Grosse Erwartungen

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© 2011 BBC – Gillian Anderson, Douglas Booth & Vanessa Kirby

HANDLUNG

England im 19. Jahrhundert, der Vollwaise Pip wird von seiner Schwester und deren Mann, einem Schmied in ärmlichen Verhältnissen, grossgezogen.
An einem nebeligen Wintertag trifft Pip im Sumpfland auf den entflohenen Sträfling Abel Magwitch. Dieser nötigt Pip, ihm dabei zu helfen, seine Fussfesseln los zu werden.
Eine völlig neue Welt eröffnet sich Pip, als er von Miss Havisham gebeten wird, ihrer Pflegetochter Estella als Spielkamerad zu dienen. Pip, eingeschüchtert durch die unheimliche Miss Havisham und gleichzeitig angezogen durch den Liebreiz Estellas, besucht Letztere nun einmal in der Woche.
In Pip wächst der Wunsch, gesellschaftlich aufzusteigen. Als ihm ein unbekannter Gönner die Ausbildung zum Gentleman in London ermöglicht, zögert er keine Sekunde und verlässt seine Adoptiveltern. Pip hat sich in Estella verliebt und versucht alles, um in der Gunst seiner Angebeteten zu steigen. Doch als er meint, bald am Ziel seiner Träume angekommen zu sein, wird er von seiner Vergangenheit eingeholt…

REZENSION

Es hat sich in England zur Tradition entwickelt, dass die BBC jeweils für die Weihnachtstage eine Mini-TV-Serie dreht. 2011 wurde in diesem Sinne Charles Dickens’ „Great Expectations“ für eine solche dreiteilige TV-Serie als Grundlage gewählt. Dieser Roman Dickens’ mag einer der unbekannteren sein, gehört für mich jedoch zu den besten.
Für die Verfilmung beschränkte man sich unter anderem auf die äusserliche Dramatik und verschob die Gewichtung der Figuren. So steht die unheimliche, fast geisterhaft wirkende Miss Havisham, wunderbar verkörpert durch Gillian Anderson, mehr im Zentrum der Geschichte, als dies in der Romanvorlage der Fall ist. Dickens Roman ist vor allem im ersten der drei Teile sehr humorvoll gehalten. Die TV-Serie ist zu keiner Zeit humorvoll, sondern setzt auf eine sehr unheimliche, düstere Stimmung, die sich durch alle drei Teile zieht. Optisch wird dies mit einer monochromen Bildgestaltung unterstützt, welche durch ihre unterkühlten Farben sehr gut zur äusserst düsteren und melancholischen Grundstimmung der Inszenierung passt.

Die Umsetzung ist zu keiner Zeit vergleichbar mit dem wunderbaren Roman von Charles Dickens, hat mir aber als eigenständiges Werk sehr gut gefallen - auch wenn ich es vom Stoff her für alles andere als weihnachtstauglich halte - was jedoch auf der anderen Seite den Vorteil birgt, dass Sie sich diese Mini-Serie auch im August ansehen können…

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 1.78:1 (16:9 – Neuer HD-Video und TV-Standard) vor.

Die Detailschärfe dieser Produktion ist ausgesprochen gut und erreicht Referenzwerte. Ebenso beeindruckend sind die Kontraste und der sehr gute Schwarzwert ausgefallen. Die Farben lassen sich nur bedingt beurteilen, da mit starken Filter gedreht wurde, welche die Bilder monochrom wirken lassen.

BLU-RAY-TON

Die deutsche Tonumsetzung liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.

Die Tonumsetzung hat mich etwas enttäuscht, da sie extrem frontlastig ausgefallen ist. Die Surround-Lautsprecher werden nur dezent eingesetzt, wodurch nie eine Surround-Kulisse aufgebaut wird. Die Dynamik hingegen ist sehr kraftvoll und gut. Ebenso gut sind die Dialogverständlichkeit und die Tonbalance.

FAZIT

Wer auf eine originalgetreue Umsetzung von Dickens Roman hofft, wird von dieser Verfilmung sicher schwer enttäuscht werden. Für sich genommen kann die Mini-TV-Serie jedoch sowohl schauspielerisch wie auch inszenierungsgstechnisch überzeugen und bietet beste Unterhaltung.

Prädikat: Empfehlenswert!

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© 2012 Polyband

Originaltitel:
Great Expectation

Regie:
Brain Kirk
Drehbuch:
Sarah Phelps
Romanvorlage:
Charles Dickens
Musik:
Martin Phipps

Produktion:
© BBC
Kamera:
Florian Hoffmeister
Schnitt:
Guy Bentley / Victoria Boydell

Grossbritannien / 2011

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