Wonderful Crazy Night

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Elton John



© 2016 Mercury Records Ltd. / Universal Music LLC, Japan

Aufgenommen: Januar bis April 2015 im Village Recorder Studio, Los Angeles

Genre: Rock / Soft-Rock / Pop
Spielzeit: 41:15 Minuten
Format: SHM-Audio-CD

Elton John ist der Woody Allen der Musikszene. Kaum ein Künstler in der modernen Popmusik hat derart konstant Alben veröffentlicht - und dies seit 1969!
Auch wenn sich die Kadenz in den letzten zehn Jahren ein wenig verringert hat, ist dies eine absolut einzigartige Leistung, umso mehr da diese Alben ausnahmslos unter den Top20 der relevantesten Charts zu finden waren und sind.

Das hier vorliegende Album „Wonderful Crazy Night“ ist Elton Johns dreissigstes Studio-Album, erschienen 2016. Alle Songs wurden, wie wir uns das gewohnt sind, von Elton komponiert und von Bernie Taupin getextet.

Elton John erfindet sich nicht neu mit diesem Album. Der Sound ist altbekannt und geht geschmeidig ins Ohr. Dennoch ist gleichzeitig eine frische und wohltuende Unverbrauchtheit zu spüren, wie ich sie schon seit sehr langer Zeit bei Elton nicht mehr gehört habe. Ich bin versucht zu sagen, es klingt wie eines seiner Alben aus den 70er-Jahren - und das meine ich jetzt im positivsten Sinn! Dieser fröhliche, unbeschwerte Boogie-Sound ist unverwechselbar und macht von Beginn an Spass. Dabei ist alles vertreten, was den unverwechselbaren Sound von Elton John ausmacht; rasante und rockige Stücke wie zum Beispiel „Looking Up“, wunderschöne melodische Balladen wie „Blue Wonderful“ oder etwas anspruchsvollere Songs, die sich dem Zuhörer erst beim mehrmaligen Anhören eröffnen, wie „The Open Chord“.

Ich habe mir die japanische Ausgabe besorgt, da diese noch vier zusätzliche Stücke beziehungsweise Live-Versionen beinhaltet, sowie aus SHM gefertigt ist.
Klangtechnisch kann diese SHM-CD überzeugen. Die Höhen klingen natürlich und nicht zu schrill, die Bässe sind satt ohne übertrieben zu wirken. Kurz, ein harmonisches Klangbild, das mich überzeugen konnte.

Fazit: Elton John hat es wieder einmal geschafft - er hat ein kleines Meisterwerk abgeliefert, das ich mir wohl noch oft anhören werde…

Trackliste

1
WONDERFUL CRAZY NIGHT
2
IN THE NAME OF YOU
3
CLAW HAMMER
4
BLUE WONDERFUL
5
I'VE GOT 2 WINGS
6
A GOOD HEART
7
LOOKING UP
8
GUILTY PLEASURE
9
TAMBOURINE
10
THE OPEN CHORD

Bonus Tracks

11
FREE AND EASY
12
ENGLAND AND AMERICA
13
LOOKING UP (LIVE)
14
WONDERFUL CRAZY NIGHT (LIVE)

Memphis Blues

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Cyndi Lauper



© Downtown Records / 2010

Format: Audio-CD



Als Cyndi Lauper als unbekannte Sängerin quer durch die Nachtclubs und Bars von New York tingelte und irgendwie zu überleben versuchte, sang sie Janis Joplin-Songs.
Es ist also nichts Neues, was uns Frau Lauper hier vorlegt, sondern gewissermassen eine Rückbesinnung auf ihre Wurzeln.

Wer noch zweifelt, ob sich ihre Stimme für Blues-Musik überhaupt eignet, dürfte schon nach dem ersten Song: „Just Your Fool“ restlos überzeugt sein, dass dem so ist.
Es macht unglaublichen Spass zuzuhören, wie sie sich in die Songs hineinfühlt und ihre Seele auf der Zunge trägt.
Obwohl das schon mehr ist, als man von den meisten modernen Veröffentlichungen erwarten darf, hat sie sich auch gleich noch mächtige Unterstützung ins Tonstudio nach Memphis geholt. Klingende Grössen wie Allen Toussaint, Jonny Lang, B. B. King und Ann Peebles waren mit von der Partie. Vor allem das Duett mit Ann Peebles: „Rollin' and Tumblin“ ist grossartig und zeigt eindrücklich, wie gut Cyndi Lauper ihre Sache hier macht.
Es gibt auf dieser Veröffentlichung schlicht keine schwachen Songs, und die Mischung zwischen langsamen Balladen, Midtempo Stücken und Dampfhammer Blues à la ZZ-Top ist schlicht genial.

Spätestens bei Song 12: „ Wild Women Don't Have The Blues“, was ja nur eine reifere Formulierung ihres Evergreens: „Girls Just Want to Have Fun“ ist, schliesst sich auch der Kreis wieder...

Für mich ist dieses Album die beste Veröffentlichung des Jahres 2010.

Meine Lieblingssongs auf diesem Album sind Nr. 3: „Early in the Morning“, Nr. 7: „Don't Cry No More“, Nr. 8: „Rollin' and Tumblin“ und Nr. 13: „Don't Wanna Cry“.

Titelverzeichnis

  1. Just Your Fool (featuring Charlie Musselwhite)
  2. Shattered Dreams (featuring Allen Toussaint)
  3. Early in the Mornin (featuring Allen Toussaint and B.B. King)
  4. Romance in the Dark
  5. How Blue Can You Get? (featuring Jonny Lang)
  6. Down Don't Bother Me (featuring Charlie Musselwhite)
  7. Don't Cry No More
  8. Rollin' and Tumblin (featuring Ann Peebles)
  9. Down So Low 
  10. Mother Earth (featuring Allen Toussaint)
  11. Crossroads (featuring Jonny Lang)
  12. Wild Women Don't Have the Blues
  13. I Don't Want to Cry (featuring Leo Gandelman)

Anbringen eines Tonabnehmers

Ich habe mir vor Kurzem einen neuen Plattenspieler gekauft. Den RP8 von Rega. Da ich das Tonabnehmersystem separat erworben hatte (Ortofon 2m Black), ergab sich für mich das Vergnügen, dieses selber am Player anzubringen zu dürfen. Ein Unterfangen, das nicht ohne Tücken ist. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, eine Schritt für Schritt Anleitung zu verfassen, die aufzeigt, wie das Ganze von statten geht.

Nachdem der Plattenspieler mit Hilfe einer Wasserwaage perfekt steht, liegen folgende fünf Schritte vor uns:

  1. Anbringen und Anschliessen des Tonabnehmers (TA) an den Tonarm
  2. Auflagegewicht des TA einstellen
  3. Höhe des Tonarmes kontrollieren
  4. Überhang & Kröpfungswinkel des TA einstellen
  5. Anti-Skating-Gewicht justieren

Schritt 1


Gleich zu Beginn kommt der heikelste Part: Das Anbringen des Tonabnehmers. Dieser wird mit Hilfe eines kleinen Schraubenziehers am Tonarm befestigt. Danach müssen die vier aus dem Tonarm hängenden Kabel an die vorgesehenen Kontakte des TA gesteckt werden. Wobei folgende Farbzuweisung gilt: Rot: Rechts +, Grün: Rechts -, Weiss: Links +, Blau: Links -. Am besten kann man die Kabelhülsen mit Hilfe einer kleinen Flachzange an die vorgesehenen Kontakte stecken. Sollten die Hülsen etwas zu locker sitzen, können sie mit der Flachzange leicht zusammengedrückt werden. Die Betonung liegt hierbei auf „leicht“ und nicht auf „zusammendrücken“!!

01 ta_anschluss

Sollten Sie nur drei Kabel haben und zudem noch in anderen Farben, sind Sie möglicherweise gerade dabei, den Tonabnehmer an Ihrer Schreibtischlampe anzubringen – kleiner Scherz zur Auflockerung.
Sie haben Schritt eins erfolgreich gemeistert. Es folgt…

Schritt 2


Nun da wir den TA am Tonarm befestigt haben, können wir das ideale Auflagegewicht einstellen. Wie hoch dieses Gewicht ist, wird vom jeweiligen Hersteller des TAs vorgegeben. Bei meinem Ortofon 2m Black ist dies 1,5 g.
Nachdem wir das Auflagegewicht am Tonarm manuell auf 0 gestellt haben, senken wir den Tonarm mit dem Tonarmlift ab und stellen dabei das Gegengewicht so ein, dass der Tonarm waagerecht in der Luft schwebt. Ist dies geschafft, kann am Einstellrad die vorgegebene Auflage eingestellt werden. In meinem Fall also 1,5 g.
Diese Einstellung ist nie zu hundert Prozent genau, was mich veranlasst hat, eine elektrische Tonarmwaage zu kaufen. Gibt es für wenig Geld in jedem HiFi-Fachgeschäft. Damit können die eingestellten Gramm nun kontrolliert und gegebenenfalls nachjustiert werden.

02 auflagegewicht

Schritt 3


Nun stellen wir die Tonarmhöhe richtig ein.
Um festzustellen, ob dies überhaupt notwendig ist, legen wir eine LP auf den Plattenteller und setzen die Nadel auf die LP (ohne den Plattenspieler anzustellen!). Der Tonarm muss nun parallel zur LP stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Tonarm je nach dem erhöht oder abgesenkt werden.
Bei mir war eine Erhöhung des Tonarmes notwendig. Leider besitzt der Rega RP8 kein Liftsystem, wie das zum Teil bei anderen Herstellern verbaut wird. So war ich gezwungen, den Tonarm abzumontieren und einen sogenannten Spacer einzusetzen.

03 tonarmhoehe

Schritt 4


Wir kommen nun zur Einstellung des Tonabnehmer-Überhangs und des Kröpfungswinkels.
Dazu benötigen wir eine Schablone, die auf den Plattenteller gesteckt wird. So eine Schablone kann man sich im Internet herunterladen und ausdrucken, oder es liegt beim gekauften Plattenspieler bereits eine solche bei - wie das bei mir der Fall war.
Wir legen nun den Tonabnehmer vorsichtig in die vorgegebenen Markierungen auf der Schablone. Den Kröpfungswinkel findet man, indem der Tonabnehmer genau parallel auf der Markierung der Justierschablone platziert wird. Um die perfekte Übergangposition zu finden, richtet man sich nach der eingezeichneten Linie auf der Schablone. Ist eine Ausrichtung notwendig, werden die Schrauben des TAs leicht gelöst und der TA bewegt, bis es passt – Millimeterarbeit ist angesagt…
Wenn alles stimmt, werden die Schrauben wieder festgezogen.
Mit der Einstellung des Überhangs und des Kröpfungswinkels wird gewährleistet, dass der TA perfekt auf der LP steht und die Nadel in der idealen Abtaststellung ihrer Arbeit nachgehen kann – eine wichtige Einstellung, die man möglichst genau vornehmen sollte!

04 ueberhang

Schritt 5


Zum Schluss wird noch das richtige Anti-Skating-Gewicht eingestellt.
Die Nadel, die auf einer sich drehenden LP steht, wird durch die Rotation nach innen gezogen und zwar umso stärker, je weiter innen sie steht – physikalisch logisch. Diesen Vorgang nennt man Skating. Um diesen Vorgang zu neutralisieren, braucht es eine Anti-Skating-Einstellung. Diese ist relativ simpel zu bewerkstelligen. Die Faustregel besagt, dass es der selbe Wert wie beim Auflagegewicht ist. Wenn das Auflagegewicht also 1,5 g beträgt, stellt man beim Anti-Skating-Rädchen ebenfalls 1,5 g ein. Nun gibt es Fachleute, die sagen, es sei besser, nur 75% dieses Wertes einzustellen. In unserem Beispiel wären das also 1,12 g. Vermutlich muss das jeder bei seinem Dreher selber ausprobieren, ob es dadurch zu Klangverbesserungen kommt oder nicht…
Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass mein Rega-Spieler bei 75% besser klingt.

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Ein Plattenspieler ist ein analoges Gerät und nicht zu vergleichen mit einem CD-Player. Das heisst, jede Einstellung hat eine direkte Auswirkung auf die Klanggüte. Demzufolge kann durch gute Einstellungen eine deutliche Qualitätssteigerung erzielt werden. Leider bedeutet das aber im Umkehrschluss auch, dass durch falsche oder schlechte Einstellungen die Klangqualität leidet. Es ist meiner Meinung nach deshalb äusserst wichtig, sich die nötige Zeit zu nehmen, um die perfekten Voraussetzungen zu schaffen.
Ich hoffe, dass mein kleiner Beitrag für Sie dabei von Nutzen sein kann…


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Peter, Paul and Mary

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Peter, Paul & Mary



© TopMusic International (Hong Kong) / 2014

Aufgenommen: 1962 (Warner Bros. Records)

Format: Single Layer SACD (Stereo)


1962 erschien das Debüt-Album von Peter, Paul & Mary, das ihren Namen trug. Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass sie mit diesem Album die Musikwelt ein wenig veränderten. Das Album hatte Einfluss auf das musikalische Schaffen Bob Dylans, und vor allem hat es auch unverkennbare Spuren bei Simon & Garfunkel hinterlassen.
Plötzlich war Folk-Musik in aller Munde, oder besser Ohren. Und nicht nur das, das Album wanderte schnurstracks auf Platz 1 der Billboard Charts. Schliesslich verblieb es über drei Jahre in den Charts und erreichte Doppel-Platin in den USA. Kurz, wir haben es hier mit einem der erfolgreichsten Folk-Alben aller Zeiten zu tun.
Es handelt sich bei den Songs aber mitnichten um reine Folk-Songs. Wir finden auf diesem Album ebenso Gospel, Jazz oder Kinderlieder, die aber alle genial zu Folk-Stücken umarrangiert wurden.

Auf die einzelnen Song hier nun einzeln einzugehen, wäre so, als wollte man den Mond mit einer Laterne beleuchten - und deshalb lass ich es. Interessanter ist die Qualität der hier veröffentlichten SACD!
Povee Chan hat das Mastering übernommen, und soweit ich das beurteilen kann, sehr gute Arbeit geleistet. Ich habe jedenfalls Peter, Paul & Mary nie in besserer Klangqualität gehört. Die Höhen sind sehr ausgewogen, nicht übersteuert und die Bässe sehr präzis und kräftig. Nebengeräusche sind keine zu hören, was bei so alten Aufnahmen alles andere als selbstverständlich ist. Der klangtechnische Gesamteindruck ist ohne Frage beeindruckend. Es handelt sich hierbei übrigens um eine Single-Layer SACD, die sich nur auf SACD-Playern abspielen lässt!

Fazit: Es ist schon bedauerlich, dass solche wunderbaren Veröffentlichungen nur für den asiatischen Markt produziert werden und, wie im vorliegenden Fall, eigentlich nur für Hong Kong. Witzig dabei ist, dass auf der Rückseite der SACD „Made in Germany“ steht – wir leben schon in einer verkehrten Welt...

Weniger begeistert bin ich von der Covergestaltung. Warum man nicht das originale Album-Cover verwendet hat, erschliesst sich mir nicht ganz. Zudem ist das Booklet sehr spartanisch gehalten. Songtexte oder Informationen zu den Komponisten sucht man leider vergeblich...

Titelverzeichnis:

01 Early In The Morning
02 500 Miles
03 Sorrow
04 This Train
05 Bamboo
06 It‘s Raining
07 If I Had My Way
08 Cruel War
09 Lemmon Tree
10 If I Had A Hammer
11 Autumn To May
12 Where Have All The Flowers Gone

Pearls - Songs of Goffin and King

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Carole King



© Rockingale Records / 2012

Aufgenommen: 1980 – © Capitol Records / Pecan Street Studios Texas

Format: Standard-CD


Carole King und Gerry Goffin gehörten im 20. Jahrhundert ohne Frage zu den besten Songwriter-Paaren überhaupt.
Die Hitdichte, die diese beiden begnadeten Künstler zusammen schufen, ist beeindruckend.
Als die Musik Carole Kings Ende der 70er-Jahre nicht mehr so erfolgreich in den Charts vertreten war, wie zu Beginn des Jahrzehnts, machte sie das, was viele Künstler tun, in solchen Zeiten: Sie veröffentlichte ein Album mit ihren grössten Hits. Die Instrumentalisierung wurde teilweise markant verändert, zuweilen auch das ganze Arrangement dem Zeitgeist angepasst.

Allen hier vertretenen Songs ist gemein, dass sie ursprünglich von King/Goffin für andere Künstler geschrieben worden sind. Und so hören wir von Carole King erstmalig Songs wie zum Beispiel „The Loco-Motion“ (1962) oder „One Fine Day“, letzterer war 1963 ein Welthit der Girl-Group The Chiffons.
Trotz moderner Arrangements, wird auf diesem Album vorwiegend den Sechzigerjahren gehuldigt. Wobei ich anfügen muss, dass die oben genannten Songs nicht an die Wucht der Originalversionen heranreichen. Überhaupt wirken viele Stücke etwas überarrangiert und zu glattgebügelt. Der erste eigentliche Höhepunkt des Albums bildet meiner Meinung nach erst Track 7: „Oh No, Not My Baby“, ein R&B-Song, der Mitte der Sechzigerjahre durch Maxine Brown zum Hit wurde. Ebenso überzeugen kann Song 8: „Wasn‘t Born To Follow“, ein Country-Folk-Song, der mit origineller Banjo-Begleitung und guter Rhythmik punkten kann.

Und dann kommt Song 10: „Goin‘ Back“. Ein Song, den Carole King ursprünglich für ihr Album „Writer“ 1970 aufgenommen hatte.
Dieser Song ist der eigentliche Grund dafür, warum ich mir dieses Album zugelegt habe, handelt es sich dabei doch um meinen absoluten Lieblingssong von Carole King. Auch dieses Stück hat sie etwas umarrangiert. Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt zu entscheiden, welche Version die Bessere ist. Beide haben so ihre Stärken und Schwächen. Beim Original von 1970 ist die Instrumentalisierung etwas dezenter ausgefallen, die 1980er Version hingegen ist gefälliger und runder, das Piano kommt mehr zu Geltung. Auch schön ist die neu eingebaute Mundharmonika. Dafür hat sie das Gitarrensolo zum Schluss des Songs in der neuen Version weggelassen...

Alles in allem ein Album, das nur wenige wirkliche Höhepunkte aufweisen kann. Zudem ist es etwas bedauerlich, dass es bei einem so erfolgreichen und produktiven Songwriter-Duo lediglich zehn Stücke auf ein Album geschafft haben.

Klangtechnisch ist diese CD-Ausgabe von 2012 gut ausgefallen. Einzig der Bassbereich könnten etwas klarer ausgebildet sein.
Im Booklet sind sämtliche Songtexte zu finden – auch nicht mehr selbstverständlich heutzutage...

Titelverzeichnis

  1. Dancin‘ with Tears in My Eyes
  2. The Loco-Motion
  3. One Fine Day
  4. Hey Girl
  5. Snow Queen
  6. Chains
  7. Oh No Not My Baby
  8. Hi De Ho
  9. Wasn‘t Born to Follow
  10. Goin‘ Back

I'm Leavin'

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Elvis Presley



© Sony Music / 2016

Genre: Country / Folk
Format: Vinyl LP (schwarz) 140g / Limitiert auf 5000 Exemplare

Als Sony Music in diesem Frühjahr ankündigten, dass sie, anlässlich eines „Record Store Day“, diese LP von Elvis veröffentlichen würden, war für mich schnell klar, dass ich sie haben musste.
Die Songauswahl ist genial und beinhaltet nicht weniger als sieben meiner liebsten Elvis-Songs! Hätte ich die LP-Titel selber zusammenstellen dürfen, die Auswahl wäre wohl nicht viel anders herausgekommen!

Zu finden sind darauf Folk und Country Stücke, die zwischen den Jahren 1966 und 1973 entstanden sind. Der Kern der Aufnahmen stammt allerdings aus den 1971er-Sessions.
Als herausragend ist sicher die kongeniale Coverversion von Dylans „Tomorrow Is A Long Time“ zu bezeichnen, in die Elvis sein ganzes Können steckte und von der Bob Dylan damals meinte, dass es sich um eine der besten Coverversion handle, die je von einem seiner Songs gemacht worden sei... dem ist nichts hinzuzufügen.
Auch das Titelstück „I‘m Leavin‘“ ist ein wunderbarer Song, mit dem Elvis damals seiner Zeit meiner Meinung nach weit voraus war – ist leider heute kaum noch im Radio zu hören.
Warum auf der B-Seite Take 2 (also ein Outtake) von „Loving Arms“ Verwendung fand, anstelle des offiziellen Master-Takes, erschliesst sich mir nicht. Das kann aber den guten Gesamteindruck dieser Veröffentlichung kaum schmälern.
Eine LP, wie Elvis sie hätte in den 70ern veröffentlichen sollen! Stimmlich war er auf dem Höhepunkt und musikalisch reifer und professioneller als je zuvor oder danach... Schön, dass wir nun, wenigstens vierzig Jahre später, die Highlights dieser Schaffensphase vorgesetzt bekommen.

Die LP selbst besteht aus 140g-Vinyl – also nicht gerade audiophil, aber dennoch ordentliche Qualität, und der Klang ist als gut, wenn auch nicht überragend, zu bezeichnen. Das Cover ist stilvoll in zurückhaltender Eleganz gehalten, während das „Innenleben“ dann schon etwas ernüchternder ausfällt: Eine einfache Papierschutzhülle ohne Bedruckung oder Texte – hier ist Sony sich bei seiner Vermarktungspolitik treu geblieben...(Dafür habe ich den einen Stern abgezogen!)

Fazit: Als Elvis-Fan besitzt man diese Songs natürlich alle schon zigfach, in Vinyl-Zusammenstellung gab‘s das aber noch nie in dieser konsequenten Form und für alle, die noch nicht viel von Elvis im Regal stehen haben, ist das hier ein Pflichtkauf – schlicht das Beste, das es von Elvis in dieser Schaffensphase zu hören gibt!

Titelverzeichnis

Seite A

01 I‘m Leavin‘ (3:52)
02 Early Mornin‘ Rain (3:00
03 Good time Charlie‘s Got The Blues (3:10)
04 Until It‘s Time For You To Go (4:02)
05 Help Me Make It Through The Night (2:51)
06 Don‘t Think Twice, It‘s All Right (2:45)

Seite B

07 You Asked Me To (2:52)
08 Gentle On My Mind (3:26)
09 Tomorrow Is A Long Time (5:24)
10 I‘m Movin‘ On (2:56)
11 (That‘s What You Get) For Lovin‘ Me (2:11)
12 Lonving Arms (Take 2) (2:52)

Wie reinigt man eine LP richtig?

Vinyl-Scheiben sind ja wieder mächtig im Kommen, und auch ich habe meine alten Vinyl-Schätze aus der Versenkung geholt.
Alte LPs weisen oft starke Verschmutzungen in Form von Staub- und Fettablagerungen auf. Da nützt dann auch das Abbürsten mit der klassischen Vinyl-Trockenbürste meistens nicht viel.
Wenn Sie im Internet nach hilfreichen Tipps zu diesem Thema suchen, werden Sie unzählige Beiträge finden. Nicht alle sind seriös und nicht selten kommt das Gefühl auf, dass man wohl eher überteuerte Produkte an den Kunden bringen will, als LPs zu reinigen.

Wie auch immer. Ich dachte, es ist an der Zeit, dass ich den unzähligen Tipps einen weiteren hinzufüge und Ihnen meine Putzmethode vorstelle:

Sie benötigen folgende Komponenten:

  • Putzmittel mit Zerstäuber
  • Putzbürste für Nassgebrauch
  • Ein altes Geschirrtuch
  • Einen dicken Karton (3-4mm)
  • Ein saugfähiges Mikrofasertuch (am besten frottiert)

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Schritt 1

Schneiden Sie aus dem Karton eine runde Scheibe aus, die die Grösse des LP-Labels aufweist. Diese brauchen wir, um das Label während des feuchten Putzvorganges zu schützen.

Schritt 2

Giessen Sie etwas von der Putzflüssigkeit in den Zerstäuber. Ich verwende das Mittel Disco-Antistat Mixture von Knosti. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Sie können aber auch jedes andere Putzmittel verwenden, das keine ätzende Stoffe enthält.
Legen Sie die LP auf das alte Geschirrtuch. Während Sie das Label mit dem Karton abgedeckt halten, sprühen Sie die LP leicht mit der Putzflüssigkeit ein.

Schritt 3

Nun folgt der eigentliche Putzvorgang.
Fahren Sie mit der Bürste den Rillen entlang. Je nach Verschmutzungsgrad etwas intensiver bürsten, bis es richtig schäumt.
Nun die Bürste an einem trockenen Tuch abwischen und die LP solange weiter abbürsten, bis das Mittel (Schaum) optisch nicht mehr zu sehen ist. Danach mit einem trockenen Mikrofasertuch den Rillen entlang trockenreiben. Sie können auch jedes andere fusselfreie Tuch verwenden.
Nachdem wir mit der Rückseite ebenso verfahren sind, kann man die LP zum Trocknen auf ein Geschirrtuch legen.

Ich habe mit diesem Verfahren ausgezeichnete Resultate erzielt und kann es deshalb uneingeschränkt weiterempfehlen. Der Kauf von überteuerten LP-Waschmaschinen ist meiner Meinung nach unnötig – es sei denn, man muss Tausende von LPs reinigen, was aber wohl nicht der Normalfall sein dürfte.

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Grundsätzlich denke ich sowieso, dass man LPs nicht übermässig waschen sollte. Wenn man sie während der Benutzung einigermassen anständig behandelt, ist eine solche Wäsche bei neueren LPs sicher nicht notwendig.
Anders sieht es natürlich bei alten Scheiben aus, die zwanzig, dreissig oder mehr Jahre auf dem Buckel haben…
Ein gute Idee ist, meiner Erfahrung nach, die Schallplatte anstatt in die oft einfache Papierhülle in eine plastifizierte Innenhülle zu stecken und so dem lästigen Papierstaub zu entgehen. Ich verwende dafür die Original Master Record Sleeve von MFSL – damit gehört dann auch die statische Aufladung der Geschichte an.
Zusätzlich lege ich meine LPs immer mit dünnen Stoffhandschuhen auf, so ist gewährleistet, dass keine Fettflecke entstehen – wichtig ist natürlich, dass die Handschuhe fusselfrei sind.

Sie finden HIER einen Film mit dem beschriebenen Reinigungsablauf.

If You Could Read My Mind

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Gordon Lightfoot



© FridayMusic / 2015

Aufgenommen: 1970 / Reprise Records

Genre: Folk / Singer/Songwriter
Format: Vinyl LP 180g

Joe Reagoso hat im Auftrag von FridayMusic das fünfte Studio-Album von Gordon Lightfoot neu gemastert. Glücklicherweise konnte er mit den originalen Mastertapes von 1970 arbeiten.

Als dieses Album 1970 erschien, trug es noch den Namen „Sit Down Young Stranger“, nach dem riesigen Erfolg von „If You Could Read My Mind“ wurde es umbenannt.

Lightfoot hat ein unnachahmliches Gespür für harmonisch schöne Arrangements, und so lädt dieses Album dann auch zum Träumen und Entspannen ein.
Der erste Höhepunkt findet sich auf Seite A mit der Cover-Version des Kris Kristofferson Songs „Me and Bobby McGee“. Lightfoot versteht es wunderbar, dem Song eine ganz eigene Note zu verleihen. Unterstützt wird er bei diesem Vorhaben von Ry Cooder, der mit seiner Bottleneck-Gitarre das Seine dazu beiträgt. Der Song wirkt dadurch lebendiger als die Original-Version, kann aber die lässig bluesige Cover-Version von Janis Joplin nicht vom Thron stürzen.
Die eigentlichen Höhepunkte des Albums sind allerdings auf der B-Seite zu finden. Allen voran natürlich das eingangs erwähnte und wohl allgemein bekannte „If You Could Read My Mind“, das auch heute noch so zeitlos schön klingt, wie vor vierzig Jahren. Nicht ganz unschuldig daran ist sicherlich das sehr aufwändige Streicherarrangement, das dem Song eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Beim darauffolgenden mitreissenden „Baby It‘s Allright“, handelt es sich um ein Blues-Folk-Song mit wunderbarem Groove. Während es sich bei „Your Love‘s Return“ wieder um eine der typischen Lightfoot-Balladen handelt, die seine ganz eigene Handschrift aufweist.

Alles in allem ein getragenes, harmonisches Album, das zwar mit einem gewissen Pathos daher kommt, aber auch immer wieder durch gekonnte Schlichtheit überzeugen kann. Vielleicht nicht Lightfoots bestes Album, aber ein Album, das in jede gute Musiksammlung gehört, und auf das so mancher weniger talentierte Songwriter mächtig stolz sein dürfte...

Zum Klang dieser neuen Veröffentlichung ist zu sagen, dass ich mir durch das neue Mastering etwas mehr erhofft hatte.
Die Bässe sind sehr dezent und tragend, die Höhen einigermassen gut. Allgemein wirkt der Sound aber leicht dumpf.
Die Ausstattung ist recht spartanisch gehalten, Songtexte sucht man vergebens, Komponisten-Angaben fehlen völlig...

Titelverzeichnis

Seite A

  1. Minstrel of the Dawn
  2. Me and Bobby McGee
  3. Approaching Lavender
  4. Saturday Clothes
  5. Cobwebs & Dust
  6. Poor Little Allison

Seite B

  1. Sit Down Young Stranger
  2. If You Could Read My Mind
  3. Baby It's Alright
  4. Your Love's Return
  5. The Pony Man

Same Trailer Different Park

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Kacey Musgraves



© Mercury Nashville / 2013

Format: Standard CD


Kacey Musgraves gilt als neuer Star am US-Country-Himmel.
Wenn man sich dieses Album anhört, kommt das nicht von ungefähr. Musgraves besticht durch ein gutes Gespür für gefällige Refrains und gute Harmonien. Die Texte sind ebenfalls recht ansprechend, was ja nicht gerade ein übliches Markenzeichen gegenwärtiger Countrymusik darstellt.
Der grosse Durchbruch kam mit dem auf diesem Album befindlichen Song, „Merry Go `Round“, der schon kurz nach Erscheinen in den US-Country-Sendern in Dauerschlaufe lief. Obwohl der Song ohne Frage bemerkenswert ist, gibt es Besseres auf diesem Album.
Das sehr klassische, mit schönen Mundharmonikaeinlagen versehene „My House“, zum Beispiel, hat es mir angetan. Oder auch der Song „Follow Your Arrow“ verbreitet eine gute Stimmung.
Wir haben es hier aber nicht mit reiner Countrymusik zu tun. Wie schon berühmte Vorgängerinnen Shania Twain oder Taylor Swift es vorgemacht haben, bedient sich Kacey Musgraves verschiedener Elemente aus Country Folk, Blues Rock und Country Pop.
Zuweilen mag das Album etwas zu durcharrangiert und glattgebügelt wirken, gleichwohl ist immer wieder ein erfreulich frischer Wind zu spüren.
Die Tatsache, dass Musgraves bei allen Songs als Co-Autorin und Co-Produzentin auftritt, spricht zudem für sich.
In den USA wird sie als Erbin von Dolly Parton und Loretta Lynn gehandelt. Für mich ein etwas gewagter Vergleich. Tatsache ist aber, dass Kacey Musgraves ohne Frage frischen Wind in die amerikanische Country-Szene gebracht hat. Ob sie diesen recht hohen Standard, den sie mit „Same Trailer Different Park“ gesetzt hat, halten oder gar übertreffen kann, wird die Zukunft zeigen...

Die klangliche Qualität der CD ist recht beachtlich. Die Höhen wie auch die Bässe wirken ausgewogen und stimmig. Die Räumlichkeit lässt es etwas an Transparenz vermissen.

Titelverzeichnis:

01 Silver Lining
02 My House
03 Merry Go 'Round
04 Dandelion
05 Blowin' Smoke
06 I Miss You
07 Step Off
08 Back On The Map
09 Keep It To Yours
10 Stupid Stupid
11 Follow Your Arrow
12 It Is What It Is

Belafonte Sings The Blues

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Harry Belafonte



© Impex Records / 2010

Aufgenommen: 1958 (RCA Victor)

Format: 24K Gold-CD

Als Harry Belafonte 1958 in New York ins Aufnahmestudio ging, war er bereits ein Star.
Seine Karriere begann er mit populären Jazz-Standards, die ihm aber wenig Erfolg einbrachten. Nachdem er die Folkmusik für sich entdeckte und mit gutem Gespür für Timing und Effekt anfing karibische Folkstücke neu zu arrangieren, gelang ihm der Durchbruch. Bald galt er als König des Calypso, was ihm aber selber gar nicht so recht war, wurde er dadurch doch beträchtlich auf einen ganz bestimmten Stil festgelegt.
Mit der Motivation, mal was ganz anderes zu versuchen, nahm er 1958 in New York und später noch in Hollywood das Album „Belafonte Sings The Blues“ auf. Wie der Titel schon offenlegt, ein Blues-Album.
Wer Harry Belafonte nur mit seinen bekannten Stücken wie: „Jamaica Farewell“ oder „Day O“ kennt, wird erstaunt sein über das hier zu Hörende. Harrys Stimme ist ebenso zurückhaltend, wie das ganze Arrangement der Stücke, die nicht alle reine Blues-Stücke sind, sondern zum Teil zu Blues-Nummern umgeschrieben wurden.
Das gesamte Album ist sehr getragen und unaufgeregt. Umso mehr fällt Harrys Stimmgewalt auf. Die Atmosphäre des Albums wirkt sehr entschleunigend auf den Zuhörer. Dieser Höreindruck wird durch die hervorragende neue Digitalisierung durch Impex Records noch unterstützt. Man hat es ausgezeichnet verstanden, den warmen und beeindruckenden Klangteppich der Originalaufnahme zu erhalten. Mir sind nicht viele Aufnahmen bekannt, die beinahe sechzig Jahre auf dem Buckel haben, und gleichzeitig noch so frisch und transparent klingen.

Für mich persönlich bildet der Song „Cotton Fields“, im Original von Huddie William Ledbetter, den Höhepunkt dieses sehr stimmigen und einzigartige Belafonte-Albums.

Sollten Sie Blues mögen und eine andere Seite von Harry Belafonte kennenlernen wollen, sind sie hier genau richtig!

Titelverzeichnis:

  1. A Fool For You
  2. Losing Hand
  3. One For My Baby
  4. In The Evenin' Mama
  5. Hallelujah I Love Her So
  6. The Way I Feel
  7. Cotton Fields
  8. God Bless The Child
  9. Mary Ann
  10. Sinner's Prayer
  11. Fare Thee Well

Made For Pleasure

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The New Mastersounds



© Légère Recordings / 2015

Medium: Standard-LP


Ist Ihnen das auch schon passiert, dass Sie auf einer Homepage nach etwas Bestimmtem gesucht und dann etwas ganz anderes gefunden haben?
Also, ich war kürzlich auf der Suche nach einer LP von Bobby Gentry. Ich gab den Namen ins Suchfenster ein - und dann kam eine einzige LP: The New Mastersounds.
Ich war etwas verwirrt, was hat das mit Bobby Genry zu tun? Nun, die Antwort war denkbar einfach: Nichts!
Da ich noch nie etwas von einer Band mit dem Namen The New Mastersounds gehört hatte und mich zudem der Titel ansprach, habe ich es mir dann etwas genauer angesehen und schliesslich gekauft. Den Mutigen gehört die Welt, oder so...

Was ich dann zu hören bekam, hat mich ziemlich umgehauen. Die Mischung aus Jazz, Funk und Reggae ist wirklich cool und mitreissend. Reine Instrumentalstücke wechseln sich ab mit Gesangsstücken. Das klingt alles sehr durchdacht und gut arrangiert.
Ein breites Grinsen im Gesicht hatte ich bei der Cover-Version des Songs „Fancy“, im Original von der australischen Rapperin Iggy Azalea geschrieben. Daraus haben die Leute von The New Mastersound ein originell klingendes Reggae-Stück gemacht. Der typische Reggae-Rhythmus wird durch Bläser und Elektrogitarren unterstützt.
Ebenso gut gefällt mir das Instrumentalstück „Cigar Time“, das mich sehr stark an Wes Montgomerys lockeres Gitarrenspiel erinnert.

Alles in allem ein Blindkauf, den ich keine Sekunde bereut habe. Ein Hoch auf die unzulänglichen Suchmaschinen!

Ein kleiner Negativpunkt gibt es dennoch zu erwähnen: Die LP klingt recht dumpf und in den Höhen nicht so sauber, wie man das von modernen Produktionen eigentlich erwarten könnte. Vielleicht ist das aber auch gewollt und es wurde versucht, passend zur Musik, eine Art 70er-Feeling aufkommen zu lassen...

Titelverzeichnis:

A-Seite
  1. Made For Pleasure
  2. High & Wide
  3. Enough Is Enough
  4. Fancy
  5. Cigar Time

B-Seite
  1. Joy
  2. Sitting On My Knees
  3. Let's Do Another
  4. PHO Baby
  5. Just Gotta Run

The Christmas Spirit

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Johnny Cash



© Columbia Records / 1963

Aufgenommen: 1959 -1963

Format: LP 180g / Weisses Vinyl


Johnny Cashs siebzehnte Album-Veröffentlichung war gleichzeitig sein erstes Weihnachtsalbum. Johnny Cash wäre nicht Johnny Cash, wenn er hier einfach ausschliesslich klassische Weihnachtsstandards gecovert hätte. Vielmehr hören wir hier etliche Eigenkompositionen, die er entweder alleine, mit seiner Frau June oder anderen Songwritern geschrieben hatte.
Obwohl das Album 1963 ein grosser kommerzieller Erfolg war (Platz 7 der Billboard-Charts), wurde es von den Kritikern eher schlecht bewertet, was sicherlich an der etwas eigenwilligen Songauswahl gelegen haben dürfte.
Mir persönlich gefällt es gut. Zum einen ist es, für ein Weihnachtsalbum, sehr abwechslungsreich und zum anderen finden wir hier die typische Mischung, die Johnny Cashs Werke in dieser Zeit so besonders machten.

Alles in allem ist es ein sehr schön arrangiertes und melodisches Album, das mit seiner getragenen und spirituellen Art wunderbar in die Weihnachtszeit passt.
Für mich zählen die Songs „Christmas As I Knew It“, in dem June Carter eine sehr persönliche Weihnachtserinnerung verarbeitet, und die Vertonung von Henry Longfellows Gedicht „I Heard The Bells on Christmas Day“ zu den Höhepunkten dieser Veröffentlichung.

Mir liegt die 2014 erschienene LP-Ausgabe von FridayMusic vor. Die Klangqualität ist sehr gut ausgefallen, sowohl die Höhen wie auch die Bässe sind beachtlich und geben keinen Grund zu Beanstandung. Natürlich hört man der Veröffentlichung an, dass das Quellmaterial schon 50 Jahre auf dem Buckel hat...

Titelverzeichnis:

A-Seite

1. The Christmas Spirit
2. I Heard the Bells on Christmas Day
3. Blue Christmas
4. The Gifts They Gave
5. Here Was a Man
6. Christmas As I Knew It

B-Seite

1. Silent Night
2. The Little Drummer Boy
3. Ringing the Bells for Jim
4. We Are the Shepherds
5. Who Kept the Sheep
6. Ballad of the Harp Weaver

Ellington Indigos

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Duke Ellington



Impex Records / 2014

Aufgenommen: 1957

Format: 24K Gold CD


Ellington Indigos ist eines jener klassischen Jazz-Standard-Alben, die vermutlich die meisten Jazz-Liebhaber in ihrer Sammlung haben. Ein wunderschön arrangiertes und völlig entspanntes Album hat Duke Ellington mit seinem Orchester hier 1957 eingespielt.
Das Album hat eigentlich alles, was Duke Ellington auszeichnet, und ist deshalb wohl auch sehr beliebt.
Alles in allem aber ein sehr ruhiges und getragenes Album, auf dem es kaum schnellere Stücke gibt, das wohl gerade deshalb wunderbar zum Träumen einlädt...

Impex Records liess anhand der originalen Bänder ein neues Mastering erstellen. Die Gold-CD beinhaltet zusätzlich zum vollständigen Original-Album in Stereo acht Bonus-Stücke in Mono.
Bei den Bonus-Stücken handelt es sich zum Teil um alternative Takes sowie unveröffentlichtes Material.

Der Klang der Impex-CD ist sehr gut ausgefallen. Man hat es vorzüglich verstanden, den analogen Charakter der Aufnahmen zu erhalten. Der Sound klingt sehr warm und weist keine grellen Höhen auf.

Ein sehr stimmiges und rundes Album, bei dem es schwer fällt, einzelne Höhepunkte hervorzuheben. Ein Album zum ganz Durchhören eben...

Titelliste

01. Solitude
02. Where Or When
03. Mood Indigo
04. Autumn Leaves
05. Prelude To A Kiss
06. Willow Weep For Me
07. Tenderly
08. Dancing In The Dark

Bonus Tracks (Mono)

09. Night and Day
10. All the Things You Are
11. The Sky Fell Down
12. Mood Indigo (Alternate Take 1)
13. Mood Indigo (Alternate Take 2)
14. Willow Weep For Me
15. Where or When
16. Love (My Heart, My Mind, My Everything)

Badlands

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Trampled Under Foot



© Telarc / 2013

Genre: Blues
Format: Standard-CD

Danielle Schnebelen (Bass / Vocals)
Nick Schnebelen (Guitar / Vocals)
Kris Schnebelen (Drums / Vocals)

Zusätzlich:
Mike Finnigan (Keyboards)
Tony Braunagel (Percussion)
Johnny Lee Schell (Acoustic Guitar)
Lisa Swedelund (Background Vocals)

Klassische Blues-Musik ist ja zur Zeit nicht gerade gross in Mode. Umso erfreulicher ist es, wenn man dann auf so eine wunderbare Blues-CD stösst.
Schon der erste Titel „Bad Bad Feeling“, mein Lieblingssong auf dieser Scheibe, lässt einen verwundert auf die CD-Hülle blicken, doch tatsächlich, das wurde 2013 eingespielt.
Die Stimme von Danielle Schnebelen haut einen wirklich vom Hocker. Überhaupt ist der Sound, der hier aus den Lautsprechern kommt, eine wahre Urgewalt. Da werden Assoziationen geweckt mit Robert Cray, Doug MacLeod, aber auch John Lee Hooker lässt grüssen. Ohne dass das Ganze aber in irgendeiner Form abgekupfert wirkt. Die Schnebelen-Geschwister haben da durchaus ihren eigenen Stil entwickelt und nebst richtigen Dampfhammerstücken gibt es auch Raum für schöne Mid-Tempo-Songs wie „Mary“.

Ohne Frage eine der besten Blues-CDs, die mir in letzter Zeit untergekommen ist. Einen Stern Abzug gibt es für den etwas dumpfen Sound dieser CD-Produktion und die sehr spartanische Verpackung, bei der es nicht mal für ein Booklet gereicht hat...

Meine Lieblingsstücke auf dieser CD:

Nr. 1 Bad Bad Feeling, Nr. 10 Down To The River und Nr. 13 It's A Man's Man's Man's World

Titelverzeichnis

  1. Bad Bad Feeling
  2. Dark Of The Night
  3. Don't Want No Woman
  4. Mary
  5. Badlands
  6. You Never Really Loved Me
  7. Pain In My Mind
  8. I Didn't Try
  9. Desperate Heart
  10. Down To The River
  11. Home To You
  12. Two Go Down
  13. It's A Man's Man's Man's World


Best Folk

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Diverse Interpreren



SONY Hong Kong / 2015

Format: Stereo Hybrid SACD

Limitierte Ausgabe: Laufnummer 0055


Die Songs auf diesem Folk-Sampler waren mir grösstenteils schon bekannt, als ich diese SACD bestellt habe. Meine Motivation war daher mehr, diese zum Teil hervorragenden Songs in einer besseren Tonqualität zu besitzen.

Chinesische Sampler, die sich auf ein bestimmtes Genre beziehen, muss man immer mit etwas Vorsicht geniessen, so ist der Begriff Folk auch in dem hier vorliegenden Fall sehr weit gefasst.
Hier stehen sich Pop-Musik aus den 70ern (Mary MacGregor: Torn Between Two Lovers), Country-Stücke (Willie Nelson: Always On My Mind) und eben Folk wie Bob Dylans Klassiker „Blowin' In The Wind“ gegenüber. Auch Softrock-Stücke wie „Dunst“ von Kansas, finden hier ihren Platz.
Allen gemein ist, es sind wunderbare Songs, die ich mir endlos anhören kann. Speziell gefreut habe ich mich über Dolly Partons „I Will Always Love You“, das die meisten wohl in der millionenfach verkauften Version von Whitney Housten kennen werden. Die Originalversion wurde aber von Dolly Parton aufgenommen und geschrieben (!).

Klangtechnisch ist die Scheibe etwas inkohärent, das heisst man hört Stücken wie zum Beispiel Harry Belafontes „Jamaica Farewell“ das Alter schon recht gut an. Alles in allem haben wir es aber mit einer hervorragenden Tonumsetzung zu tun. Die Dynamik ist beachtlich ausgefallen und Rauschen oder gar Tonfehler sind absolut keine zu hören.

Auch lobenswert zu erwähnen ist das Booklet, das den Text sämtlicher Songs beinhaltet.
Über die Covergestaltung kann man geteilter Meinung sein. Die SACD wurde für den chinesischen Markt produziert und die Geschmäcker scheinen da verschieden zu sein...

Meine absoluten Favoriten auf dieser SACD sind: Nr. 07, Jim Croce: I'll Have To Say I Love You In A Song, Nr. 10, Dolly Parton: I Will Always Love You und Nr. 13, Albert Hammond: It Never Rains in Southern California.

Titelverzeichnis

  • Try To Remember – The Brothers Four
  • Today – The New Christy Minstrels
  • Jamaica Farewell – Harry Belafonte
  • Blowin’ in the Wind – Bob Dylan
  • The Sound of Silence – Simon & Garfunkel
  • Danny’s Song – Loggins & Messina
  • I’ll Have To Say I Love You In A Song – Jim Croce
  • Longer – Dan Fogelberg
  • Torn Between Two Lovers – Mary MacGregor
  • I Will Always Love You – Dolly Parton
  • Always on My Mind – Willie Nelson
  • I Know A Heartache When I See One – Jennifer Warnes
  • It Never Rains in Southern California – Albert Hammond
  • (What A) Wonderful World – Art Garfunkel
  • Dog & Butterfly – Heart
  • Dust in the Wind – Kansas

Analoge Pearls Vol. 1

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Waylon Jennings


© Stockfisch Records / 2014

Aufgenommen: 1964

Format: Hybrid Stereo SACD


Das deutsche Label Stockfisch Records begann im Jahr 2014 eine neue Serie von SACDs herauszugeben. Das Konzept sieht vor, alte hochwertig produzierte Analogaufnahmen zu finden und diese dann in bestmöglicher Form ins SACD-Format zu übertragen.

Die erste Veröffentlichung wurde in den Archiven der Bear Family Records gefunden und lizenziert.
Die Originalaufnahmen stammen aus dem Jahr 1964. Waylon Jennings nahm im Audio Recorders Studio in Phoenix zusammen mit Gerald W. Gropp (Gitarre), Paul E. Foster (Bass) und Richard D. Albright (Drums) wunderschöne klassische Country-Songs auf.
Der Sound ist sehr reduziert, aber unglaublich klar, und beeindruckt durch eine ausserordentlich gute Dynamik.
Es ist schon beeindruckend, was aus einer Aufnahme aus den 60er-Jahren noch alles herausgeholt werden kann.

Inhaltlich hören wir wunderbare Klassiker wie „Kisses Sweeter Than Wine“ oder „Unchained Melody“, aber auch Folk-Songs wie Dylans „Don‘t Think Twice, It‘s All Right“ sind vertreten. Alles sehr gekonnt und unaufgeregt vorgetragen. Mein persönliches Lieblingslied auf dieser Veröffentlichung ist „Sing The Girls A Song, Bill“.

Es ist beeindruckend zu hören, wie man es geschafft hat, die analogen Bänder zu digitalisieren, ohne dass sie ihren charakteristischen Klang verloren haben. Wir hören hier beste SACD-Klangqualität mit analogem Touch.

Mich konnte Stockfisch Records mit dieser neuen Serie überzeugen, und ich freue mich auf weitere Veröffentlichungen in dieser Reihe...

Titelverzeichnis:

  1. Stepping Stone
  2. The Real House Of The Rising Sun
  3. Just To Satisfy You
  4. Kisses Sweeter Than Wine
  5. Unchained Melody
  6. Four Strong Winds
  7. Sing The Girls A Song, Bill
  8. Don't Think Twice, It's All Right
  9. River Boy
  10. The Twelfth Of Never
  11. Sally Was A Good Old Girl
  12. Charlie Lay Down The Gun

Duets

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✮✮✮✮✮✮

Linda Ronstadt



© Rhino Entertainment Company – 2014

Standard-Audio-CD

Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir es hier mit Duet-Aufnahmen von Linda Ronstadt zu tun. Da sie leider an Parkinson erkrankte und ihre Karriere 2013 aufgab, handelt es sich bei dieser Veröffentlichung nicht um neue Duette, sondern um ein Zusammenstellung aus vergangenen Zeiten. Die älteste Aufnahme ist aus dem Jahr 1974.

Eingefleischte Ronstadt-Fans sollten also eigentlich schon alles besitzen, was auf dieser CD zu finden ist. Mit einer Ausnahme: Wir finden als Song Nummer 6 „Pretty Bird“ im Duett mit Laurie Lewis. Dieser Song war ursprünglich für ein Hazel Dickens Tribute-Album aufgenommen worden, welches dann aber nie veröffentlich wurde. Nun hat die Aufnahme den Weg in die Öffentlichkeit doch noch gefunden.

Linda Ronstadt hat ja eine Stimme, die sich wunderbar eignet für Duett-Aufnahmen. Das wird hier immer wieder sehr schön aufgezeigt. In verschiedenen Songs zusammen mit Carl Jackson, Dolly Parton, Emmylou Harris, Don Henley, Aaron Neville u.s.w...
Ganze drei Songs singt sie zusammen mit Ann Savoy, wobei die tiefe Stimme von Ann und die glockenklare Stimme von Linda sich wunderschön ergänzen.
Zuweilen wirkt das Ganze etwas überproduziert wie im Song „Prisoner in Disguise“ mit J.D. Souther. Kaum hat man diesen Gedanken aber gefasst, kommt eine wunderbare, frische Rock-Ballade, „I Think It's Gonna Work Out Fine“ mit James Taylor, und die Zweifel sind wieder weggewischt.

Als Schlusspunkt der CD hat man das Duett von 1994 mit Frank Sinatra gesetzt, für mich eher einer der langweiligeren Songs, da ist der zweitletzte „Sisters“ mit Bette Midler schon eindrücklicher.
Meine persönlichen Höhepunkte sind auf jeden Fall die Aufnahmen mit Emmylou Harris und Ann Savoy.
Wir hören Country, Rock, Pop, Jazz, so wie man sich das von Linda Ronstadt eben gewohnt ist, denn in eine Schublade liess sie sich ja nie stecken.
Die Tonqualität der CD ist recht gut. Die Hochtöne sind schön klar, man hat sich wirklich Mühe gegeben, diese ganz verschiedenen Musikepochen in einem einheitlichen Sound auf die CD zu bekommen.
Weniger angestrengt hat man sich bei der CD-Verpackung. So was wie ein Booklet sucht man vergebens. Infos zu den Songs? – Fehlanzeige!

Eine CD, die ich mir sicher immer wieder mal anhören werde...

Titelverzeichnis

  1. Adieu False Heart - (featuring Ann Savoy)
  2. I Can't Get Over You - (featuring Ann Savoy)
  3. Walk Away Renee - (featuring Ann Savoy)
  4. The New Partner Waltz - (featuring Carl Jackson)
  5. I Never Will Marry - (featuring Dolly Parton)
  6. Pretty Bird - (featuring Laurie Lewis)
  7. I Can't Help It (If I'm Still In Love With You) - (featuring Emmylou Harris)
  8. Hasten Down the Wind - (featuring Don Henley)
  9. Prisoner In Disguise - (featuring J.D. Souther)
  10. I Think It's Gonna Work Out Fine - (featuring James Taylor)
  11. Don't Know Much - (featuring Aaron Neville)
  12. All My Life - (featuring Aaron Neville)
  13. Somewhere Out There - (featuring James Ingram)
  14. Sisters - (featuring Bette Midler)
  15. Moonlight In Vermont - (featuring Frank Sinatra)

I See Stars

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La Honda



© AMS / 2013
Format: Audio CD

Sarah Joyce: Lead Vocals
Malcolm Doherty: Acoustic Guitars, Electric Guitars, Piano, Hammond Organ, Vocals
David Roberts: Drums, Percussion, Vocals
Mark George Brown: Bass Guitar, Violin, Vocals
Daron Robinson: Eletric Guitars
Brian O'Shaugnessy: Guitar solo on „Tokyo Ladyboy“

Wir schreiben das Jahr 2001. Die Londoner Indie-Band La Honda geht ins Tonstudio und nimmt ihr Debut-Album auf.
Soweit so gut, allerdings wurden diese Aufnahmen dann nie ganz fertig gemastert, und veröffentlicht wurden die Songs auch nicht.
Noch im selben Jahr trennt sich die Band.
Die Leadsängerin, die damals unter ihrem bürgerlichen Namen Sarah Joyce aufnahm, ist heute ein Welt-Star, allerdings unter ihrem Künstlernamen Rumer. Was lag also näher, als ihre „Jugendsünde“ auszugraben und endlich zur Veröffentlichung zu bringen...

Wider Erwarten ist es alles andere als ein Verbraten von unausgereiften frühen Versuchen. Rumers wunderschöne Stimme, die mich immer wieder verblüffend an Karen Carpenter erinnert, ist wunderbar auf diesem Album. Überhaupt hören wir hier eigentlich schon den typischen Rumer-Sound, mit dem sie später bekannt werden sollte.
Sie und ihre Bandkollegen nehmen uns mit auf eine Zeitreise. Die 70er-Jahre, zuweilen auch die 60er lassen grüssen. Ein entspannter, leichter Sound weht durch den Raum, der zum Träumen einlädt. Wobei leicht und entspannt nicht mit einfach verwechselt werden darf, um so easy zu klingen, muss man schon einiges drauf haben. Es ist ein bisschen wie beim Film, je einfacher es aussieht, um so mehr Arbeit steckt dahinter.

Für mich ist dieses Album eine wunderbare Entdeckung, und ich kann es jedem, der etwas mit Rumers Musik am Hut hat, nur wärmstens empfehlen.

Meine Lieblingsstücke auf diesem Album sind: Nr. 1 „Take A Look Around You“, Nr. 3 „I See Stars“ und Nr. 5 „Rich Man's World“


Titelverzeichnis

  1. Take a Look Around You
  2. Tokyo Ladyboy
  3. I See Stars
  4. Solid Gold
  5. Rich Man's Wine
  6. Where Does It Go ?
  7. Music For Girls
  8. Maybe Sunshine
  9. Moth In The Incubator
  10. The One That Got Away

Potions (From the 50's)

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Lyn Stanley



© A. T. Music LLC / 2014
Hybrid SACD

Lyn Stanley (Vocals)
Kenny Werner, Mike Lang, Bill Cunliffe (Piano)
Mike Valerio, Johannes Weidenmüller (Bass)
Joe La Barbera, Ari Hoenig, John Robinson (Drum)
Glenn Drewes (Trumpet/Flugelhorn),
Thom Rotella (Guitar)
Tom Rainier (Clarinet)
Luis Conte (Percussion)
Rickey Woodard (Tenor Saxophone)

Lyn Stanley ist schon eine aussergewöhnliche Erscheinung in der heutigen Musikwelt. Sie schwimmt gegen jeden Trend und macht was ihr gefällt.
Die hier vorliegende CD ist ein Beweis für diese These.
Wir finden auf ihr Hits aus den 50ern. Als ich vor dem Hören die Titelliste durchging, war ich erst etwas enttäuscht. Es sind nur Standard-Songs drauf, die man schon gefühlte tausendmal von diversen anderen Interpreten kennt. Songs wie: „Cry Me A River“, „Hey There“, „Misty“ etc...

Wir haben es hier aber mit Lyn Stanley zu tun, und so habe ich erwartungsvoll reingehört und wurde nicht enttäuscht.
Die Arrangements sind wunderschön, Lyns etwas rauchige, schöne Stimme nie besser und die tontechnische Umsetzung dieser SACD schlicht genial. Es legt sich ein unglaublich entspannter Klangteppich über den Raum, und man vergisst ganz schnell, dass es sich um Standard-Titel handelt, denn so hat man sie noch nie gehört. Die Songs sind wärmer und leichter als die Versionen von Diana Krall, und wenn Lyn Stanley Klassiker wie „I'm Walkin'“ von Fats Domino zum besten gibt, mit ihrem ganz eigenen Stil, bleiben eigentlich keine Fragen offen.

12 der 15 Titel wurden analog aufgenommen, abgemischt und gemastert, wie in den 50ern eben. Auch das für die Aufnahmen verwendete Mikrofon war stilecht ein U47, wie es schon Nat King Cole oder Frank Sinatra benutzt hat.

Meine Lieblingsstücke auf dieser CD:

Nr. 3 Fly Me To The Moon, Nr. 4 Hey There, Nr. 5 I'm Walking und Nr. 6 You Don't Know Me

Titelverzeichnis

  • Lullaby Of Birdland 
  • Cry Me A River 
  • Fly Me To The Moon 
  • Hey There 
  • I’m Walkin’ 
  • You Don’t Know Me 
  • In The Still Of The Night 
  • The Thrill Is Gone 
  • A Summer Place 
  • Love Potion #9 
  • Teach Me Tonight 
  • After The Lights Go Down 
  • Misty 
  • The Party’s Over 
  • The Man I Love