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© Cine Nomine / Orange Studio u.a. – Clovis Cornillac & Mélanie Bernier

Mit dem Herz durch die Wand

HANDLUNG

Als die junge Pianistin «Madame» ihre erste eigene Wohnung bezieht, erlebt sie eine böse Überraschung – es scheint zu spuken! Bald bemerkt sie jedoch, dass es keine Geister sind, die ihr das Leben schwer machen, sondern ihr kauziger Nachbar, ein Spieleerfinder, der seine Ruhe haben will und deshalb alles daran setzt, um die unliebsame Nachbarin los zu werden.
Da man durch die dünne Wand jedes Geräusch des Gegenübers hört, machen sich die beiden neuen Nachbarn das Leben so schwer wie möglich. Bald bemerken sie jedoch, dass sie einige Gemeinsamkeiten besitzen, und so arrangieren sich die beiden mit der Situation – mehr noch, nach und nach entwickelt sich etwas wie eine Beziehung. Eine Beziehung durch die Wand – keine Frage, dass das nicht lange gut gehen kann…

REZENSION

Regisseur Clovis Cornillac hatte ein interessante und zugleich originelle Grundidee für seine Beziehungskomödie. Zudem sind die Franzosen vermutlich die einzige Film-Nation, die einen solch skurrilen Stoff glaubhaft verfilmen können.
Zumindest dachte ich das. Leider konnte mich die Geschichte nur teilweise überzeugen. Das gute Grundkonzept wird, meiner Meinung nach, durch einen etwas infantilen Humor und schlechtes Timing sabotiert, was zur Folge hat, dass ich die Figuren nicht mehr ernst nehmen kann, und dies ist gerade bei einer kuriosen Geschichte fatal.
Dabei kann man den beiden Hauptdarstellern keinen Vorwurf machen, sowohl Regisseur Cornillac, der hier auch gleich die Hauptrolle spielt, wie auch seinem weiblichen Gegenpart Mélanie Bernier, denn sie machen ihre Sache gut und spielen, soweit es das zuweilen alberne Drehbuch zulässt, überzeugend.
Die Konstanz, mit der regelmässig durch plumpe Einlagen die Glaubhaftigkeit der Story beschädigt wird, führt zu einer merklichen Einbusse des Filmspasses, was, aufgrund des zweifelsohne vorhandenen Potentials der Geschichte, sehr bedauerlich ist.

Aus einer Beziehungsgeschichte, in der sich die Verliebten hören ohne sich zu sehen, hätte viel mehr herausgeholt werden müssen, und da die Grundgeschichte an sich schon skurril genug ist, hätte komplett auf Slapstick verzichtet werden können. Ja, auch im französischen Kino geht es eben mal daneben…

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Neues CinemaScope-Format) vor.

Die Bildqualität ist im Grossen und Ganzen gut ausgefallen, verfügt jedoch über eine etwas eingeschränkte Grundschärfe. In dunklen Szenen werden Bildinhalte zuweilen verschluckt. Die Farben wirken natürlich. Die Kontraste sind auf einem guten Niveau, und auch der Schwarzwert kann überzeugen.

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch DTS-HD Master 5.1 vor.

Genrebedingt handelt es sich hier um einen eher dialoglastigen Film, bei dem die Surroundkanäle nur dezent in Anspruch genommen werden. Ab und an ergibt sich eine recht gute Surround-Atmosphäre. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen. Die Dynamik wird kaum gefordert, kann in den wenigen Szenen in der sie gefragt ist, jedoch überzeugen. Die Tonbalance ist ausgezeichnet ausgefallen.

FAZIT

Eine französische Beziehungskomödie, die, meiner Meinung nach, etwas übers Ziel hinaus geschossen ist und nur für die sehr anspruchslosen Momente geeignet ist.
Die Blu-ray-Umsetzung ist auf der Höhe der Zeit, ohne jedoch Referenzwerte zu erreichen.
Kann man sich ansehen, muss man aber nicht gesehen haben…
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© 2017 Pandastorm Entertainment

Originaltitel:
Un peu, beaucoup, aveuglément

Regie:
Clovis Cornillac
Drehbuch:
Lilou Fogli / Clovis Cornillac / Tristan Schulmann / Mathieu Oullion
Musik:
Guillaume Roussel

Produktion:
© Cine Nomine / Orange Studio u.a.
Kamera:
Thierry Pouget
Schnitt:
Jean-François Elie

Frankreich / 2015
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