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Der Meister des Jüngsten Tages – Leo Perutz

HANDLUNG

Wir befinden uns in Wien im Jahre 1909. Eine unheimliche Todesserie erschüttert die Wiener Gesellschaft. Nacheinander nehmen sich drei Personen, ein junger Offizier, dessen Bruder und ein bekannter Hofschauspieler, das Leben. Bei keinem der drei Todesfälle kann ein plausibles Motiv gefunden werden. Es kommt der Verdacht auf, dass es sich dabei um geplante Morde handeln könnte. Eine mysteriöse Verkettung von Ereignissen lässt vermuten, dass selbst der Ich-Erzähler in diese Fälle verwickelt sein könnte…

REZENSION

«Der Meister des Jüngsten Tages» gilt als bekanntestes und erfolgreichstes Werk von Leo Perutz. Der Verfasser selber schien jedoch nicht ganz so überzeugt gewesen zu sein, bezeichnete er dieses Werk doch als „Bockmist“.
Nun, ganz so drastisch fällt mein Urteil nicht aus - ganz im Gegenteil! „Der Meister des Jüngsten Tages“ ist eine spannend zu lesende Kriminalgeschichte, versetzt mit historischen und übersinnlichen Elementen, wobei Perutz gekonnt mit dem Leser spielt. Der Ich-Erzähler wirkt alles andere als vertrauenserweckend und unzählige Andeutungen und Anspielungen lassen den Handlungsverlauf immer wieder in die eine oder andere Richtung laufen. Ein Verwirrspiel, das Leo Perutz in Perfektion beherrscht, und das er, in dieser oder ähnlicher Form, auch in seinen anderen Werken immer wieder mit einfliessen lässt.
Trotz der sprachlichen und erzähltechnischen Perfektion, hat mich dieses Werk weniger beeindruckt als beispielsweise „Nachts unter der steinernen Brücke“ von 1953. Ich konnte als Leser weder eine Identifikationsfigur finden, noch eine Nähe zu den handelnden Akteuren aufbauen. Zudem erscheinen die sich gegenseitig ausschliessenden Handlungsverläufe allzu konzipiert und theaterhaft.

«Der Meister des Jüngsten Tages» ist ohne Frage ein Kind seiner Zeit. Die Nachwehen des erst kurz zuvor beendeten 1. Weltkrieges sind darin ebenso spürbar wie Freuds psychoanalytischen Persönlichkeitstheorien.
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BUCHVERARBEITUNG

Das Buch wurde vom Zsolnay-Verlag mit einem petrolfarbenen Leineneinband versehen. Das Vorsatzblatt weist als Kontrast ein kräftiges dunkles Rot auf. Abgerundet wird das Ganze mit einem im selben Rot gehaltenen Kapitalbändchen und einer Rückenprägung.
Bedauerlicherweise wurde das Werk nicht fadengeheftet, sondern nur mit einer einfachen Leimbindung versehen.

FAZIT

Ein Werk, das durch seine Raffinesse wie auch sprachliche Schönheit durchaus zu beeindrucken weiss - auf mich jedoch gleichzeitig etwas zu abstrakt und unterkühlt wirkt, als dass ich die Lektüre uneingeschränkt hätte geniessen können. Ein Roman, der es wert ist, gelesen zu werden - im Wissen, dass es von diesem Autoren auch noch Besseres gibt…
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© 2006 Paul Zsolnay Verlag

Autor/Autorin:
Leo Perutz

Originaltitel:
Der Meister des Jüngsten Tages
Erstausgabe:
1923 Verlag A. Langen, München
Originalsprache:
Deutsch

Diese Ausgabe:

© 2006 Paul Zsolnay Verlag Wien
ISBN:
978-3-552-05385-4
Nachwort:
Hans-Harald Müller
Seiten
217
BUCH:
VERARBEITUNG:

© 2019 Blog-Fotos: T. S. Tubai

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