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Die Regulatoren in Arkansas – Friedrich Gerstäcker

HANDLUNG

Eine brutale Verbrecherbande treibt ihr Unwesen im spärlich besiedelten Arkansas des 19. Jahrhunderts. Recht und Gesetz sind fern, in der Hauptstadt Little Rock, und schließlich greifen die Siedler im unwegsamen Gebiet am Fuß des Ozark-Gebirges zur Selbsthilfe. Sie gründen den Regulatoren-Bund und verfolgen die Verbrecher gnadenlos. Assowaum, der Indianer, erweist sich dabei als wertvoller Helfer, auch wenn der zwielichtige Prediger Rowson versucht, die Siedler zu beschwichtigen - langsam zieht sich die Schlinge um die Verbrecher zusammen…

REZENSION

Friedrich Gerstäcker (1816-1872) steht heute sehr zu Unrecht im Schatten von Karl May. Dabei sind seine Geschichten, wie die hier vorliegende eindrücklich beweist, genau so spannend und einfallsreich konzipiert wie die von May. Mehr noch, während Karl May mit Hilfe von Lexiken und Reisebeschreibungen von anderen Autoren seine Werke zusammenschreiben musste, war Gerstäcker in den USA unterwegs und eignete sich viele Kenntnisse über Land und Leute an. Seine Beschreibungen sind genauer und kenntnisreicher, und das macht seine Story glaubhafter.
Natürlich ist die Sprache etwas behäbiger als man sich das heute gewohnt ist und die Handlungen für heutiges Verständnis zuweilen etwas gar romantisiert oder dramatisch überhöht. Das schmälert das Lesevergnügen aber nur unmerklich.
Er hat diese Geschichte übrigens im Jahre 1848 mit dem Roman «Die Flusspiraten des Mississippi» weitergeführt!

BUCHVERARBEITUNG

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Bedauerlicherweise wurde dieses Buch nicht von einem professionellen Verlag veröffentlich, sondern von der Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft. Dies ist bei der Verarbeitung gut zu erkennen.
Wir haben es hier mit einer mehr als dürftigen Buchgestaltung zu tun: Ein plastifizierter Pappeinband und eine billige Leimbindung. Kein Lesebändchen, noch nicht einmal ein Kapitalband ist hier zu finden. Das Papier ist äusserst dick und von schlechter Qualität, zudem völlig ungeeignet für die hier vorliegende Veröffentlichung; die zahlreichen Abbildungen sind auf diesem porösen Papier derart unscharf, dass sie sich nur erahnen lassen. Ebenfalls mangelhaft ist der Satzspiegel, welcher sich nicht nach dem goldenen Schnitt richtet und deshalb das Lesen anstrengend macht.

Ich finde es immer wieder bedauerlich und erstaunlich, wie man einen derart grossen Aufwand mit einem Werk betreiben kann und es dann schliesslich mit einer völlig unangemessenen und billigen Verarbeitung gleich selber deklassiert – die Verarbeitung dieses Klassikers kann dem Werk Friedrich Gerstäckers leider in keiner Weise gerecht werden…

FAZIT

Friedrich Gerstäcker, der sehr zu unrecht auch heute noch im Schatten Karl Mays steht, hat hiermit einen spannenden Roman und gleichzeitig auch ein wichtiges Zeitdokument geschaffen. Ein durchaus lesenswertes Werk, welches ich jedoch in der vorliegenden Fassung aufgrund der mangelhaften Buchverarbeitung nicht weiterempfehlen kann und will…
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© 2004 Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft

Autor/Autorin:
Friedrich Gerstäcker

Originaltitel:
Aus dem Waldleben Amerikas
Erstausgabe:
1846 Otto Wiegand Verlag, Leipzig
Originalsprache:
Deutsch

Diese Ausgabe:

© 2004 Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft, Braunschweig
ISBN:
Keine
Nachwort:
Thomas Ostwald / Wolfgang Hochbruck
Seiten
379
BUCH:
VERARBEITUNG:

© 2019 Blog-Fotos: T. S. Tubai

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