Dunkle Wälder – S. Corinna Bille

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HANDLUNG

Bianca, eine Frau um die fünfzig, lebt einen Sommer lang in einem Chalet in den Walliser Bergen. Sie fühlt sich wohl in dem von ihrem Mann erworbenen Haus und auf dem dazugehörenden Land. Ab und zu erhält sie Besuch von ihrem Mann und den Kindern, ansonsten geniesst sie die Einsamkeit, die nur ganz selten durch einen Wanderknecht namens Guérin unterbrochen wird.
Bianca streift durch die Wälder, sucht Pilze und geniesst die wiedergefundene Freiheit, die sie mit ihrem Kater und ihrem Hund teilt.
Eines Tages wird sie tot im Chalet gefunden. Der Verdacht fällt auf Guérin, den etwas sonderbaren Eigenbrötler, der sich immer in der Gegend herumtrieb, und auch auf Biancas Ehemann…

REZENSION

Ich hatte noch nie etwas von Corinna Bille gelesen und beabsichtigte, diese «Bildungslücke» mit der Lektüre dieses Werkes zu schliessen.
Leider hatte ich aber so meine liebe Mühe mit diesem aus ihrem Nachlass herausgegebenen Werk.
Die Sprache ist sehr einfach - dagegen gibt es an sich nichts einzuwenden - in Kombination mit den zuweilen schon sehr schrägen Metaphern und der von mir als plump empfundenen Symbolik, ergab sich aber zunehmend ein sehr unangenehmes Lesegefühl.
Auch die Erzählungen der alltäglichen Belanglosigkeiten und den gleich darauf folgenden fundamental philosophischen Grundsatzfragen, schienen mir eher dem Geist einer 12-Jährigen entsprungen zu sein.
Es gibt durchaus auch interessante Sequenzen. Meistens dann, wenn die Figur des Guérin auftaucht. Das sind aber leider sehr kurze Szenen und führen zu keinem befriedigendem Erzählstrom.
Ich bin durchaus ein Freund von Selbsfindungsliteratur. Warum aber Corinna Bille, laut Verlag, zu den bedeutensten Westschweizer Autorinnen zählen soll, erschliesst sich mir nach der Lektüre dieser Novelle nicht.

Maurice Chappaz, der die Novelle seiner 1979 verstorbenen Frau Corinna Bille 1989 überarbeitete und herausgab, hat ihr meines Erachtens damit keinen Dienst erwiesen. Ganz offensichtlich ist die Geschichte unausgereift und weist viele grundsätzliche Mängel auf. Corinna Bille hatte wohl schon ihre Gründe, warum sie es trotz jahrelanger Arbeit nie veröffentlicht hat.
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BUCHVERARBEITUNG

Das Buch wurde mit einem dunkelblauen Pappeinband versehen. Auf dem Buchdeckel wurde ein Foto eingelassen, die beige Schrift wurde mittels Prägung aufgebracht. Das Vorsatzblatt ist grau, das Kapitalband in Blau und das Lesebändchen in Weiss gehalten.
Die Papierqualität ist recht hoch und verfügt über eine sehr gute Haptik.
Bedauerlicherweise wurde das Werk nicht fadengeheftet, sondern mit einer einfachen Leimbindung versehen, was den guten Ersteindruck etwas schmälert.

FAZIT

Da habe ich wohl nicht das geeignetste Werk für einen ersten Leseeindruck ausgewählt. Die Geschichte wirkt bemühend und unausgegoren. Leider nichts, das ich weiterempfehlen könnte…

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© 2012 Rotpunktverlag

Autor/Autorin:
S. Corinna Bille

Originaltitel:
Forêts obscures
Erstausgabe:
© 1989 Editions 24 Heures, Lausanne
Originalsprache:
Französisch

Diese Ausgabe:

© 2012 Rotpunktverlag, Zürich
ISBN:
978-3-85869-471-3
Übersetzung:
Hilde Fieguth
Nachwort:
Maurice Chappaz
Seiten
158
BUCH:
VERARBEITUNG:

© 2018 Blog-Fotos: T. S. Tubai

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