Maggie Yellow Cloud: Mord auf Pine Ridge

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Brita Rose-Billert




© Ausgabe: Traumfänger Verlag, Hohenthann-Schönau / 2011


Die junge Lakota-Ärztin Maggie Yellow Cloud arbeitet im Pine Ridge Indian Hospital, in der gleichnamigen Reservation.
Eines Tages wird ihr Schwager ermordet. Sowohl die Stammespolizei wie auch das FBI tappen im Dunkeln.
Maggie versucht sich durch Arbeit von diesem traumatischen Ereignis abzulenken. Als aber immer mehr Medikamente und Verbandsstoff aus der Notaufnahme verschwindet und sie diesem Verschwinden auf den Grund gehen will, findet sie Hinweise, die mit dem Mordfall in Zusammenhang stehen.
Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und begibt sich dabei in grosse Gefahr…

Obwohl der Verlag es als Thriller anpreist, haben wir es hier mit einem eher lahmen Ethno-Krimi zu tun, und selbst der kommt erst nach etwa sechzig Seiten so langsam in die Gänge. Wirklich spannend wird es aber auch dann nur selten. Auch der ethnologische bzw. sozialkritische Teil ist nur etwas für Leute, die sich noch nie mit der indigenen Gegenwart in Nordamerika beschäftigt haben. Dem Leser wird bald klar, dass die Pine Ridge Reservation hier nur als Kulisse missbraucht wird.
Die Figuren besitzen keine Tiefe oder Charakter, die Beschreibungen wirken aufgesetzt und blutleer. Zudem strotzt die Geschichte vor grauenvollen Klischeevorstellungen und platten Handlungsabläufen, die man so eigentlich nur aus Telenovelas kennt.
Telenovela ist ein gutes Stichwort, wenn man die Sprache in diesem kleinen Büchlein beschreiben möchte. Vor allem die Dialoge sind voller Allgemeinplätze und abgedroschenen Redewendungen. Alles in allem seicht und banal. Ich habe wirklich keine grosse Literatur erwartet, aber meine Schmerzgrenze nach unten wurde arg strapaziert. Ab und an kam mir auch der Verdacht, dass hier wohl kein allzu seriöses Lektorat stattgefunden haben konnte, zumal in gewissen Sätzen sogar Wörter fehlen.

Fazit: Für mich eine absolute Enttäuschung. Die Geschichte ist vorhersehbar, nur bedingt spannend oder unterhaltsam und vollgestopft mit Klischees. Wer gute Ethno-Krimis lesen möchte, sollte sich etwas von Tony Hillerman besorgen und seine Zeit nicht mit diesem Werk vertun…

Der Fall Maurizius

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Jakob Wassermann



Originalausgabe: 1928

© Ausgabe: Langen-Müller Verlag / 2009

Leonhard Maurizius wird in einem aufsehenerregenden Indizienprozess für schuldig befunden, seine Ehefrau ermordet zu haben. Das Urteil: Eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Achtzehn Jahre später trifft Etzel Andergast, der 16-jährige Sohn des Staatsanwaltes, der damals die Anklage vertreten hatte, auf den Vater von Leonhard Maurizius. Der Fall scheint nicht so klar zu sein, wie damals alle glaubten. Etzel entzieht sich dem strengen väterlichen Haushalt und begibt sich nach Berlin, um den Fall auf eigene Faust zu klären und unter anderem einen der zwielichtigen Zeugen des damaligen Prozesses aufzuspüren. Die Suche nach der Wahrheit entwickelt sich zum erschütternden und bedrohlichen Abenteuer, das schlussendlich sein ganzes Leben in Frage stellen wird...

Ein monumentales Werk, das mich sehr beeindruckt hat.
Die zentralen Themen sind Gerechtigkeit, Schuld und eine Vater-Sohn-Beziehung. Dies alles ist in eine spannende und mitreissende, aber auch komplexe Detektivgeschichte verwoben.
Es ist äusserst interessant, der Hauptfigur durch die Geschichte zu folgen und nach und nach Zeuge eines Justizirrtums zu werden. Dass dies noch in einer sehr ansprechenden Sprache verfasst ist, macht das Ganze noch lesenswerter.
Ein etwas in Vergessenheit geratener Roman, den wiederzuentdecken sich absolut lohnt!