Stolz und Vorurteil

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© 2005 Working Title Films – Rosamund Pike & Keira Knightley,

HANDLUNG

Mrs. Bennets Lebensziel scheint es zu sein, alle ihre fünf Töchter schnellst und bestmöglich zu verheiraten. Dies sehr zum Missfallen ihrer zweitältesten Tochter Lizzie, die Männer grundsätzlich als etwas rückständig und anstrengend erachtet.
Die Bekanntschaft mit dem sehr stolz wirkenden Mr. Darcy scheint ihre Vorurteile nur noch zu bestärken. Doch mit der Zeit bemerkt Lizzie, dass nicht alles so ist, wie es scheint und sie versuchen sollte, ihre Vorurteile zu überwinden...

REZENSION

Ich bin der Ansicht, dass man einen Roman von Jane Austen ebenso wenig verfilmen kann wie die Werke von Virginia Woolf.
Dennoch wird es jedoch mit schöner Regelmässigkeit gemacht.
Was dabei herauskommt, ist in den meisten Fällen eine etwas einfach gestrickt wirkende Liebesgeschichte, die im Einzelfall auch Anzeichen einer Telenovela aufweisen kann. Das deshalb, weil man die ganzen Tiefen der Austen-Figuren nur schwerlich zeigen kann, ebenso wie die psychologischen Verwicklungen und inneren Konflikte. Was dann übrig bleibt, ist meist eine ziemlich oberflächliche Geschichte.
Die hier vorliegende Verfilmung von „Pride & Prejudice“ macht da im Grossen und Ganzen keine Ausnahme. Die Umsetzung wirkt etwas weichgespült. Mr. Bennet ist nicht so zynisch und Mrs. Bennet nur ansatzweise so hysterisch wie in der Buchvorlage. Auch der Hauptfigur Lizzie fehlt der typische Charme und die witzige Pfiffigkeit des Originals.
Betrachtet man den Film aber mal völlig autark, findet sich auch Gutes: Man hat sich redlich bemüht, das Lokalkolorit des 18. Jahrhunderts aufleben zu lassen. Die Dialoge sind zuweilen witzig und originell. Die schauspielerische Leistung weiss zudem zu gefallen, und die Landschaftsaufnahmen sind wunderschön.
Alles in allem also ein unterhaltsamer Streifen, der für sich betrachtet durchaus zu geniessen ist...

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 CinemaScope) vor.

Bildtechnisch wird eine recht hohe Qualität geboten. Der Schärfewert ist im sehr guten Bereich, und die Farbgebung ist kräftig und natürlich ausgefallen.
Kleine Abzüge gibt es beim Kontrast. In dunklen Szenen werden zuweilen Details verschluckt.
Alles in allem aber eine ausgezeichnete HD-Bildumsetzung!

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch DTS 5.1 vor.

Leider wurde bei der deutschen Tonumsetzung wieder mal gespart, und so bleibt die HD-Master-Version den englischsprachigen Zusehern vorbehalten.
Genrebedingt haben wir es mit einem sehr dialoglastigen Werk zu tun. Die Dialoge sind bestens zu verstehen. Einschränkungen gibt es etwas bei der Dynamik, die Tonbalance dagegen ist wieder auf ausgezeichnetem Niveau.
Alles in allem eine Tonumsetzung, die für einen Dialogfilm als gut zu bezeichnen ist.

FAZIT

Wer damit leben kann, dass die sozialkritischen Elemente aus Jane Austens Romanvorlage gestrichen wurden, wird an dieser Verfilmung gefallen finden.
Die technische Umsetzung ist ansprechend ausgefallen.

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© 2010 Universal Pictures Home Entertainment

Originaltitel:
Pride and Prejudice

Regie:
Joe Wright
Drehbuch:
Deborah Moggach
Romanvorlage:
Jane Austen: Pride and Prejudice (1813)
Musik:
Danny Elfman

Produktion:
© Working title Films
Kamera:
Roman Osin
Schnitt:
Paul Tothill

Frankreich – Grossbritannien / 2005


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