Die beiden Baroninnen

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Hans Christian Andersen



Originaltitel: De to Baronmesser / 1848

Deutsche Ausgabe: Ars Vivendi Verlag / 2005


Eine Gruppe junger Adliger strandet in einer stürmischen Nacht auf der Insel Langeland (Dänemark). Dort werden sie in einem alten, verfallenen Herrenhaus, in dem sie Zuflucht suchen, Zeugen einer dramatischen Geburt. Die Mutter überlebt die Geburt nicht, und die zufälligen Besucher entschliessen sich, das neugeborene Mädchen zu adoptieren. Das Mädchen wächst bei der Grossmutter von Baron Herman auf und verbringt ein glückliches Leben, bis sie eines Tages auf ein Geheimnis stösst, das alles ändern wird…

Andersen ist vor allem durch seine Kurzgeschichten und Märchen bekannt geworden. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man diesen Roman liest: Die "lange Form" ist nicht sein Metier.
Das Werk besteht aus vielen kleinen, für sich genommen durchaus schönen, zuweilen anrührenden Teilen. Es wird aber leider nicht wirklich ein einheitliches Ganzes daraus. Allzu oft wird der Leser verwirrt im Dickicht der Handlung alleingelassen, um sich unverhofft an einem ganz neuen Erzählort wiederzufinden.
Trotz dieser Mängel ist dies aber ein durchaus lesenswertes Buch. Es lebt eben gerade von diesen kleinen Einzelstücken, in denen Andersens Können, sei es in Landschaftsbeschreibungen oder psychologischen Begebenheiten, aufblitzt. Die Meisterschaft seiner Kurzwerke erreicht er allerdings in diesem Roman nie.