The Christmas Spirit

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Johnny Cash



© Columbia Records / 1963

Aufgenommen: 1959 -1963

Format: LP 180g / Weisses Vinyl


Johnny Cashs siebzehnte Album-Veröffentlichung war gleichzeitig sein erstes Weihnachtsalbum. Johnny Cash wäre nicht Johnny Cash, wenn er hier einfach ausschliesslich klassische Weihnachtsstandards gecovert hätte. Vielmehr hören wir hier etliche Eigenkompositionen, die er entweder alleine, mit seiner Frau June oder anderen Songwritern geschrieben hatte.
Obwohl das Album 1963 ein grosser kommerzieller Erfolg war (Platz 7 der Billboard-Charts), wurde es von den Kritikern eher schlecht bewertet, was sicherlich an der etwas eigenwilligen Songauswahl gelegen haben dürfte.
Mir persönlich gefällt es gut. Zum einen ist es, für ein Weihnachtsalbum, sehr abwechslungsreich und zum anderen finden wir hier die typische Mischung, die Johnny Cashs Werke in dieser Zeit so besonders machten.

Alles in allem ist es ein sehr schön arrangiertes und melodisches Album, das mit seiner getragenen und spirituellen Art wunderbar in die Weihnachtszeit passt.
Für mich zählen die Songs „Christmas As I Knew It“, in dem June Carter eine sehr persönliche Weihnachtserinnerung verarbeitet, und die Vertonung von Henry Longfellows Gedicht „I Heard The Bells on Christmas Day“ zu den Höhepunkten dieser Veröffentlichung.

Mir liegt die 2014 erschienene LP-Ausgabe von FridayMusic vor. Die Klangqualität ist sehr gut ausgefallen, sowohl die Höhen wie auch die Bässe sind beachtlich und geben keinen Grund zu Beanstandung. Natürlich hört man der Veröffentlichung an, dass das Quellmaterial schon 50 Jahre auf dem Buckel hat...

Titelverzeichnis:

A-Seite

1. The Christmas Spirit
2. I Heard the Bells on Christmas Day
3. Blue Christmas
4. The Gifts They Gave
5. Here Was a Man
6. Christmas As I Knew It

B-Seite

1. Silent Night
2. The Little Drummer Boy
3. Ringing the Bells for Jim
4. We Are the Shepherds
5. Who Kept the Sheep
6. Ballad of the Harp Weaver

Nofretete - Die historische Gestalt hinter der Büste

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Franz Meciejewski



© Ausgabe: Osburg Verlag, Hamburg / 2012


Vor über hundert Jahren entdeckten deutsche Archäologen die berühmte Büste der Amarna-Königin Nofretete.
Franz Maciejewski begibt sich in seinem Werk auf Spurensuche nach der für ihre Schönheit bekannten Pharaonin und zeigt uns die historische Gestalt, die hinter der berühmten Büste steckt.

Der Autor verfügt über ein beeindruckendes Hintergrundwissen und versteht es eindrücklich, uns in die Zeit um das 14. Jahrhundert v. Chr. einzuführen .
Nofretete wird vor den Augen des Lesers als Ehefrau des Pharao Amenophis IV, der sich später Echnaton nennen wird, wieder zum Leben erweckt.
Interessant wird die Einführung des Monotheismus in Ägypten beschrieben und auch die äusserst verwirrenden, zuweilen inzestuösen, Familienverhältnisse werden vom Autoren mittels DNA-Beweisen schlüssig aufgezeigt.
Maciejewski beschreibt Nofretetes Aufstieg sehr anschaulich, bis hin zum Höhepunkt nach dem Tod ihres Mannes, wo sie für kurze Zeit zur allein regierenden Pharaonin aufstieg. Damit widerspricht Maciejewski allerdings der unter Archäologen verbreiteten Theorie, dass Nofretete bereits vor Echnaton gestorben beziehungsweise vor dessen Tod verstossen worden sein soll.
Fest steht, dass Nofretete gestürzt wurde. Ob sie dabei umgebracht wurde oder sich selbst das Leben nahm, ist bis heute unklar. Ebenso hat man ihre Grabstätte bis heute nicht ausfindig machen können.
Schlussendlich bleibt die Erkenntnis, dass Vieles im Dunklen oder ein Frage der Deutung bleiben wird…
Das Werk ist reichlich mit interessanten und sehr anschaulichen Zeichnungen und Bebilderungen in schwarz/weiss versehen, die die Aussagen im Text hervorragend unterstützen. Zusätzlich gibt es auf einzelnen Seiten sehr informative Kurzabrisse über einzelne relevante Sachthemen wie zum Beispiel die Hethiter, religiöse Bräuche, DNA-Analysen von Mumien etc..

Auch wenn einige Thesen, die Franz Maciejewski aufstellt, spekulativ sind, und er zuweilen etwas gar populistisch argumentiert, haben wir es hier mit einer ausgezeichneten und sehr kenntnisreichen Abhandlung über Nofretete und ihre Zeit zu tun.
Dank der anschaulichen und verständlichen Sprache, ist dieses kleine Werk auch als Einstieg in die Materie bestens geeignet.

Das 80/20 Prinzip - Mehr Erfolg mit weniger Aufwand

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Richard Koch



Originaltitel: The 80/20 Principle: The Secret of Achieving More with Less / 2007

© Deutsche Ausgabe: Campus Verlag, Frankfurt am Main / 2015


In Richard Kochs Management-Bestseller geht es um das Prinzip der Unausgewogenheit, welches der Verfasser von Vilfredo Paretos Beobachtungen, über die ungleichmässige Verteilung des Vermögens in Italien, abgeleitet hat.
Kochs Theorie besagt, dass 20% des Aufwands zu 80% des Ertrages führen. Im Umkehrschluss also für die restlichen 20% des Ertrages übermässig viel Aufwand betrieben werden müsste.
Nebst einer Einführung und einer abschliessenden Konklusion ist das Werk in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird die Anwendung des 80/20-Prinzip im Unternehmen erläutert, im zweiten Teil die Anwendung im privaten Bereich.

Die Erkenntnis, dass ein grosser Erfolg mit wenig Aufwand erzielt werden kann, klingt verführerisch, ist aber bei genauerer Betrachtung natürlich eine Binsenweisheit.
So beschreibt der Verfasser dann auch auf über dreihundert Seiten, beinahe mantraartig, die immer gleichbleibende Erkenntnis, die Effizienz der 20% zu nutzen, aus denen dann 80% des Erfolges beschieden sei.

So weit so gut. Im Kern ist das ja durchaus stimmig. Gestört hat mich hingegen die Art und Weise wie Richard Koch dies vorträgt. Es beginnt schon auf der ersten Seite, wo er sich völlig ironiefrei mit Jesus vergleicht. Überhaupt ist das ganze Werk mit religiösen Anspielungen und Terminologien durchsetzt – was auf mich gelinde gesagt etwas irritierend gewirkt hat. So werden zum Beispiel einzelne Kapitel mit Bibelzitaten eingeleitet, die Begründer des Qualitätsmanagements als Prediger bezeichnet…etc. Mit zunehmender Lesedauer konnte ich gewisse doktrinäre Tendenzen nicht übersehen, die mich zunehmend an Ron Hubbards Dianetik-Lehre erinnerten. Als dann zum Schluss noch Leserbriefe (oder müsste man mehr von Fan-Post sprechen?) abgedruckt werden, in denen zum Beispiel ein Pfarrer von seiner neu gegründeten Gruppierung namens „80/20-Glaubensgemeinde“ schwärmt, war aus dem Verdacht längst Gewissheit geworden…

Wie Koch es schafft, aus einer harmlosen und einleuchtenden Erkenntnis ein neoliberales, um nicht zu sagen menschenverachtendes Gedankengut zusammenzuschustern, ist schon etwas angsteinflössend.
Je länger ich las, um so mehr kamen mir Begriffe wie Jean Zieglers „Raubtier- und Casino-Kapitalismus“ in den Sinn.
In der Tat ist Richard Kochs Werk in gewisser Weise eine Anleitung, wie man es auf Kosten seiner Mitmenschen schafft, selber „glücklich“ und „zufrieden“ zu werden.

So richtig witzig wurde es dann im Kapitel über die privaten Anwendungen des 80/20-Prinzips. Schnell wird dem Leser klar, dass Herr Koch wohl kein Privatleben besitzt, handelt doch auch dieses Kapitel zu 80% (Achtung Ironie) vom Berufsalltag.

Als ihm dann endgültig die Ideen auszugehen scheinen, und er dies nicht wie zuvor mit Wiederholungen kaschieren kann, beginnt er Theorien von anderen Autoren aufzuwärmen. So missbraucht er Daniel Golemans Theorie der Emotionalen Intelligenz für seine Zwecke.
Auch Yin und Yang werden nicht verschont. Er weisst Yang die positiven und Yin die negativen Attribute zu. Ich konnte aber nicht herausfinden, ob dies aus Frauenfeindlichkeit oder simpler Unbeholfenheit heraus geschah…

Wie auch immer, eine Lektüre zum Vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine derart breitgetretene Ansammlung von Allgemeinplätzen und nichtssagenden „guten“ Ratschlägen gelesen habe.
Fazit: Wer neoliberales Gedankengut in Form eines im Sektenstil verfassten Ratgebers lesen möchte, ist hier genau richtig.
Alle anderen, die noch ihre fünf Sinne beisammen haben und behalten möchten, seien hiermit davor gewarnt…

Ellington Indigos

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Duke Ellington



Impex Records / 2014

Aufgenommen: 1957

Format: 24K Gold CD


Ellington Indigos ist eines jener klassischen Jazz-Standard-Alben, die vermutlich die meisten Jazz-Liebhaber in ihrer Sammlung haben. Ein wunderschön arrangiertes und völlig entspanntes Album hat Duke Ellington mit seinem Orchester hier 1957 eingespielt.
Das Album hat eigentlich alles, was Duke Ellington auszeichnet, und ist deshalb wohl auch sehr beliebt.
Alles in allem aber ein sehr ruhiges und getragenes Album, auf dem es kaum schnellere Stücke gibt, das wohl gerade deshalb wunderbar zum Träumen einlädt...

Impex Records liess anhand der originalen Bänder ein neues Mastering erstellen. Die Gold-CD beinhaltet zusätzlich zum vollständigen Original-Album in Stereo acht Bonus-Stücke in Mono.
Bei den Bonus-Stücken handelt es sich zum Teil um alternative Takes sowie unveröffentlichtes Material.

Der Klang der Impex-CD ist sehr gut ausgefallen. Man hat es vorzüglich verstanden, den analogen Charakter der Aufnahmen zu erhalten. Der Sound klingt sehr warm und weist keine grellen Höhen auf.

Ein sehr stimmiges und rundes Album, bei dem es schwer fällt, einzelne Höhepunkte hervorzuheben. Ein Album zum ganz Durchhören eben...

Titelliste

01. Solitude
02. Where Or When
03. Mood Indigo
04. Autumn Leaves
05. Prelude To A Kiss
06. Willow Weep For Me
07. Tenderly
08. Dancing In The Dark

Bonus Tracks (Mono)

09. Night and Day
10. All the Things You Are
11. The Sky Fell Down
12. Mood Indigo (Alternate Take 1)
13. Mood Indigo (Alternate Take 2)
14. Willow Weep For Me
15. Where or When
16. Love (My Heart, My Mind, My Everything)

Blaue Augen

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Thomas Hardy



Originaltitel: A Pair of Blue Eyes / 1873

© Deutsche Ausgabe: Ars Vivendi Verlag / 1994



HANDLUNG

Den jungen Londoner Architekt Stephen Smith verschlägt es aus beruflichen Gründen in den Norden Cornwalls. Dort verliebt er sich in Elfriede Swancourt, die Tochter des Pfarrers. Die Beziehung hat aber keine Zukunft, da Elfriedes Vaters den jungen, mittellosen Architekten ablehnt und des Hauses verweist.
Elfriede widersetzt sich ihrem Vater und flieht heimlich mit Stephen nach London, um dort zu heiraten, verliert aber unterwegs den Mut und kehrt nach Hause zurück.
Später verliebt sie sich in den Literaten Henry Knight, der Stephens Mentor und Freund ist, und verlobt sich mit ihm, ohne dass dieser etwas von der früheren Beziehung zu seinem Freund ahnt.
Als Henry von der früheren Liaison erfährt, verlässt er Elfriede, da er sie für unrein und verlogen hält...

REZENSION

Thomas Hardy (1840-1928) ist einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller des ausgehenden 19. Jahrhunderts und kann mit seinem psychologisierenden Erzählstil als einer der Wegbereiter des modernen Romans gesehen werden.

In dem hier vorliegenden, weniger bekannten Werk werden verschiedene viktorianische Themen behandelt, wobei das zentrale Motiv die „Reinheit der Frau“ darstellt. Die Hauptfigur kommt hier allerdings eher aus Ungeschicklichkeit als aus moralischen Gründen zu Fall.
Hardys Schreibstil ist in diesem Frühwerk zuweilen noch etwas ungeschliffen, aber dafür auch nicht so unheilvoll und tragisch, wie in seinem Hauptwerk „Tess von den d'Urbervilles“, das übrigens die genau gleiche Thematik aufweist.
Ab und an blitzt sogar so etwas wie Humor durch, wenn er die an sich unbegründete Panik beschreibt, in die Henry Knight verfällt, als er die vermeintliche Verwerflichkeit seiner Verlobten entdeckt.
Trotz allem liess es sich Hardy nicht nehmen, auch dieser Geschichte die schlimmstmögliche Wendung zu geben.

Thomas Hardys Meisterschaft besteht vor allem in den zwischenmenschlichen Dialogen, den Beschreibungen der verschiedenen sozialen Schichten und wunderbaren Landschaftsschilderungen. All dies ist in diesem Frühwerk schon reichlich und durchaus gekonnt umgesetzt worden, wenn auch nicht mit der Eleganz späterer Werke.
Schön ist auch, dass die Handlung zu keiner Zeit ins Kitschige abdriftet. Die Figuren verlieren nie die Bodenhaftung und wirken glaubhaft und real, zuweilen vielleicht etwas naiv, was aber auch seinen Charme hat.

Alles in allem ein spannend zu lesendes Frühwerk.
Wenn Sie psychologische Klassiker wie die Werke von Jane Austen oder Josef Conrad mögen, werden Sie an Hardys „Blaue Augen“ möglicherweise auch Gefallen finden...

Badlands

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Trampled Under Foot



© Telarc / 2013

Genre: Blues
Format: Standard-CD

Danielle Schnebelen (Bass / Vocals)
Nick Schnebelen (Guitar / Vocals)
Kris Schnebelen (Drums / Vocals)

Zusätzlich:
Mike Finnigan (Keyboards)
Tony Braunagel (Percussion)
Johnny Lee Schell (Acoustic Guitar)
Lisa Swedelund (Background Vocals)

Klassische Blues-Musik ist ja zur Zeit nicht gerade gross in Mode. Umso erfreulicher ist es, wenn man dann auf so eine wunderbare Blues-CD stösst.
Schon der erste Titel „Bad Bad Feeling“, mein Lieblingssong auf dieser Scheibe, lässt einen verwundert auf die CD-Hülle blicken, doch tatsächlich, das wurde 2013 eingespielt.
Die Stimme von Danielle Schnebelen haut einen wirklich vom Hocker. Überhaupt ist der Sound, der hier aus den Lautsprechern kommt, eine wahre Urgewalt. Da werden Assoziationen geweckt mit Robert Cray, Doug MacLeod, aber auch John Lee Hooker lässt grüssen. Ohne dass das Ganze aber in irgendeiner Form abgekupfert wirkt. Die Schnebelen-Geschwister haben da durchaus ihren eigenen Stil entwickelt und nebst richtigen Dampfhammerstücken gibt es auch Raum für schöne Mid-Tempo-Songs wie „Mary“.

Ohne Frage eine der besten Blues-CDs, die mir in letzter Zeit untergekommen ist. Einen Stern Abzug gibt es für den etwas dumpfen Sound dieser CD-Produktion und die sehr spartanische Verpackung, bei der es nicht mal für ein Booklet gereicht hat...

Meine Lieblingsstücke auf dieser CD:

Nr. 1 Bad Bad Feeling, Nr. 10 Down To The River und Nr. 13 It's A Man's Man's Man's World

Titelverzeichnis

  1. Bad Bad Feeling
  2. Dark Of The Night
  3. Don't Want No Woman
  4. Mary
  5. Badlands
  6. You Never Really Loved Me
  7. Pain In My Mind
  8. I Didn't Try
  9. Desperate Heart
  10. Down To The River
  11. Home To You
  12. Two Go Down
  13. It's A Man's Man's Man's World


Der Fall Maurizius

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Jakob Wassermann



Originalausgabe: 1928

© Ausgabe: Langen-Müller Verlag / 2009

Leonhard Maurizius wird in einem aufsehenerregenden Indizienprozess für schuldig befunden, seine Ehefrau ermordet zu haben. Das Urteil: Eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Achtzehn Jahre später trifft Etzel Andergast, der 16-jährige Sohn des Staatsanwaltes, der damals die Anklage vertreten hatte, auf den Vater von Leonhard Maurizius. Der Fall scheint nicht so klar zu sein, wie damals alle glaubten. Etzel entzieht sich dem strengen väterlichen Haushalt und begibt sich nach Berlin, um den Fall auf eigene Faust zu klären und unter anderem einen der zwielichtigen Zeugen des damaligen Prozesses aufzuspüren. Die Suche nach der Wahrheit entwickelt sich zum erschütternden und bedrohlichen Abenteuer, das schlussendlich sein ganzes Leben in Frage stellen wird...

Ein monumentales Werk, das mich sehr beeindruckt hat.
Die zentralen Themen sind Gerechtigkeit, Schuld und eine Vater-Sohn-Beziehung. Dies alles ist in eine spannende und mitreissende, aber auch komplexe Detektivgeschichte verwoben.
Es ist äusserst interessant, der Hauptfigur durch die Geschichte zu folgen und nach und nach Zeuge eines Justizirrtums zu werden. Dass dies noch in einer sehr ansprechenden Sprache verfasst ist, macht das Ganze noch lesenswerter.
Ein etwas in Vergessenheit geratener Roman, den wiederzuentdecken sich absolut lohnt!

Best Folk

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Diverse Interpreren



SONY Hong Kong / 2015

Format: Stereo Hybrid SACD

Limitierte Ausgabe: Laufnummer 0055


Die Songs auf diesem Folk-Sampler waren mir grösstenteils schon bekannt, als ich diese SACD bestellt habe. Meine Motivation war daher mehr, diese zum Teil hervorragenden Songs in einer besseren Tonqualität zu besitzen.

Chinesische Sampler, die sich auf ein bestimmtes Genre beziehen, muss man immer mit etwas Vorsicht geniessen, so ist der Begriff Folk auch in dem hier vorliegenden Fall sehr weit gefasst.
Hier stehen sich Pop-Musik aus den 70ern (Mary MacGregor: Torn Between Two Lovers), Country-Stücke (Willie Nelson: Always On My Mind) und eben Folk wie Bob Dylans Klassiker „Blowin' In The Wind“ gegenüber. Auch Softrock-Stücke wie „Dunst“ von Kansas, finden hier ihren Platz.
Allen gemein ist, es sind wunderbare Songs, die ich mir endlos anhören kann. Speziell gefreut habe ich mich über Dolly Partons „I Will Always Love You“, das die meisten wohl in der millionenfach verkauften Version von Whitney Housten kennen werden. Die Originalversion wurde aber von Dolly Parton aufgenommen und geschrieben (!).

Klangtechnisch ist die Scheibe etwas inkohärent, das heisst man hört Stücken wie zum Beispiel Harry Belafontes „Jamaica Farewell“ das Alter schon recht gut an. Alles in allem haben wir es aber mit einer hervorragenden Tonumsetzung zu tun. Die Dynamik ist beachtlich ausgefallen und Rauschen oder gar Tonfehler sind absolut keine zu hören.

Auch lobenswert zu erwähnen ist das Booklet, das den Text sämtlicher Songs beinhaltet.
Über die Covergestaltung kann man geteilter Meinung sein. Die SACD wurde für den chinesischen Markt produziert und die Geschmäcker scheinen da verschieden zu sein...

Meine absoluten Favoriten auf dieser SACD sind: Nr. 07, Jim Croce: I'll Have To Say I Love You In A Song, Nr. 10, Dolly Parton: I Will Always Love You und Nr. 13, Albert Hammond: It Never Rains in Southern California.

Titelverzeichnis

  • Try To Remember – The Brothers Four
  • Today – The New Christy Minstrels
  • Jamaica Farewell – Harry Belafonte
  • Blowin’ in the Wind – Bob Dylan
  • The Sound of Silence – Simon & Garfunkel
  • Danny’s Song – Loggins & Messina
  • I’ll Have To Say I Love You In A Song – Jim Croce
  • Longer – Dan Fogelberg
  • Torn Between Two Lovers – Mary MacGregor
  • I Will Always Love You – Dolly Parton
  • Always on My Mind – Willie Nelson
  • I Know A Heartache When I See One – Jennifer Warnes
  • It Never Rains in Southern California – Albert Hammond
  • (What A) Wonderful World – Art Garfunkel
  • Dog & Butterfly – Heart
  • Dust in the Wind – Kansas

Zita - Kaiserin von Österreich. Königin von Ungarn

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E. H. P. Cordfunke



Originaltitel: Zita. Keizerin van Oostenrijk. Koningin van Hongarije / 1985

Deutsche Ausgabe: Hermann Böhlau Verlag, Wien / 1986


Zita, die letzte Kaiserin der Donaumonarchie, hatte wahrlich ein bewegtes Leben. Sie hat den Untergang eines riesigen Reiches miterlebt, nachdem sie als erst 24-Jährige zusammen mit ihrem Mann Karl mitten in den Wirren des 1. Weltkrieges den Thron des verstorbenen Kaisers Franz Josef geerbt hatte.
Nach dem Zusammenbruch des Habsburgerreiches mussten sie und ihre Familie Österreich verlassen. Eine Odyssee begann, die erst in die Schweiz, später nach Madeira, Spanien, Belgien und schliesslich nach Kanada und in die USA führte.
Nachdem Kaiser Karl bereits 1922 verstarb, trug sie die Verantwortung für ihre neun (!) Kinder alleine.

Ich habe ein sehr zwiespältiges Gefühl bei diesem Buch. Zum einen ist es sehr flüssig und gut lesbar. Die historischen Ereignisse, vor allem die zwei Restaurationsversuche durch Kaiser Karl, werden sehr spannend und informativ geschildert. Zudem ist das Buch reich bebildert, mit zum Teil sehr interessanten Familienfotos, die ich so noch nie gesehen habe.

Zum anderen weist das Werk aber auch grosse Defizite auf. Es ist komplett kritiklos. Es fehlt von Seiten des Autors jegliche Distanz, die ein seriöser Biograf schaffen muss, um glaubhaft zu wirken. Alles, was Zita getan oder unterlassen hat, wird als vollkommen und gut beschrieben. Beinah liest sich das Werk wie eine Auftragsarbeit für das Haus Habsburg-Lothringen und weniger wie eine neutrale Biografie über ein bewegtes Leben.

Das ist sehr schade, da diese Lebensbeschreibung dadurch an Glaubhaftigkeit verliert und schlussendlich nicht mehr ist, als eine schön bebilderte Lobhudelei.

Die Regulatoren in Arkansas

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Friedrich Gerstäcker



Originalausgabe: 1846

© Ausgabe: Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft, Braunschweig / 2004


Eine brutale Verbrecherbande treibt ihr Unwesen im spärlich besiedelten Arkansas des 19. Jahrhunderts. Recht und Gesetz sind fern, in der Hauptstadt Little Rock, und schließlich greifen die Siedler im unwegsamen Gebiet am Fuß des Ozark-Gebirges zur Selbsthilfe. Sie gründen den Regulatoren-Bund und verfolgen die Verbrecher gnadenlos. Assowaum, der Indianer, erweist sich dabei als wertvoller Helfer, auch wenn der zwielichtige Prediger Rowson versucht, die Siedler zu beschwichtigen - langsam zieht sich die Schlinge um die Verbrecher zusammen...

Gerstäcker steht heute sehr zu Unrecht im Schatten von Karl May. Dabei sind seine Geschichten, wie die hier vorliegende eindrücklich beweist, genau so spannend und einfallsreich konzipiert wie die von May. Mehr noch, während Karl May mit Hilfe von Lexiken und Reisebeschreibungen von anderen Autoren seine Werke zusammenschreiben musste, war Gerstäcker in den USA unterwegs und eignete sich viele Kenntnisse über Land und Leute an. Seine Beschreibungen sind genauer und kenntnisreicher, und das macht seine Story glaubhafter.
Natürlich ist die Sprache etwas behäbiger als man sich das heute gewohnt ist und die Handlungen für heutiges Verständnis zuweilen etwas gar romantisiert oder dramatisch überhöht. Das schmälert das Lesevergnügen aber nur unmerklich.
Er hat diese Geschichte übrigens im Jahre 1848 mit dem Roman „Die Flusspiraten des Mississippi“ weitergeführt!

God's Country

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Percival Everett



Originaltitel: God's Country / 1994

© Deutsche Ausgabe: Büchergilde Gutenberg / 2014


1871, irgendwo im Wilden Westen. Jock Marder muss mitansehen wie sein Haus abgebrannt, seine Frau entführt und sein geliebter Hund umgebracht wird, wobei ihn vor allem Letzteres arg mitnimmt.
Um seine Frau wieder zu finden, heuert er den besten Fährtenleser der Gegend an, den schwarzen Bubba. Das ungleiche Paar macht sich auf den Weg und schon bald wird klar: Das Ganze wird nicht gut enden. Zuviel läuft schief, und dass Marder ein Feigling, Trunkenbold und Möchtegern-Frauenheld ist, macht das ganze Unternehmen auch nicht gerade einfacher...

In salopper Sprache erzählt uns die Hauptfigur Jock Marder was ihm widerfährt, und wie er die Welt sieht, und schon bald wird dem Leser klar, dass man es hier mit einem äusserst unsympathischen, schmierigen und widerwärtigen Gesellen zu tun hat.
Es ist nicht wirklich ein Western-Roman, vielmehr eine Parodie oder Persiflage desselben.
Der eigentliche Held der Geschichte, Bubba, muss sich gegen die Ignoranz und Intoleranz der weissen Welt, in der er lebt, zur Wehr setzen. Bald wird klar, dass der eigentliche Held keine Chance haben wird, in dieser gesetzlosen Welt zu überleben.
So verfolgt man als Leser gebannt das wilde Treiben und ist zunehmend fasziniert von der zielstrebigen Orientierungslosigkeit, mit der die Figuren dem dramatischen Höhepunkt zustreben.
Die Sprache ist genial und die deutsche Übersetzung ist ausgezeichnet ausgefallen.

Es spricht übrigens nicht gerade für die deutschsprachige Verlagswelt, dass so ein grossartiger Roman erst 20 Jahre nach Erscheinen und dann erst noch von einem Buchclub herausgegeben wird...

Das Phantom des Alexander Wolf

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Gaito Gasdanow



Originaltitel: Prizrak Aleksandra Vol'fa / 1947

© Deutsche Ausgabe: Carl Hanser Verlag, München / 2012


Der Erzähler hat im russischen Bürgerkrieg einen Mann niedergeschossen und ist anschliessend geflohen.
Jahre später, im französischen Exil, liest er zufällig ein Buch, in dem diese Begebenheit bis ins Detail nacherzählt wird. Er weiss nun, dass sein Opfer überlebt hat und macht sich auf die Suche nach ihm.

Der im Mittelpunkt stehende Ich-Erzähler, ist durch die Geschehnisse im russischen Bürgerkrieg stark traumatisiert. Nun ergibt sich für ihn eine Möglichkeit, dieses Trauma aufzuarbeiten und die Vergangenheit aus einem anderen Blickwinkel, nämlich dem des Opfers zu betrachten.
Diese Grundidee ist durchaus spannend und Gasdanow schreibt sehr atmosphärisch und mit guter Sprache.

Leider aber verzettelt sich der Autor in diverse Nebenhandlungen. So findet man sich unvermittelt in einem Boxkampf wieder, der aber mit der eigentlichen Erzählung nichts zu tun hat.
Auch die Liebesgeschichte wirkt wie ein Fremdkörper in der eigentlichen Handlung.
Die Assoziationen sind zum Teil sehr weit hergeholt und wirken allesamt künstlich und konstruiert. Überhaupt hat man mit fortschreitender Lektüre den Eindruck, dass der Verfasser schreibt, um des Schreibens willen und nicht weil er wirklich etwas zu sagen hätte.
Wohlwollend könnte man es noch als intelligentes Geschnatter bezeichnen oder aber als das, was es ist: Ein geschwätziger und konstruierter Versuch eines Seelenkrimis.

Dieses Werk mag für Slawisten oder Literaturwissenschaftler spannend sein, für mich war es bemühend und schlussendlich langweilig.

Analoge Pearls Vol. 1

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Waylon Jennings


© Stockfisch Records / 2014

Aufgenommen: 1964

Format: Hybrid Stereo SACD


Das deutsche Label Stockfisch Records begann im Jahr 2014 eine neue Serie von SACDs herauszugeben. Das Konzept sieht vor, alte hochwertig produzierte Analogaufnahmen zu finden und diese dann in bestmöglicher Form ins SACD-Format zu übertragen.

Die erste Veröffentlichung wurde in den Archiven der Bear Family Records gefunden und lizenziert.
Die Originalaufnahmen stammen aus dem Jahr 1964. Waylon Jennings nahm im Audio Recorders Studio in Phoenix zusammen mit Gerald W. Gropp (Gitarre), Paul E. Foster (Bass) und Richard D. Albright (Drums) wunderschöne klassische Country-Songs auf.
Der Sound ist sehr reduziert, aber unglaublich klar, und beeindruckt durch eine ausserordentlich gute Dynamik.
Es ist schon beeindruckend, was aus einer Aufnahme aus den 60er-Jahren noch alles herausgeholt werden kann.

Inhaltlich hören wir wunderbare Klassiker wie „Kisses Sweeter Than Wine“ oder „Unchained Melody“, aber auch Folk-Songs wie Dylans „Don‘t Think Twice, It‘s All Right“ sind vertreten. Alles sehr gekonnt und unaufgeregt vorgetragen. Mein persönliches Lieblingslied auf dieser Veröffentlichung ist „Sing The Girls A Song, Bill“.

Es ist beeindruckend zu hören, wie man es geschafft hat, die analogen Bänder zu digitalisieren, ohne dass sie ihren charakteristischen Klang verloren haben. Wir hören hier beste SACD-Klangqualität mit analogem Touch.

Mich konnte Stockfisch Records mit dieser neuen Serie überzeugen, und ich freue mich auf weitere Veröffentlichungen in dieser Reihe...

Titelverzeichnis:

  1. Stepping Stone
  2. The Real House Of The Rising Sun
  3. Just To Satisfy You
  4. Kisses Sweeter Than Wine
  5. Unchained Melody
  6. Four Strong Winds
  7. Sing The Girls A Song, Bill
  8. Don't Think Twice, It's All Right
  9. River Boy
  10. The Twelfth Of Never
  11. Sally Was A Good Old Girl
  12. Charlie Lay Down The Gun

Der Glanzrappe

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Robert Olmstead



Originaltitel: Coal Black Horse / 2007

© Deutsche Ausgabe: Eichborn Verlag / 2008

HANDLUNG

Robey Childs ist vierzehn Jahre alt, als er von seiner Mutter von zu Hause weggeschickt wird, um seinen Vater aus dem Bürgerkrieg heimzuholen. Ein alter Farmer, den Robey am Anfang seines Weges nach Gettysburg trifft, schenkt ihm einen ungewöhnlich schönen Rappen. Auf seinem alptraumhaften Ritt, durch die von Krieg und Zerstörung geschundenen Landschaften, muss Robey zahlreiche Prüfungen und Herausforderungen bestehen, bis er die Schlachtfelder von Gettysburg erreicht...

REZENSION

Eine sehr packende und gleichzeitig irritierende Geschichte, die Olmstead uns da erzählt. Mit einer gradlinigen, schnörkellosen Sprache beschreibt er einen geradezu apokalyptischen Ritt. Die sehr authentischen, grauenvollen Beschreibungen der Kriegsgreuel hinterlassen beim Leser eine Mischung aus Abscheu und Ungläubigkeit, und immer wenn man denkt, jetzt ist's aber gut, wir haben es verstanden, setzt der Autor noch einen drauf.
Die beinahe in zeitlupenartiger Genauigkeit zelebrierte Brutalität befremdet, macht aber auch klar, dass diese Geschichte wohl mit keinem anderen erzählerischen Stilmittel so genau auf den Punkt hätte gebracht werden können.
Aus der Distanz betrachtet, ist dieses Werk bemerkenswert. Die Gradlinigkeit und Ehrlichkeit, mit der der Erzähler die Geschichte vorantreibt, weitab von aller Cowboy-Romantik oder verkitschten Hollywood Klischees, ist beeindruckend und wird nur noch von sehr wenigen amerikanischen Autoren in dieser Perfektion erreicht. Mir fällt im Moment nur Cormac McCarthy ein, der einen ähnlich eindringlichen Schreibstil pflegt.

Alles in allem kein Buch für zimperliche Gemüter. Es wird schon einiges abverlangt vom Leser. Die Tatsache, dass der Autor die Handlung sehr offen lässt und mehr dem Leser überlässt, die Verschwiegenheit seiner Figuren zu interpretieren, macht die Lektüre auch nicht einfacher - aber spannend!

Duets

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Linda Ronstadt



© Rhino Entertainment Company – 2014

Standard-Audio-CD

Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir es hier mit Duet-Aufnahmen von Linda Ronstadt zu tun. Da sie leider an Parkinson erkrankte und ihre Karriere 2013 aufgab, handelt es sich bei dieser Veröffentlichung nicht um neue Duette, sondern um ein Zusammenstellung aus vergangenen Zeiten. Die älteste Aufnahme ist aus dem Jahr 1974.

Eingefleischte Ronstadt-Fans sollten also eigentlich schon alles besitzen, was auf dieser CD zu finden ist. Mit einer Ausnahme: Wir finden als Song Nummer 6 „Pretty Bird“ im Duett mit Laurie Lewis. Dieser Song war ursprünglich für ein Hazel Dickens Tribute-Album aufgenommen worden, welches dann aber nie veröffentlich wurde. Nun hat die Aufnahme den Weg in die Öffentlichkeit doch noch gefunden.

Linda Ronstadt hat ja eine Stimme, die sich wunderbar eignet für Duett-Aufnahmen. Das wird hier immer wieder sehr schön aufgezeigt. In verschiedenen Songs zusammen mit Carl Jackson, Dolly Parton, Emmylou Harris, Don Henley, Aaron Neville u.s.w...
Ganze drei Songs singt sie zusammen mit Ann Savoy, wobei die tiefe Stimme von Ann und die glockenklare Stimme von Linda sich wunderschön ergänzen.
Zuweilen wirkt das Ganze etwas überproduziert wie im Song „Prisoner in Disguise“ mit J.D. Souther. Kaum hat man diesen Gedanken aber gefasst, kommt eine wunderbare, frische Rock-Ballade, „I Think It's Gonna Work Out Fine“ mit James Taylor, und die Zweifel sind wieder weggewischt.

Als Schlusspunkt der CD hat man das Duett von 1994 mit Frank Sinatra gesetzt, für mich eher einer der langweiligeren Songs, da ist der zweitletzte „Sisters“ mit Bette Midler schon eindrücklicher.
Meine persönlichen Höhepunkte sind auf jeden Fall die Aufnahmen mit Emmylou Harris und Ann Savoy.
Wir hören Country, Rock, Pop, Jazz, so wie man sich das von Linda Ronstadt eben gewohnt ist, denn in eine Schublade liess sie sich ja nie stecken.
Die Tonqualität der CD ist recht gut. Die Hochtöne sind schön klar, man hat sich wirklich Mühe gegeben, diese ganz verschiedenen Musikepochen in einem einheitlichen Sound auf die CD zu bekommen.
Weniger angestrengt hat man sich bei der CD-Verpackung. So was wie ein Booklet sucht man vergebens. Infos zu den Songs? – Fehlanzeige!

Eine CD, die ich mir sicher immer wieder mal anhören werde...

Titelverzeichnis

  1. Adieu False Heart - (featuring Ann Savoy)
  2. I Can't Get Over You - (featuring Ann Savoy)
  3. Walk Away Renee - (featuring Ann Savoy)
  4. The New Partner Waltz - (featuring Carl Jackson)
  5. I Never Will Marry - (featuring Dolly Parton)
  6. Pretty Bird - (featuring Laurie Lewis)
  7. I Can't Help It (If I'm Still In Love With You) - (featuring Emmylou Harris)
  8. Hasten Down the Wind - (featuring Don Henley)
  9. Prisoner In Disguise - (featuring J.D. Souther)
  10. I Think It's Gonna Work Out Fine - (featuring James Taylor)
  11. Don't Know Much - (featuring Aaron Neville)
  12. All My Life - (featuring Aaron Neville)
  13. Somewhere Out There - (featuring James Ingram)
  14. Sisters - (featuring Bette Midler)
  15. Moonlight In Vermont - (featuring Frank Sinatra)

Brügge tote Stadt

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Georges Rodenbach



Originaltitel: Bruges-la-Morte / 1892

© Deutsche Ausgabe: Manholt Verlag / 2003


Nach dem Tod seiner abgöttisch geliebten, jungen Frau, beschliesst Hugues Viane, den Rest seiner Tage in Brügge zu verbringen, einer Stadt, die ebenso tot ist wie seine Frau.
In den Grachten und tristen Häuserzeilen dieser Stadt glaubt er, die Entsprechung seiner eigenen Seelenlandschaft zu finden. Nach Jahren abgeschiedenen Lebens, während denen er nur abends einen kurzen Spaziergang in den finsteren Gassen Brügges gemacht hatte, trifft er auf die Schauspielerin Jane Scott, in der er ein Ebenbild der geliebten Verstorbenen sieht.
Ohne ihr je sein Geheimnis zu offenbaren, umwirbt er die unbeschwerte, junge Frau, bietet ihr das standesgemässe Leben einer Mätresse gutbetuchter Bürger. Doch das Drama nimmt seinen lauf, Liebe schlägt um in Hass...

Ein ungewöhnlicher Roman, der mich sowohl abgestossen aber gleichzeitig auch sehr fasziniert hat.
Es ist sehr unheimlich, diese langsam in den Wahn abrutschende Hauptfigur zu verfolgen. Diese morbide Atmosphäre und die niedergeschlagene Stimmung, drückt auch dem Leser aufs Gemüt, was aber natürlich für das schriftstellerische Können des Autoren spricht.
Rodenbachs Novelle gilt als wichtiger Vertreter des französischsprachigen Symbolismus, warum wird nach der Lektüre klar.
Ich kann das Buch weiterempfehlen, aber nicht uneingeschränkt, die künstlerisch-symbolhafte Umsetzung dürfte nicht die breiten Massen ansprechen und den heutigen Leser wohl etwas verstören.

I See Stars

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La Honda



© AMS / 2013
Format: Audio CD

Sarah Joyce: Lead Vocals
Malcolm Doherty: Acoustic Guitars, Electric Guitars, Piano, Hammond Organ, Vocals
David Roberts: Drums, Percussion, Vocals
Mark George Brown: Bass Guitar, Violin, Vocals
Daron Robinson: Eletric Guitars
Brian O'Shaugnessy: Guitar solo on „Tokyo Ladyboy“

Wir schreiben das Jahr 2001. Die Londoner Indie-Band La Honda geht ins Tonstudio und nimmt ihr Debut-Album auf.
Soweit so gut, allerdings wurden diese Aufnahmen dann nie ganz fertig gemastert, und veröffentlicht wurden die Songs auch nicht.
Noch im selben Jahr trennt sich die Band.
Die Leadsängerin, die damals unter ihrem bürgerlichen Namen Sarah Joyce aufnahm, ist heute ein Welt-Star, allerdings unter ihrem Künstlernamen Rumer. Was lag also näher, als ihre „Jugendsünde“ auszugraben und endlich zur Veröffentlichung zu bringen...

Wider Erwarten ist es alles andere als ein Verbraten von unausgereiften frühen Versuchen. Rumers wunderschöne Stimme, die mich immer wieder verblüffend an Karen Carpenter erinnert, ist wunderbar auf diesem Album. Überhaupt hören wir hier eigentlich schon den typischen Rumer-Sound, mit dem sie später bekannt werden sollte.
Sie und ihre Bandkollegen nehmen uns mit auf eine Zeitreise. Die 70er-Jahre, zuweilen auch die 60er lassen grüssen. Ein entspannter, leichter Sound weht durch den Raum, der zum Träumen einlädt. Wobei leicht und entspannt nicht mit einfach verwechselt werden darf, um so easy zu klingen, muss man schon einiges drauf haben. Es ist ein bisschen wie beim Film, je einfacher es aussieht, um so mehr Arbeit steckt dahinter.

Für mich ist dieses Album eine wunderbare Entdeckung, und ich kann es jedem, der etwas mit Rumers Musik am Hut hat, nur wärmstens empfehlen.

Meine Lieblingsstücke auf diesem Album sind: Nr. 1 „Take A Look Around You“, Nr. 3 „I See Stars“ und Nr. 5 „Rich Man's World“


Titelverzeichnis

  1. Take a Look Around You
  2. Tokyo Ladyboy
  3. I See Stars
  4. Solid Gold
  5. Rich Man's Wine
  6. Where Does It Go ?
  7. Music For Girls
  8. Maybe Sunshine
  9. Moth In The Incubator
  10. The One That Got Away

Die beiden Baroninnen

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Hans Christian Andersen



Originaltitel: De to Baronmesser / 1848

Deutsche Ausgabe: Ars Vivendi Verlag / 2005


Eine Gruppe junger Adliger strandet in einer stürmischen Nacht auf der Insel Langeland (Dänemark). Dort werden sie in einem alten, verfallenen Herrenhaus, in dem sie Zuflucht suchen, Zeugen einer dramatischen Geburt. Die Mutter überlebt die Geburt nicht, und die zufälligen Besucher entschliessen sich, das neugeborene Mädchen zu adoptieren. Das Mädchen wächst bei der Grossmutter von Baron Herman auf und verbringt ein glückliches Leben, bis sie eines Tages auf ein Geheimnis stösst, das alles ändern wird…

Andersen ist vor allem durch seine Kurzgeschichten und Märchen bekannt geworden. Warum das so ist, wird einem klar, wenn man diesen Roman liest: Die "lange Form" ist nicht sein Metier.
Das Werk besteht aus vielen kleinen, für sich genommen durchaus schönen, zuweilen anrührenden Teilen. Es wird aber leider nicht wirklich ein einheitliches Ganzes daraus. Allzu oft wird der Leser verwirrt im Dickicht der Handlung alleingelassen, um sich unverhofft an einem ganz neuen Erzählort wiederzufinden.
Trotz dieser Mängel ist dies aber ein durchaus lesenswertes Buch. Es lebt eben gerade von diesen kleinen Einzelstücken, in denen Andersens Können, sei es in Landschaftsbeschreibungen oder psychologischen Begebenheiten, aufblitzt. Die Meisterschaft seiner Kurzwerke erreicht er allerdings in diesem Roman nie.

St. Ives

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Robert Louis Stevenson



St. Ives, Being the Adventures of a French Prisoner in England / 1897

© Deutsche Ausgabe: Hanser Verlag / 2011


Die Hauptfigur ist Kéroual de Saint-Yves oder eben kurz St. Ives, ein französischer Adliger, der in der Armee Napoleons dient. Er wird in Spanien von den Engländern als Spion enttarnt und festgenommen.
Nun sitzt er als Gefangener mit anderen Napoleonischen Soldaten in der Burg von Edinburgh. Es gelingt ihm unter halsbrecherischen Umständen zu entfliehen.
Auf der Flucht begegnet er Flora, einem schottischen Mädchen, in das er sich verliebt. Eine wilde Verfolgungsjagd durch ganz England beginnt, die schlussendlich bis an die Küsten der Vereinigten Staaten und zurück nach Frankreich führt.
Sein Ziel aber bleibt die Rückkehr zu Flora…

Stevenson, bekannt als Autor von Klassikern wie „Die Schatzinsel“ oder „Die Abenteuer des David Balfour“, schrieb diesen Abenteuerroman kurz vor seinem Tod (1894). Da er das Werk nicht mehr selber zu Ende führen konnte, wurden die letzten sechs Kapitel durch einen jungen Autoren namens Arthur Quiller-Couch vollendet.
Dies war möglich, da Stevenson die abschliessende Handlung bereits skizziert hatte und diese gewissermassen nur noch ausformuliert werden musste. Während man bei diesen letzten Kapiteln zu Beginn noch etwas ins Stocken gerät, wird mit jeder Seite spürbarer, dass der Jungautor die Sprache des Meisters hervorragend aufnahm und sich die Lesbarkeit deutlich verbessert.

Die Geschichte an sich ist abenteuerlich und mit viel Ironie und Sprachwitz verfasst. Stevensons schrieb diesen Roman auf Samoa, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, und obwohl er so fern wie nie von Schottland war, erschuf er ein unglaublich eindrückliches Portrait seiner Heimat.

Auch wenn der Roman die eine oder andere Länge aufweist, wird man gut unterhalten und kann sich über eine wunderbare Sprache und eine ebenso wunderbare deutsche Übersetzung durch Andreas Nohl erfreuen.

Das Werk ist liegt hier übrigens erstmals vollständig in deutscher Sprache vor!

Ich kann jedem, der etwas mit schön gemachten Büchern anfangen kann, die in Leinen gebundene und fadengeheftete Ausgabe des Hanser Verlages empfehlen. Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass es noch Verlagshäuser gibt, die solch exzellente Bücher produzieren und neu übersetzten lassen.

Potions (From the 50's)

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Lyn Stanley



© A. T. Music LLC / 2014
Hybrid SACD

Lyn Stanley (Vocals)
Kenny Werner, Mike Lang, Bill Cunliffe (Piano)
Mike Valerio, Johannes Weidenmüller (Bass)
Joe La Barbera, Ari Hoenig, John Robinson (Drum)
Glenn Drewes (Trumpet/Flugelhorn),
Thom Rotella (Guitar)
Tom Rainier (Clarinet)
Luis Conte (Percussion)
Rickey Woodard (Tenor Saxophone)

Lyn Stanley ist schon eine aussergewöhnliche Erscheinung in der heutigen Musikwelt. Sie schwimmt gegen jeden Trend und macht was ihr gefällt.
Die hier vorliegende CD ist ein Beweis für diese These.
Wir finden auf ihr Hits aus den 50ern. Als ich vor dem Hören die Titelliste durchging, war ich erst etwas enttäuscht. Es sind nur Standard-Songs drauf, die man schon gefühlte tausendmal von diversen anderen Interpreten kennt. Songs wie: „Cry Me A River“, „Hey There“, „Misty“ etc...

Wir haben es hier aber mit Lyn Stanley zu tun, und so habe ich erwartungsvoll reingehört und wurde nicht enttäuscht.
Die Arrangements sind wunderschön, Lyns etwas rauchige, schöne Stimme nie besser und die tontechnische Umsetzung dieser SACD schlicht genial. Es legt sich ein unglaublich entspannter Klangteppich über den Raum, und man vergisst ganz schnell, dass es sich um Standard-Titel handelt, denn so hat man sie noch nie gehört. Die Songs sind wärmer und leichter als die Versionen von Diana Krall, und wenn Lyn Stanley Klassiker wie „I'm Walkin'“ von Fats Domino zum besten gibt, mit ihrem ganz eigenen Stil, bleiben eigentlich keine Fragen offen.

12 der 15 Titel wurden analog aufgenommen, abgemischt und gemastert, wie in den 50ern eben. Auch das für die Aufnahmen verwendete Mikrofon war stilecht ein U47, wie es schon Nat King Cole oder Frank Sinatra benutzt hat.

Meine Lieblingsstücke auf dieser CD:

Nr. 3 Fly Me To The Moon, Nr. 4 Hey There, Nr. 5 I'm Walking und Nr. 6 You Don't Know Me

Titelverzeichnis

  • Lullaby Of Birdland 
  • Cry Me A River 
  • Fly Me To The Moon 
  • Hey There 
  • I’m Walkin’ 
  • You Don’t Know Me 
  • In The Still Of The Night 
  • The Thrill Is Gone 
  • A Summer Place 
  • Love Potion #9 
  • Teach Me Tonight 
  • After The Lights Go Down 
  • Misty 
  • The Party’s Over 
  • The Man I Love

Atala

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François-René de Chateaubriand



Originaltitel: Atala / 1801

Deutsche Ausgabe: dearbooks, Berlin / 2012


Der alte Natchez-Indianer Chactas erzählt die Geschichte, wie er als junger Krieger in Gefangenschaft gerät und dabei auf Atala trifft, in die er sich verliebt. Chactas soll den qualvollen Martertod sterben, zuvor wird er jedoch von Atala befreit. Zusammen fliehen sie in die unbewohnten Wälder, wo sie schließlich von einem weißen Missionar gefunden und gerettet werden.
Atala wird jedoch von einem großen Schuldgefühl geplagt. Vor die Wahl gestellt, das Leben mit ihrem Geliebten zu verbringen oder das ihrer Mutter gegenüber abgelegte Gelübde einzuhalten, ihr Leben der heiligen Jungfrau zu widmen, entscheidet sie sich für den Freitod...

Chateaubriands Novelle Atala gilt als Klassiker der französischen Literatur. Beeinflusst durch Rousseaus "Edle-Wilden-Theorie" gilt Atala als eines der wichtigsten Werke dieses Genres.
Abgesehen davon, dass diese Theorie heute längst überholt ist, birgt das Werk einige grundlegende Mängel. So heißt es beispielsweise ganz zu Beginn beim ersten Kontakt mit Weissen gegenüber Chactas: "Bist du wieder in deinen Wäldern, so erinnere dich des alten Spaniers, der sich dir gastlich bezeigte, und denke daran, dass deine erste Fühlungnahme mit den Menschen eine freundliche war..." Den Indianern wird also schlicht abgesprochen, Menschen zu sein. Eine zeitgenössische Ansicht, die heute doch sehr rassistisch anmutet und den Leser irritiert.
In diesem Stil geht es munter weiter. Selbstverständlich ist die Hauptfigur Atala eine getaufte Christin und dem Leser wird nachdrücklich erklärt, dass Indianer selbstverständlich nur als Christen (Katholiken) wertvolle Mitglieder der menschlichen, zivilisierten Rasse sein könnten.
Wenn man weiß, wie viel Leid bei den verschiedenen indigenen Nationen Amerikas durch die christliche Missionierung bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ausgelöst wurde, dann erscheinen einem diese Erläuterungen heute geradezu sarkastisch. Kaum eine indianische Biografie ist frei von den traumatischen Erlebnissen, die sie während ihrer Kindheit in Missionsschulen gehabt haben. Physische und seelische Gewalt, die auch vor sexuellen Übergriffen nicht halt machte, sind heute noch Bestandteil von kollektiven Traumata ganzer Kulturen Nordamerikas.
Werke, wie das hier besprochene, sind meiner Meinung nach der kulturelle Boden, mit dem diese ungeheuerlichen Verbrechen an den Indianern über Jahrhunderte hinweg legitimiert wurden. Solange solche Werke als klassisch und wertvoll gelten, wird auch dieses eurozentrische und menschenverachtende Weltbild nicht aus den Köpfen verschwinden.


Mein Leben, meine Filme

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Bud Spencer



Originaltitel: Altrimenti mi arrabbio – La mia vita / 2010

2010

© Deutsche Ausgabe: Schwarzkopf & Schwarzkopf / 2011

Ich hatte mich wirklich gefreut über das Erscheinen dieser Autobiografie. Jemand, der ein so bewegtes und abenteuerliches Leben geführt hat, wird sicher viele spannende und amüsante Anekdoten zu erzählen haben, dachte ich.
Nun bin ich aber grenzenlos enttäuscht darüber. Man erfährt praktisch nichts über sein Leben. Alles wird in rasender Eile abgehandelt und selbst die Filme nur oberflächlich gestreift. Dafür darf man sich seitenlange pseudophilosophische Plattheiten anhören, die schlussendlich zu einer Demontage der Figur "Bud Spencer" führen.

Was haben wir gelernt nach der Lektüre: Bud Spencer ist eigentlich kein Schauspieler, er isst gerne und würde seinem jugendlichen Ich gerne mal die "Fresse polieren". Das ist einfach zu wenig um daraus ein tragendes Buch zu machen. Ein Eintrag auf Facebook hätte es wohl auch getan, schade...

Bob Dylan - Ein Leben

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Willi Winkler



© Verlag: Alexander Fest, Berlin / 2001


Das Werk bietet einen knappen aber prägnanten Einblick in das Leben und Schaffen von Bob Dylan. Zuweilen hatte ich etwas Mühe mit der sehr saloppen Sprache und dem mir krankhaft anmutenden Versuchs des Autoren "witzig" zu sein. Auch die Bemerkungen über andere Sänger bzw. Musiker offenbarten zum Teil erhebliche Schwächen und Fehler.
Im Großen und Ganzen erhält man einen guten Überblick, man sollte aber keine fundierte Biografie erwarten und den Anspruch an die sprachliche Qualität etwas herunter schrauben...

Jenseits des Flusses

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Caryl Phillips



Originaltitel: Crossing the River / 1993

© Deutsche Ausgabe: Hanser Verlag / 1995

Caryl Phillip's Werk "Jenseits des Flusses" beinhaltet auf 256 Seiten nicht mehr oder weniger als Schicksal und Leid der schwarzen Bevölkerung der USA.
In vier unabhängigen Geschichten lässt der Autor Vergangenheit und Gegenwart am Auge des Lesers vorbeiziehen.
Phillips schafft es, seine Sprache von Geschichte zu Geschichte zu variieren. Wunderschöne, fast lyrische Stellen wechseln mit reportagenhafter Knappheit.
Der auf Saint Kitts, Westindien, geborene Autor schafft es, die verschiedenen Geschichten wie Akte in einem Theaterstück zu verbinden. Und wenn auch ganz verschiedene Schicksale erzählt werden, so verbindet sie doch alle gemeinsam eine erschütternde kollektive Erinnerung.

Caryl Phillips gilt in Großbritannien als einer der wichtigsten Autoren der jüngeren Generation. Mit seiner Fabulierkunst führt er die große Tradition eines Rushdie oder Naipaul erfolgreich fort - unglaublich traurig, doch auch unglaublich schön...