1903 wurde mit dem Stummfilm „The Great Train Robbery“ der erste Western abgedreht - und damit ein Grundstein gelegt für eines der bis heute erfolgreichsten Film-Genres überhaupt.

Ich selber bin schon in frühster Kindheit mit Western-Filmen in Berührung gekommen. Während meiner Sommerferien bei meiner Grossmutter, schaute ich bis in alle Nacht hinein Western-Filme – meine Grossmutter schlief derweil neben mir in ihrem Fernsehsessel. Auf diese Weise lernte ich viele Western-Klassiker kennen und lieben.
Diese Liebe hat bis heute angehalten. Sie finden in Folge eine Auswahl meiner liebsten Western-Filme…

Der grosse Bluff

1939 (Destry Rides Again)

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„Der grosse Bluff“ ist in vielerlei Hinsicht ein aussergewöhnlicher Western. Das fängt schon mit der Tatsache an, dass er als erste Westernkomödie gilt.
Natürlich gab es schon früher ähnliche Filme von Buster Keaton oder Laurel und Hardy, aber das waren einfach Komödien, die im Wilden Westen spielten. „Der grosse Bluff“ weist die Struktur eines klassischen Westerns auf. Er hält sich gewissermassen an die Tradition, bricht diese jedoch gleich wieder mit humorvollen Dialogen und komischen Einlagen der Protagonisten. In dieser Hinsicht wurde hier ein neues Sub-Genre geschaffen, das bis in die späten Sechzigerjahre die Westernkomödien, wie zum Beispiel die Filme von James Garner, beeinflussen sollte.
Ebenso bemerkenswert sind die musikalischen Einlagen von Marlene Dietrich, die mit diesem Streifen ein Comeback in Hollywood feierte.
Der Film macht in jeder Hinsicht Spass. Er besticht durch gute Dialoge, die oft subversiver sind, als man das beim ersten Hinhören gewahr wird. Ebenso überzeugend ist die schauspielerische Umsetzung von James Stewart und dem ganzen Ensemble.
Alles in allem ein Klassiker, der in jede gute Western-Sammlung gehört!

Bottleneck ist ein kleines Nest im Wilden Westen. Der Betrüger Kent und seine Ganoven haben den Ort fest im Griff. Als eines Tages der Sheriff verschwindet, wird vom korrupten Bürgermeister der Trunkenbold Wash ins Sheriff-Amt gesetzt. Dieser ruft Tom Destry Jr., den Sohn eines berüchtigten Revolverhelden, zur Hilfe. Destry ist aber überhaupt nicht der erwartete knallharte Gesetzeshüter. Im Gegenteil, er trinkt keinen Whiskey sondern Milch und trägt nicht mal eine Waffe. Stattdessen versucht er, die Probleme mit seinem Charme und Verstand zu lösen, dies sehr zum Unwillen von Wash.
Schnell findet Tom Destry heraus, dass der frühere Sheriff ermordet wurde. Während er sich daran macht, die Täter ausfindig zu machen, gewinnt er das Herz der schönen Barsängerin Frenchy…

Originaltitel: Destry Rides Again

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Universal Pictures
Produzenten: Joe Pasternak

Jahr: 1939
Länge: 94 Minuten

Sub-Genre: Western-Komödie / Klassischer Western

Regie: George Marshall
Drehbuch: Henry Myers / Gertrude Purcell
Musik: Frank Skinner

Kamera: Hal Mohr
Schnitt: Milton Carruth

Besetzung:

Marlene Dietrich …. Frenchy
James Stewart …. Tom Jefferson Destry
Charles Winninger …. Sheriff Washington Dimsdale
Brian Donlevy …. Kent
Una Merkel …. Lily Belle Callahan
Mischa Auer …. Boris Callahan…u.a.

Drehorte:

Kernville, Kalifornien, USA
Universal Studios, Universal City, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.37:1 (11:8 – Academy Standard-Format für Kino-Filme von 1932-1953)

Sound Mix: Mono

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BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in S/W 1.37:1 (11:8 – Academy Standard-Format für Kino-Filme von 1932-1953) vor.
Es ist schon beachtlich, was aus einem beinahe achtzigjährigen Bildmaterial herausgeholt wurde. Es sind zwar immer wieder auch weichere Aufnahmen zu sehen, im Grossen und Ganzen ist der Schärfewert aber sehr beachtlich. Bildverschmutzungen sind kaum zu sehen. Filmkorn ist ebenfalls nur sehr wenig zu sehen und nie im störenden Bereich. Der Schwarzwert wie auch der Kontrast sind im sehr guten Bereich.
Grundsätzlich eine ausgezeichnete Bildumsetzung, beziehungsweise Bildrestauration!

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 2.0 vor.
Es befinden sich drei verschiedene deutsche Synchronisationen auf dieser Blu-ray: Die Erstsynchronisation von 1947, eine TV-Neusynchronisation, die von der ARD 1987 erstellt wurde und schliesslich die 2006er Version, die für die damals neu aufgelegte DVD produziert wurde.
Die 1987er Version ist textlich nahezu gleich wie die Erstsynchronisation, hat aber den Nachteil, dass so gut wie keine Umgebungsgeräusche vertont wurden. Dadurch wirkt diese Version sehr steril und meiner Meinung nach atmosphärisch tot.
Die 2006er Version besticht durch einen sehr klaren Ton und eine gute Dialogverständlichkeit. Leider hat man dort die Texte zuweilen geringfügig verändert und ihnen dadurch etwas den Charme genommen.
Ich persönlich halte die Erstsynchronisation deshalb immer noch für die Beste der drei. Die Dialogverständlichkeit ist zuweilen nicht ganz so gut und Tondynamik darf nicht erwarten werden. Die Tonbalance ist in Ordnung.
Der 1947er Version ist deutlich anzuhören, dass sie restauriert wurde. Unter Berücksichtigung dieses Alters, kann man somit sagen, dass der Ton okay ist.

FAZIT

Eine, vor allem beim Bild, beachtliche HD-Umsetzung. Eine technisch sehr gute Blu-ray-Umsetzung!

12 Uhr Mittags

1952 (High Noon)

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Der Gewissenskonflikt, in dem die Hauptfigur steckt, wird psychologisch eindringlich und mitreissend aufgezeigt. Zudem verfügt „High Noon“ über eine moralische Botschaft. Es geht um Loyalität, um den Glauben an das Richtige und Gute. Wobei der Held keineswegs von seinem Handeln überzeugt ist, was aber seine Glaubhaftigkeit nur noch mehr verstärkt. Das Stilmittel der in Echtzeit erzählten Handlung, erhöht die Spannung zudem bis zur Unerträglichkeit.

Es gibt manchmal Filme, bei denen stimmt einfach alles. Die haben ein grandioses Drehbuch, wunderbare Schauspieler, ein gutes Timing und einen Soundtrack, der einen umhaut. Genau so eine seltene Erscheinung haben wir hier vorliegen. „High Noon“ ist perfekt, ein Meisterwerk, an dem es nichts zu verbessern oder zu kritisieren gibt.
Ein klassischer Western, wie es danach in dieser perfekten Form keinen mehr gab – schade eigentlich.

Bereits kurz nach seiner Heirat mit Amy muss der verdienstvolle Town Marshal Will Kane eine schwere Gewissensentscheidung treffen.
Er hatte den Dienst bereits quittiert und war dabei, mit seiner jungen Frau abzureisen, als er erfährt, dass Frank Miller vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde und sich nun auf dem Weg in die Stadt macht, um sich an Kane zu rächen.
Will Kane entschliesst sich, trotz heftiger Einwände seiner Ehefrau, zu bleiben und die Stadt nicht den Banditen zu überlassen. Der Zug mit Frank Miller wird um 12 Uhr eintreffen. Aus Angst getraut sich keiner der Bewohner Kane zu unterstützen. So bleibt er auf sich gestellt und wartet auf den Zug…

Originaltitel: High Noon

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Stanley Kramer Productions
Produzenten: Stanley Kramer

Jahr: 1952
Länge: 85 Minuten

Sub-Genre: Klassischer Western / Western-Drama

Regie: Fred Zinnemann
Drehbuch: Carl Foreman
Romanvorlage: „The Tin Star“ von John W. Cunningham
Musik: Dimitri Tiomkin

Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Elmo Williams / Harry W. Gerstad

Besetzung:

Gary Cooper …. Marshal Will Kane
Grace Kelly …. Amy Kane
Lloyd Bridges …. Deputy Harvey Pell
Katy Jurado …. Helen Ramirez
Lee Van Cleef …. Jack Colby…u.a.

Drehorte:

Jamestown, Kalifornien, USA
Warner Brothers Studios, Kalifornien, USA
Newhall, Kalifornien, USA
Warnerville, Kalifornien, USA
Columbia, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.37:1 (11:8 - Standard Filmformat 1932-1953)

Sound Mix: Mono

Weites Land

1958 (The Big Country)

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Einer meiner absoluten Lieblingswestern. Die monumentale Bildgewalt ist einfach grossartig, und nicht zuletzt ist die moralische Aussage beeindruckend, stellt sie doch eigentlich die ganzen 08/15-Western des übrigen Hollywoods in Frage.
Auch schauspielerisch wird ganz grosses Kino geboten. Ein Western, den sich auch Leute ansehen sollten, die ansonsten mit diesem Genre nicht viel am Hut haben.

James McKay reist von der Ostküste in den Wilden Westen, um Patricia, die Tochter eines Grossgrund-Ranchers, zu heiraten.
Der „feine Pinkel“ aus dem Osten wird alles andere als wohlwollend aufgenommen. Da McKay sich standhaft weigert, sich in irgendwelche Schlägereien oder andere Händel hineinziehen zu lassen, wird er bald als hochnäsiger Feigling angesehen.
Patricias Vater und der Viehzüchter Rufus Hannassy befinden sich seit Jahren in einer Dauerfehde um eine wichtige Wasserstelle. McKay versucht, die Situation zu beruhigen, kann aber eine Eskalation nicht verhindern. Bald schon wird sich zeigen, wer hier ein Feigling ist und wer nicht…

Originaltitel: The Big Country

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: United Artists / Anthony Productions
Produzenten: Gregory Peck / William Wyler

Jahr: 1958
Länge: 165 Mintuten

Sub-Genre: Western-Klassiker / Anti-Western

Regie: William Wyler
Drehbuch: James R. Webb / Sy Bartlett / Robert Wilder / Jessamyn West
Romanvorlage: „The Big Country“ von Donald Hamilton (1958)
Musik: Jerome Moross

Kamera: Franz F. Planer
Schnitt: Robert Belcher / John Faure / Robert Swink

Besetzung:

Gregory Peck …. James McKay
Jean Simmons …. Julie Maragon
Carroll Baker …. Patricia Terrill
Charles Bickford …. Major Henry Terrill
Charlton Heston …. Steve Leech…u.a.

Drehorte:

Canyon de Chelly, Arizona, USA
Mojave Desert, Kalifornien, USA
Stockton, Kalifornien, USA
Chinle, Arizona, USA
San Raphael Valley, Arizona, USA

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 Neues CinemaScop-Format)

Sound Mix: Mono

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© MGM Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 CinemaScope) vor.
Das Bild war für mich der absolute Highlight dieser Blu-ray. Diese extremen Schärfewerte bei Close-Ups hatte ich nun wirklich nicht erwartet! Was man hier aus einem über 50-jährigen Film herausgeholt hat, ist schon sehr beeindruckend. Auch die Farben und Landschaftsaufnahmen bewegen sich im guten Bereich, wenn auch nicht auf gleichem Niveau wie die Nahaufnahmen. Gegen Ende des Filmes gibt es einige Bildfehler (Streifenbildung), die mich aber nicht weiter gestört haben.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS 2.0 Mono vor.
Der Ton ist wie so oft bei Filmen dieses Alters sehr bescheiden. Die Mono-Spur klingt sehr blechern und emotionslos - hat mir persönlich den Filmspass etwas verdorben. Zum Glück konnte ich an meinem AV-Verstärker eine Einstellung finden, die das Ganze etwas erträglicher gemacht hat. Die Dialoge sind ab und an recht schlecht verständlich.

FAZIT

Ein extrem gut restauriertes Bild wird uns hier geboten. Wer mit dem Blechdosen-Ton leben kann, hat eine sehr zu empfehlende Blu-ray vor sich.

Der Mann, der Liberty Valance erschoss

1962 (The Man Who Shot Liberty Valance)

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Als sich der klassische Western schon langsam seinem Ende zuneigte, schuf der Grossmeister dieses Genres, John Ford noch einmal einen Film, in dem nicht nur allen vorangehenden Western gehuldigt wird, sondern der auch mit vielen gängigen Western-Klischees bricht. Was im ersten Moment wie ein Widerspruch klingt, zeigt bei genauerer Betrachtung aber die Genialität, Tiefe und filmtechnische Raffinesse, mit der Ford zu Werke ging. Herausgekommen ist ein Meisterwerk, das zusätzlich durch die atmosphärische Dichte und die beeindruckenden schauspielerischen Leistung aller Beteiligten in Erinnerung bleiben wird.

Senator Stoddard reist zusammen mit seiner Frau nach Shinbone, um an der Beerdigung seines Freundes Tom teilzunehmen. Die Öffentlichkeit rätselt darüber, warum eine so bedeutende Persönlichkeit wie der Senator diesem Begräbnis beiwohnen will. Von Reportern dazu befragt, beginnt der Senator in seiner Erinnerung zu schwelgen und erzählt aus seiner Zeit als junger Mann als er erstmals nach Shinbone kam.
Wir erfahren, wie er seine jetzige Frau kennen lernte und wie es ihm gelang den berüchtigten Revolverhelden Liberty Valance unschädlich zu machen. Mit fortlaufender Geschichte wird aber klar, dass es sich wohl alles etwas anders zugetragen hat, als vom Senator kolportiert…

Originaltitel: The Man Who Shot Liberty Valance

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Paramount Pictures
Produzenten: Willis Goldbeck / John Ford

Jahr: 1962
Länge: 123 Minuten

Sub-Genre: Western-Drama / Spätwestern

Regie: John Ford
Drehbuch: James Warner Bellah / Willis Goldbeck
Literaturvorlage: The Man Who Shot Liberty Valance von Dorothy M. Johnson (1953)
Musik: Cyril J. Mockridge / Alfred Newman

Kamera: William H. Clothier
Schnitt: Otho Lovering

Besetzung:

James Stewart …. Ransom Stoddard
John Wayne …. Tom Doniphon
Vera Miles …. Hallie Stoddard
Lee Marvin …. Liberty Valance
Edmaond O’Brien …. Dutton Peabody

Drehorte:

Jamestown, Kalifornien, USA
Thousand Oaks, Kalifornien, USA
Paramount Studios, Los Angeles, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Mono

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© Paramount Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildformat liegt in 1.85:1 s/w (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt) vor.
Ein sehr sauberes und gut restauriertes Schwarz-Weiss-Bild können wir hier sehen. Der Schärfewert ist auf einem recht beachtlichen Niveau. Auch der Schwarzwert und die Kontraste sind sehr gut. Ein leichtes Filmkorn ist zwar stetig zu sehen, wirkt aber nie störend. Einzig gegen Ende des Filmes gibt es kurze unscharfe Shots, die wohl auf eine schlechte Fokussierung zurückzuführen sind.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in Mono Dolby Digital 1.0 vor.
Das sehr eingeschränkte Tonformat ist für mich das klare Minus dieser Veröffentlichung. Die englische Tonspur liegt ebenfalls in Mono vor, klingt jedoch um Welten besser.
Die Dialoge sind einigermassen gut zu verstehen, eine Tondynamik oder gar eine Räumlichkeit kommt natürlich zu keiner Zeit auf.

FAZIT

Ein Meisterwerk mit ausgezeichneter HD-Bild-Umsetzung und leider enttäuschender Tonumsetzung…

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe

1969 (Support Your Local Sheriff)

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Ende der 60er Jahre, als die „Hochzeit“ des US-Western längst vorüber war, und das Feld dem Italo-Western überlassen werden musste, tauchte ein Sub-Genre auf: Die Westernkomödie.
Was zuvor noch bierernst zelebriert wurde, kam nun plötzlich locker und flott umgesetzt, mit viel Witz und parodistischer Note versehen, daher. Wobei man sich sehr stark am klassischen Western anlehnte, die Handlung jeweils aber ins Komische abgleiten liess.
„Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe“ ist meiner Meinung nach einer der besten Vertreter dieser Gattung. Es gibt da auch Beispiele mit Jerry Lewis in der Hauptrolle, die ziemlich albern wurden und deutlich übers Ziel hinaus schossen.
Hier spielt James Garner den dandyhaften, smarten Sheriff einfach genial. Nicht minder genial ist sein Schatten Jack Elam, der allein mit seiner ungeschickten, schlaksigen Art schon für Lacher sorgt.
Zusätzlich sprüht der Film voll origineller Ideen und witzigen Dialogen. Kurz, eine meiner liebsten Westernkomödien.

Jason McCullough ist eigentlich auf dem Weg nach Australien, bleibt aber in einem kleinen Goldgräbernest namens Calendar in Colorado hängen.
Um seine Reisekasse etwas aufzubessern, nimmt er die eben freigewordene Stelle als Sheriff an.
Wie er bald feststellt, eine sehr arbeitsintensive Stelle, da der Danby-Clan die Gegend unsicher macht und sich keinen Deut um Recht und Ordnung schert.
Als Jason McCullough dann auch noch den Dorftrottel Jake zum Hilfssheriff macht, gehen die Dorfbewohner von einer eher kurzen Lebenserwartung ihres neuen Sheriffs aus. Da irren sie sich aber. McCullough hat so seine ganz eigene kreative Art, mit den Problemen fertigzuwerden…

Originaltitel: Support Your Local Sheriff

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: United Artists / Cherokee Productions / Three Pictures
Produzenten: William Bowers

Jahr: 1969
Länge: 93 Minuten

Sub-Genre: Western-Komödie / Western-Parodie

Regie: Burt Kennedy
Drehbuch: William Bowers
Musik: Jeff Alexander

Kamera: Harry Stradling junior
Schnitt: George W. Brooks

Besetzung:

James Garner …. Jason McCullough
Joan Hackett …. Prudy Perkins
Walter Brennan …. Pa Danby
Harry Morgan …. Mayor Olly Perkins
Jack Elam … Jake
Henry Jones …. Henry Jackson…u.a.

Drehorte: Iverson Ranch, Chatsworth, Los Angeles, Kalifornien, USA

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Mono

Die Cowboys

1972 (The Cowboys)

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Ein Spätwestern aus einer Zeit, in der, ausser John Wayne, kaum noch jemand Western drehte.
In gewisser Weise ist es eine Reminiszenz geworden an den klassischen Western. Wobei vor allem die Elemente eines Viehtriebs sehr authentisch dargestellt wurden. Die Jungschauspieler zeigen einen interessanten Kontrast zum alternden Westernhelden auf, gleichzeitig wird letzterer aber auch zur Legende erhoben.
Obwohl es durchaus humorvolle Szenen gibt, ist der Streifen grundsätzlich eher dem tragischen Genre zuzuschreiben. Dies ist nicht zuletzt dem etwas melodramatischen Ende geschuldet.

Der Rancher Will Anderson hat Pech, denn gerade als er zum alljährlichen Viehtrieb nach Belle Fourche aufbrechen will, verlassen ihn seine Cowboys. Ganz in der Nähe ist ein Goldrausch ausgebrochen, und alles was zwei Beine hat, versucht sein Glück nun dabei zu finden.
In der Verzweiflung rekrutiert Anderson eine Gruppe von Teenagern aus der örtlichen Schule, mit denen er sich, zusammen mit dem Koch Jebediah, auf den beschwerlichen Treck nach Belle Fourche begibt. Es gilt viele Abenteuer und Schwierigkeiten zu überwinden, und was die Gruppe nicht weiss: Eine Bande von Viehdieben hat sich ihnen an die Fersen geheftet...

Originaltitel: The Cowboys

Produktionsland: USA
Produktionsfirma: Warner Brothers / Sanford Productions
Produzenten: Mark Rydell

Jahr: 1972
Länge: 129 Minuten

Sub-Genre: Western-Drama / Spätwestern

Regie: Mark Rydell
Drehbuch: Irving Ravetch / Harriet Frank Jr.
Romanvorlage: “The Cowboys” von William Dale Jennings
Musik: John Williams

Kamera: Robert Surtees
Schnitt: Neil Travis / Robert Swink

Besetzung:

John Wayne …. Will Andersen
Roscoe Lee Browne …. Jebediah Nightlinger
Bruce Dern …. Asa Watts
Colleen Dewhurst …. Kate Collingwood
Robert Carradine …. Slim…u.a.

Drehorte:

Castle Rock, Colorado, USA
Sonoita, Arizona, USA
Chama, New Mexico, USA
Warner Brothers Studios Burbank, Kalifornien, USA…u.a.

Aspect Ratio: 2.20:1 (11:5 Breitbild 70mm) und 2.40:1 (12:5 Cinemascope Panavision)

Sound Mix: Mono und Stereo (Mehrspur-Aufnahmen)

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BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.40:1 (12:5 CinemaScope) vor.
Wir haben es hier mit einer erstklassigen Bildumsetzung zu tun, die vor allem in der Detailschärfe unerwartet gut daher kommt. Bei Totalen ist die Schärfe dann etwas weicher und ab und an ist leichtes Bildrauschen zu sehen. Die Farben sind kräftig und das Bild, abgesehen vom Vor-und Abspann, ohne Verschmutzungen auf die Blu-ray gebracht worden.
In dunklen Szenen werden zuweilen Details etwas verschluckt, dafür ist der Schwarzwert als sehr gut zu bezeichnen.
Alles in allem eine exzellente HD-Umsetzung, die ich so nicht erwartet hatte...

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in Dolby Digital Mono 1.0 vor.
Während die englische Originalspur mit einer 5.1-Umsetzung daherkommt, müssen wir uns bei der deutschen Version mit einem sehr eingeschränkten Mono-Ton zufrieden geben. Dieser ist dann auch ohne jegliche Dynamik oder Räumlichkeit. Die Dialogverständlichkeit ist gut, klingt zuweilen aber etwas blechern. Der Hochton ist zudem etwas schrill und überschlägt sich ab und an.
Die Tonumsetzung ist, wie zu befürchten war, auf DVD-Niveau geblieben.

FAZIT

Eine sehr gute Bildumsetzung, die leider durch die mangelhafte Tonumsetzung etwas beeinträchtigt wird…

Mein Name ist Nobody

1973 (Il Mio nome è Nessuno)

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Nobody ist der Grösste! Hier wird alles in Frage gestellt: Vom Western als solchem bis hin zur Filmindustrie und dem Leben an sich.... einfach genial. Man sollte nicht darüber nachgrübeln, ob es sich beim vorliegenden Streifen um eine Persiflage des Italo-Western oder um eine Hommage auf denselben handelt, denn gleichzeitig ist es auch so etwas wie der Abgesang dieser Westerngattung.

Der in die Jahre gekommene Revolverheld Jack Beauregard will sich auf den Weg nach Europa machen. Er ist müde und seine Sehschärfe ist auch nicht mehr die beste. Dazu kommt, dass er sich Feinde gemacht hat, die nun hinter ihm her sind.
Er hat die Rechnung aber ohne Nobody gemacht. Der will aus Beauregard eine Legende machen und manipuliert die Ereignisse so, dass der alternde Revolverheld gar nicht mehr anders kann, als sich der „Wilden Horde“ zu stellen.
Doch Nobody will auch seinen Nutzen aus Beauregards „Abgang“ haben und heckt eine raffinierte Inszenierung aus…

Originaltitel: Il Mio nome è Nessuno

Produktionsland: Italien / Frankreich / Deutschland
Produktionsfirma: Rafran Cinematografica / Les Films Jacques Leitienne / Alcinter / Rialto Film
Produzenten: Claudio Mancini / Fulvio Morsella

Jahr: 116 Minuten
Länge: 1973

Sub-Genre: Western-Komödie / Western-Parodie / Italo-Western

Regie: Tonino Valerii
Drehbuch: Sergio Leone / Fulvio Morsella / Ernesto Gastaldi
Musik: Ennio Morricone / Alessandro Alessandroni

Kamera: Armando Nannuzzi / Giuseppe Ruzzolini
Schnitt: Nino Baragli

Besetzung:

Terence Hill …. Nobody
Henry Fonda …. Jack Beauregard
Jean Martin …. Sullivan
R. G. Armstrong …. John
Karl Braun …. Jim
Leo Gordon …. Red

Drehorte:

La Calahorra, Granada, Andalusien, Spanien
Diverse Orte in Arizona, USA
Diverse Orte in New Mexiko, USA
New Orleans, Louisiana, USA

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 Neues Cinemascope-Format: Panavision)

Sound Mix: Mono

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© Tobis Home Entertainment


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildformat liegt in 2,35:1 (21:9 CinemaScope) vor.
Die Bildschärfe, vor allem bei Close-Ups, liegt im sehr guten Bereich. Auch wenn der Schärfewert bei Totalen etwas abnimmt, ist er durchaus noch gut. Die Farben sind sehr kräftig und wirken vor allem bei den grandiosen Landschaftsaufnahmen sehr schön. Vereinzelt gibt es schlecht fokussierte Shots, die etwas unscharf sind, und ab und an sind vereinzelte Bildverschmutzungen bzw. Defekte zu sehen. Das kommt aber so selten vor, dass es nie störend wirkt. Bildrauschen ist kaum zu sehen. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut. Die Bildqualität ist grundsätzlich auf dem selben Niveau wie bei der schon sehr gut umgesetzten DVD-Version (restauriert), was die Blu-ray deshalb nur für Leute interessant macht, die die DVD noch nicht besitzen.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD 2.0 (Mono) vor.
Schade, dass man sich beim Ton nicht die selbe Mühe gemacht hat, wie beim Bild. Gerade der geniale Soundtrack hätte in einer 5.1 Abmischung natürlich ungemein imposant gewirkt. Dass dies bei entsprechendem Aufwand technisch durchaus möglich wäre, beweisen unzählige amerikanische Produktionen, die zum Teil sogar noch älteren Datums sind, als der hier vorliegende Streifen.
Wenigstens sind die Dialoge jederzeit gut zu verstehen, und auch die Tonbalance ist sehr gut gelungen. Was stört, sind eben die fehlende Räumlichkeit und der mangelhafte Bass.

FAZIT

Die Bildumsetzung kann überzeugen und wird auch durch den etwas schlechteren Ton nicht wesentlich beeinträchtigt.

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