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© 2016 E.D.I. Films / Curiosa Films u.a. - Médina Diarra, Aïssa Maïga, Marc Zinga & Bayron Lebli

Ein Dorf sieht schwarz

HANDLUNG

Frankreich 1975: Der aus Zaire stammende Seyolo Zantoko hat eben sein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen, als ihm ein Job im kleinen Dorf Marly-Gomont im Norden Frankreichs angeboten wird. Er sieht dies als gute Chance, die französische Staatsbürgerschaft zu erlangen und nimmt an. Seine Frau Anne und seine beiden Kinder, Tochter Sivi und Sohn Seyolo, welche noch in Zaire leben, lässt Seyolo zu sich nach Frankreich kommen.
Anne ist schwer enttäuscht, als sie feststellt, dass sie in einem kleinen Kaff wohnen werden, welches so gar nichts mit dem mondänen Paris gemein hat. Hier gibt es mehr Kühe als Einwohner und beide scheinen der afrikanischen Familie nicht besonders gewogen zu sein. Die Skepsis der Einheimischen gegenüber dem schwarzen Arzt ist gross, und so bleibt die Kundschaft aus. Seyolo will sich jedoch nicht unterkriegen lassen und versucht mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Mehr und mehr merkt er, dass er mitten in eine politische Auseinandersetzung geraten ist, durch welche er alles verlieren könnte. Doch Seyolo hat seine Heimat verlassen, um in Frankreich ein neues Leben mit seiner Familie zu beginnen und denkt nicht daran einfach aufzugeben…

REZENSION

Die rassistischen Vorurteile, die einem schwarzen Arzt in der französischen Provinz im Jahr 1975 entgegenschlagen, bilden die Grundlage dieses Filmes.
Die Mischung zwischen Culture-Clash und Tragikkomödie hätte durchaus Potential gehabt, erzählt der Film doch ein wichtiges Stück Sozialgeschichte. Dennoch konnte mich dieser französische Film nicht restlos überzeugen.
Da wäre die offensichtliche Anlehnung an «Bienvenue chez les Ch’tis», welche für meinen Geschmack zu plump ausgefallen ist. Der hier vorliegende Film erreicht leider zu keiner Zeit die Leichtigkeit, den Charme und den humorvollen Unterton des oben erwähnten Filmes. «Ein Dorf sieht schwarz» ist über weite Teile hinweg vor allem tragisch und bedrückend, auch wenn dem mit vielen kleinen Gags entgegengewirkt wird, entsteht nie ein einheitliches Ganzes. Dazu trägt auch ein ziemlich rustikaler Umgang mit Klischees bei, welche in derart rauen Mengen verwendet werden, dass dem Zuschauer der Blick auf die eigentliche Geschichte mehr und mehr vernebelt wird.

Die Hauptfigur wird sehr gut von Marc Zinga verkörpert, welchem es gut gelingt, die Balance zwischen Komik und Ernsthaftigkeit zu halten. Leider kann dies nicht von allen Schauspielern behauptet werden – es wird zuweilen, für meinen Geschmack, zu stark übertrieben. Die so entstehende Theatralik hat einen schlechten Einfluss auf die Glaubhaftigkeit der Geschichte und hinterlässt schlussendlich beim Zuschauer das Gefühl, lediglich einen netten Unterhaltungsfilm gesehen zu haben.

Kurz und gut, ich hatte mir von diesem Streifen mit dieser interessanten Grundgeschichte mehr erhofft. Gerade französische Produktionen haben es in der Vergangenheit immer wieder verstanden, heikle Themen mit viel Fingerspitzengefühl, Komik und Charme darzustellen – was diesem Werk leider nicht gelungen ist.

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.40:1 (12:5 - CinemaScope-Format) vor.

Die Bildqualität ist für eine aktuelle Produktion definitiv nicht auf der Höhe der Zeit. Die Grundschärfe ist sehr eingeschränkt und kann nur ganz selten überzeugen. Ebenso mittelmässig ist der Schwarzwert ausgefallen, welcher eher dunkelgrau als schwarz ist. In dunklen Szenen werden Bildinhalte zuweilen verschluckt.

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch DTS-HD Master 5.1 vor.

Die Tonabmischung ist leider äusserst frontlastig ausgefallen. Die Surroundkanäle werden praktisch nicht miteinbezogen. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen, und die Tonbalance ist ausgewogen und stimmig. Die Tondynamik ist in Ordnung. Die Tonumsetzung ist aufgrund der fehlenden Räumlichkeit nicht auf der Höhe der Zeit…

FAZIT

Wenn keine allzu grosse Erwartungshaltung besteht, kann dieser Streifen durchaus unterhaltsame Filmminuten bieten – gesehen haben muss man ihn jedoch nicht…
Die Blu-ray-Umsetzung ist sowohl beim Bild wie auch beim Ton nicht auf der Höhe der Zeit und bietet lediglich Mittelmass.
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© 2017 Prokino

Originaltitel:
Bienvenue à Marly-Gomont

Regie:
Julien Rambaldi
Drehbuch:
Kamini Zantoko / Julien Rambaldi / Benoît Graffin
Musik:
Emmanuel Rambaldi

Produktion:
© E.D.I. Films / Curiosa Films u.a.
Kamera:
Yannick Ressigeac
Schnitt:
Stéphane Pereira

Frankreich / 2016
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