25

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Adele



© XL Recordings – Columbia Japan / 2015

Format: Standard CD


2013 wurde Adele fünfundzwanzig Jahre alt. Sie stand im Studio, um ihr drittes Album aufzunehmen, das wie jeweils die Alben zuvor mit ihrem aktuellen Alter betitelt wurde.
Mich hat primär interessiert, ob sie es wirklich schaffen würde, die Qualität der extrem erfolgreichen und musikalisch hervorragend umgesetzten Vorgänger-Alben zu erreichen.
Die Frage beantwortet sich schon fast von selbst, wenn man den Einstiegssong „Hello“, der gleichzeitig die erste Single-Auskoppelung wurde, hört – ein unglaublich intensives und mitreissendes Stück, das sich noch über lange Zeit in einem festsetzt.
Nach dem genialen, aber konventionell arrangierten Einstiegssong, wird man von „Send My Love“ überrumpelt. Ein sehr fröhlich-freches Pop-Liedchen, das sich mit seinem schrägen Refrain nicht weniger intensiv in den Gehörgängen einnistet.
Nach dem etwas unscheinbarer wirkenden „I Miss You“ folgt bereits der nächste Hammer: „When We Were Young“ - Eine Balade mit schönem, getragenem Arrangement.
Mein persönliches Lieblingslied ist „Milion Years Ago“, eine wunderschöne, sehr ruhige, melancholische Gitarrenballade mit einem Hauch Bossa Nova versehen.

Ich habe hier nun bewusst die Highlights herausgepickt. 25 bietet noch weit mehr, denn einen wirklich schlechten Song sucht man auf diesem Album vergeblich. Selbst Songs, die beim ersten Hinhören noch etwas blass und unscheinbar erscheinen, eröffnen beim wiederholten Anhören eine ungeahnte Tiefe und Schönheit.

Stimmlich war Adele nie besser, und auch die Songs sind sowohl musikalisch wie auch textlich reifer und erwachsener geworden.
Die zum Teil etwas zurückhaltenden Arrangements kommen dem Album sehr zu gute und verstärken die erwähnte Wahrnehmung.

Ich bin wirklich beeindruckt, dass es Adele nicht nur gelungen ist, an die äusserst erfolgreichen Vorgänger-Alben anzuknüpfen, sondern diese noch zu toppen. Das hatte ich so nicht erwartet. Ich freue mich jetzt schon auf die 28, 29 oder 30...

Ich kaufe mir seit Jahren bei aktuellen Veröffentlichungen die japanischen Ausgaben. Nicht selten gibt es dort noch Bonus-Songs , die man auf der europäischen Version vergeblich sucht. So ist es auch bei 25 von Adele. Ich kann Ihnen also nur raten, sich ebenfalls die japanische CD zu besorgen, alleine der Song „Why Do You Love me“ ist den Aufwand wert... versprochen!

Titelverzeichnis:

01 Hello
02 Send My Love (To Your New Lover)
03 I Miss You
04 When We Were Young
05 Remedy
06 Water Under The Bridge
07 River Lea
08 Love In The Dark
09 Million Years Ago
10 All I Ask
11 Sweetest Devotion

Bonus-Songs (Japan):

12 Can‘t Let Go
13 Lay Me Down
14 Why Do You Love Me

Peter, Paul and Mary

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Peter, Paul & Mary



© TopMusic International (Hong Kong) / 2014

Aufgenommen: 1962 (Warner Bros. Records)

Format: Single Layer SACD (Stereo)


1962 erschien das Debüt-Album von Peter, Paul & Mary, das ihren Namen trug. Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass sie mit diesem Album die Musikwelt ein wenig veränderten. Das Album hatte Einfluss auf das musikalische Schaffen Bob Dylans, und vor allem hat es auch unverkennbare Spuren bei Simon & Garfunkel hinterlassen.
Plötzlich war Folk-Musik in aller Munde, oder besser Ohren. Und nicht nur das, das Album wanderte schnurstracks auf Platz 1 der Billboard Charts. Schliesslich verblieb es über drei Jahre in den Charts und erreichte Doppel-Platin in den USA. Kurz, wir haben es hier mit einem der erfolgreichsten Folk-Alben aller Zeiten zu tun.
Es handelt sich bei den Songs aber mitnichten um reine Folk-Songs. Wir finden auf diesem Album ebenso Gospel, Jazz oder Kinderlieder, die aber alle genial zu Folk-Stücken umarrangiert wurden.

Auf die einzelnen Song hier nun einzeln einzugehen, wäre so, als wollte man den Mond mit einer Laterne beleuchten - und deshalb lass ich es. Interessanter ist die Qualität der hier veröffentlichten SACD!
Povee Chan hat das Mastering übernommen, und soweit ich das beurteilen kann, sehr gute Arbeit geleistet. Ich habe jedenfalls Peter, Paul & Mary nie in besserer Klangqualität gehört. Die Höhen sind sehr ausgewogen, nicht übersteuert und die Bässe sehr präzis und kräftig. Nebengeräusche sind keine zu hören, was bei so alten Aufnahmen alles andere als selbstverständlich ist. Der klangtechnische Gesamteindruck ist ohne Frage beeindruckend. Es handelt sich hierbei übrigens um eine Single-Layer SACD, die sich nur auf SACD-Playern abspielen lässt!

Fazit: Es ist schon bedauerlich, dass solche wunderbaren Veröffentlichungen nur für den asiatischen Markt produziert werden und, wie im vorliegenden Fall, eigentlich nur für Hong Kong. Witzig dabei ist, dass auf der Rückseite der SACD „Made in Germany“ steht – wir leben schon in einer verkehrten Welt...

Weniger begeistert bin ich von der Covergestaltung. Warum man nicht das originale Album-Cover verwendet hat, erschliesst sich mir nicht ganz. Zudem ist das Booklet sehr spartanisch gehalten. Songtexte oder Informationen zu den Komponisten sucht man leider vergeblich...

Titelverzeichnis:

01 Early In The Morning
02 500 Miles
03 Sorrow
04 This Train
05 Bamboo
06 It‘s Raining
07 If I Had My Way
08 Cruel War
09 Lemmon Tree
10 If I Had A Hammer
11 Autumn To May
12 Where Have All The Flowers Gone

Pearls - Songs of Goffin and King

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Carole King



© Rockingale Records / 2012

Aufgenommen: 1980 – © Capitol Records / Pecan Street Studios Texas

Format: Standard-CD


Carole King und Gerry Goffin gehörten im 20. Jahrhundert ohne Frage zu den besten Songwriter-Paaren überhaupt.
Die Hitdichte, die diese beiden begnadeten Künstler zusammen schufen, ist beeindruckend.
Als die Musik Carole Kings Ende der 70er-Jahre nicht mehr so erfolgreich in den Charts vertreten war, wie zu Beginn des Jahrzehnts, machte sie das, was viele Künstler tun, in solchen Zeiten: Sie veröffentlichte ein Album mit ihren grössten Hits. Die Instrumentalisierung wurde teilweise markant verändert, zuweilen auch das ganze Arrangement dem Zeitgeist angepasst.

Allen hier vertretenen Songs ist gemein, dass sie ursprünglich von King/Goffin für andere Künstler geschrieben worden sind. Und so hören wir von Carole King erstmalig Songs wie zum Beispiel „The Loco-Motion“ (1962) oder „One Fine Day“, letzterer war 1963 ein Welthit der Girl-Group The Chiffons.
Trotz moderner Arrangements, wird auf diesem Album vorwiegend den Sechzigerjahren gehuldigt. Wobei ich anfügen muss, dass die oben genannten Songs nicht an die Wucht der Originalversionen heranreichen. Überhaupt wirken viele Stücke etwas überarrangiert und zu glattgebügelt. Der erste eigentliche Höhepunkt des Albums bildet meiner Meinung nach erst Track 7: „Oh No, Not My Baby“, ein R&B-Song, der Mitte der Sechzigerjahre durch Maxine Brown zum Hit wurde. Ebenso überzeugen kann Song 8: „Wasn‘t Born To Follow“, ein Country-Folk-Song, der mit origineller Banjo-Begleitung und guter Rhythmik punkten kann.

Und dann kommt Song 10: „Goin‘ Back“. Ein Song, den Carole King ursprünglich für ihr Album „Writer“ 1970 aufgenommen hatte.
Dieser Song ist der eigentliche Grund dafür, warum ich mir dieses Album zugelegt habe, handelt es sich dabei doch um meinen absoluten Lieblingssong von Carole King. Auch dieses Stück hat sie etwas umarrangiert. Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt zu entscheiden, welche Version die Bessere ist. Beide haben so ihre Stärken und Schwächen. Beim Original von 1970 ist die Instrumentalisierung etwas dezenter ausgefallen, die 1980er Version hingegen ist gefälliger und runder, das Piano kommt mehr zu Geltung. Auch schön ist die neu eingebaute Mundharmonika. Dafür hat sie das Gitarrensolo zum Schluss des Songs in der neuen Version weggelassen...

Alles in allem ein Album, das nur wenige wirkliche Höhepunkte aufweisen kann. Zudem ist es etwas bedauerlich, dass es bei einem so erfolgreichen und produktiven Songwriter-Duo lediglich zehn Stücke auf ein Album geschafft haben.

Klangtechnisch ist diese CD-Ausgabe von 2012 gut ausgefallen. Einzig der Bassbereich könnten etwas klarer ausgebildet sein.
Im Booklet sind sämtliche Songtexte zu finden – auch nicht mehr selbstverständlich heutzutage...

Titelverzeichnis

  1. Dancin‘ with Tears in My Eyes
  2. The Loco-Motion
  3. One Fine Day
  4. Hey Girl
  5. Snow Queen
  6. Chains
  7. Oh No Not My Baby
  8. Hi De Ho
  9. Wasn‘t Born to Follow
  10. Goin‘ Back

If You Could Read My Mind

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Gordon Lightfoot



© FridayMusic / 2015

Aufgenommen: 1970 / Reprise Records

Genre: Folk / Singer/Songwriter
Format: Vinyl LP 180g

Joe Reagoso hat im Auftrag von FridayMusic das fünfte Studio-Album von Gordon Lightfoot neu gemastert. Glücklicherweise konnte er mit den originalen Mastertapes von 1970 arbeiten.

Als dieses Album 1970 erschien, trug es noch den Namen „Sit Down Young Stranger“, nach dem riesigen Erfolg von „If You Could Read My Mind“ wurde es umbenannt.

Lightfoot hat ein unnachahmliches Gespür für harmonisch schöne Arrangements, und so lädt dieses Album dann auch zum Träumen und Entspannen ein.
Der erste Höhepunkt findet sich auf Seite A mit der Cover-Version des Kris Kristofferson Songs „Me and Bobby McGee“. Lightfoot versteht es wunderbar, dem Song eine ganz eigene Note zu verleihen. Unterstützt wird er bei diesem Vorhaben von Ry Cooder, der mit seiner Bottleneck-Gitarre das Seine dazu beiträgt. Der Song wirkt dadurch lebendiger als die Original-Version, kann aber die lässig bluesige Cover-Version von Janis Joplin nicht vom Thron stürzen.
Die eigentlichen Höhepunkte des Albums sind allerdings auf der B-Seite zu finden. Allen voran natürlich das eingangs erwähnte und wohl allgemein bekannte „If You Could Read My Mind“, das auch heute noch so zeitlos schön klingt, wie vor vierzig Jahren. Nicht ganz unschuldig daran ist sicherlich das sehr aufwändige Streicherarrangement, das dem Song eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Beim darauffolgenden mitreissenden „Baby It‘s Allright“, handelt es sich um ein Blues-Folk-Song mit wunderbarem Groove. Während es sich bei „Your Love‘s Return“ wieder um eine der typischen Lightfoot-Balladen handelt, die seine ganz eigene Handschrift aufweist.

Alles in allem ein getragenes, harmonisches Album, das zwar mit einem gewissen Pathos daher kommt, aber auch immer wieder durch gekonnte Schlichtheit überzeugen kann. Vielleicht nicht Lightfoots bestes Album, aber ein Album, das in jede gute Musiksammlung gehört, und auf das so mancher weniger talentierte Songwriter mächtig stolz sein dürfte...

Zum Klang dieser neuen Veröffentlichung ist zu sagen, dass ich mir durch das neue Mastering etwas mehr erhofft hatte.
Die Bässe sind sehr dezent und tragend, die Höhen einigermassen gut. Allgemein wirkt der Sound aber leicht dumpf.
Die Ausstattung ist recht spartanisch gehalten, Songtexte sucht man vergebens, Komponisten-Angaben fehlen völlig...

Titelverzeichnis

Seite A

  1. Minstrel of the Dawn
  2. Me and Bobby McGee
  3. Approaching Lavender
  4. Saturday Clothes
  5. Cobwebs & Dust
  6. Poor Little Allison

Seite B

  1. Sit Down Young Stranger
  2. If You Could Read My Mind
  3. Baby It's Alright
  4. Your Love's Return
  5. The Pony Man