Bei indischem Kino denken wir in erster Linie an Bollywood.
Bollywood-Filme haben mich schon immer fasziniert. Rund um die Millionenmetropole Mumbai entstand in den 1930er-Jahren eine Filmindustrie, die sich, was Kreativität, Unterhaltungswert und Emotionalität der Produktionen anbelangt, in keinem Fall hinter Hollywood zu verstecken braucht.
Die eigentliche Hochzeit dieses Genres war in den 1960/70er-Jahren. Heute werden immer noch beachtliche 250 Filme pro Jahr produziert. Bedenkt man, dass die meisten Bollywood-Streifen Laufzeiten von zweieinhalb bis vier Stunden aufweisen, wird die Produktionsmenge noch eindrücklicher.
Die korrekte Bezeichnung für dieses Genre wäre eigentlich Hindi-Film. Der Begriff Bollywood entstand in den 1970er-Jahren aus den beiden Begriffen Bombay (Mumbai) und Hollywood…
Wenn Sie also empfänglich sind für emotional mitreissende (und bis zur Besinnungslosigkeit kitschige) Liebesgeschichten, opulente Tanzeinlagen und mitreissende Musik, hätte ich für Sie hier einige Empfehlungen…

Jenseits der grossen Bollywood-Studios gibt es in Indien auch eine sehr lebendige und vielschichtige Independent-Film-Szene, die grossartige Sozialdramen und Sozialkomödien produziert. Einfühlsame, meist sehr ruhig und bedächtig inszenierte, Filmperlen, die einen wohltuenden Kontrast zum bombastischen Bollywood-Kino schaffen - nachfolgend meine persönlichen Highlights…

Denn meine Liebe ist unsterblich

2000 (Mohabbatein - मोहब्बतें )

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Schon der Hindi-Titel „Mohabbatein“, (eine Steigerungsform von Liebe (Mohabbat)), macht schnell klar, was in diesem Bollywood-Spektakel das zentrale Thema ist. Und so erzählt der Film nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern gleich deren vier. Was in einem Hollywoodfilm als undenkbar erscheint, geht hier locker und leicht von statten.
Wie bei den meisten Bollywood-Streifen ist auch hier die Geschichte an sich relativ simpel gehalten, die filmische und vor allem auch die musikalische Umsetzung dagegen ist opulent und mitreissend. Die beiden Bollywood-Stars Amitabh Bachchan und Shah Rukh Khan liefern sich ein packendes Duell, bei dem an Dramatik und Emotionen nicht gegeizt wird.
Die Konflikte zwischen Modernem und Traditionellem oder Liebe und Angst werden zudem für diese Genreart sehr differenziert wiedergegeben. Die unzähligen Jungschauspieler, die in diesem Film ihre erste Rolle ablieferten, verleihen dem Ganzen zudem eine frischen, unbekümmerten Touch.
Und so reibt man sich verwundert die Augen, wenn diese spektakuläre Liebes-Komödie, mit Anleihen an den „Club der toten Dichter“, nach beinahe vier Stunden Spielzeit (!) bereits zu Ende ist.

Vicky, Sameer und Karan sind drei neue Studenten an der altehrwürdigen Eliteschule Gurukul. Eine Schule, die von Narayan Shankar, einem strengen und unerbittlichen Rektor, geleitet wird. Seine eisernen Grundsätze sind: Tradition, Ehre und Disziplin.
Es geht nicht lange, bis die drei jungen Studenten sich verlieben und damit in Konflikt mit ihrem Rektor geraten. Zum Glück gibt es aber den neuen Musiklehrer Raj Aryan, der sich für seine Schüler einsetzt. Raj lehrt seine Schüler, dass Liebe weit wichtiger sei als Traditionen oder Disziplin. Was bei seinen Schülern sehr gut ankommt, wird vom gestrengen Rektor überhaupt nicht gutgeheissen, weshalb er beabsichtigt Raj zu entlassen. Dieser weiss sich geschickt zu wehren und macht dem Rektor klar, dass es Zeit wird, in Gurukul ein neues Zeitalter einzuläuten...

Originaltitel: Mohabbatein ( मोहब्बतें )

Produktionsland: Indien
Produktionsfirma: Yash Raj Films
Produzenten: Yash Chopra

Jahr: 2000
Länge: 206 Minuten

Sub-Genre: Musical / Drama / Romanze

Regie: Aditya Chopra
Drehbuch: Aditya Chopra
Musik: Jatin-Lalit

Kamera: Manmohan Singh
Schnitt: V. V. Kamik / Singh Taranjeet

Besetzung:

  • Amitabh Bachchan …. Narayan Shankar
  • Shah Rukh Khan …. Raj Aryan Malhotra
  • Uday Chopra …. Vicky
  • Shamita Shetty …. Ishika
  • Jugal Hansraj …. Sameer
  • Preeti Jhangiani …. Kiran…u.a.

Drehorte: Longleat House, Wiltshire, England / London, England

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)

Sound Mix: DTS / Dolby Digital

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© Rapid Eye Movies


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 CinemaScop) vor.
Mit der Bildqualität hatte ich so meine Mühe. Zum einen sind die Nahaufnahmen von beachtlicher Schärfe, bei Totalen nimmt der Schärfewert aber rapid ab. Dazu kommen sehr viele Unschärfen, die vermutlich durch die Fokussierung entstanden sind.
In dunklen Szenen gibt es zuweilen leichtes Bildrauschen. Der Schwarzwert bewegt sich im Mittelmass. Die Farbgebung ist gut ausgefallen und besticht durch Natürlichkeit.
Alles in allem ein sehr inkonsistentes HD-Bild, das von sehr gut bis DVD-Qualität alles zu bieten hat.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 2.0 vor.
Es ist schon äusserst bedauerlich, dass man diesen Streifen nicht mit einer 5.1-Abmischung anbietet. Gerade bei Musikfilmen sind da gewaltige Unterschiede auszumachen.
Die hier vorliegende Stereo-Umsetzung hat zwar eine gute Dialogverständlichkeit, leidet aber unter mangelhafter Räumlichkeit und Dynamik. Die Tonbalance ist gut ausgefallen, kann die Tonumsetzung insgesamt aber auch nicht mehr aus dem Mittelmass herausziehen.

FAZIT

Eine mässige technische Umsetzung, die nur als befriedigend bezeichnet werden kann.

In guten wie in schweren Tagen

2001 (Kabhi Khushi Kabhie Gham - कभी ख़ुशी कभी ग़म)

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Die Story ist Bollywood-like sehr einfach gestrickt, nach klassischem Vorbild - aber bei Bollywood-Filmen wohl auch eher nebensächlich.
Eine wirklich gelungene Inszenierung, bei der alles da ist, was Bollywood eben so ausmacht: Witz, Tragik, viele Emotionen und natürlich sehr mitreissende Tanzeinlagen. Das musikalische Feuerwerk hallt noch Tage später nach…

Yash Raichand beabsichtigt seinen Sohn Rahul mit der Tochter eines Geschäftspartners zu verheiraten, dieser hat sich aber in die aus einfachen Verhältnissen stammende Anjali verliebt. Nachdem Rahul gegen den Willen seines Vaters Anjali heiratet, wird er von ihm aus der Familie verbannt.
Rahul und Anjali beschliessen nach London zu ziehen. Rahuls jüngerer Bruder macht sich zehn Jahre nach diesen Ereignissen auf die Suche nach seinem Bruder, mit dem Ziel, die Familie wieder zusammenzubringen…

Originaltitel: Kabhi Khushi Kabhie Gham (कभी ख़ुशी कभी ग़म)

Produktionsland: Indien
Produktionsfirma: Dharma Productions
Produzenten: Karan Johar / Yash Johar

Jahr: 2001
Länge: 210 Minuten

Sub-Genre: Gesellschaftsdrama / Musical

Regie: Karan Johar
Drehbuch: Karan Johar
Musik: Jatin Pandit / Lalit Pandit / Sandesh Shandilya

Kamera: Kiran Deohans
Schnitt: Sanjay Sankla

Besetzung:

  • Amitabh Bachchan …. Yashvardhan Raichand
  • Yaya Bhaduri …. Nandini Raichand
  • Shah Rukh Khan …. Rahul Raichand
  • Kajol …. Anjali Sharma
  • Hrithik Roshan …. Rohan Raichand
  • Kareena Kapoor …. Pooja Sharma
  • Rani Mukerji …. Naina Kapoor…u.a.

Drehorte:

  • London, England
  • Bicester, Oxfordshire, England
  • Buckingham, Buckinghamshire, England
  • Woodstock, Oxfordshire, England
  • Cardiff, South Glamorgan, Wales
  • Essex, England

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)

Sound Mix: Dolby Digital / DTS

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© Rapid Eye Movies


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope -Panavision) vor.
Die Bildqualität hat mich nicht wirklich überzeugen können. High-Def-Feeling kam bei mir jedenfalls nie auf. Stellenweise ist der Film sogar recht unscharf. Im Grossen und Ganzen würde ich von einer gut hochskalierten DVD-Qualität sprechen - mehr auch nicht...

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Die Surround-Abmischung ist sehr dezent ausgefallen. Nur vereinzelt werden die Surround-Speaker ins Geschehen einbezogen. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen. Die Dynamik ist recht gut ausgefallen. Die Tonbalance ist stimmig.

FAZIT

Die Tonumsetzung ist recht beachtlich ausgefallen. Von der Bildumsetzung kann man das leider nicht sagen, die bewegt sich auf DVD-Niveau…

Monsoon Wedding

2001 (Monsoon Wedding)

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Natürlich ist „Monsoon Wedding“ streng genommen kein typischer Bollywood-Film. Dafür gibt es zu wenig Tanzeinlagen und auch die Handlung bietet nicht den bollywood-typischen Ablauf. Dennoch kenne ich wenige indische Filme, die die Mentalität und Lebensumstände einer indischen Familie prägnanter und besser darstellen als dieser.
Die verschiedenen parallel verlaufenden Handlungsstränge sind kunstvoll ineinander verwoben. Humor und Dramatik halten sich gekonnt im Gleichgewicht und die allgegenwärtige musikalische Untermalung lässt einen keine Minute los.
Dabei ist die pompös und laut im Mittelpunkt stehende arrangierte Hochzeit nur vermeintlich der Höhepunkt der Geschichte. Die wirkliche Liebesgeschichte findet ganz im Versteckten zwischen der Hausangestellten Alice und dem etwas unbeholfenen P.K. Dubey statt und ist derart schön und behutsam inszeniert, dass wohl kaum jemand unberührt bleibt...

In der Familie Verma ist Hektik ausgebrochen. Die Tochter Aditi wird eine arrangierte Hochzeit eingehen und die Vorbereitungen für das mehrtägige Fest sind in vollem Gange.
Nach und nach treffen die Verwandten aus verschiedensten Ländern in Neu-Delhi ein. Während das Haus immer voller wird, haben die Familienmitglieder noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Die Braut Aditi trauert immer noch ihrem Ex-Geliebten und Chef Vikram nach. Dem Vater Lalit geht langsam aber sicher das Geld aus, während der Event-Manager P.K. Dubey sich seinerseits Hals über Kopf in die hübsche Hausangestellte Alice verliebt. Und nicht zuletzt ist da auch noch Ria, die unverheiratete Cousine Aditis, die ausgerechnet am Vortag der Hochzeit die Gesellschaft mit einem Familiengeheimnis konfrontiert...
Kurz, es geht hoch zu und her bei den Vermas, und vielleicht ist es nicht schlecht, dass der Monsun den erhitzten Gemüter etwas Abkühlung verschafft...

Originaltitel: Monsoon Wedding

Produktionsland: USA / Indien / Frankreich
Produktionsfirma:

IFC Productions
Mirabai Films
Pandora Filmproduktion
Paradis Films

Produzenten: Caroline Baron

Jahr: 2001
Länge: 109 Minuten

Sub-Genre: Gesellschaftskomödie / Tragikkomödie

Regie: Mira Nair
Drehbuch: Sabrina Dhawan
Musik: Mychael Danna

Kamera: Declan Quinn
Schnitt: Allyson C. Johnson

Besetzung:

  • Naseeruddin Shah …. Lalit Verma
  • Lillete Dubey …. Pimmi Verma
  • Vasunddhara Das …. Aditi Verma
  • Parvin Dabas …. Hemant Raj
  • Vijay Raaz …. P.K. Dubey
  • Tilotama Shome …. Alice

Drehorte: Chandni Chowk, Central Delhi, Indien

Aspect Ratio: 1.85:1 (13:7 – US und UK WideScreen Kino-Format. Ursprünglich von Universal 1953 eingeführt)

Sound Mix: Dolby Digital

Paheli - Die Schöne und der Geist

2005 (Paheli - पहेली)

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Wäre ja noch schöner, wenn sich am Schluss nicht die wahre Liebe durchsetzen könnte…
Paheli ist ein klassischer Bollywood-Film, in dem alles steckt, was dieses Genre so einzigartig macht.
Die Story ist als Märchen aufgebaut, welches von zwei Marionetten erzählt, beziehungsweise kommentiert wird. Die Handlungszeit ist nicht genau definiert, dürfte aber in der Vor-Kolonial-Ära liegen.
Der Streifen beeindruckt durch seine farbenfrohe, wunderschöne Inszenierung und das einzigartige Lokalkolorit. Nebst den beeindruckenden Gebäuden, fallen vor allem die einzigartigen Wasserspeicher Rajasthans ins Auge.
Musik und Tanz gibt es natürlich auch. Die einzelnen Stücke sind für sich gesehen nicht überragend, fügen sich aber sehr harmonisch und stimmig in die Handlung ein. Wobei hier vor allem der Marionetten-Tanz ganz zum Schluss originell ist und in Erinnerung bleibt.
Die erzählte Geschichte mag auf den ersten Blick als bollywoodtypisch und harmlos erscheinen. Beim genaueren Betrachten hat die Kernfrage des Filmes durchaus gesellschaftspolitische Sprengkraft: Schlussendlich wird der Frau das Recht zugestanden, die wahre Liebe über die Institution der Ehe zu stellen…

Die schöne Lachchi wird von ihrer Familie mit dem langweiligen Kaufmann Kishen verheiratet, der sich nur wenig für seine schöne Frau interessiert. In der Hochzeitsnacht kontrolliert er lieber seine Buchhaltung als sich seiner Frau zuzuwenden und bereits am folgenden Morgen macht er sich auf eine fünf Jahre dauernde Geschäftsreise.
Die junge Ehefrau bleibt verzweifelt und traurig im Haus der Schwiegereltern zurück.
Ein Wassergeist, der sich unsterblich in die schöne Lachchi verliebt hat, nimmt die Gestalt von Kishen an. Während die Familie glaubt, dass Kishen früher als erwartet zurückgekehrt sei, gibt er sich Lachchi zu erkennen. Schnell erobert er mit seiner bedingungslosen Liebe das Herz der einsamen Braut.
Als der richtige Kishen Jahre später zurückkehrt, herrscht grosse Verwirrung. Während die Familie rätselt, wer denn nun der echte Kishen sei, nimmt eine unvorhergesehene Wendung Lachchi die schwere Entscheidung ab…

Originaltitel: Paheli (पहेली)

Produktionsland: Indien
Produktionsfirma: Red Chillies Entertainment
Produzenten: Gauri Khan / Sanjeev Chawla

Jahr: 2005

Länge: 140 Minuten

Sub-Genre: Historienfilm / Liebesfilm

Regie: Amol Palekar
Drehbuch: Amol Palekar / Sandhya Gokhale / Vijayadan Detha
Musik: M. M. Kreem

Kamera: Ravi K. Chandran
Schnitt: Amitabh Shukla

Besetzung:

  • Shah Rukh Khan …. Kishanlal & Geist
  • Rani Mukerji …. Lachchi
  • Anupam Kher …. Bhanwarlal
  • Amitabh Bachchan …. Als Hirte
  • Juhi Chawla …. Gajrobai….u.a.

Drehorte:

  • Jaisalmer, Rajasthan, Indien
  • Toddarising, Indien
  • Jaipur, Rajasthan, Indien
  • Mehboob Studios, Mumbai, Maharashtra, Indien
  • Navalghar, Indien

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)

Sound Mix: Dolby Digital / DTS

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© Rapid Eye Movies


BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 ( 21:9 CinemaScope ) vor.
Die Bildqualität dieser Blu-ray-Umsetzung ist sehr gut ausgefallen. Wir kriegen ein sauberes und mit einer soliden Grundschärfe versehenes Bild geboten. Einzig bei Totalen wird das Bild zuweilen etwas weicher.
Die Farbgebung ist sehr gut ausgefallen und auch die Kontraste können überzeugen. Der Schwarzwert ist ebenfalls im guten Bereich.
Alles in allem eine gute HD-Bildumsetzung, die der DVD-Version vorzuziehen ist.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch die Tonumsetzung kann sich sehen lassen. Der HD-Ton ist kräftig und mit guter Dynamik versehen. Die Tonbalance ist ausgezeichnet und die Dialoge jederzeit bestens zu verstehen. Die gebotene Räumlichkeit ist etwas zurückhaltend umgesetzt, kann aber immer wieder mal, vor allem bei musikalischen Einlagen, überraschen.
Grundsätzlich eine ausgezeichnete Tonumsetzung, die kaum Schwächen aufweist.


FAZIT

Eine zeitgemässe HD-Umsetzung die gute bis sehr gute Werte erreicht!

Nur dir zuliebe

2013 (Gori Tere Pyaar Mein - गोरी तेरे प्यार में)

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Er ist kitschig, er ist laut, er quillt über vor Farbenpracht, die Handlung ist vorhersehbar, und zu Ende ist er erst, wenn die Geschichte die schnulzigste Wendung genommen hat, die denkbar ist. Dazwischen wird gesungen und getanzt, als gäbe es kein Morgen. Das Verrückte daran ist, dass man davor sitzt und sich diesem bunten Treiben zu keinem Zeitpunkt entziehen kann (oder will) und ehrlich enttäuscht ist, wenn das Ganze sein Ende gefunden hat. Wer Bollywood-Filme mag, wird sicher auch an diesem Werk seine helle Freude haben. Der einzige Kritikpunkt von meiner Seite gilt der Musik, die für meinen Geschmack zu sehr Richtung Techno tendiert und die traditionelle indische Musik etwas in den Hintergrund drängt...

Sriram (Imran Khan) ist ein Müssiggänger, der kaum etwas ernst nimmt, in den Tag hineinlebt und die Nächte durchfeiert. Dies alles sehr zum Unwillen seines Vaters, der ihn am liebsten verheiratet und Verantwortung übernehmend sehen würde.
Doch dann trifft Sriram eines Tages auf Dia (Kareena Kapoor), die so ziemlich das Gegenteil von allem ist, was Sriram verkörpert. Er verliebt sich und muss nun, um ihre Liebe zu gewinnen, beweisen, dass er mehr kann, als nur das Geld seines Vaters auszugeben.
Auf der Suche nach seiner Liebe, findet er ganz nebenbei auch den Sinn in seinem Leben.

Originaltitel: Gori Tere Pyaar Mein - गोरी तेरे प्यार में

Produktionsland: Indien
Produktionsfirma: Dharma Productions
Produzenten: Karan Johar

Jahr: 2013
Länge: 150 Minuten
Sub-Genre: Romantische Dramedy / Musical

Regie: Punit Malhotra
Drehbuch: Arshad Syed / Punit Malhotra
Musik: Vishal-Shekhar / Salim Sulaiman

Kamera: Mahesh Limaye
Schnitt: Akiv Ali

Besetzung:

  • Imran Khan …. Sriram Venkat
  • Kareena Kapoor …. Dia Sharma
  • Nizhalgal Ravi …. Nizhalgal Raviee
  • Anupam Kher …. Collector
  • Shraddha Kapoor …. Vasudha Natrajan
  • Esha Gupta …. Cameo

Drehorte: Bangalore, Indien

Aspect Ratio: 2.35:1 (CinemaScope)

Sound Mix: DTS-HD Master

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© Rapid Eye Movies


BILD ✪✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 Cinemascope) vor.
Das Bild weist durchgehend eine sehr gute Schärfe und Tiefenwirkung auf. Auch bei Totalen gibt es kaum Einschränkungen der Schärfe zu sehen. Die Farben (in einem solchen Film sehr wichtig) sind sehr intensiv und schön. Die Kontraste und der Schwarzwert machen ebenfalls einen sehr guten Eindruck.
Es gibt einige wenige etwas flachere Bildpassagen, die wohl auf eine schlechte Fokussierung zurückzuführen sind.
Eine exzellente HD-Umsetzung, die dem Medium Blu-ray gerecht wird!

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Auch tontechnisch gibt es nichts zu bemängeln. Die Dialoge sind glasklar, und die musikalische Umsetzung ist eine Wucht. Gerade bei den musikalischen Einlagen werden auch die Surround-Speaker sehr schön ins Geschehen einbezogen. Auch die Tonbalance ist ausgezeichnet ausgefallen. Tiefe Bässe und schöne klare Hochtöne, wie ich sie bis jetzt nur selten auf einer Blu-ray zu hören bekam, runden das gute Gesamtbild der Tonumsetzung ab.
Tontechnisch also ebenfalls eine 1A-Umsetzung!

FAZIT

Eine technisch einwandfreie Blu-ray-Umsetzung!

Lunchbox

2013 (Dabba)

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Kann man aus einer an sich dürftigen Grundidee wie „Eine Lunchbox wird versehentlich ins falsche Büro geliefert, woraus ein Briefwechsel via Lunchbox zwischen einer unglücklich verheirateten Hausfrau und einem kurz vor der Pensionierung stehenden Buchhalter entsteht.“ einen abendfüllenden Film drehen? 
Sorry, war eine rhetorische Frage, natürlich kann man - und wie! 
Entstanden ist ein äusserst kurzweiliger, warmherziger, sinnlicher und interessanter Streifen. Man taucht ab in eine fremde Welt, in fremde Gerüche und bemerkt kaum, wie die Zeit vergeht. 
Die sehr ruhige Inszenierung mag nicht jedem gefallen, mir hat diese entschleunigte Erzählweise sehr zugesagt. Auch die schauspielerische Umsetzung ist sehr gut gelungen. Einzig die deutsche Synchronisation fühlte sich zuweilen etwas aufgesetzt an.

Wahrlich kein Bollywood-Film, wer Spektakel sucht wird hier seine Zeit vertun. Wer aber gerne intelligente Tragikkomödien mag und etwas für Indien übrig hat, wird an diesem kleinen Meisterwerk sicher seine Freude haben. 

In der indischen Millionenstadt Mumbai erhalten die meisten Büroangestellten ihr Mittagessen frisch zubereitet in einer Lunchbox, zugestellt von speziellen Boten, den Dabbawallas.
Auch Ila kocht für ihren Mann aufwändige Gerichte. Aufgrund einer Verwechslung landet das Essen jedoch beim Witwer Saajan. Ila bemerkt den Irrtum. Es gelingt ihr aber nicht die täglichen Fehllieferungen zu verhindern. Sie legt bei der nächsten Lieferung einen Brief in die Lunchbox und auf diese Weise entsteht ein reger Briefwechsel zwischen dem kurz vor der Pensionierung stehenden Saajan und Ila…

Originaltitel: Dabba

Produktionsland: Indien / Deutschland / Frankreich / Kanada / USA

Produktionsfirma:

Sikhya Entertainment
DAR Motion Pictures
Arte France Cinéma
Dharma Productions
UTV Motion Pictures

Produzenten: Anurag Kashyap / Guneet Monga / Arun Rangachari

Jahr: 2013
Länge: 105 Minuten

Sub-Genre: Liebesdrama / Gesellschaftsdrama

Regie: Ritesh Batra
Drehbuch: Ritesh Batra
Musik: Max Richter

Kamera: Michael Simmonds
Schnitt: John F. Lyons

Besetzung:

Irrfan Khan …. Saajan Fernandes
Nimrat Kaur …. Ila
Nawazuddin Siddiqui …. Shaikh
Lillete Dubey …. Ilas Mutter
Nakul Vaid …. Rajeev
Bharati Achrekar …. Auntie

Drehorte: Mumbai, Maharashtra, Indien

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 Neues CinemaScop (Panavision) - D-Cinema)

Sound Mix: Dolby Digital

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BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 CinemaScope) vor.
Wir haben es hier mit einer sehr guten HD-Umsetzung zu tun. Es werden keine Referenzwerte erreicht, aber die Bildschärfe bewegt sich immer auf einem recht hohen Level. Auch die Farbgebung ist sehr natürlich ausgefallen. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut, wie auch die Kontraste. Bei vereinzelten Totalen wird das Bild etwas weicher. Grundsätzlich eine Bildumsetzung auf der Höhe der Zeit, die der DVD-Ausgabe vorzuziehen ist.

TON ✪✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Noch besser als das Bild, ist die Tonumsetzung ausgefallen.
Bei so ruhigen Dialogfilmen gibt es oft so gut wie keine Surroundatmosphäre. In diesem Streifen ist das ganz anders. Die ganzen Umgebungsgeräusche Mumbais werden exzellent auf die Surroundkanäle gelegt und erzeugen eine grandiose Tonumsetzung.
Auch die Balance und die Tondynamik sind auf Referenzniveau.
Bei der Tonumsetzung wurde alles richtig gemacht und meine Erwartung sogar übertroffen.

FAZIT

Eine exzellente technische Umsetzung, die kaum Wünsche offen lässt!

Umrika

2015 (Umrika)

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Weit jenseits der schillernden Bollywood-Film-Welt gibt es in Indien auch solche tiefsinnige und realistische Filme.
„Umrika“ erzählt zwar auch mit bildgewaltiger Sprache, die Geschichte selber ist jedoch sehr realitätsnah und aus dem Leben gegriffen. Regisseur Prashant Nair versteht es eindrücklich mit Klischees zu spielen. Es ist ein Film über die Träume und Sehnsüchte von Menschen und was daraus wird oder eben auch nicht. Dabei ist der Streifen zu keiner Zeit geschwätzig, sondern wohltuend zurückhaltend inszeniert. Es wird viel mit Bildern, Blicken und Stille gearbeitet, was die Geschichte entschleunigt, ohne dass dabei Langweile aufkäme - eine Kunst, die durch Prashant Nair in Vollendung zelebriert wird. Entstanden ist eine stimmungsvolle und mit viel Charme durchsetzte Tragikkomödie - wobei die dramatischen Elementen überwiegen.
Ebenso vollendet wie die Inszenierung ist die schauspielerische Umsetzung. Keine Rolle wirkt unecht oder überspielt.
Zusammen mit dem originellen Drehbuch ergibt sich ein aussergewöhnliches Filmerlebnis, welches lange nachhallt…

Die Geschichte spielt in den 80er-Jahren in einem kleinen indischen Dorf. Udai, ein junger Mann, verlässt seine Familie, er will sein Glück in Umrika (Amerika) suchen. Zurück bleiben sein Vater, der kleine Bruder Ramakant und seine Mutter. Letztere verzweifelt fast, weil sie lange nichts von ihrem Sohn hört und bereits mit dem Schlimmsten rechnet.
Doch eines Tages trifft ein Brief Udais im Dorf ein. Er scheint es geschafft zu haben und berichtet von seinen Erlebnissen und Erfolgen in Amerika. Die nun regelmässig eintreffenden Briefe sind für das kleine Dorf das Tor zur grossen weiten Welt und für seine Mutter ein Trost. Als nach einigen Jahren die Briefe plötzlich ausbleiben, beschliesst der mittlerweile erwachsene Bruder Ramakant, sich auf die Suche nach seinem grossen Bruder zu machen. Er reist nach Mumbai, um ebenfalls eine Gelegenheit zu ergreifen nach Umrika zu gelangen - was er während seiner Zeit in Mumbai entdeckt, stellt sein ganzes Leben auf den Kopf…

Originaltitel: Umrika

Produktionsland: Indien
Produktionsfirma: Drishyam Films / Samosa Stories
Produzenten: Swati Shetty / Manish Mundra

Jahr: 2015
Länge: 101 Minuten

Sub-Genre: Tragikkomödie

Regie: Prashant Nair
Drehbuch: Prashant Nair
Musik: Duntin O'Halloran

Kamera: Petra Korner
Schnitt: Xavier Box / Patricia Rommel

Besetzung:

- Suray Sharma …. Ramakant
- Aashish Bhatt …. Arun
- Smita Tambe …. als Mutter
- Uplaksh Kochhar …. Balwinder
- Megh Pant …. Bhirma
- Pramod Pathak …. als Vater
- Tony Revolori …. Lalu

Drehort:

- Mumbai, Indien

Aspect Ratio: 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format)


Sound Mix: Dolby Digital

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BILD ✪✪✪✪✪

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format) vor.
Der Film wurde, um das Zeitgefühl stimmig umzusetzen, mit einer Super 16mm Kamera gedreht. Dieser Kunstgriff mag zwar der Stimmung dienen - der HD-Bildqualität auf dem heimischen TV-Gerät jedoch nicht. Die Bildqualität ist sehr inkonsistent und zuweilen richtig unscharf. Die Farben sind etwas verwaschen und blass. Der Schwarzwert bewegt sich im unteren Mittelmass, und die Kontraste sind ebenfalls nur als befriedigend zu bezeichnen.

TON ✪✪✪✪✪

Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Wenigstens ist die Tonumsetzung auf der Höhe der Zeit. Die Dialogverständlichkeit ist ausgezeichnet, und die Surround-Lautsprecher werden erfreulicherweise immer wieder, wenn auch dezent, ins Geschehen miteinbezogen. Die Tonbalance ist sehr gut, und die Dynamik weiss ebenfalls zu gefallen. Alles in allem eine sehr gute Tonumsetzung!

FAZIT

Mit der HD-Qualität der Bildumsetzung konnte ich mich nicht anfreunden, die Tonumsetzung ist dagegen sehr gut ausgefallen.

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