbringt.
Norman möchte seinen Frieden, und mit seiner Tochter hat er sowieso seine Schwierigkeiten. Es ist also höchste Zeit, dass da mal reiner Tisch gemacht wird…

Originaltitel: On Golden Pound

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: ITC Entertainment / Universal Pictures
Produzenten: Bruce Gilbert

Jahr: 1981
Länge: 109 Minuten

Sub-Genre: Dramedy / Liebesgeschichte

Regie: Mark Rydell
Drehbuch: Ernest Thompson
Musik: Dave Grusin

Kamera: Billy Williams
Schnitt: Robert L. Wolfe

Besetzung:

Katharine Hepburn …. Ethel Thayer
Henry Fonda …. Norman Thayer
Jane Fonda …. Chelsea Thayer Wayne
Doug McKeon …. Billy Ray
Dabney Coleman …. Bill Ray

Drehorte: Squam Lake, New Hampshire

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7)

Sound Mix: Mono

Paris, Texas

1984 (Paris, Texas)

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Vergleichbar mit einem Italo-Western, beginnt der Streifen irgendwo in einer Steinwüste. Der Protagonist stolpert durch die Gegend und bricht schliesslich erschöpft zusammen. Im Hintergrund untermalt durch Ry Cooders markantes Gitarrenspiel. Diese unglaublich bedächtige, entschleunigende Umsetzung macht schnell klar, dass wir es nicht mit einem 08/15-Film zu tun haben.
Wim Wenders Roadmovie hat es in sich. Erzählt er doch die Geschichte von verlorenen Seelen, die wieder zueinander finden, oder auch nicht. Vieles bleibt ungesagt, manches nur angedeutet.
Trotz dieser zurückhaltenden Inszenierung kommt nie Langeweile auf, im Gegenteil. Die Suche nach seiner Frau und der, in gewisser Weise, offene Schluss, sind stimmig und eindrücklich umgesetzt.
Für mich der beste Film von Wim Wenders und ein Streifen, den ich mir immer wieder mal ansehen kann.

Jahre nach seinem Verschwinden taucht Travis, den alle für tot gehalten hatten, inmitten der texanischen Steinwüste wieder auf. Ein Arzt benachrichtigt seinen Bruder Walt, der den verwirrten und unter Amnesie leidenden Travis zu sich und seiner Familie nach Los Angeles holt. Dort trifft Travis wieder auf seinen siebenjährigen Sohn Hunter, der seit der Trennung seiner Eltern bei seinem Onkel lebt.
Langsam kehrt Travis Erinnerung zurück und auch sein Sohn fasst langsam wieder Vertrauen zu ihm. Gemeinsam mit Hunter macht sich Travis auf die Suche nach seiner ebenfalls verschollenen Frau Jane. Eine Odyssee beginnt quer durch den Südwesten Amerikas...

Originaltitel: Paris, Texas

Produktionsland: Frankreich / Deutschland
Produktionsfirma: Road Movies Filmproduktion / Argos Films / Wim Wnders Stiftung
Produzenten: Don Guest

Jahr: 1984
Länge: 147 Minuten

Sub-Genre: Liebesdrama / Gesellschaftsdrama

Regie: Wim Wenders
Drehbuch: L. M. Kit Carson / Sam Shepard
Musik: Ry Cooder

Kamera: Robby Müller
Schnitt: Peter Przygodda

Besetzung:

Harry Dean Stanton …. Travis
Nastassja Kinski …. Jane
Dean Stockwell …. Walt
Aurore Clément …. Anne
Hunter Carson …. Hunter…u.a.

Drehorte:

Big Bend National Park, Texas, USA
Burbank, Kalifornien, USA
Houston, Texas, USA
El Paso, Texas, USA
Los Angeles, Kalifornien, USA
Mojave Wüste, Kalifornien, USA
Fort Stockton, Texas, USA
Four Corners, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.66:1 (15:9 Paramount-Format ab 1953)

Sound Mix: Mono

Mystery Train

1989 (Mystery Train)

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Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch zu diesem tragischen und zugleich urkomischen Meisterwerk schrieb, ist es gelungen, eine intelligente Geschichte in einer schlicht genialen Umsetzung mit hervorragenden Schauspielern zu verbinden.
Schlussendlich stellt der Film das Dasein, wie es ist oder sein könnte, dar. Wir verfolgen gebannt den melancholischen Mystery Train auf seinem Weg durch alle Zufälle, Begegnungen und Belanglosigkeiten des Lebens.

Wie schon der Titel vermuten lässt, steht Elvis im Mittelpunkt dieses genialen Episodenfilmes oder besser, er schwebt wie ein Geist über allem.
Die drei Episoden haben auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten. Da ist das japanische Touristen-Pärchen Jun und Mitsuko, die mit dem Zug in Memphis Tennessee eintreffen und sich auf die Spuren des Kings begeben.
In der zweiten Episode begegnen wir der Italienerin Luisa, die ihren in Memphis verstorbenen Ehemann zurück nach Italien holen will und dabei auf Dee Dee trifft, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat.
In der dritten Episode begegnen wir Johnny, Will und Charlie, die alkoholisiert und unberechenbar durchs nächtliche Memphis unterwegs sind.
Je länger der Film läuft, um so mehr beginnen sich einzelne Stränge miteinander zu verbinden. Als dann schlussendlich alle Protagonisten im Hotel Arcade versammelt sind, wird dem Zuseher plötzlich klar, was hier läuft…

Originaltitel: Mystery Train

Produktionsland: Japan / USA
Produktionsfirma: Mystery Train Inc. / Victor Company of Japan
Produzenten: Rudd Simmons / Jim Stark

Jahr: 1989
Länge: 113 Minuten

Sub-Genre: Episodenfilm

Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Musik: John Lurie

Kamera: Robby Müller
Schnitt: Melody London

Besetzung:

Masatoshi Nagase …. Jun
Yûki Kudô …. Mitsuko
Nicoletta Braschi …. Luisa
Elizabeth Bracco …. Dee Dee
Screamin‘ Jay Hawkins …. Night Clerk

Drehorte: Memphis, Tennessee

Aspect Ratio: 1.78:1 (16:9)

Sound Mix: Mono

Kirschblüten

2008 (Kirschblüten)

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Wenn ich sagen müsste, welches mein deutscher Lieblingsfilm aus neuerer Zeit wäre, so kann ich ohne zu zögern sagen, dass dies „Kirschblüten“ von Doris Dörrie ist. Ich kenne keinen anderen deutschen Streifen, in dem die Balance zwischen zartem Humor, anrührender Ehrlichkeit und überwältigender Tragik so ausgewogen und intelligent umgesetzt wurde.
Es ist natürlich immer ein Glücksfall, wenn sowohl der Roman, wie auch die filmische Umsetzung von der selben Person realisiert werden kann. Für mich einer der bewegendsten und besten Filme, die das deutsche Kino in den letzten 20 Jahre hervorgebracht hat.

Trudi Angermeier (Hannelore Elsner) erfährt vom Arzt ihres Mannes, dass ihr Mann Rudi (Elmar Wepper) schwer erkrankt ist und nicht mehr lang zu leben hat. Sie beschliesst, ihrem Mann nichts zu sagen und überredet ihn stattdessen zu einer (letzten) gemeinsamen Reise an die Ostsee. Dort geschieht das Unerwartete: Trudi stirbt.
Der völlig hilf- und fassungslose Rudi weiss nicht mehr weiter. Als er von seiner Tochter erfährt, dass Trudi ihre Lebensträume für Ihn aufgegeben hatte, beschliesst er diese für seine Frau nachzuholen. Er reist nach Japan. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der fremden Kultur, lernt er die Butoh-Tänzerin Yu kennen. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum Fuji – Rudis letzte Reise beginnt…

Originaltitel: Kirschblüten - Hanami

Produktionsland: Deutschland
Produktionsfirma: Olga Film GmbH / Bayerischer Rundfunk BR / ARD Degeto Film / Arte
Produzenten: Molly von Fürstenberg / Harald Kügler

Jahr: 2008
Länge: 121 Minuten

Sub-Genre: Melodram / Liebesgeschichte / Culture-Clash-Drama

Regie: Doris Dörrie
Drehbuch: Doris Dörrie
Musik: Claus Bantzer

Kamera: Hanno Lentz
Schnitt: Inez Regnier

Besetzung:

Elmar Wepper …. Rudi Angermeier
Hannelore Elsner …. Trudi Angermeier
Aya Irizuki …. Yu
Nadja Uhl …. Franzi
Maximilian Brückner …. Karl Angermeier…u.a.

Drehorte:

Allgäu, Bayern, Deutschland
Ostsee, Deutschland
Berlin, Deutschland
Tokyo, Japan
Shizuoka, Japan

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Dolby Digital

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BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt) vor.
Die Bildumsetzung ist gut ausgefallen. Nahaufnahmen sind sehr detailliert. Bei Totalen wird das Bild etwas weicher. Die Farben sind natürlich ausgefallen. Mich haben die Wackelbildaufnahmen zuweilen etwas gestört, das ist aber natürlich ein Stilmittel und hat mit der technischen Bildqualität nichts zu tun.
Grundsätzlich eine sehr gute HD-Bildumsetzung.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Von einem so dialoglastigen Drama ist meist surroundmässig nicht viel zu erwarten. Umso erstaunter war ich über die überaus gelungene räumliche Tonumsetzung dieser Blu-ray. Die Geräuschkulisse Tokios ist grossartig eingefangen, man fühlt sich mittendrin.
Die Tonbalance ist sehr gut ausgefallen, und auch die Dynamik kann absolut überzeugen.

FAZIT

Eine ausgezeichnete Blu-ray-Umsetzung, die bei Bild und Ton sehr gute Werte erreicht und der DVD-Version in allen Belangen überlegen ist.

Das Mädchen Wadjda

2012 (Wadjda /وجدة)

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Man schaut sich diesen kleinen wunderbaren Film mit sehr gemischten Gefühlen an. Zum einen ist man fasziniert von dieser fremden, irgendwie surreal wirkenden, Welt und auf der anderen Seite auch absolut schockiert über das menschenverachtende und zutiefst archaische Gesellschaftssystem, in dem der weibliche Teil der saudischen Bevölkerung gefangen gehalten wird. Mit einfachen Bildern und sehr ruhiger Erzählweise wird eine Geschichte vorgetragen, die nur auf den ersten Blick harmlos und unscheinbar wirkt. Beim genaueren Hinsehen und Hinhören, findet man ein kleines mutiges Mädchen, das sich nicht unterdrücken lässt und die starren Verhaltensregeln zu hinterfragen und blosszulegen vermag. Die Umstände, während der Dreharbeiten in Saudi Arabien, waren alles andere als ideal. Umso erstaunlicher ist, was für ein intensiver und harmonischer Film entstanden ist. Eine kleine Perle!

Die 11-jährige Wadjda wächst in Riad auf. Obwohl ihr zu Hause einige Freiheiten zugestanden werden, leidet sie unter der stetigen Unterdrückung durch die sehr strengen islamischen Vorschriften in der Schule.
Ihr grösster Traum wäre es, ein Fahrrad zu besitzen, aber das ist nicht so einfach, da es in Saudi-Arabien für Mädchen als unschicklich gilt, Fahrrad zu fahren.
Von ihrem Vater ist keine Hilfe zu erwarten, und zu ihrer Enttäuschung lehnt auch die Mutter dieses Unterfangen ab. Wadjda versucht sich selber zu helfen und heckt einen Plan aus, um an das Geld für ein Fahrrad zu kommen.

Originaltitel: Wadjda ( وجدة )

Produktionsland: Saudi-Arabien / Deutschland
Produktionsfirma: Razor Film u.a.
Produzenten: Gerhard Meixner / Roman Paul

Jahr: 2012
Länge: 98 Minuten

Sub-Genre: Gesellschaftsdrama / Coming-Of-Age

Regie: Haifaa al-Mansour
Drehbuch: Haifaa al-Mansour
Musik: Max Richter

Kamera: Lutz Reitemeier
Schnitt: Andreas Wodraschke

Besetzung:

Reem Abdullah …. Mutter
Waad Mohammed …. Wadjda
Abdullrahman Al Gohani …. Abdullah
Ahd …. Ms. Hussa
Sultan Al Assaf …. Vater

Drehorte: Riyadh, Saudi Arabien

Aspect Ratio: 1.78:1

Sound Mix: Dolby Digital

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© Koch Media Home Entertainment 2014


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenformat liegt in 1.85:1 (13:7 US Wide-Screen) vor.
Wir haben es hier mit einer ausserordentlich guten HD-Umsetzung zu tun. Der Schärfewert ist durch den ganzen Film hinweg ausgezeichnet - und dies sowohl bei Close-Ups wie auch Totalen. Bei Nahaufnahmen ist jedes Detail zu erkennen.
Die Farbgebung ist sehr natürlich und gut ausgefallen. Die Kontraste und der Schwarzwert sind ebenfalls sehr ansprechend umgesetzt worden. Wer ein Haar in der Suppe finden will, könnte die zum Teil überstrahlten Bilder erwähnen, die zuweilen bei Aussenaufnahmen zu sehen sind - das ist aber meckern auf allerhöchstem Niveau...
Grundsätzlich gilt; eine bildtechnisch hervorragende Blu-ray!

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Es handelt sich hier um einen extrem ruhigen und äusserst dialoglastigen Streifen, der nur schon aus diesem Grund eine sehr eingeschränkte Räumlichkeit aufweist.
Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen, und auch alle anderen Geräuschelemente werden gut eingebaut.
Die Tonbalance ist ausgezeichnet.
Alles in allem eine sehr gute, wenn auch dezente Tonumsetzung.

FAZIT

Eine grossartige HD-Umsetzung, die vor allem durch die Detailschärfe des Bildes zu überzeugen vermag.

Die Sprache des Herzens

2014 (Marie Heurtin)

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Wow, da erwartet man nichts Spektakuläres und wird von einem solchen Film überrollt!
Die Inszenierung ist dabei völlig ruhig und beinahe kontemplativ. Durchdrungen nur von den Monologen Marguerites, die mit Witz und Ausdauer die Mauern des Schweigens zum Einsturz bringt. Die Bilder sprechen dabei für sich und benötigen die heute in vielen Filmen beliebte Geschwätzigkeit nicht.
Die ebenfalls nur zaghaft eingesetzte Filmmusik ist gekonnt und wunderschön hinterlegt.
Die traurig-schöne Handlung wurde mit viel Behutsamkeit und ohne dem Kitsch zu verfallen umgesetzt. Emotionales Kino, wie es eben (fast) nur die Franzosen hinbekommen.
Die schauspielerische Umsetzung, sowohl von Isabelle Carré, die Schwester Marguerite spielt, wie auch von Ariana Rivoire (die übrigens tatsächlich gehörlos ist) als Marie Heurtin, macht sprachlos und ist an Intensität und Eindringlichkeit kaum zu überbieten...

Fazit: Nur Steine können von diesem kleinen Meisterwerk unberührt bleiben.

Frankreich 1895: Die mittlerweile 10-jährige Küfertochter Marie ist blind und taub zur Welt gekommen. Da ihre Eltern völlig überfordert sind und keinen Zugang zu ihrer Tochter finden, überlassen sie Marie dem nahe gelegenen Kloster-Institut Larnay.
Schwester Marguerite nimmt sich Marie an und versucht, dem in sich selbst eingesperrten Mädchen den Zugang zur Aussenwelt zu ermöglichen. Nach anfänglichen Rückschlägen und Schwierigkeiten, gelingt es Marguerite, dem Mädchen die Gebärdensprache beizubringen. Zum Erstaunen vieler, steckt in dem anfänglich für dumm und zurückgeblieben erachteten Kind ein intelligentes und lernbegieriges Mädchen. Marie ist es nun erstmalig möglich, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren. Endlich kann sie ihren Eltern sagen, wie sehr sie sie liebt.
Die emotional sehr enge Beziehung zwischen Marie und ihrer Lehrerin Marguerite wird allerdings für beide Seiten auch zur Belastungprobe...

Originaltitel: Marie Heurtin

Produktionsland: Frankreich
Produktionsfirma: Escazal Films
Produzenten: Denis Carot / Sophie Révil

Jahr: 2014
Länge: 94 Minuten

Sub-Genre: Biografie-Film / Historienfilm

Regie: Jean-Pierre Améris
Drehbuch: Jean-Pierre Améris / Philippe Blasband
Musik: Sonia Wieder-Atherton

Kamera: Virginie Saint-Martin
Schnitt: Anne Souriau

Besetzung:

Isabelle Carré …. Schwester Marguerite
Ariana Rivoire …. Marie Heurtin
Brigitte Catillon …. Mutter Oberin
Noémie Churlet …. Schwester Raphaëlle
Gilles Treton …. Monsieur Heurtin
Laure Duthilleul …. Madame Heurtin…u.a.

Drehorte:

Montluel, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
Château du Passage, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
La Balme-les Grottes, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
La Salette-Fallavaux, Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)
Sound Mix: Dolby Digital

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BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenformat liegt in 1.85:1 (13:7 US WideScreen) vor.
Die HD-Bildqualität dieser Blu-ray hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck. Die Schärfe ist sehr gut und hat eine beeindruckende Tiefe. Die Farben sind kräftig und zugleich sehr natürlich gehalten. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, wie auch die Kontraste.
Eine ausgezeichnete HD-Bildumsetzung, an der es nichts auszusetzen gibt!

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung weiss zu gefallen. Obwohl es sich um einen äusserst ruhigen Film handelt, hat man es ausgezeichnet verstanden, die Geräuschbühne auf alle Lautsprecher zu verteilen und erzielt damit eine eindrückliche Surroundatmosphäre. Die Stimmen sind klar und jederzeit bestens zu verstehen. Die Dynamik wird zwar selten gefordert, ist in den wenigen Momenten aber voll auf der Höhe. Die Tonbalance ist ebenfalls hervorragend ausgefallen.
Alles in allem eine perfekte Tonumsetzung!

FAZIT

Eine technisch perfekte Blu-ray-Umsetzung, die Referenzwerte erreicht!

The Good Lie

2014 (The Good Lie)

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„The Good Lie“ behandelt ein brandaktuelles Thema und tut dies mit viel Einfühlungsvermögen und, trotz aller Dramatik, angenehm zurückhaltend. Das ist in erster Linie der wunderbaren darstellerischen Leistung aller beteiligten Schauspieler zu danken. Selbst Reese Witherspoon spielt sehr zurückhaltend und lässt den eigentlichen Hauptdarstellern Raum, um ihre Figuren zu entwickeln.
Natürlich gibt es die eine oder andere Ecke in der Story, die ein bisschen zu rund geraten ist. Bei einem derart komplexen Stoff kann man aber in 110 Minuten kaum tiefer und nuancierter erzählen, als dies hier geschieht.

Alles in allem ist „The Good Lie“ ein bewegendes und mitreissendes Filmdrama, das nachdenklich stimmt. Zudem besitzt der Film den Vorzug, gut zu unterhalten ohne den realistischen Hintergrund zu verfälschen oder oberflächlich zu wirken. Ein beeindruckender Streifen!

Während des sudanesischen Bürgerkrieges wird ein kleines Bauerndorf im Südsudan angegriffen und die Bewohner getötet. Einer kleinen Gruppe von Kindern gelingt die Flucht.
Theo und Mamere, deren Schwester Abital sowie Paul und Jeremia, sind nun alleine auf sich gestellt und versuchen zu Fuss ins sichere Kenia zu gelangen. Unterwegs werden sie von Soldaten entdeckt. Nur dem selbstlosen Einsatz Theos ist es zu verdanken, dass der Rest der Gruppe unbeschadet davon kommt. Diesen gelingt schliesslich die Flucht in ein Flüchtlingslager nach Kenia.
Dreizehn Jahre später gewinnt die Gruppe ein Ticket für ein neues Leben in den USA. Dort eingetroffen, werden sie von Carrie Davis empfangen, die ihnen Jobs vermitteln soll. Schnell wird klar, dass dies nicht so einfach ist. Die Vergangenheit holt die traumatisierten Flüchtlinge immer wieder ein. Als sie sich einigermassen in der fremden Welt eingelebt haben, erreicht sie ein Brief aus Kenia – der grosse Bruder Theo scheint noch am Leben zu sein…

Originaltitel: The Good Lie

Produktionsland: USA / Indien
Produktionsfirma:

Alcon Entertainment
Imagine Entertainment
Black Label Media
Reliance Entertainment
Blue Sky Films

Produzenten: Ron Howard / Brian Grazer / Thad Luckinbill u.a…

Jahr: 2014
Länge: 110 Minuten

Sub-Genre: Culture-Clash-Komödie / Tragikkomödie

Regie: Philippe Falardeau
Drehbuch: Margaret Nagle
Musik: Martin Leon

Kamera: Ronald Plante
Schnitt: Richard Comeau

Besetzung:

Reese Witherspoon …. Carrie Davis
Ger Duany …. Jeremiah
Arnold Oceng …. Mamere
Emmanuel Jal …. Paul
Kuoth Wiel …. Abital
Femi Oguns …. Theo…u.a.

Drehorte:

Lawrenceville, Georgia, USA
Atlanta, Georgia, USA
Duluth, Georgia, USA
South Africa
Kanada
Kenya

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: SDDS / Dolby Digital

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© Paramount Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.85:1 (13:7 US-WideScreen) vor.
Der Schärfegrad ist über den ganzen Film hinweg auf beeindruckendem Level. Bei Close Ups ist jedes Detail zu erkennen und auch bei Weitwinkelaufnahmen wird immer noch eine beachtliche Detailtreue geboten. Das ist umso erfreulicher, da es sehr viele wunderschöne Landschaftsaufnahmen zu bestaunen gibt.
Die Farben wirken kräftig und natürlich. Der Schwarzwert ist hervorragend und die Kontraste können voll und ganz überzeugen.
Kurz, ein super HD-Bild, an dem es nichts auszusetzen gibt!

TON ✪✪✪✪✪✪

Das deutsche Tonformat liegt in DTS-High Resolution 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung weiss zu beeindrucken. Die Dynamik während der Kriegsszenen ist äusserst gut und realistisch ausgefallen. Zudem wird eine räumliche Abmischung geboten, wie ich sie bis jetzt nur ganz selten in so perfekter Form angetroffen habe. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen und die Tonbalance ist ebenfalls ausgezeichnet.
Auch beim HD-Ton eine perfekte Umsetzung, die kaum besser hätte ausfallen können.

FAZIT

Eine perfekte Blu-ray-Umsetzung, die voll und ganz überzeugen kann!

Virgin Mountain

2015 (Fúsi)

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Was der Regisseur Dagur Kari und sein Hauptdarsteller Gunnar Jonsson in diesem kleinen Film abliefern, ist ganz grosses Kino.

Die Story ist anrührend, liebenswert, etwas melancholisch und wirkt derart real und glaubhaft, dass der Zuschauer mitten in Fúsis Welt katapultiert wird. Dabei ist Dagur Kari das Kunststück gelungen, zu keiner Zeit kitschig zu werden oder sich in Klischees zu verheddern.

„Virgin Mountain“ ist äusserst bedächtig inszeniert und passt damit auch perfekt zur korpulenten Erscheinung des Hauptdarstellers. Dagur Kari schrieb diese Figur Gunnar Jonsson auf den Leib, was in jeder Filmminute eindrücklich zu bemerken ist. Die Harmonie zwischen Schauspieler, Szene und Kamera ist atemberaubend - so etwas wie Langeweile kommt während den beinahe 100 Minuten zu keiner Zeit auf. „Virgin Mountain“ ist dabei kein reines Drama, sondern punktet mit einem sehr behutsamen, leicht lakonischen Humor, der perfekt zur Figur und damit zur Geschichte passt. Die Balance zwischen Tragik und Komik ist derart gut abgestimmt, dass man als Zuseher kaum zu lachen oder zu weinen wagt und daher einfach mit offenem Mund die Ereignisse bestaunt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Eine Coming-of-Age-Geschichte eines 43-Jährigen sieht man nicht alle Tage - eine so gut umgesetzte noch seltener. Für mich die Filmentdeckung des Jahres!

Eigentlich ist der 43-jährige Fúsi ganz zufrieden mit seinem Leben. In beinahe kindlicher Einfalt geht er seinem Job im Flughafen als Gepäckfahrer nach und lässt sich durch das Mobbing seiner Arbeitskollegen, die sich über sein Übergewicht und seine Behäbigkeit lustig machen, nicht aus der Ruhe bringen. Fúsi lebt immer noch bei seiner Mutter, sein Dasein ist geprägt durch eintönige Routine. Mit seinem einzigen Freund stellt er in seiner Freizeit historische Schlachten mit Panzermodellen und Figuren nach. Einmal in der Woche begibt sich Fúsi in ein chinesisches Restaurant, in dem er immer dasselbe Menü bestellt.
Die Monotonie wird jäh unterbrochen, als zwei weibliche Wesen in Fúsis Leben treten. Zum einen die etwa 7-jährige Tochter des neuen Nachbarn, die niemanden kennt und sich den gutmütigen Fúsi als Spielkameraden aussucht und zum anderen Sjöfn, die er in einem Tanzkurs, den er gar nicht besuchen will, kennenlernt.
Beide Bekanntschaften stellen Fúsis kleine Welt gehörig auf den Kopf und führen dazu, dass er über sich hinaus wachsen muss. Nun ist es an Fúsi, zu zeigen, was in ihm steckt…

Originaltitel: Fúsi

Produktionsland: Island / Dänemark
Produktionsfirma: Blueeyes Productions / Nimbus Film
Produzenten: Baltasar Kormákur / Agnes Johansen

Jahr: 2015
Länge: 97 Minuten

Sub-Genre: Tragikkomödie

Regie: Dagur Kári
Drehbuch: Dagur Kári
Musik: Karsten Fundal

Kamera: Rasmus Videbæk
Schnitt: Oliver Bugge Coutté / Andri Steinn

Besetzung:

  • Gunnar Jónsson …. Fúsi
  • Ilmur Kristjánsdóttir …. Sjöfn
  • Margrét Helga Jóhannsdóttir …. Fjola
  • Sigurjón Kjartansson …. Mordur
  • Franziska Una Dagsdóttir … Hera u.v.m

Drehort: Island

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)

Sound Mix: DTS-HD

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© Alamode Filmdistribution


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenformat liegt in 2.35:1 (21:9 Neues CinemaScope-Format) vor.
Die Bildschärfe ist grundsätzlich sehr gut ausgefallen. Vor allem bei Nahaufnahmen ist eine grosse Detailschärfe auszumachen. Bei Totalen wird das Bild etwas weicher. Es ist über den ganzen Film hinweg ein leichtes aber nicht störendes Bildrauschen festzustellen. Die Farben wirken etwas blass. Der Schwarzwert bewegt sich im oberen Mittelmass.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Wir haben es hier mit einem äusserst ruhigen und dialoglastigen Werk zu tun, das tontechnisch kaum Ansprüche stellt. Die Dynamik wird ebenso wenig gefordert wie die Surroundfähigkeit. Die Dialoge sind sehr gut zu verstehen. Die ganze Tonabmischung ist ausgesprochen frontlastig ausgefallen.

FAZIT

Solide Umsetzung, sowohl beim Bild, wie beim Ton. Referenzwerte werden jedoch keine erreicht!

Hidden Figures

2016 (Hidden Figures)

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Obwohl der Film sehr universelle Themen wie Rassismus, Frauenrechte und den kalten Krieg beinhaltet, wurde er beinahe kammerspielartig inszeniert. Die Handlung verlässt nur selten für kurze Momente das NASA-Gelände. Dies führt zu einer sehr starken Konzentration der Geschichte auf die Kernerzählung und auf die drei Hauptfiguren, deren Erlebnisse und Nöte dadurch noch eindringlicher und unmittelbarer erscheinen. Dabei hat man wohl ganz bewusst in Kauf genommen, dass genau dieses Vorgehen viel Kritik hervorrufen könnte, denn keines der oben genannten Grundthemen wird befriedigend abgehandelt oder gar abschliessend zu Ende erzählt. Ich selber empfinde jedoch den Rassismus, der hier im Kleinen aufgezeigt wird, prägnanter, als wenn man sich hätte dazu hinreissen lassen, Gewaltexzesse zu zeigen. Durch diese Fokussierung auf kleine Puzzleteilchen der Geschichte, entstand eine Direktheit, welche berührt und eine Nähe schafft, die viele moderne Produktionen heute nicht mehr erreichen.

Selbstverständlich ist es eine Hollywood-Produktion, mit all den typischen Klischees über Gut und Böse sowie den „runden Ecken“, wie man sie eben nur von Hollywood-Filmen kennt.
Dies schmälert nicht, was der Film geschaffen hat - eine längst überfällige Huldigung der wahren Helden und Heldinnen der Weltraumgeschichte.

Emotionales Hollywood-Kino, bei dem, trotz kritischen Ansätzen, die Wohlfühlzone nie restlos verlassen werden muss, und der mich voll und ganz überzeugen konnte!

In den 1950er- und 1960er-Jahren lieferten sich die USA und die Sowjetunion einen Wettkampf: Wer würde als erster eine Rakete ins All schicken und wem würde ein bemannter Flug in den Weltraum gelingen?
Um eine solche Weltraum-Mission zum Erfolg zu führen, war ein Heer an MathematikerInnen und PhysikerInnen erforderlich, unter ihnen auch drei afroamerikanische Mathematikerinnen: Katharine Johnson, Mary Jackson und Dorothy Vaughn. Erzählt wird die Geschichte dieser drei herausragenden Wissenschafterinnen, die für die NASA wichtige Arbeit leisteten, ohne deren Zutun ein Flug ins All nicht möglich gewesen wäre…

Originaltitel: Hidden Figures

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Fox 2000 Pictures / Chernin Entertainment
Produzenten: Theodore Melfi / Peter Chernin / Donna Gigliotti u.a.

Jahr: 2016
Länge: 127 Minuten

Sub-Genre: Biopic

Regie: Theodore Melfi
Drehbuch: Theodore Melfi / Allison Schroeder
Musik: Hans Zimmer

Kamera: Mandy Walker
Schnitt: Peter Teschner

Besetzung:

Taraji P. Henson …. Katherine Johnson
Octavia Spencer ….. Dorothy Vaughan
Janelle Monae: Mary Jackson
Kevin Costner …. Al Harrison
Kirsten Dunst …. Vivian Mitchell
Jim Parsons …. Paul Stafford...u.a.m.

Drehorte:

- Atlanta, Georgia, USA
- Monroe, Georgia, USA
- East Point, Georgia, USA
- Dobbins Air Reserve Base, Marietta, Georgia, USA
- Canton, Georgia, USA
- Madison, Georgia, USA

Aspect Ratio: 2.39:1 (12:5 CinemaScope-Format / D-Cinema)

Sound Mix: Dolby Digital

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© Twentieth Century Fox Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2:39:1 (12:5 - CinemaScope-Format) vor.
Die Bildschärfe bewegt sich auf hervorragendem Niveau. Sowohl bei Close-Ups wie auch Totalen werden Spitzenwerte erreicht. Die Kontraste sind ebenfalls ausgezeichnet ausgefallen, und ebenso überzeugen konnte auch der Schwarzwert. Es wurden starke Filter eingesetzt, die die Natürlichkeit der Bilder etwas beeinträchtigen. Ich gehe aber davon aus, dass dies bewusst so gemacht wurde, um die 60er-Jahre authentischer aufleben zu lassen.

TON ✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS 5.1 vor.
Obwohl wir es hier mit einer recht guten Tonumsetzung zu tun haben, erlaube ich mir zwei Sterne abzuziehen: Einen Stern, weil in der deutschen Synchronisation nur eine 5.1- und nicht wie im Original eine 7.1-Spur zu hören ist und den zweiten Stern, weil es keinen HD-Ton gibt. Ich bin der Ansicht, dass vor allem der letzte Punkt bei einer aktuellen Veröffentlichung inakzeptabel ist.
Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen, und die Tonbalance ist sehr gut ausgefallen.

FAZIT

Leider wurde dem referenzwürdigen Bild nur eine technisch veraltete Tonumsetzung gegenüber gestellt, was den Gesamteindruck etwas beeinträchtigt…

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