Die Wildnis des häuslichen Lebens

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Gilbert K. Chesterton



© Verlag: Berenberg Verlag, Berlin / 2006


Gilbert K. Chesterton (1874-1936) hat ein sehr umfangreiches Werk hinterlassen, das sich aus Literaturkritiken, Gedichten, Erzählungen, Romanen und Essays zusammensetzt.
In deutscher Sprache wurden seine Publikationen häufig nur gekürzt oder in Versatzstücken herausgegeben. Hier macht auch diese vorliegende Veröffentlichung keine Ausnahme.
„Die Wildnis des häuslichen Lebens“ besteht aus insgesamt 18 Essays. Zusammengestellt aus unterschiedlichen Werken und Thematiken. Literaturwissenschaftliches, wie der humorvoll und geistreiche Essay über Charles Dickens „Pickwick Papers“, stehen neben persönlichen oder philosophischen Lebensbetrachtungen.
Alle Texte besitzen den unnachahmlichen Charme von Chestertons querem und erfrischendem Weltbild. Die Essaysammlung liest sich sehr vergnüglich und nicht selten überraschen Chestertons Gedanken und Schlussfolgerungen, da sie völlig schräg und unkonventionell erscheinen.
Politiker oder Literaturkritiker sind seine bevorzugtesten Opfer, aber auch gegenüber einem Verfasser von Büchern über das Erlangen von Erfolg, wie beispielsweise im Essay „Der Trugschluss des Erfolgs“, kennt er kein Erbarmen. Wobei die Quintessenz der Abrechnung über Letzteren folgendermassen ausfällt:
„Es gibt Bücher, die den Menschen zeigen, wie sie in allem Erdenklichen Erfolg haben können; geschrieben sind sie von Leuten, die nicht einmal erfolgreich schreiben können.“

In diesem Stil ist das ganze Werk verfasst, wobei nicht nur die Ergebnisse Chesterton‘s Analysen, sondern vor allem sein Denkweg dahin, fasziniert.

Das schmale Büchlein mit gerade 155 Seiten eignet sich denn auch bestens für den Einstieg in die Gedankenwelt des Gilbert K. Chesterton. Ich habe mich köstlich amüsiert und zusätzlich einige interessante Anregungen erhalten, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

Der Band ist im Berenberg Verlag erschienen und wie alle Bücher aus diesem Verlag sehr edel und schön verarbeitet. Der Einband wurde in Halbleinen gebunden und das Werk fadengeheftet und mit violettem Vorsatzpapier versehen.

Alles in allem eine wunderschöne Ausgabe, die mit ihrer aufwändigen Verarbeitung, den äusserst lesenswerten Inhalten Ehre erweist.