Ebenso wie die Komödie, ist auch das Filmdrama ein sehr breitgefasster Oberbegriff für eine Vielzahl von allerlei, in diesem Fall, ernsten Subgenres. Hier gibt es Trauriges, Sentimentales, Sozialkritisches, Historisches, Abenteuerliches und vieles mehr…

Inhaltlich werden oft zwischenmenschliche Beziehungen, Lebenskrisen, die Suche nach Glück oder die Verarbeitung von Schicksalsschlägen thematisiert.

Gut erzählte Schicksalsgeschichten können packend, spannend und mitreissend sein. Eine kleine Auswahl meiner liebsten dramatischen Entdeckungen finden Sie in Folge…

Am goldenen See

1981 (On Golden Pound)

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Was Henry Fonda und Katharine Hepburn hier für eine schauspielerische Leistung abliefern, ist schlicht genial.
Wobei der Streifen eine meisterhafte Balance zwischen Witz und Tragik hält und man als Zuseher hin und her gerissen wird.
Ein grandioser Film mit wunderschönen Bildern, erstklassigen Dialogen, sarkastischen Spitzen und drei exzellenten Hauptdarstellern. Ich hab den schon gefühlte hundert Mal gesehen und empfinde in jedes Mal wieder als eine Offenbarung.

Ethel und Norman (Katharine Hepburn / Henry Fonda) verbringen wie jedes Jahr den Sommer in ihrem Ferienhaus am See.
An Normans 80. Geburtstag kriegen sie Besuch von ihrer Tochter und deren neuem Lebenspartner, der auch noch seinen Sohn mitbringt.
Norman möchte seinen Frieden, und mit seiner Tochter hat er sowieso seine Schwierigkeiten. Es ist also höchste Zeit, dass da mal reiner Tisch gemacht wird…

Originaltitel: On Golden Pound

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: ITC Entertainment / Universal Pictures
Produzenten: Bruce Gilbert

Jahr: 1981
Länge: 109 Minuten

Sub-Genre: Dramedy / Liebesgeschichte

Regie: Mark Rydell
Drehbuch: Ernest Thompson
Musik: Dave Grusin

Kamera: Billy Williams
Schnitt: Robert L. Wolfe

Besetzung:

Katharine Hepburn …. Ethel Thayer
Henry Fonda …. Norman Thayer
Jane Fonda …. Chelsea Thayer Wayne
Doug McKeon …. Billy Ray
Dabney Coleman …. Bill Ray

Drehorte: Squam Lake, New Hampshire

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7)

Sound Mix: Mono

Paris, Texas

1984 (Paris, Texas)

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Vergleichbar mit einem Italo-Western, beginnt der Streifen irgendwo in einer Steinwüste. Der Protagonist stolpert durch die Gegend und bricht schliesslich erschöpft zusammen. Im Hintergrund untermalt durch Ry Cooders markantes Gitarrenspiel. Diese unglaublich bedächtige, entschleunigende Umsetzung macht schnell klar, dass wir es nicht mit einem 08/15-Film zu tun haben.
Wim Wenders Roadmovie hat es in sich. Erzählt er doch die Geschichte von verlorenen Seelen, die wieder zueinander finden, oder auch nicht. Vieles bleibt ungesagt, manches nur angedeutet.
Trotz dieser zurückhaltenden Inszenierung kommt nie Langeweile auf, im Gegenteil. Die Suche nach seiner Frau und der, in gewisser Weise, offene Schluss, sind stimmig und eindrücklich umgesetzt.
Für mich der beste Film von Wim Wenders und ein Streifen, den ich mir immer wieder mal ansehen kann.

Jahre nach seinem Verschwinden taucht Travis, den alle für tot gehalten hatten, inmitten der texanischen Steinwüste wieder auf. Ein Arzt benachrichtigt seinen Bruder Walt, der den verwirrten und unter Amnesie leidenden Travis zu sich und seiner Familie nach Los Angeles holt. Dort trifft Travis wieder auf seinen siebenjährigen Sohn Hunter, der seit der Trennung seiner Eltern bei seinem Onkel lebt.
Langsam kehrt Travis Erinnerung zurück und auch sein Sohn fasst langsam wieder Vertrauen zu ihm. Gemeinsam mit Hunter macht sich Travis auf die Suche nach seiner ebenfalls verschollenen Frau Jane. Eine Odyssee beginnt quer durch den Südwesten Amerikas...

Originaltitel: Paris, Texas

Produktionsland: Frankreich / Deutschland
Produktionsfirma: Road Movies Filmproduktion / Argos Films / Wim Wnders Stiftung
Produzenten: Don Guest

Jahr: 1984
Länge: 147 Minuten

Sub-Genre: Liebesdrama / Gesellschaftsdrama

Regie: Wim Wenders
Drehbuch: L. M. Kit Carson / Sam Shepard
Musik: Ry Cooder

Kamera: Robby Müller
Schnitt: Peter Przygodda

Besetzung:

Harry Dean Stanton …. Travis
Nastassja Kinski …. Jane
Dean Stockwell …. Walt
Aurore Clément …. Anne
Hunter Carson …. Hunter…u.a.

Drehorte:

Big Bend National Park, Texas, USA
Burbank, Kalifornien, USA
Houston, Texas, USA
El Paso, Texas, USA
Los Angeles, Kalifornien, USA
Mojave Wüste, Kalifornien, USA
Fort Stockton, Texas, USA
Four Corners, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.66:1 (15:9 Paramount-Format ab 1953)

Sound Mix: Mono

Mystery Train

1989 (Mystery Train)

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Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch zu diesem tragischen und zugleich urkomischen Meisterwerk schrieb, ist es gelungen, eine intelligente Geschichte in einer schlicht genialen Umsetzung mit hervorragenden Schauspielern zu verbinden.
Schlussendlich stellt der Film das Dasein, wie es ist oder sein könnte, dar. Wir verfolgen gebannt den melancholischen Mystery Train auf seinem Weg durch alle Zufälle, Begegnungen und Belanglosigkeiten des Lebens.

Wie schon der Titel vermuten lässt, steht Elvis im Mittelpunkt dieses genialen Episodenfilmes oder besser, er schwebt wie ein Geist über allem.
Die drei Episoden haben auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten. Da ist das japanische Touristen-Pärchen Jun und Mitsuko, die mit dem Zug in Memphis Tennessee eintreffen und sich auf die Spuren des Kings begeben.
In der zweiten Episode begegnen wir der Italienerin Luisa, die ihren in Memphis verstorbenen Ehemann zurück nach Italien holen will und dabei auf Dee Dee trifft, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat.
In der dritten Episode begegnen wir Johnny, Will und Charlie, die alkoholisiert und unberechenbar durchs nächtliche Memphis unterwegs sind.
Je länger der Film läuft, um so mehr beginnen sich einzelne Stränge miteinander zu verbinden. Als dann schlussendlich alle Protagonisten im Hotel Arcade versammelt sind, wird dem Zuseher plötzlich klar, was hier läuft…

Originaltitel: Mystery Train

Produktionsland: Japan / USA
Produktionsfirma: Mystery Train Inc. / Victor Company of Japan
Produzenten: Rudd Simmons / Jim Stark

Jahr: 1989
Länge: 113 Minuten

Sub-Genre: Episodenfilm

Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Musik: John Lurie

Kamera: Robby Müller
Schnitt: Melody London

Besetzung:

Masatoshi Nagase …. Jun
Yûki Kudô …. Mitsuko
Nicoletta Braschi …. Luisa
Elizabeth Bracco …. Dee Dee
Screamin‘ Jay Hawkins …. Night Clerk

Drehorte: Memphis, Tennessee

Aspect Ratio: 1.78:1 (16:9)

Sound Mix: Mono

Sieben Minuten nach Mitternacht

2016 (A Monster Calls)

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Was vordergründig wie ein einfach gestrickter Horrorfilm wirkt, entpuppt sich nach kurzer Zeit als bewegendes Psychogramm eines völlig überforderten 13-jährigen Jungen.
Regisseur Bayona arbeitet geschickt mit Elementen aus dem Horror-Genre und kriegt es gleichzeitig hin, dass der Film jeder Zeit seine Glaubwürdigkeit bewahrt. Zudem gewinnt die Handlung mit voranschreitendem Verlauf mehr und mehr an Tiefe und Differenziertheit. Das ist wirklich grosses Kino und auch schauspielerisch allererster Güte! Sigourney Weaver spielt gewohnt souverän und auch Felicity Jones ist in der Darstellung der todkranken Mutter sehr überzeugend. In den Schatten gestellt werden die beiden nur durch den herausragenden Lewis MacDougall, der seine anspruchsvolle Rolle beeindruckend meistert!

Ein Film über das Loslassen, den Tod und die Trauerverarbeitung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, der von diesem kleinen Meisterwerk unberührt bleibt…

Fazit: Grosse Filmkunst in eindrücklicher technischer Umsetzung und grandioser schauspielerischer Leistung – viel mehr geht nicht…

Der 13-jährige Conor lebt zusammen mit seiner schwerkranken Mutter in einem kleinen Haus. Als es seiner Mutter immer schlechter geht, versucht Conors Grossmutter, ihn davon zu überzeugen, dass es besser wäre, wenn er bei ihr wohnen würde - aber Conor will nichts davon wissen. Er versucht, seiner Mutter so gut wie möglich zu helfen. In der Schule ist er ein Aussenseiter und wird regelmässig von Schulschlägern drangsaliert. Nachts plagen Conor schlimme Albträume, aus denen er regelmässig in Schweiss gebadet erwacht.
Eines Nachts, kurz nach Mitternacht, wird Conor durch unheimliche Geräusche wach. Als er aus dem Fenster sieht, kann er seinen Augen kaum trauen. Die alte Eibe auf dem Friedhofshügel kommt direkt auf ihn zu. Das Baummonster will Conor jedoch nichts anhaben, sondern erzählt dem eingeschüchterten Jungen in dieser und den folgenden zwei Nächten jeweils eine Geschichte. Als Gegenleistung verlangt die alte Eibe von Conor die Wahrheit. Conor ist ratlos, die Wahrheit von was oder worüber? Während sich Conor noch fragt, was er mit den unverständlichen Geschichten anfangen soll, beginnt er zu verstehen, welcher traurigen Wahrheit er sich stellen muss…

Originaltitel: A Monster Calls

Produktionsland: USA / Spanien / Grossbritannien
Produktionsfirma: Apaches Entertainment / River Road Entertainment...u.a.
Produzenten: Belén Atienza

Jahr: 2016
Länge: 109 Minuten

Sub-Genre: Fantasyfilm / Animation

Regie: Juan Antonio Bayona
Drehbuch: Patrick Ness
Romanvorlage: „A Monster Calls“ von Patrick Ness (2011)
Musik: Fernando Velazquez

Kamera: Oscar Faura
Schnitt: Jaume Marti / Bernat Vilaplana

Besetzung:

- Lewis MacDougall …. Conor
- Sigourney Weaver …. Connors Grossmutter
- Felicity Jones …. Conors Mutter
- Toby Kebbell …. Conors Vater...u.a.

Drehorte:

- Bolton, England
- Blackpool, Lancashire, England
- Huddersfield, West Yorkshire, England
- Greater Manchester, England
- Parc Audiovisual de Catalunya Studios, Barcelona, Spanien

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)

Sound Mix: Dolby Atmos

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© Arthaus


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.40:1 (12:5 - CinemaScope) vor.
Wir haben es hier mit einer hochwertigen Bildqualität zu tun, die nur wenige Schwachpunkte aufweist. Vereinzelt sind Aufnahmen etwas weicher ausgefallen und in dunklen Szenen sind die Kontrastwerte nicht im optimalen Bereich. Ansonsten kann die HD-Umsetzung mit sehr guter Detailgenauigkeit und überzeugendem Schwarzwert aufwarten.
Die Farben sind durch Filter zuweilen stark verfremdet, wirken jedoch stimmig.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Die Tonumsetzung ist ausgezeichnet ausgefallen. Vor allem die wirklich gute Surroundabmischung ist beeindruckend. Die Dynamik ist sehr nuanciert und die Tonbalance stimmig. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen.

FAZIT

Eine sehr hochwertige und zeitgemässe HD-Umsetzung, die vor allem beim Ton zu hundert Prozent überzeugen kann.

Begabt - Die Gleichung eines Lebens

2017 (Gifted)

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Was ist besser für ein hochbegabtes Kind? Möglichst stark gefördert und gefordert zu werden oder die Möglichkeit zu haben, eine angemessene Kindheit verbringen zu dürfen? Elementare Fragen, die in diesem Film äusserst spannend und mit viel Intelligenz angegangen werden.

„Gifted“, wie der Film im Original heisst, konnte mich auf der ganzen Linie überzeugen. Die Story ist packend erzählt und besticht vor allem durch ein unglaublich gutes Drehbuch. Die Dialoge sind pointiert und geistreich, die Inszenierung glänzt durch eine gutes Gespür fürs richtige Tempo - von bedächtig bis rasant ist alles dabei. So ganz nebenbei durchlebt man als Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe.

Die eigentliche Sensation bei diesem Film sind die Schauspieler, allen voran Mckenna Grace, die in der Rolle der hochbegabten Mary eine unglaubliche Leistung abliefert - in einer wahrlich anspruchsvollen Rolle!

Über das versöhnliche Ende kann man geteilter Meinung sein, und natürlich wird hier auch das eine oder andere Klischee bemüht - das Schöne an Klischees ist jedoch die Tatsache, dass sie ab und an dann eben doch dem Leben entspringen…

Seit dem Suizid seiner Schwester Diane, kümmert sich Frank Adler um seine kleine Nichte Mary. Zusammen leben sie in einem bescheidenen Häuschen in Florida. Ausser Frank hat Mary nur zwei Freunde, die freundliche Nachbarin Roberta und ihren einäugigen Kater Fred.
Als Mary mit sieben in die Schule muss, verändert sich ihr Leben schlagartig. Ihre Lehrerin Bonnie Stevenson merkt schnell, dass Mary kein gewöhnliches kleines Mädchen ist, sondern über aussergewöhnliche mathematische Fähigkeiten verfügt.
Frank, der sich ihrer Hochbegabung bewusst ist, weigert sich, Mary an eine Schule für Hochbegabte zu schicken. Er will, dass Mary eine normale Kindheit haben kann.
Die Schulleitung informiert daraufhin Franks Mutter Evelyn, die nun ihrerseits alles daran setzt, das Sorgerecht für ihre hochbegabte Enkelin zu erhalten. Ein Sorgerechtsstreit beginnt, bei dem es eigentlich nur Verlierer geben kann…

Originaltitel: Gifted

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Fox Searchlight Pictures / FilmNation Entertainment u.a.
Produzenten: Andy Cohen / Karen Lunder

Jahr: 2017
Länge: 101 Minuten

Sub-Genre: Tragikkomödie / Beziehungsdrama

Regie: Marc Webb
Drehbuch: Tom Flynn
Musik: Rob Simonsen

Kamera: Stuart Dryburgh
Schnitt: Bill Pankow

Besetzung:

Mckenna Grace …. Mary Adler
Chris Evans ….. Frank Adler
Lindsay Duncan …. Evelyn Adler
Octavia Spencer …. Roberta Taylor
Jenny Slate …. Bonnie Stevenson...u.a.

Drehorte:

- Savammaj, Georgia, USA
- Tybee Island, Georgia, USA
- Wilmington Island, Georgia, USA
- Atlanta, Georgia, USA
- Boston, Massachusetts, USA


Aspect Ratio: 2.39:1 (12:5 – CinemaScope-Format / D-Cinema)

Sound Mix: Dolby Digital HD

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© Twentieth Century Fox Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.39:1 (12:5 - CinemaScope-Format - D-Cinema) vor.
Die Bildqualität dieses digital gedrehten Filmes ist grandios und referenzwürdig. Die Tiefenschärfe ist grossartig und der Schwarzwert satt. Die Farben wirken sehr natürlich und die Kontraste sind selbst bei schlechten Lichtverhältnissen bemerkenswert. Eine wirklich exzellente HD-Umsetzung, an der es nichts zu bemängeln gibt.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das deutsche Tonformat liegt in DTS 5.1 vor.
Sehr wohl etwas zu bemängeln gibt es bei der Tonumsetzung. Leider wurde einmal mehr beim deutschen Ton auf eine HD-Tonspur verzichtet - was meiner Meinung nach bei aktuellen Filmproduktionen unverzeihlich ist.
Die Surroundabmischung ist recht gut ausgefallen und weiss vor allem beim Soundtrack durch gute Räumlichkeit zu überzeugen. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen. Die Tonbalance ist in Ordnung. Der Dynamik fehlt das letzte Quäntchen, wie beim Wechsel auf die originale englische DTS-HD Master-Tonspur deutlich zu hören ist.

FAZIT

Eine referenzwürdige Bildumsetzung trifft auf eine unzeitgemässe deutsche Tonspur - HD-technisch ein Patt…

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