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© 1975 Hal Wallis Productions – John Wayne & Katharine Hepurne

Mit Dynamit und frommen Sprüchen

HANDLUNG

Richter Parker hat gerade Marshall Rooster von seinem Amt enthoben. Roosters grobschlächtige Art und sein überbordender Alkoholkonsum, liessen kaum etwas anderes zu. Dummerweise wird kurz danach ein Militärtransport, der gefährliches Nitroglycerin geladen hat, von einer Bande unter Führung des Desperados Hawk überfallen. Hawk ist hochgefährlich und es gibt eigentlich nur einen, dem man zutraut, dass er Hawk zur Strecke bringen könnte: Rooster Cogburn. Richter Parker gibt Rooster den Stern provisorisch zurück und setzt ihn auf die Hawks-Bande an.
Rooster trifft auf seiner Verfolgung auf die Pastorentochter Eula Goodnight, deren Vater von der Hawk-Bande umgebracht wurde. Die alte Jungfer denkt nicht einen Moment daran sich in Sicherheit zu bringen. Vielmehr will sie sich mit Rooster und dem Indianerjungen Wolf auf die Verfolgung der Bande begeben. Die bibelfeste Missionarin und das Whisky-trinkende Raubein Rooster sind ein merkwürdiges Paar, merken aber nach und nach, dass sie besser harmonieren, als dies zu erwarten war…

REZENSION

«Rooster Cogburn», wie der Spät-Western im Original heisst, ist nicht nur der Nachfolgefilm des 1969 erschienenen «True Grit» sondern ein Western der verpassten Gelegenheit. Was hätte aus den wunderbaren Zutaten für ein genialer Kult-Western entstehen können!
Zutaten, wie die beiden Film-Stars John Wayne und Katharine Hepburn, die zwar beide schon im fortgeschrittenem Alter, aber immer noch absolut auf der Höhe ihres Könnens agierten. Im weiteren gibt es sensationell schöne Landschaftsaufnahmen zu bestaunen, ich würde mich sogar zu der Aussage versteigen, dass es der Western mit den schönsten Naturaufnahmen überhaupt ist. Gedreht wurde in Oregon, unter anderem im Smith Rock State Park.
Mit der Grundgeschichte selber wurde nicht gerade das Western-Genre neu erfunden, die Inszenierung ist jedoch spannend und kurzweilig ausgefallen.

Der eigentliche und einzige Schwachpunkt dieses Westerns ist das Drehbuch, genauer die Dialoge. Diese sind an einfältiger Gehaltlosigkeit kaum zu überbieten. Eine Banalität reiht sich da an die andere, eine abgedroschene Phrase jagt die nächste – grauenvoll. Das kommt eben dabei heraus, wenn man Vetternwirtschaft betreibt; die Drehbuchautorin Martha Hyer war eigentlich keine Drehbuchautorin, sondern Schauspielerin, die wohl nur zu dieser Ehre kam, da ihr Ehemann niemand anderes als der ausführende Produzent Hal B. Wallis war.
Schade, kann ich da nur sagen. Das hätte ein absoluter Kultfilm werden können – so ist es ein routiniert abgespulter Western mit schönen Bildern und zwei Superstars geworden, die sich redlich bemühen, den einfältigen Texten etwas Inhalt abzuringen…

Allein wegen den beiden Hollywood-Stars, die hier erstmals gemeinsam vor der Kamera standen und den wirklich einzigartigen Landschaftsaufnahmen, ist dieser Western sehenswert – über den Rest hüllen wir mal den Mantel des Schweigens…

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope (Panavision)) vor.

Es ist dem HD-Bild deutlich anzumerken, dass eine Neuabtastung stattgefunden hat. Vor allem bei Nahaufnahmen wird eine beeindruckende Bildschärfe erreicht. Nur vereinzelt gibt es leichte Unschärfen, die vor allem auf schlechte Fokussierung zurückzuführen sind. Die Farben wirken kräftig und frisch. Der Schwarzwert ist gut ausgefallen. Bei dunklen Szenen werden Details etwas verschluckt. Filmkorn ist kaum noch zu erkennen.
Alles in allem eine ausgezeichnete HD-Umsetzung, die bildtechnisch die DVD-Version um Längen übertrumpft!

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch DTS 2.0 Mono vor.

Wie so oft ist dem Ton das Alter deutlich anzuhören. Die Dialoge sind (leider, bin ich hier fast versucht zu sagen) jederzeit gut zu verstehen. Räumlichkeit oder Dynamik kann natürlich nicht erwartet werden. Die Tonbalance ist ansprechend ausgefallen.
Beim Ton befinden wir uns leider immer noch im DVD-Zeitalter…

FAZIT

Möglicherweise kein Western, den man gesehen haben muss, für Genre-Fans aber durchaus sehenswert. Die technische Umsetzung ist beim Bild sehr gut und beim Ton mässig ausgefallen. Wer gegen inhaltsloses Geplapper resistent ist, wird den Western vielleicht sogar geniessen können…
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© 2013 Universal Pictures Home Entertainment

Originaltitel:
Rooster Cogburn

Regie:
Stuart Millar
Drehbuch:
Martha Hyer
Musik:
Laurence Rosenthal

Produktion:
© Hal B. Wallis Productions
Kamera:
Harry Strading Jr.
Schnitt:
Robert Swink

USA / 1975
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