Als ich vor Jahren einen Gemüsegarten anlegte, wollte ich eine hübsche Gartentüre dafür kaufen. Ich hatte ziemlich konkrete Vorstellungen, wie diese auszusehen hätte. Auch das Format war durch die Lage mehr oder weniger vorgegeben. Um es kurz zu machen, nachdem ich mehrere Monate vergeblich gesucht hatte, ohne etwas auch nur ansatzweise Passendes zu finden, reifte in mir ein kühner Plan: Ich würde selber so eine Tür bauen!
Das war der Anstoss zu einem Hobby, das sich in der Folge weiterzog, in Form von Büchergestellen, HiFi-Möbeln, TV-Tischen, Blu-ray-Gestellen etc…
Ich stelle Ihnen auf dieser Seite einige dieser, im Laufe der Zeit entstandenen, Werke vor.

Da ich kein Fachmann bin und mir mein Wissen im Learning-by-Doing-Verfahren angeeignet habe, ist das, was sie auf dieser Seite sehen und lesen werden, vielleicht nicht Lehrbuch konform – aber zielführend.

Schuhgestell

Bauzeit: 2018

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Kennen Sie Wish?

Das ist einer dieser chinesischen Billig-Online-Shops, die in letzter Zeit wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Dort werden alle möglichen und unmöglichen Produkte verkauft - und dies zu Preisen, die leicht surreal anmuten!

Als sich vor einigen Wochen unser altes Schuhgestell im Keller mit einem lauten Rumms! ins Jenseits befördert hat, bin ich nach längerer Suche auf Wish fündig geworden. Das schlichte Konzept mit zwei Seitenwänden und Alu-Röhrchen als Verbindungselemente hat mich überzeugt (Foto 1). Laut Abbildung im Shop hätten auf fünf Etagen jeweils drei Paar Schuhe Platz finden sollen. Da das Ganze lediglich CHF 14.90 kostete, wagte ich den Versuch und bestellte.
Um eine lange Geschichte kurz zur machen: Es kam wie’s kommen musste. Das chinesische Schuhgestell wurde nach nur zwei Wochen angeliefert und entsprach genau dem bezahlten Gegenwert – es war unbrauchbar! Die Plastikwände fielen schon beim Ansehen auseinander und die Alu-Röhrchen kannten Alu nur vom Hörensagen. Dazu kam die schlichte Tatsache, dass gerade mal knapp zwei Paar Schuhe pro Etage Platz fanden...

Ich weiss was Sie denken, aber diesmal liegen Sie falsch! Ich verbuche diesen Kauf als vollen Erfolg, denn die chinesische Konstruktion inspirierte mich zu meinem eigenen Schuhgestell. Ich ersetzte den Plastik durch Fichtenholz und die viel zu kurzen Was-auch-immer-Röhrchen durch je einen Meter lange Alu-Röhren…

Zusammenbau

Ich kaufte zwei Fichtenholzbretter von 120cm Länge und 30cm Breite, sägte sie nach persönlichem Geschmack zu (mit runder Oberseite und Lochverzierungen). (Foto 2)
Danach habe ich die Lage der einzelnen Etagen eingezeichnet und auf die zweite Seitenwand übertragen. Da drei Alu-Röhren pro Etage geplant waren, habe ich anschliessend die angehenden Röhrenlöcher mit einer Ale markiert, die Wände geschliffen und die Seitenwände mit brauner Farbe zweimal angestrichen. Abschliessend habe ich im oberen Drittel mit Hilfe einer Schablone eine Verzierung in gelber Kontrastfarbe aufgetragen.

Nach den Malerarbeiten habe ich mit einem Forstnerbohrer ca. 1cm tiefe Löcher in die Seitenwände gefräst (siehe Abbildung 3). Nun waren nur noch die Alu-Röhren mit Beigabe von etwas Leim in die Löcher zu stecken und das Ganze mit der zweiten Seitenwand zu verbinden - und voilà, fertig ist ein Schuhgestell, auf welchem 24 Paar Schuhe Platz finden und um das mich so einige chinesische Online-Shops beneiden werden...!

Zeitschriftenständer

Bauzeit: 2016

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Ein neues Projekt! Naja, sagen wir Projektchen...
Der Zeitschriftenständer meiner Frau ist in seine Einzelteile zerfallen. Da er farblich sowieso nicht in unser Wohnzimmer passte, haben wir uns entschlossen, den Ständer auf Mahagoni umzubeizen.

Die Konstruktion ist verzapft ohne Schrauben, die Holzdübel nicht verleimt.
Hier die vorhandenen Einzelteile:

In einem ersten Schritt habe ich alle Teile angeschliffen, danach gewässert und feingeschliffen.

Danach ging‘s ans Beizen. Ich habe den Ständer insgesamt zweimal mit Mahagonibeize bestrichen und anschliessend dreimal lackiert:

Anschliessend habe ich den Zeitschriftenständer wieder zusammengesetzt, diesmal mit Verleimung der Holzdübel…

Blu-ray-Gestell

Bauzeit: 2015

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Die Einzelteile

Da ich gerade beim Erstellen eines neuen Blu-ray-Gestelles bin, dachte ich, dass es eine gute Gelegenheit wäre, Ihnen hier einige Arbeitsschritte aufzuzeigen.

Das neue Gestell besteht aus insgesamt 14 Einzelkomponenten:

1 Sockel ( besteht seinerseits aus 7 Einzelteilen )
9 Tablare à 1.20 m
2 Seitenwände à 2.18 m
1 Deckel
1 Rückenverstrebung
4 Stopper für CD-Gestelle

Das ganze Gestell wurde im Rohbau bereits fertiggestellt. Wobei ich alle Elemente mit Holzdübeln miteinander verbunden habe.
Nun muss noch die Rückenverstrebung eingepasst werden. Diese wird ebenfalls mit Holzdübeln an den einzelnen Tablaren befestigt.
Nachdem alles eingepasst und abgemessen wurde, wird das ganze Gestell wieder in die Einzelteile zerlegt und anschliessend mit Mahagoni-Beize gestrichen.

Der Beizvorgang

Das Holz besteht aus Fichten- und Buchenholz. Da ich kein Freund von Naturholzfarben bin, werde ich das Holz mit Mahagoni-Beize einfärben.
Bevor man das machen kann, müssen die einzelnen Holzteile aber erst mal gewässert werden. Was man am bestem mit einem getränkten Schwamm macht.

Durch das Wässern stellen sich die Holzfasern auf und können abgeschliffen werden. Je nach Holz muss dieser Vorgang mehrmals wiederholt werden. So lange eben, bis das Holz schön glatt ist und sich kaum noch Fasern aufstellen.
Danach geht’s ans eigentliche Beizen. Mit einem Pinsel wird die Holzbeize (ich verwende Wasser-Beize, keine Lösungsmittelbeize) aufgetragen. Zuerst kreuz und quer, also auch gegen die Maserung. Zum Schluss dann nur noch regelmässig in Maserrichtung des Holzes.
Ich mag es lieber etwas dunkler und mache deshalb jeweils zwei Beizanstriche. Nach dem Anstrich muss man jeweils mindestens vierundzwanzig Stunden warten, bis die Beize gut getrocknet ist. Danach wird ganz leicht angeschliffen, der Schleifstaub entfernt und der zweite Anstrich gemacht.
Nach dem Beizvorgang werden alle Teile lackiert. Ich verwende auch hier einen wasserlöslichen Lack, da dieser weniger geruchsintensiv ist.
Es werden ebenfalls mindestens zwei Lackanstriche mit jeweils einem Zwischenschliff gemacht.

Zusammenbau

Die gepeizten und lackierten Einzelteile wurden gut getrocknet und anschliessend zusammengebaut. Da es sich diesmal um die Enderstellung handelt, werden die Holzdübel beim zusammenstecken verleimt.
Im untersten Fach habe ich zwei gekaufte CD-Gestelle eingebaut. Die oberen Tablare sind für Blu-rays vorgesehen.

Das Gestell ist 1.26 m breit, 2.18 m hoch und 20 cm tief.
Dieses neue Gestell sollte ca. 1‘080 Blu-rays Platz bieten, was für die nächste Zeit ausreichen dürfte...

TV-Möbel

Bauzeit: 2011-2014

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Lange Zeit habe ich mich umgesehen nach einem TV-Möbel, welches nicht nur all meinen Geräten Platz bietet, sondern auch noch ins Wohnzimmer passt. Nach Monaten, ohne dass ich auch nur ansatzweise etwas Brauchbares gefunden, das meinen Vorstellungen entsprochen hätte, reifte in mir ein kühner Entschluss: Ich würde mir selber ein solches Möbel bauen; eine Massanfertigung für meine Geräte gewissermassen.
Da ich sehr konkrete Vorstellungen hatte, in diesem Fall sozusagen penibler Auftraggeber und gleichzeitig Hersteller war, hatte ich so manchen Strauss mit mir auszufechten. Einige Male stand ich vor beinahe unüberwindbaren Bergen, habe es aber immer irgendwie geschafft, sie zu überwinden.

Als Holz habe ich Leimplatten aus Buchenholz verwendet. Die sind zwar extrem schwer, lassen sich aber viel einfacher mit der Oberfräse bearbeiten, als beispielsweise weiches Fichtenholz.
Die ganze Konstruktion kommt ohne Schrauben aus. Es ist alles mit Holzdübeln verzapft und verleimt.
Die grössten Herausforderungen stellten die zwei Schubladen sowie die Mittelnische für den Center-Lautsprecher dar.
Viel Zeit ging ins Land - und ehe ich mich versah, hatte ich tatsächlich knapp drei Jahre gebraucht, bis alles zugesägt, verzapft und im Rohbau fertiggestellt war.

Jedes Tablar ist auf Mass für ein bestimmtes Gerät vorgesehen, deshalb die unterschiedlichen Höhen.
Nachdem das Ganze im Rohbau zusammengefügt und die nötigen Korrekturen vorgenommen waren, wurde das Möbel wieder auseinander genommen.
Nun kam die Fleissarbeit. Alle Teile wurden gewässert, geschliffen und wieder gewässert - und das so lange, bis der Auftraggeber zufrieden war. Der Typ ging mir sowas von auf den Senkel, kann ich Ihnen sagen…

Danach wurde alles dreimal mit Mahagonibeize bestrichen und zum Schluss noch mit einem Bootslack lackiert.
Die stark strapazierten Teile, wie die Oberseiten der Tablare oder die Deckplatte, wurden dreimal lackiert mit Zwischenschliff, bei den Unterseiten reichten zwei Anstriche.
Am Boden habe ich sechs Rollen angebracht, um das Möbel etwas mobiler zu machen.

Nach knapp vier Jahren hatte ich das Werk dann beendet und im Wohnzimmer platziert.

HiFi-Möbel

Bauzeit: 2009-2010

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Mit der Wahl des HiFi-Möbels stellte sich mir ein ganz ähnliches Problem, wie ich es schon mit meinem ersten TV-Möbel gehabt hatte: Ich konnte schlicht nichts finden, das von der Form her (das Möbel musste hoch sein und nicht breit) oder von der Anzahl Tablare (ich benötigte 7 Ebenen für die Geräte) in Frage gekommen wäre.
Da ich ja nun bereits mit dem TV-Möbel Erfahrungen gesammelt hatte, heulte ich nicht lange rum, sondern pilgerte in den nächsten Baumarkt und deckte mich mit den nötigen Buchenleimholzplatten ein.
Ich möchte Sie hier nicht mit unnötigen Details langweilen und gehe deshalb lediglich auf die Besonderheiten des Möbels ein.

Ich entschied mich für das sehr harte Buchenholz, da einzelne Komponenten meiner Anlage sehr schwer sind. Die Mono-Endstufen von Vincent zum Beispiel bringen stolze 36 kg auf die Waage. Es war also klar, dass die zwingend auf dem Boden des HiFi-Möbels platziert werden mussten. Es sind zudem Röhrenendstufen, das heisst, sie werden sehr warm, sogar richtig heiss. Ich musste also für genügend Durchlüftung sorgen. Ich entschied mich deshalb, keine Rückwand einzubauen und einen möglichst grossen Abstand zum ersten Tablar einzuplanen. Allzu gross durften die Abstände aber dann natürlich auch nicht sein, ich wollte ja nicht den Burj Khalifa nachbauen…. Schlussendlich hatte ich dann noch einen verwegenen Einfall: Ich fräste mit meiner Oberfräse Lüftungsschlitze in die Seitenwände, um bezüglich Hitzestau auf der sicheren Seite zu sein.

Da das Gewicht auch bei der Vorstufe und den Playern nicht unerheblich ist, verband ich die Tablare nicht nur mit Holzdübeln mit der Seitenwand, sondern fräste zusätzlich eine kleine Nut in die Wände, damit die Tablare etwas aufliegen.
Nachdem ich alles zugesägt und eingepasst hatte, wurde das Gestell erstmals zusammengebaut.

Danach nahm ich das Gestell wieder auseinander, wässerte und schliff die Holzplatten. Anschliessend bestrich ich die Platten zweimal mit Mahagoni-Beize.
Zum Schluss versiegelte ich das Ganze mit einem Glanzlack. Nach dem Zwischenschliff folgte eine zweite Lackschicht.
Zum zweiten Mal ging‘s nun ans Zusammenbauen. Diesmal allerdings mit Verleimen der Holzdübel.

Alle meine HiFi-Geräte haben hier ihr neues Zuhause gefunden, und bis heute hält es…

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