I'm Leavin'

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Elvis Presley



© Sony Music / 2016

Genre: Country / Folk
Format: Vinyl LP (schwarz) 140g / Limitiert auf 5000 Exemplare

Als Sony Music in diesem Frühjahr ankündigten, dass sie, anlässlich eines „Record Store Day“, diese LP von Elvis veröffentlichen würden, war für mich schnell klar, dass ich sie haben musste.
Die Songauswahl ist genial und beinhaltet nicht weniger als sieben meiner liebsten Elvis-Songs! Hätte ich die LP-Titel selber zusammenstellen dürfen, die Auswahl wäre wohl nicht viel anders herausgekommen!

Zu finden sind darauf Folk und Country Stücke, die zwischen den Jahren 1966 und 1973 entstanden sind. Der Kern der Aufnahmen stammt allerdings aus den 1971er-Sessions.
Als herausragend ist sicher die kongeniale Coverversion von Dylans „Tomorrow Is A Long Time“ zu bezeichnen, in die Elvis sein ganzes Können steckte und von der Bob Dylan damals meinte, dass es sich um eine der besten Coverversion handle, die je von einem seiner Songs gemacht worden sei... dem ist nichts hinzuzufügen.
Auch das Titelstück „I‘m Leavin‘“ ist ein wunderbarer Song, mit dem Elvis damals seiner Zeit meiner Meinung nach weit voraus war – ist leider heute kaum noch im Radio zu hören.
Warum auf der B-Seite Take 2 (also ein Outtake) von „Loving Arms“ Verwendung fand, anstelle des offiziellen Master-Takes, erschliesst sich mir nicht. Das kann aber den guten Gesamteindruck dieser Veröffentlichung kaum schmälern.
Eine LP, wie Elvis sie hätte in den 70ern veröffentlichen sollen! Stimmlich war er auf dem Höhepunkt und musikalisch reifer und professioneller als je zuvor oder danach... Schön, dass wir nun, wenigstens vierzig Jahre später, die Highlights dieser Schaffensphase vorgesetzt bekommen.

Die LP selbst besteht aus 140g-Vinyl – also nicht gerade audiophil, aber dennoch ordentliche Qualität, und der Klang ist als gut, wenn auch nicht überragend, zu bezeichnen. Das Cover ist stilvoll in zurückhaltender Eleganz gehalten, während das „Innenleben“ dann schon etwas ernüchternder ausfällt: Eine einfache Papierschutzhülle ohne Bedruckung oder Texte – hier ist Sony sich bei seiner Vermarktungspolitik treu geblieben...(Dafür habe ich den einen Stern abgezogen!)

Fazit: Als Elvis-Fan besitzt man diese Songs natürlich alle schon zigfach, in Vinyl-Zusammenstellung gab‘s das aber noch nie in dieser konsequenten Form und für alle, die noch nicht viel von Elvis im Regal stehen haben, ist das hier ein Pflichtkauf – schlicht das Beste, das es von Elvis in dieser Schaffensphase zu hören gibt!

Titelverzeichnis

Seite A

01 I‘m Leavin‘ (3:52)
02 Early Mornin‘ Rain (3:00
03 Good time Charlie‘s Got The Blues (3:10)
04 Until It‘s Time For You To Go (4:02)
05 Help Me Make It Through The Night (2:51)
06 Don‘t Think Twice, It‘s All Right (2:45)

Seite B

07 You Asked Me To (2:52)
08 Gentle On My Mind (3:26)
09 Tomorrow Is A Long Time (5:24)
10 I‘m Movin‘ On (2:56)
11 (That‘s What You Get) For Lovin‘ Me (2:11)
12 Lonving Arms (Take 2) (2:52)

Same Trailer Different Park

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Kacey Musgraves



© Mercury Nashville / 2013

Format: Standard CD


Kacey Musgraves gilt als neuer Star am US-Country-Himmel.
Wenn man sich dieses Album anhört, kommt das nicht von ungefähr. Musgraves besticht durch ein gutes Gespür für gefällige Refrains und gute Harmonien. Die Texte sind ebenfalls recht ansprechend, was ja nicht gerade ein übliches Markenzeichen gegenwärtiger Countrymusik darstellt.
Der grosse Durchbruch kam mit dem auf diesem Album befindlichen Song, „Merry Go `Round“, der schon kurz nach Erscheinen in den US-Country-Sendern in Dauerschlaufe lief. Obwohl der Song ohne Frage bemerkenswert ist, gibt es Besseres auf diesem Album.
Das sehr klassische, mit schönen Mundharmonikaeinlagen versehene „My House“, zum Beispiel, hat es mir angetan. Oder auch der Song „Follow Your Arrow“ verbreitet eine gute Stimmung.
Wir haben es hier aber nicht mit reiner Countrymusik zu tun. Wie schon berühmte Vorgängerinnen Shania Twain oder Taylor Swift es vorgemacht haben, bedient sich Kacey Musgraves verschiedener Elemente aus Country Folk, Blues Rock und Country Pop.
Zuweilen mag das Album etwas zu durcharrangiert und glattgebügelt wirken, gleichwohl ist immer wieder ein erfreulich frischer Wind zu spüren.
Die Tatsache, dass Musgraves bei allen Songs als Co-Autorin und Co-Produzentin auftritt, spricht zudem für sich.
In den USA wird sie als Erbin von Dolly Parton und Loretta Lynn gehandelt. Für mich ein etwas gewagter Vergleich. Tatsache ist aber, dass Kacey Musgraves ohne Frage frischen Wind in die amerikanische Country-Szene gebracht hat. Ob sie diesen recht hohen Standard, den sie mit „Same Trailer Different Park“ gesetzt hat, halten oder gar übertreffen kann, wird die Zukunft zeigen...

Die klangliche Qualität der CD ist recht beachtlich. Die Höhen wie auch die Bässe wirken ausgewogen und stimmig. Die Räumlichkeit lässt es etwas an Transparenz vermissen.

Titelverzeichnis:

01 Silver Lining
02 My House
03 Merry Go 'Round
04 Dandelion
05 Blowin' Smoke
06 I Miss You
07 Step Off
08 Back On The Map
09 Keep It To Yours
10 Stupid Stupid
11 Follow Your Arrow
12 It Is What It Is

The Christmas Spirit

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Johnny Cash



© Columbia Records / 1963

Aufgenommen: 1959 -1963

Format: LP 180g / Weisses Vinyl


Johnny Cashs siebzehnte Album-Veröffentlichung war gleichzeitig sein erstes Weihnachtsalbum. Johnny Cash wäre nicht Johnny Cash, wenn er hier einfach ausschliesslich klassische Weihnachtsstandards gecovert hätte. Vielmehr hören wir hier etliche Eigenkompositionen, die er entweder alleine, mit seiner Frau June oder anderen Songwritern geschrieben hatte.
Obwohl das Album 1963 ein grosser kommerzieller Erfolg war (Platz 7 der Billboard-Charts), wurde es von den Kritikern eher schlecht bewertet, was sicherlich an der etwas eigenwilligen Songauswahl gelegen haben dürfte.
Mir persönlich gefällt es gut. Zum einen ist es, für ein Weihnachtsalbum, sehr abwechslungsreich und zum anderen finden wir hier die typische Mischung, die Johnny Cashs Werke in dieser Zeit so besonders machten.

Alles in allem ist es ein sehr schön arrangiertes und melodisches Album, das mit seiner getragenen und spirituellen Art wunderbar in die Weihnachtszeit passt.
Für mich zählen die Songs „Christmas As I Knew It“, in dem June Carter eine sehr persönliche Weihnachtserinnerung verarbeitet, und die Vertonung von Henry Longfellows Gedicht „I Heard The Bells on Christmas Day“ zu den Höhepunkten dieser Veröffentlichung.

Mir liegt die 2014 erschienene LP-Ausgabe von FridayMusic vor. Die Klangqualität ist sehr gut ausgefallen, sowohl die Höhen wie auch die Bässe sind beachtlich und geben keinen Grund zu Beanstandung. Natürlich hört man der Veröffentlichung an, dass das Quellmaterial schon 50 Jahre auf dem Buckel hat...

Titelverzeichnis:

A-Seite

1. The Christmas Spirit
2. I Heard the Bells on Christmas Day
3. Blue Christmas
4. The Gifts They Gave
5. Here Was a Man
6. Christmas As I Knew It

B-Seite

1. Silent Night
2. The Little Drummer Boy
3. Ringing the Bells for Jim
4. We Are the Shepherds
5. Who Kept the Sheep
6. Ballad of the Harp Weaver

Analoge Pearls Vol. 1

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Waylon Jennings


© Stockfisch Records / 2014

Aufgenommen: 1964

Format: Hybrid Stereo SACD


Das deutsche Label Stockfisch Records begann im Jahr 2014 eine neue Serie von SACDs herauszugeben. Das Konzept sieht vor, alte hochwertig produzierte Analogaufnahmen zu finden und diese dann in bestmöglicher Form ins SACD-Format zu übertragen.

Die erste Veröffentlichung wurde in den Archiven der Bear Family Records gefunden und lizenziert.
Die Originalaufnahmen stammen aus dem Jahr 1964. Waylon Jennings nahm im Audio Recorders Studio in Phoenix zusammen mit Gerald W. Gropp (Gitarre), Paul E. Foster (Bass) und Richard D. Albright (Drums) wunderschöne klassische Country-Songs auf.
Der Sound ist sehr reduziert, aber unglaublich klar, und beeindruckt durch eine ausserordentlich gute Dynamik.
Es ist schon beeindruckend, was aus einer Aufnahme aus den 60er-Jahren noch alles herausgeholt werden kann.

Inhaltlich hören wir wunderbare Klassiker wie „Kisses Sweeter Than Wine“ oder „Unchained Melody“, aber auch Folk-Songs wie Dylans „Don‘t Think Twice, It‘s All Right“ sind vertreten. Alles sehr gekonnt und unaufgeregt vorgetragen. Mein persönliches Lieblingslied auf dieser Veröffentlichung ist „Sing The Girls A Song, Bill“.

Es ist beeindruckend zu hören, wie man es geschafft hat, die analogen Bänder zu digitalisieren, ohne dass sie ihren charakteristischen Klang verloren haben. Wir hören hier beste SACD-Klangqualität mit analogem Touch.

Mich konnte Stockfisch Records mit dieser neuen Serie überzeugen, und ich freue mich auf weitere Veröffentlichungen in dieser Reihe...

Titelverzeichnis:

  1. Stepping Stone
  2. The Real House Of The Rising Sun
  3. Just To Satisfy You
  4. Kisses Sweeter Than Wine
  5. Unchained Melody
  6. Four Strong Winds
  7. Sing The Girls A Song, Bill
  8. Don't Think Twice, It's All Right
  9. River Boy
  10. The Twelfth Of Never
  11. Sally Was A Good Old Girl
  12. Charlie Lay Down The Gun

Duets

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Linda Ronstadt



© Rhino Entertainment Company – 2014

Standard-Audio-CD

Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir es hier mit Duet-Aufnahmen von Linda Ronstadt zu tun. Da sie leider an Parkinson erkrankte und ihre Karriere 2013 aufgab, handelt es sich bei dieser Veröffentlichung nicht um neue Duette, sondern um ein Zusammenstellung aus vergangenen Zeiten. Die älteste Aufnahme ist aus dem Jahr 1974.

Eingefleischte Ronstadt-Fans sollten also eigentlich schon alles besitzen, was auf dieser CD zu finden ist. Mit einer Ausnahme: Wir finden als Song Nummer 6 „Pretty Bird“ im Duett mit Laurie Lewis. Dieser Song war ursprünglich für ein Hazel Dickens Tribute-Album aufgenommen worden, welches dann aber nie veröffentlich wurde. Nun hat die Aufnahme den Weg in die Öffentlichkeit doch noch gefunden.

Linda Ronstadt hat ja eine Stimme, die sich wunderbar eignet für Duett-Aufnahmen. Das wird hier immer wieder sehr schön aufgezeigt. In verschiedenen Songs zusammen mit Carl Jackson, Dolly Parton, Emmylou Harris, Don Henley, Aaron Neville u.s.w...
Ganze drei Songs singt sie zusammen mit Ann Savoy, wobei die tiefe Stimme von Ann und die glockenklare Stimme von Linda sich wunderschön ergänzen.
Zuweilen wirkt das Ganze etwas überproduziert wie im Song „Prisoner in Disguise“ mit J.D. Souther. Kaum hat man diesen Gedanken aber gefasst, kommt eine wunderbare, frische Rock-Ballade, „I Think It's Gonna Work Out Fine“ mit James Taylor, und die Zweifel sind wieder weggewischt.

Als Schlusspunkt der CD hat man das Duett von 1994 mit Frank Sinatra gesetzt, für mich eher einer der langweiligeren Songs, da ist der zweitletzte „Sisters“ mit Bette Midler schon eindrücklicher.
Meine persönlichen Höhepunkte sind auf jeden Fall die Aufnahmen mit Emmylou Harris und Ann Savoy.
Wir hören Country, Rock, Pop, Jazz, so wie man sich das von Linda Ronstadt eben gewohnt ist, denn in eine Schublade liess sie sich ja nie stecken.
Die Tonqualität der CD ist recht gut. Die Hochtöne sind schön klar, man hat sich wirklich Mühe gegeben, diese ganz verschiedenen Musikepochen in einem einheitlichen Sound auf die CD zu bekommen.
Weniger angestrengt hat man sich bei der CD-Verpackung. So was wie ein Booklet sucht man vergebens. Infos zu den Songs? – Fehlanzeige!

Eine CD, die ich mir sicher immer wieder mal anhören werde...

Titelverzeichnis

  1. Adieu False Heart - (featuring Ann Savoy)
  2. I Can't Get Over You - (featuring Ann Savoy)
  3. Walk Away Renee - (featuring Ann Savoy)
  4. The New Partner Waltz - (featuring Carl Jackson)
  5. I Never Will Marry - (featuring Dolly Parton)
  6. Pretty Bird - (featuring Laurie Lewis)
  7. I Can't Help It (If I'm Still In Love With You) - (featuring Emmylou Harris)
  8. Hasten Down the Wind - (featuring Don Henley)
  9. Prisoner In Disguise - (featuring J.D. Souther)
  10. I Think It's Gonna Work Out Fine - (featuring James Taylor)
  11. Don't Know Much - (featuring Aaron Neville)
  12. All My Life - (featuring Aaron Neville)
  13. Somewhere Out There - (featuring James Ingram)
  14. Sisters - (featuring Bette Midler)
  15. Moonlight In Vermont - (featuring Frank Sinatra)