God's Country

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Percival Everett



Originaltitel: God's Country / 1994

© Deutsche Ausgabe: Büchergilde Gutenberg / 2014


1871, irgendwo im Wilden Westen. Jock Marder muss mitansehen wie sein Haus abgebrannt, seine Frau entführt und sein geliebter Hund umgebracht wird, wobei ihn vor allem Letzteres arg mitnimmt.
Um seine Frau wieder zu finden, heuert er den besten Fährtenleser der Gegend an, den schwarzen Bubba. Das ungleiche Paar macht sich auf den Weg und schon bald wird klar: Das Ganze wird nicht gut enden. Zuviel läuft schief, und dass Marder ein Feigling, Trunkenbold und Möchtegern-Frauenheld ist, macht das ganze Unternehmen auch nicht gerade einfacher...

In salopper Sprache erzählt uns die Hauptfigur Jock Marder was ihm widerfährt, und wie er die Welt sieht, und schon bald wird dem Leser klar, dass man es hier mit einem äusserst unsympathischen, schmierigen und widerwärtigen Gesellen zu tun hat.
Es ist nicht wirklich ein Western-Roman, vielmehr eine Parodie oder Persiflage desselben.
Der eigentliche Held der Geschichte, Bubba, muss sich gegen die Ignoranz und Intoleranz der weissen Welt, in der er lebt, zur Wehr setzen. Bald wird klar, dass der eigentliche Held keine Chance haben wird, in dieser gesetzlosen Welt zu überleben.
So verfolgt man als Leser gebannt das wilde Treiben und ist zunehmend fasziniert von der zielstrebigen Orientierungslosigkeit, mit der die Figuren dem dramatischen Höhepunkt zustreben.
Die Sprache ist genial und die deutsche Übersetzung ist ausgezeichnet ausgefallen.

Es spricht übrigens nicht gerade für die deutschsprachige Verlagswelt, dass so ein grossartiger Roman erst 20 Jahre nach Erscheinen und dann erst noch von einem Buchclub herausgegeben wird...