Memphis Blues

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Cyndi Lauper



© Downtown Records / 2010

Format: Audio-CD



Als Cyndi Lauper als unbekannte Sängerin quer durch die Nachtclubs und Bars von New York tingelte und irgendwie zu überleben versuchte, sang sie Janis Joplin-Songs.
Es ist also nichts Neues, was uns Frau Lauper hier vorlegt, sondern gewissermassen eine Rückbesinnung auf ihre Wurzeln.

Wer noch zweifelt, ob sich ihre Stimme für Blues-Musik überhaupt eignet, dürfte schon nach dem ersten Song: „Just Your Fool“ restlos überzeugt sein, dass dem so ist.
Es macht unglaublichen Spass zuzuhören, wie sie sich in die Songs hineinfühlt und ihre Seele auf der Zunge trägt.
Obwohl das schon mehr ist, als man von den meisten modernen Veröffentlichungen erwarten darf, hat sie sich auch gleich noch mächtige Unterstützung ins Tonstudio nach Memphis geholt. Klingende Grössen wie Allen Toussaint, Jonny Lang, B. B. King und Ann Peebles waren mit von der Partie. Vor allem das Duett mit Ann Peebles: „Rollin' and Tumblin“ ist grossartig und zeigt eindrücklich, wie gut Cyndi Lauper ihre Sache hier macht.
Es gibt auf dieser Veröffentlichung schlicht keine schwachen Songs, und die Mischung zwischen langsamen Balladen, Midtempo Stücken und Dampfhammer Blues à la ZZ-Top ist schlicht genial.

Spätestens bei Song 12: „ Wild Women Don't Have The Blues“, was ja nur eine reifere Formulierung ihres Evergreens: „Girls Just Want to Have Fun“ ist, schliesst sich auch der Kreis wieder...

Für mich ist dieses Album die beste Veröffentlichung des Jahres 2010.

Meine Lieblingssongs auf diesem Album sind Nr. 3: „Early in the Morning“, Nr. 7: „Don't Cry No More“, Nr. 8: „Rollin' and Tumblin“ und Nr. 13: „Don't Wanna Cry“.

Titelverzeichnis

  1. Just Your Fool (featuring Charlie Musselwhite)
  2. Shattered Dreams (featuring Allen Toussaint)
  3. Early in the Mornin (featuring Allen Toussaint and B.B. King)
  4. Romance in the Dark
  5. How Blue Can You Get? (featuring Jonny Lang)
  6. Down Don't Bother Me (featuring Charlie Musselwhite)
  7. Don't Cry No More
  8. Rollin' and Tumblin (featuring Ann Peebles)
  9. Down So Low 
  10. Mother Earth (featuring Allen Toussaint)
  11. Crossroads (featuring Jonny Lang)
  12. Wild Women Don't Have the Blues
  13. I Don't Want to Cry (featuring Leo Gandelman)

Belafonte Sings The Blues

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Harry Belafonte



© Impex Records / 2010

Aufgenommen: 1958 (RCA Victor)

Format: 24K Gold-CD

Als Harry Belafonte 1958 in New York ins Aufnahmestudio ging, war er bereits ein Star.
Seine Karriere begann er mit populären Jazz-Standards, die ihm aber wenig Erfolg einbrachten. Nachdem er die Folkmusik für sich entdeckte und mit gutem Gespür für Timing und Effekt anfing karibische Folkstücke neu zu arrangieren, gelang ihm der Durchbruch. Bald galt er als König des Calypso, was ihm aber selber gar nicht so recht war, wurde er dadurch doch beträchtlich auf einen ganz bestimmten Stil festgelegt.
Mit der Motivation, mal was ganz anderes zu versuchen, nahm er 1958 in New York und später noch in Hollywood das Album „Belafonte Sings The Blues“ auf. Wie der Titel schon offenlegt, ein Blues-Album.
Wer Harry Belafonte nur mit seinen bekannten Stücken wie: „Jamaica Farewell“ oder „Day O“ kennt, wird erstaunt sein über das hier zu Hörende. Harrys Stimme ist ebenso zurückhaltend, wie das ganze Arrangement der Stücke, die nicht alle reine Blues-Stücke sind, sondern zum Teil zu Blues-Nummern umgeschrieben wurden.
Das gesamte Album ist sehr getragen und unaufgeregt. Umso mehr fällt Harrys Stimmgewalt auf. Die Atmosphäre des Albums wirkt sehr entschleunigend auf den Zuhörer. Dieser Höreindruck wird durch die hervorragende neue Digitalisierung durch Impex Records noch unterstützt. Man hat es ausgezeichnet verstanden, den warmen und beeindruckenden Klangteppich der Originalaufnahme zu erhalten. Mir sind nicht viele Aufnahmen bekannt, die beinahe sechzig Jahre auf dem Buckel haben, und gleichzeitig noch so frisch und transparent klingen.

Für mich persönlich bildet der Song „Cotton Fields“, im Original von Huddie William Ledbetter, den Höhepunkt dieses sehr stimmigen und einzigartige Belafonte-Albums.

Sollten Sie Blues mögen und eine andere Seite von Harry Belafonte kennenlernen wollen, sind sie hier genau richtig!

Titelverzeichnis:

  1. A Fool For You
  2. Losing Hand
  3. One For My Baby
  4. In The Evenin' Mama
  5. Hallelujah I Love Her So
  6. The Way I Feel
  7. Cotton Fields
  8. God Bless The Child
  9. Mary Ann
  10. Sinner's Prayer
  11. Fare Thee Well

Badlands

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Trampled Under Foot



© Telarc / 2013

Genre: Blues
Format: Standard-CD

Danielle Schnebelen (Bass / Vocals)
Nick Schnebelen (Guitar / Vocals)
Kris Schnebelen (Drums / Vocals)

Zusätzlich:
Mike Finnigan (Keyboards)
Tony Braunagel (Percussion)
Johnny Lee Schell (Acoustic Guitar)
Lisa Swedelund (Background Vocals)

Klassische Blues-Musik ist ja zur Zeit nicht gerade gross in Mode. Umso erfreulicher ist es, wenn man dann auf so eine wunderbare Blues-CD stösst.
Schon der erste Titel „Bad Bad Feeling“, mein Lieblingssong auf dieser Scheibe, lässt einen verwundert auf die CD-Hülle blicken, doch tatsächlich, das wurde 2013 eingespielt.
Die Stimme von Danielle Schnebelen haut einen wirklich vom Hocker. Überhaupt ist der Sound, der hier aus den Lautsprechern kommt, eine wahre Urgewalt. Da werden Assoziationen geweckt mit Robert Cray, Doug MacLeod, aber auch John Lee Hooker lässt grüssen. Ohne dass das Ganze aber in irgendeiner Form abgekupfert wirkt. Die Schnebelen-Geschwister haben da durchaus ihren eigenen Stil entwickelt und nebst richtigen Dampfhammerstücken gibt es auch Raum für schöne Mid-Tempo-Songs wie „Mary“.

Ohne Frage eine der besten Blues-CDs, die mir in letzter Zeit untergekommen ist. Einen Stern Abzug gibt es für den etwas dumpfen Sound dieser CD-Produktion und die sehr spartanische Verpackung, bei der es nicht mal für ein Booklet gereicht hat...

Meine Lieblingsstücke auf dieser CD:

Nr. 1 Bad Bad Feeling, Nr. 10 Down To The River und Nr. 13 It's A Man's Man's Man's World

Titelverzeichnis

  1. Bad Bad Feeling
  2. Dark Of The Night
  3. Don't Want No Woman
  4. Mary
  5. Badlands
  6. You Never Really Loved Me
  7. Pain In My Mind
  8. I Didn't Try
  9. Desperate Heart
  10. Down To The River
  11. Home To You
  12. Two Go Down
  13. It's A Man's Man's Man's World