Lion Feuchtwanger

Die Jüdin von Toledo

1955
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Feuchtwanger versteht es wie kein Zweiter, historische Fakten mit einer spannenden und mitreissenden Geschichte zu verbinden. Dazu kommt eine wunderschöne atmosphärische Sprache, die in der deutschen Literatur seinesgleichen sucht.
Der Autor kehrt in einem seiner letzten Romane wieder zurück zum grossen Thema des Judentums, und so historisch die Geschichte auch ist, hat es natürlich immer auch direkte Bezüge in die Zeit des 3. Reiches.
Wir haben es hier aber nicht einfach mit einer tragischen Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund zu tun, sondern mit einer historischen Lektion über die spanische Reconquista, versetzt mit allen religiösen und politischen Verstrickungen dieser Zeit.
Feuchtwanger hat viele gute Romane verfasst, dieser ist einer meiner Favoriten.

Der Roman spielt im 12. Jahrhundert während der spanischen Reconquista.
Erzählt wird die Geschichte des jüdischen Kaufmannes Jehuda Ibn Esra und seiner Tochter Raquel.
Jehuda wird Minister am Hof König Alfonso VIII. Er soll etwas gegen die zerrüttete Wirtschaftslage des Reiches unternehmen. Bald schon verliebt sich Alfonso in die gebildete und schöne Raquel. Sie wird die Geliebte des Königs.
Der Versuch Jehudas ausgleichend zu wirken, zwischen dem Emir von Sevilla und dem König, wird von der eifersüchtigen Königin Eleonore durchkreuzt, mit der Folge, dass es zum Krieg kommt. Das christliche Heer erleidet eine Niederlage und das Reich versinkt im Chaos. Es werden Schuldige gesucht und schnell gefunden: Die Juden. Die Geschichte eilt ihrem dramatischen Höhepunkt entgegen…

Originaltitel: Spanische Ballade / Die Jüdin von Toledo

Originalverlag: Rowohlt Verlag, Hamburg und Aufbau Verlag, Berlin *
Erstveröffentlichung: 1955
Sprache: Deutsch
Land: Deuschland


Meine Ausgabe

Verlag: Aufbau Verlag, Berlin, Deutschland
Jahr: 1999
Verarbeitung: Grüner Leineneinband mit Prägung, Fadenheftung und Schutzumschlag.
Seiten: 446

Verarbeitungsqualität (1-10): 9

ISBN: 3-351-02216-6

ISBN: 3-351-02216-6

Literarische Gattung: Roman / Historischer Roman

Literarischer Anspruch (1-10): 8

Handlungsort: Toledo, Kastilien-La Mancha, Spanien

Thema: Judentum

Schlagwörter: Vertreibung / Islam / Christentum / Religion / Krieg / Reconquista / Mätresse

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07. Juli 1884 in München, Deutschland

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21. Dezember 1958 in Los Angeles, USA

Lion Feuchtwanger war ein deutsch-jüdischer Schriftsteller und Dramatiker. Er hatte grossen Einfluss auf Bertolt Brecht.
Als grossem Kritiker der Nationalsozialisten, war Feuchtwanger klar, dass er nach der Machtübernahme 1933 keine Zukunft mehr in Deutschland haben würde. Er emigrierte in die USA, wo er bis zu seinem Tod blieb.
Lion Feuchtwanger schrieb vor allem politisch motivierte historische Romane.

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Graham Greene

Der stille Amerikaner

1955
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Graham Greenes Indochina-Roman beginnt wie ein guter Krimi mit einem Toten: Der Amerikaner Alden Pyle wird ermordet aufgefunden. Obwohl die Klärung dieses Mordfalles zum roten Faden gehört, dem die Geschichte folgt, ist das Werk mitnichten ein Krimi - denn die Frage, wer der Täter ist, wird mit fortschreitender Handlung zur Nebensache.
„Der stille Amerikaner“ ist vielmehr ein politischer Roman, ein Kriegsroman gar, der die Sinnlosigkeit von Krieg darstellt. Die handelnden Figuren sind Vertreter politischer Gruppierungen oder beteiligter Nationen. Die Hauptfigur Fowler steht für den „unbeteiligten“ Beobachter, Pyle für die Amerikaner, die sich mehr und mehr in die inneren Angelegenheiten Vietnams einzumischen beginnen und die Geliebte Phuong schliesslich, steht als Vertreterin für das vietnamesische Volk.
Das wirklich Faszinierende an diesem Werk ist die gradezu prophetische Klarsicht, mit der Greene 1955, also 9 Jahre bevor die USA offiziell in den Vietnamkrieg eintraten, vorhersah, wie sinnlos und gleichzeitig menschenverachtend dies geschehen würde.

„Der stille Amerikaner“ ist nicht nur ein Kriegsroman, denn auch der Krieg erscheint zwischendurch lediglich als Rahmenhandlung für die zwischenmenschliche Beziehungstragödie, die sich zwischen den drei Hauptfiguren abspielt. Greene ist ein wunderbarer Beobachter menschlicher Unzulänglichkeiten. Sein gutes Gespür fürs richtige Timing in Kombination mit der leicht lakonischen und stilsicheren Sprache, machen diesen Roman zum Lesevergnügen erster Güte. Kein Satz zuviel, keine Beschreibung zu knapp.

Ein Roman über menschliches Leid, Schuld, Vergeltung und Abgründe, der gleichzeitig immer wieder mit wunderschönen Sequenzen zu überraschen vermag. Ein wunderbares Werk…

Die Geschichte spielt in Vietnam anfangs der 1950er-Jahre. Die französische Kolonialmacht führt einen brutalen Krieg gegen die kommunistischen Viêt Minhs.

Der Brite Thomas Fowler lebt als Zeitungskorrespondent zusammen mit seiner vietnamesischen Geliebten Phuong in Saigon. Eines Tages lernt Fowler den jungen Amerikaner Alden Pyle kennen, dessen wirklichkeitsfremde Ideen Fowler missfallen. Schnell wird klar, dass es sich bei Pyle, der als US-Handelsattaché auftritt, in Wirklichkeit um einen getarnten CIA-Agenten handelt. Pyle beliefert terroristische Gruppierungen im Land mit Plastiksprengstoff, um die Kräfteverhältnisse zu verschieben.
Nach und nach verliebt sich Pyle in Phuong, und es gelingt ihm schliesslich, durch ein Heiratsversprechen Fowlers Geliebte für sich zu gewinnen. Das gespannte Verhältnis zwischen Fowler und Pyle erreicht einen Höhepunkt, als mitten in Saigon eine Bombe explodiert, bei dem viele zivile Opfer zu beklagen sind. Fowler ahnt, wer hinter dem Anschlag steckt und wird sich bewusst, dass es nun Zeit ist, seine distanzierte Neutralität, auf die er bisher stolz war, abzulegen und Farbe zu bekennen…

Originaltitel: The Quiet American

Originalverlag: William Heinemann, London
Erstveröffentlichung: Dezember 1955
Sprache: Englisch
Land: Grossbritannien


Meine Ausgabe

Übersetzung ins Deutsche durch: Nikolaus Stingl

Verlag: Paul Zsolnay, Wien
Jahr: 2013
Verarbeitung: Leimbindung, roter Pappeinband mit rotem Kapitälchen und Schutzumschlag.
Einbandgestaltung: Peter-Andreas Hassiepen
Seiten: 254

Verarbeitungsqualität (1-10): 6

ISBN: 978-3-552-05639-8

Literarische Gattung: Belletristik / Roman

Literarischer Anspruch (1-10): 8

Handlungsort: Vietnam

Thema: Französischer Krieg in Vietnam

Schlagwörter: Krieg / Liebe / Tod / Freundschaft / Terrorismus / Frankreich / Kolonialpolitik / Kultur / Zerstörung / Unterdrückung / USA / Vietnam / Indochinakrieg

02. Oktober 1904 in Berkhamsted, England

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03 April 1991 in Vevey, Schweiz

Graham Greene war der Sohn eines anglikanischen Schulrektors. Nach dem Studium der Geschichte in Oxford, arbeitete Greene als Journalist und schrieb Filmkritiken.
Im Zweiten Weltkrieg war Greene für den britischen Auslandsgeheimdienst tätig.

In Graham Greenes Romanen herrscht häufig eine eher triste Atmosphäre, wofür die Bezeichnung „Greeneland“ aufkam. Viele seiner Werke wie „Der dritte Mann“ wurden auch verfilmt. Mit seinen nuancierten, psychologisch vielschichtigen Figuren und seiner politisch differenzierten Erzählweise, hat Greene einen ganz eigenen Stil entwickelt, der seine Werke unverkennbar macht.

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Graham Greene 1939

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