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© Les Films Corona / Fono Roma – Franco Fabrizi & Louis de Funès

Balduin, der Trockenschwimmer

HANDLUNG

Der etwas unbeholfene Bootskonstrukteur André Castagnier gewinnt für sein neu entwickeltes Sportsegelboot in Sanremo den ersten Preis. Als er, wieder zurück in Frankreich, diese freudige Botschaft seinem cholerischen Chef Fourchaume verkünden will, trifft er diesen auf dem falschen Fuss an. Soeben wurde nämlich ein Marineboot, welches ebenfalls von Castagnier entworfen wurde, bei der feierlichen Bootstaufe durch die obligatorische Champagnerflasche beschädigt. Fourchaume ist ausser sich und entlässt Castagnier fristlos. Als Fourchaume wenig später von der Auszeichnung erfährt und hunderte von Bestellungen für das neue Segelboot eintreffen, wird ihm bewusst, was für einen Fehler die Entlassung seines fähigsten Mitarbeiters war. Mit allen Mitteln versucht er, Castagnier wieder zurückzugewinnen. Das stellt sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht, denn mittlerweile ist auch die italienische Konkurrenz auf den begnadeten Konstrukteur aufmerksam geworden…

REZENSION

«Balduin, der Trockenschwimmer» oder «Der kleine Sausewind», wie der Streifen ursprünglich hiess, ist ohne Frage einer der sehr guten Louis-de-Funès-Filme. Die Rasanz der Inszenierung und die Gagdichte ist vor allem zu Beginn beeindruckend und selbst für Funès-Verhältnisse aussergewöhnlich. Dabei zeichnen sich die witzigen Szenen zuweilen durch originelle Ideen aus, wie der langgezogene Jaguar oder die unvergessliche Predigt des Pfarrers in der baufälligen Kirche. Natürlich wird zwischendurch auch immer mal wieder tief in die Mottenkiste der Slapstick-Filme gegriffen und Altehrwürdiges verarbeitet – was dem ganzen Treiben aber nie den Glanz raubt. Louis de Funès läuft zur Höchstform auf und wird einzig durch die Tatsache etwas gebremst, dass er keinen wirklichen Gegenpart erhalten hat; all seine Kollegen wirken neben ihm etwas blass und unscheinbar - selbst Michel Galabru, der leider lediglich eine grössere Nebenrolle spielt und deshalb seine Genialität nur bedingt zur Entfaltung bringen kann.
Dem wilden Treiben geht im letzten Drittel etwas die Luft aus. Es entstehen einige Längen, die dank Louis` Spielfreude jedoch kaum auffallen.

Wer Louis de Funès auf dem Höhepunkt seines Schaffens erleben möchte, dem sei diese kurzweilige, klamaukhafte Komödie empfohlen. Zusätzlich erwähnenswert sind die hochwertige Filmmusik und die ebenso beeindruckende Filmlocation (Südfrankreich).

BLU-RAY-BILD

Das Bildseitenverhätnis liegt in 2.35:1 (21:9 – Franscope, 1956 in Frankreich entwickeltes Scope-Verfahren) vor.

Die HD-Umsetzung weist eine erfreuliche Grundschärfe auf, die nur durch vereinzelte unscharfe Shots beeinträchtigt werden. Selten gibt es einzelne Verunreinigungen zu sehen. Die Farben wirken recht kräftig und der Schwarzwert bewegt sich im guten Mittelfeld. Die Kontraste sind ebenfalls ansprechend – dunkle Szenen gibt es kaum.

BLU-RAY-TON

Das Tonformat liegt in Deutsch 2.0 DTS-HD Master (Mono) vor.

Es befinden sich zwei deutsche Synchronisationen auf dieser Blu-ray; zum einen die 1970 durch Willi Narloch und zum anderen die 1974 durch Gerd Martienzen gesprochene. Ich bevorzuge Martienzen, aber das dürfte Geschmacksache sein…
Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen und Tonfehler oder gar Aussetzer sind keine zu hören. Räumlichkeit oder gute Dynamik kann man von einer Mono-Ton-Umsetzung aber natürlich nicht erwarten.

FAZIT

Wer Funès-Filme beziehungsweise Funès’ Humor mag, wird bei diesem Streifen auf seine Kosten kommen. Die Blu-ray-Umsetzung ist bildtechnisch sehr gut und tontechnisch ansprechend ausgefallen. Kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen!
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© 2017 Studiocanal

Originaltitel:
Le Petit Baigneur

Regie:
Robert Dhéry
Drehbuch:
Claude Clement / Robert Dhéry
Musik:
Gérard Calvi

Produktion:
© Les Films Corona / Fono Roma
Kamera:
Jean Tournier
Schnitt:
Albert Jurgenson

Frankreich - Italien / 1968
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