Louis, das Schlitzohr

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© 1965 Les Films Corona – Louis de Funés & Bourvil

HANDLUNG

Kaum in den Urlaub aufgebrochen, kracht Antoine (Bourvil) mit seiner «Ente» mitten in Paris in die Nobelkarosse von Leopold Saroyan (Louis de Funès). Da Antoines Wagen dabei einen Totalschaden erleidet, bietet ihm Saroyan grosszügig einen Ersatz an, damit Antoine seinen Italien-Urlaub dennoch antreten kann. Antoine soll für Saroyan in Neapel einen Cadillac abholen und damit nach Bordeaux fahren. Während der naive Antoine überglücklich ist, mit einem solch noblen Gefährt durch Italien kurven zu dürfen, lacht sich der intrigante Saroyan ins Fäustchen, denn der Cadillac ist vollgestopft mit gestohlenem Schmuck, Drogen und Gold, die so vom nichts ahnenden Antoine über die Grenze geschmuggelt werden sollen.
Doch Saroyan muss zu seinem Leidwesen feststellen, dass ein anderes Gangsterteam es auf den wertvollen Wagen abgesehen hat – es entbrennt ein Katz- und Maus-Spiel quer durch Italien und Frankreich – und langsam bemerkt sogar der gutmütige Antoine, dass er aufs Kreuz gelegt worden ist…

REZENSION

Ein rasanter Roadmovie mit Louis de Funès und Bourvil in den Hauptrollen, wobei Bourvil wie gewohnt den herrlich naiven Ahnungslosen und Funès den übernervösen Choleriker mimt – was beiden souverän gelingt.
Der vergnügliche Streifen kam 1965 unter dem deutschen Titel «Scharfe Sachen für Monsieur» in die Kinos und wurde später umbenannt.

Nebst der Kriminalhandlung, welche übrigens auf einer tatsächlichen Begebenheit beruht, besticht der Film vor allem durch sehr schöne Aufnahmen und bildtechnisch reizvolle Inszenierungen.
Obwohl der Film heute als «Funès-Film» wahrgenommen wird, war damals Bourvil, welcher auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand, der eigentliche Star. Louis’ Stern war gerade erst am Aufgehen, hatte er doch mit dem ersten Gendarm-von-Saint-Tropez-Film ein Jahr zuvor Berühmtheit erlangt. Wer genau hinsieht, wird in diesem Film übrigens einige alte Bekannte aus dem Gendarm-Film in kleinen Nebenrollen wiederfinden.

Auch wenn «Louis, das Schlitzohr» vielleicht nicht zu den besten Filmen von Louis de Funès gehört, ist er dennoch sehr sehenswert. Der Zeitgeist der 60er-Jahre wurde wunderbar und stimmungsvoll eingefangen, und die beiden Hauptdarsteller harmonieren ausgezeichnet miteinander. So dass man die etwas unmotivierten Nebenhandlungen, wie etwa die sizilianische Eifersuchtsgeschichte, getrost verzeihen kann…

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Franscope, 1956 in Frankreich entwickeltes Scope-Verfahren) vor.

Die Bildqualität bewegt sich erfreulicherweise auf sehr hohem Niveau. Die Grundschärfe ist ausgezeichnet, die Farben wirken kräftig, und nur vereinzelt sind etwas blassere Bilder zu sehen. Die Kontraste sind ansprechend, und auch der Schwarzwert kann überzeugen. Nur vereinzelt sind leichte Bilddefekte zu sehen, die jedoch kaum stören.
Eine HD-Bildumsetzung, der man das Alter kaum ansieht und die der DVD-Ausgabe um Längen überlegen ist!

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch DTS-HD Master 2.0 Mono vor.

Es ist sowohl die Originalsynchronisation von 1965, wie auch die neue Synchronisation durch Gerd Martienzen von 1976 vorhanden – wobei ich persönlich die zweite klar vorziehe!
Für eine Mono-Ton-Umsetzung klingt diese Blu-ray durchaus respektabel. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen und weisen sogar eine gewisse Dynamik auf. Zuweilen klingen die Höhen etwas grell und unnatürlich. Eine Räumlichkeit gibt es verständlicherweise keine, und auch die Filmmusik klingt eher dünn. Die Tonbalance hingegen ist sehr gut ausgefallen.

FAZIT

Ein vergnüglicher Roadmovie mit Louis de Funès und Bourvil, welcher viel Situationskomik und Charme aufweist.
Die technische Umsetzung der Blu-ray kann vor allem beim Bild überzeugen, während der Mono-Ton keine Überraschungen bereithält…
Kann ich weiterempfehlen!

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© 2017 Studiocanal

Originaltitel:
Le corniaud

Regie:
Gérard Oury
Drehbuch:
Gérard Oury / Marcel Julian
Musik:
Georges Delerue

Produktion:
© Les Films Corona / Explorer Film '58
Kamera:
Henri Decaë
Schnitt:
Albert Jurgenson

Frankreich – Italien / 1965

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