Peter, Paul and Mary

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Peter, Paul & Mary



© TopMusic International (Hong Kong) / 2014

Aufgenommen: 1962 (Warner Bros. Records)

Format: Single Layer SACD (Stereo)


1962 erschien das Debüt-Album von Peter, Paul & Mary, das ihren Namen trug. Ich glaube, es ist keine Übertreibung zu sagen, dass sie mit diesem Album die Musikwelt ein wenig veränderten. Das Album hatte Einfluss auf das musikalische Schaffen Bob Dylans, und vor allem hat es auch unverkennbare Spuren bei Simon & Garfunkel hinterlassen.
Plötzlich war Folk-Musik in aller Munde, oder besser Ohren. Und nicht nur das, das Album wanderte schnurstracks auf Platz 1 der Billboard Charts. Schliesslich verblieb es über drei Jahre in den Charts und erreichte Doppel-Platin in den USA. Kurz, wir haben es hier mit einem der erfolgreichsten Folk-Alben aller Zeiten zu tun.
Es handelt sich bei den Songs aber mitnichten um reine Folk-Songs. Wir finden auf diesem Album ebenso Gospel, Jazz oder Kinderlieder, die aber alle genial zu Folk-Stücken umarrangiert wurden.

Auf die einzelnen Song hier nun einzeln einzugehen, wäre so, als wollte man den Mond mit einer Laterne beleuchten - und deshalb lass ich es. Interessanter ist die Qualität der hier veröffentlichten SACD!
Povee Chan hat das Mastering übernommen, und soweit ich das beurteilen kann, sehr gute Arbeit geleistet. Ich habe jedenfalls Peter, Paul & Mary nie in besserer Klangqualität gehört. Die Höhen sind sehr ausgewogen, nicht übersteuert und die Bässe sehr präzis und kräftig. Nebengeräusche sind keine zu hören, was bei so alten Aufnahmen alles andere als selbstverständlich ist. Der klangtechnische Gesamteindruck ist ohne Frage beeindruckend. Es handelt sich hierbei übrigens um eine Single-Layer SACD, die sich nur auf SACD-Playern abspielen lässt!

Fazit: Es ist schon bedauerlich, dass solche wunderbaren Veröffentlichungen nur für den asiatischen Markt produziert werden und, wie im vorliegenden Fall, eigentlich nur für Hong Kong. Witzig dabei ist, dass auf der Rückseite der SACD „Made in Germany“ steht – wir leben schon in einer verkehrten Welt...

Weniger begeistert bin ich von der Covergestaltung. Warum man nicht das originale Album-Cover verwendet hat, erschliesst sich mir nicht ganz. Zudem ist das Booklet sehr spartanisch gehalten. Songtexte oder Informationen zu den Komponisten sucht man leider vergeblich...

Titelverzeichnis:

01 Early In The Morning
02 500 Miles
03 Sorrow
04 This Train
05 Bamboo
06 It‘s Raining
07 If I Had My Way
08 Cruel War
09 Lemmon Tree
10 If I Had A Hammer
11 Autumn To May
12 Where Have All The Flowers Gone

Pearls - Songs of Goffin and King

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Carole King



© Rockingale Records / 2012

Aufgenommen: 1980 – © Capitol Records / Pecan Street Studios Texas

Format: Standard-CD


Carole King und Gerry Goffin gehörten im 20. Jahrhundert ohne Frage zu den besten Songwriter-Paaren überhaupt.
Die Hitdichte, die diese beiden begnadeten Künstler zusammen schufen, ist beeindruckend.
Als die Musik Carole Kings Ende der 70er-Jahre nicht mehr so erfolgreich in den Charts vertreten war, wie zu Beginn des Jahrzehnts, machte sie das, was viele Künstler tun, in solchen Zeiten: Sie veröffentlichte ein Album mit ihren grössten Hits. Die Instrumentalisierung wurde teilweise markant verändert, zuweilen auch das ganze Arrangement dem Zeitgeist angepasst.

Allen hier vertretenen Songs ist gemein, dass sie ursprünglich von King/Goffin für andere Künstler geschrieben worden sind. Und so hören wir von Carole King erstmalig Songs wie zum Beispiel „The Loco-Motion“ (1962) oder „One Fine Day“, letzterer war 1963 ein Welthit der Girl-Group The Chiffons.
Trotz moderner Arrangements, wird auf diesem Album vorwiegend den Sechzigerjahren gehuldigt. Wobei ich anfügen muss, dass die oben genannten Songs nicht an die Wucht der Originalversionen heranreichen. Überhaupt wirken viele Stücke etwas überarrangiert und zu glattgebügelt. Der erste eigentliche Höhepunkt des Albums bildet meiner Meinung nach erst Track 7: „Oh No, Not My Baby“, ein R&B-Song, der Mitte der Sechzigerjahre durch Maxine Brown zum Hit wurde. Ebenso überzeugen kann Song 8: „Wasn‘t Born To Follow“, ein Country-Folk-Song, der mit origineller Banjo-Begleitung und guter Rhythmik punkten kann.

Und dann kommt Song 10: „Goin‘ Back“. Ein Song, den Carole King ursprünglich für ihr Album „Writer“ 1970 aufgenommen hatte.
Dieser Song ist der eigentliche Grund dafür, warum ich mir dieses Album zugelegt habe, handelt es sich dabei doch um meinen absoluten Lieblingssong von Carole King. Auch dieses Stück hat sie etwas umarrangiert. Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt zu entscheiden, welche Version die Bessere ist. Beide haben so ihre Stärken und Schwächen. Beim Original von 1970 ist die Instrumentalisierung etwas dezenter ausgefallen, die 1980er Version hingegen ist gefälliger und runder, das Piano kommt mehr zu Geltung. Auch schön ist die neu eingebaute Mundharmonika. Dafür hat sie das Gitarrensolo zum Schluss des Songs in der neuen Version weggelassen...

Alles in allem ein Album, das nur wenige wirkliche Höhepunkte aufweisen kann. Zudem ist es etwas bedauerlich, dass es bei einem so erfolgreichen und produktiven Songwriter-Duo lediglich zehn Stücke auf ein Album geschafft haben.

Klangtechnisch ist diese CD-Ausgabe von 2012 gut ausgefallen. Einzig der Bassbereich könnten etwas klarer ausgebildet sein.
Im Booklet sind sämtliche Songtexte zu finden – auch nicht mehr selbstverständlich heutzutage...

Titelverzeichnis

  1. Dancin‘ with Tears in My Eyes
  2. The Loco-Motion
  3. One Fine Day
  4. Hey Girl
  5. Snow Queen
  6. Chains
  7. Oh No Not My Baby
  8. Hi De Ho
  9. Wasn‘t Born to Follow
  10. Goin‘ Back

I'm Leavin'

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Elvis Presley



© Sony Music / 2016

Genre: Country / Folk
Format: Vinyl LP (schwarz) 140g / Limitiert auf 5000 Exemplare

Als Sony Music in diesem Frühjahr ankündigten, dass sie, anlässlich eines „Record Store Day“, diese LP von Elvis veröffentlichen würden, war für mich schnell klar, dass ich sie haben musste.
Die Songauswahl ist genial und beinhaltet nicht weniger als sieben meiner liebsten Elvis-Songs! Hätte ich die LP-Titel selber zusammenstellen dürfen, die Auswahl wäre wohl nicht viel anders herausgekommen!

Zu finden sind darauf Folk und Country Stücke, die zwischen den Jahren 1966 und 1973 entstanden sind. Der Kern der Aufnahmen stammt allerdings aus den 1971er-Sessions.
Als herausragend ist sicher die kongeniale Coverversion von Dylans „Tomorrow Is A Long Time“ zu bezeichnen, in die Elvis sein ganzes Können steckte und von der Bob Dylan damals meinte, dass es sich um eine der besten Coverversion handle, die je von einem seiner Songs gemacht worden sei... dem ist nichts hinzuzufügen.
Auch das Titelstück „I‘m Leavin‘“ ist ein wunderbarer Song, mit dem Elvis damals seiner Zeit meiner Meinung nach weit voraus war – ist leider heute kaum noch im Radio zu hören.
Warum auf der B-Seite Take 2 (also ein Outtake) von „Loving Arms“ Verwendung fand, anstelle des offiziellen Master-Takes, erschliesst sich mir nicht. Das kann aber den guten Gesamteindruck dieser Veröffentlichung kaum schmälern.
Eine LP, wie Elvis sie hätte in den 70ern veröffentlichen sollen! Stimmlich war er auf dem Höhepunkt und musikalisch reifer und professioneller als je zuvor oder danach... Schön, dass wir nun, wenigstens vierzig Jahre später, die Highlights dieser Schaffensphase vorgesetzt bekommen.

Die LP selbst besteht aus 140g-Vinyl – also nicht gerade audiophil, aber dennoch ordentliche Qualität, und der Klang ist als gut, wenn auch nicht überragend, zu bezeichnen. Das Cover ist stilvoll in zurückhaltender Eleganz gehalten, während das „Innenleben“ dann schon etwas ernüchternder ausfällt: Eine einfache Papierschutzhülle ohne Bedruckung oder Texte – hier ist Sony sich bei seiner Vermarktungspolitik treu geblieben...(Dafür habe ich den einen Stern abgezogen!)

Fazit: Als Elvis-Fan besitzt man diese Songs natürlich alle schon zigfach, in Vinyl-Zusammenstellung gab‘s das aber noch nie in dieser konsequenten Form und für alle, die noch nicht viel von Elvis im Regal stehen haben, ist das hier ein Pflichtkauf – schlicht das Beste, das es von Elvis in dieser Schaffensphase zu hören gibt!

Titelverzeichnis

Seite A

01 I‘m Leavin‘ (3:52)
02 Early Mornin‘ Rain (3:00
03 Good time Charlie‘s Got The Blues (3:10)
04 Until It‘s Time For You To Go (4:02)
05 Help Me Make It Through The Night (2:51)
06 Don‘t Think Twice, It‘s All Right (2:45)

Seite B

07 You Asked Me To (2:52)
08 Gentle On My Mind (3:26)
09 Tomorrow Is A Long Time (5:24)
10 I‘m Movin‘ On (2:56)
11 (That‘s What You Get) For Lovin‘ Me (2:11)
12 Lonving Arms (Take 2) (2:52)

If You Could Read My Mind

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Gordon Lightfoot



© FridayMusic / 2015

Aufgenommen: 1970 / Reprise Records

Genre: Folk / Singer/Songwriter
Format: Vinyl LP 180g

Joe Reagoso hat im Auftrag von FridayMusic das fünfte Studio-Album von Gordon Lightfoot neu gemastert. Glücklicherweise konnte er mit den originalen Mastertapes von 1970 arbeiten.

Als dieses Album 1970 erschien, trug es noch den Namen „Sit Down Young Stranger“, nach dem riesigen Erfolg von „If You Could Read My Mind“ wurde es umbenannt.

Lightfoot hat ein unnachahmliches Gespür für harmonisch schöne Arrangements, und so lädt dieses Album dann auch zum Träumen und Entspannen ein.
Der erste Höhepunkt findet sich auf Seite A mit der Cover-Version des Kris Kristofferson Songs „Me and Bobby McGee“. Lightfoot versteht es wunderbar, dem Song eine ganz eigene Note zu verleihen. Unterstützt wird er bei diesem Vorhaben von Ry Cooder, der mit seiner Bottleneck-Gitarre das Seine dazu beiträgt. Der Song wirkt dadurch lebendiger als die Original-Version, kann aber die lässig bluesige Cover-Version von Janis Joplin nicht vom Thron stürzen.
Die eigentlichen Höhepunkte des Albums sind allerdings auf der B-Seite zu finden. Allen voran natürlich das eingangs erwähnte und wohl allgemein bekannte „If You Could Read My Mind“, das auch heute noch so zeitlos schön klingt, wie vor vierzig Jahren. Nicht ganz unschuldig daran ist sicherlich das sehr aufwändige Streicherarrangement, das dem Song eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Beim darauffolgenden mitreissenden „Baby It‘s Allright“, handelt es sich um ein Blues-Folk-Song mit wunderbarem Groove. Während es sich bei „Your Love‘s Return“ wieder um eine der typischen Lightfoot-Balladen handelt, die seine ganz eigene Handschrift aufweist.

Alles in allem ein getragenes, harmonisches Album, das zwar mit einem gewissen Pathos daher kommt, aber auch immer wieder durch gekonnte Schlichtheit überzeugen kann. Vielleicht nicht Lightfoots bestes Album, aber ein Album, das in jede gute Musiksammlung gehört, und auf das so mancher weniger talentierte Songwriter mächtig stolz sein dürfte...

Zum Klang dieser neuen Veröffentlichung ist zu sagen, dass ich mir durch das neue Mastering etwas mehr erhofft hatte.
Die Bässe sind sehr dezent und tragend, die Höhen einigermassen gut. Allgemein wirkt der Sound aber leicht dumpf.
Die Ausstattung ist recht spartanisch gehalten, Songtexte sucht man vergebens, Komponisten-Angaben fehlen völlig...

Titelverzeichnis

Seite A

  1. Minstrel of the Dawn
  2. Me and Bobby McGee
  3. Approaching Lavender
  4. Saturday Clothes
  5. Cobwebs & Dust
  6. Poor Little Allison

Seite B

  1. Sit Down Young Stranger
  2. If You Could Read My Mind
  3. Baby It's Alright
  4. Your Love's Return
  5. The Pony Man

The Christmas Spirit

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Johnny Cash



© Columbia Records / 1963

Aufgenommen: 1959 -1963

Format: LP 180g / Weisses Vinyl


Johnny Cashs siebzehnte Album-Veröffentlichung war gleichzeitig sein erstes Weihnachtsalbum. Johnny Cash wäre nicht Johnny Cash, wenn er hier einfach ausschliesslich klassische Weihnachtsstandards gecovert hätte. Vielmehr hören wir hier etliche Eigenkompositionen, die er entweder alleine, mit seiner Frau June oder anderen Songwritern geschrieben hatte.
Obwohl das Album 1963 ein grosser kommerzieller Erfolg war (Platz 7 der Billboard-Charts), wurde es von den Kritikern eher schlecht bewertet, was sicherlich an der etwas eigenwilligen Songauswahl gelegen haben dürfte.
Mir persönlich gefällt es gut. Zum einen ist es, für ein Weihnachtsalbum, sehr abwechslungsreich und zum anderen finden wir hier die typische Mischung, die Johnny Cashs Werke in dieser Zeit so besonders machten.

Alles in allem ist es ein sehr schön arrangiertes und melodisches Album, das mit seiner getragenen und spirituellen Art wunderbar in die Weihnachtszeit passt.
Für mich zählen die Songs „Christmas As I Knew It“, in dem June Carter eine sehr persönliche Weihnachtserinnerung verarbeitet, und die Vertonung von Henry Longfellows Gedicht „I Heard The Bells on Christmas Day“ zu den Höhepunkten dieser Veröffentlichung.

Mir liegt die 2014 erschienene LP-Ausgabe von FridayMusic vor. Die Klangqualität ist sehr gut ausgefallen, sowohl die Höhen wie auch die Bässe sind beachtlich und geben keinen Grund zu Beanstandung. Natürlich hört man der Veröffentlichung an, dass das Quellmaterial schon 50 Jahre auf dem Buckel hat...

Titelverzeichnis:

A-Seite

1. The Christmas Spirit
2. I Heard the Bells on Christmas Day
3. Blue Christmas
4. The Gifts They Gave
5. Here Was a Man
6. Christmas As I Knew It

B-Seite

1. Silent Night
2. The Little Drummer Boy
3. Ringing the Bells for Jim
4. We Are the Shepherds
5. Who Kept the Sheep
6. Ballad of the Harp Weaver

Best Folk

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Diverse Interpreren



SONY Hong Kong / 2015

Format: Stereo Hybrid SACD

Limitierte Ausgabe: Laufnummer 0055


Die Songs auf diesem Folk-Sampler waren mir grösstenteils schon bekannt, als ich diese SACD bestellt habe. Meine Motivation war daher mehr, diese zum Teil hervorragenden Songs in einer besseren Tonqualität zu besitzen.

Chinesische Sampler, die sich auf ein bestimmtes Genre beziehen, muss man immer mit etwas Vorsicht geniessen, so ist der Begriff Folk auch in dem hier vorliegenden Fall sehr weit gefasst.
Hier stehen sich Pop-Musik aus den 70ern (Mary MacGregor: Torn Between Two Lovers), Country-Stücke (Willie Nelson: Always On My Mind) und eben Folk wie Bob Dylans Klassiker „Blowin' In The Wind“ gegenüber. Auch Softrock-Stücke wie „Dunst“ von Kansas, finden hier ihren Platz.
Allen gemein ist, es sind wunderbare Songs, die ich mir endlos anhören kann. Speziell gefreut habe ich mich über Dolly Partons „I Will Always Love You“, das die meisten wohl in der millionenfach verkauften Version von Whitney Housten kennen werden. Die Originalversion wurde aber von Dolly Parton aufgenommen und geschrieben (!).

Klangtechnisch ist die Scheibe etwas inkohärent, das heisst man hört Stücken wie zum Beispiel Harry Belafontes „Jamaica Farewell“ das Alter schon recht gut an. Alles in allem haben wir es aber mit einer hervorragenden Tonumsetzung zu tun. Die Dynamik ist beachtlich ausgefallen und Rauschen oder gar Tonfehler sind absolut keine zu hören.

Auch lobenswert zu erwähnen ist das Booklet, das den Text sämtlicher Songs beinhaltet.
Über die Covergestaltung kann man geteilter Meinung sein. Die SACD wurde für den chinesischen Markt produziert und die Geschmäcker scheinen da verschieden zu sein...

Meine absoluten Favoriten auf dieser SACD sind: Nr. 07, Jim Croce: I'll Have To Say I Love You In A Song, Nr. 10, Dolly Parton: I Will Always Love You und Nr. 13, Albert Hammond: It Never Rains in Southern California.

Titelverzeichnis

  • Try To Remember – The Brothers Four
  • Today – The New Christy Minstrels
  • Jamaica Farewell – Harry Belafonte
  • Blowin’ in the Wind – Bob Dylan
  • The Sound of Silence – Simon & Garfunkel
  • Danny’s Song – Loggins & Messina
  • I’ll Have To Say I Love You In A Song – Jim Croce
  • Longer – Dan Fogelberg
  • Torn Between Two Lovers – Mary MacGregor
  • I Will Always Love You – Dolly Parton
  • Always on My Mind – Willie Nelson
  • I Know A Heartache When I See One – Jennifer Warnes
  • It Never Rains in Southern California – Albert Hammond
  • (What A) Wonderful World – Art Garfunkel
  • Dog & Butterfly – Heart
  • Dust in the Wind – Kansas

Duets

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Linda Ronstadt



© Rhino Entertainment Company – 2014

Standard-Audio-CD

Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir es hier mit Duet-Aufnahmen von Linda Ronstadt zu tun. Da sie leider an Parkinson erkrankte und ihre Karriere 2013 aufgab, handelt es sich bei dieser Veröffentlichung nicht um neue Duette, sondern um ein Zusammenstellung aus vergangenen Zeiten. Die älteste Aufnahme ist aus dem Jahr 1974.

Eingefleischte Ronstadt-Fans sollten also eigentlich schon alles besitzen, was auf dieser CD zu finden ist. Mit einer Ausnahme: Wir finden als Song Nummer 6 „Pretty Bird“ im Duett mit Laurie Lewis. Dieser Song war ursprünglich für ein Hazel Dickens Tribute-Album aufgenommen worden, welches dann aber nie veröffentlich wurde. Nun hat die Aufnahme den Weg in die Öffentlichkeit doch noch gefunden.

Linda Ronstadt hat ja eine Stimme, die sich wunderbar eignet für Duett-Aufnahmen. Das wird hier immer wieder sehr schön aufgezeigt. In verschiedenen Songs zusammen mit Carl Jackson, Dolly Parton, Emmylou Harris, Don Henley, Aaron Neville u.s.w...
Ganze drei Songs singt sie zusammen mit Ann Savoy, wobei die tiefe Stimme von Ann und die glockenklare Stimme von Linda sich wunderschön ergänzen.
Zuweilen wirkt das Ganze etwas überproduziert wie im Song „Prisoner in Disguise“ mit J.D. Souther. Kaum hat man diesen Gedanken aber gefasst, kommt eine wunderbare, frische Rock-Ballade, „I Think It's Gonna Work Out Fine“ mit James Taylor, und die Zweifel sind wieder weggewischt.

Als Schlusspunkt der CD hat man das Duett von 1994 mit Frank Sinatra gesetzt, für mich eher einer der langweiligeren Songs, da ist der zweitletzte „Sisters“ mit Bette Midler schon eindrücklicher.
Meine persönlichen Höhepunkte sind auf jeden Fall die Aufnahmen mit Emmylou Harris und Ann Savoy.
Wir hören Country, Rock, Pop, Jazz, so wie man sich das von Linda Ronstadt eben gewohnt ist, denn in eine Schublade liess sie sich ja nie stecken.
Die Tonqualität der CD ist recht gut. Die Hochtöne sind schön klar, man hat sich wirklich Mühe gegeben, diese ganz verschiedenen Musikepochen in einem einheitlichen Sound auf die CD zu bekommen.
Weniger angestrengt hat man sich bei der CD-Verpackung. So was wie ein Booklet sucht man vergebens. Infos zu den Songs? – Fehlanzeige!

Eine CD, die ich mir sicher immer wieder mal anhören werde...

Titelverzeichnis

  1. Adieu False Heart - (featuring Ann Savoy)
  2. I Can't Get Over You - (featuring Ann Savoy)
  3. Walk Away Renee - (featuring Ann Savoy)
  4. The New Partner Waltz - (featuring Carl Jackson)
  5. I Never Will Marry - (featuring Dolly Parton)
  6. Pretty Bird - (featuring Laurie Lewis)
  7. I Can't Help It (If I'm Still In Love With You) - (featuring Emmylou Harris)
  8. Hasten Down the Wind - (featuring Don Henley)
  9. Prisoner In Disguise - (featuring J.D. Souther)
  10. I Think It's Gonna Work Out Fine - (featuring James Taylor)
  11. Don't Know Much - (featuring Aaron Neville)
  12. All My Life - (featuring Aaron Neville)
  13. Somewhere Out There - (featuring James Ingram)
  14. Sisters - (featuring Bette Midler)
  15. Moonlight In Vermont - (featuring Frank Sinatra)

I See Stars

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La Honda



© AMS / 2013
Format: Audio CD

Sarah Joyce: Lead Vocals
Malcolm Doherty: Acoustic Guitars, Electric Guitars, Piano, Hammond Organ, Vocals
David Roberts: Drums, Percussion, Vocals
Mark George Brown: Bass Guitar, Violin, Vocals
Daron Robinson: Eletric Guitars
Brian O'Shaugnessy: Guitar solo on „Tokyo Ladyboy“

Wir schreiben das Jahr 2001. Die Londoner Indie-Band La Honda geht ins Tonstudio und nimmt ihr Debut-Album auf.
Soweit so gut, allerdings wurden diese Aufnahmen dann nie ganz fertig gemastert, und veröffentlicht wurden die Songs auch nicht.
Noch im selben Jahr trennt sich die Band.
Die Leadsängerin, die damals unter ihrem bürgerlichen Namen Sarah Joyce aufnahm, ist heute ein Welt-Star, allerdings unter ihrem Künstlernamen Rumer. Was lag also näher, als ihre „Jugendsünde“ auszugraben und endlich zur Veröffentlichung zu bringen...

Wider Erwarten ist es alles andere als ein Verbraten von unausgereiften frühen Versuchen. Rumers wunderschöne Stimme, die mich immer wieder verblüffend an Karen Carpenter erinnert, ist wunderbar auf diesem Album. Überhaupt hören wir hier eigentlich schon den typischen Rumer-Sound, mit dem sie später bekannt werden sollte.
Sie und ihre Bandkollegen nehmen uns mit auf eine Zeitreise. Die 70er-Jahre, zuweilen auch die 60er lassen grüssen. Ein entspannter, leichter Sound weht durch den Raum, der zum Träumen einlädt. Wobei leicht und entspannt nicht mit einfach verwechselt werden darf, um so easy zu klingen, muss man schon einiges drauf haben. Es ist ein bisschen wie beim Film, je einfacher es aussieht, um so mehr Arbeit steckt dahinter.

Für mich ist dieses Album eine wunderbare Entdeckung, und ich kann es jedem, der etwas mit Rumers Musik am Hut hat, nur wärmstens empfehlen.

Meine Lieblingsstücke auf diesem Album sind: Nr. 1 „Take A Look Around You“, Nr. 3 „I See Stars“ und Nr. 5 „Rich Man's World“


Titelverzeichnis

  1. Take a Look Around You
  2. Tokyo Ladyboy
  3. I See Stars
  4. Solid Gold
  5. Rich Man's Wine
  6. Where Does It Go ?
  7. Music For Girls
  8. Maybe Sunshine
  9. Moth In The Incubator
  10. The One That Got Away