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The Founder

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: The Founder

Regie: John Lee Hancock
Musik: Carter Burwell
Drehbuch: Robert D. Siegel

Produktion: © FiilmNation Entertainment / The Weinstein Company
Kamera: John Schwartzman
Schnitt: Robert Frazen

USA / 2016

Hauptdarsteller: Michael Keaton / Nick Offerman / John Carroll Lynch / Linda Cardellini / Patrick Wilson / Laura Dern…u.a.


HANDLUNG

Wir befinden uns in den 1950er-Jahren - Ray Kroc ist als Vertreter für Milchshakemaschinen unterwegs. In seinem Leben läuft es nicht gerade rund; er ist schon über fünfzig, seine Frau Ethel und er haben sich nicht mehr viel zu sagen, und seine Geschäfte laufen alles andere als gut.
Eines Tages trifft Ray auf einen aussergewöhnlichen Burger-Laden im kalifornischen San Bernardino. Geführt wird das Geschäft von den zwei Brüdern Mac und Dick McDonald. Ray ist begeistert von der Effizienz und der durchdachten Arbeitstechnik, die in diesem Geschäft angewendet wird. Schnell ist ihm klar, dass die Brüder McDonald hier etwas Wegweisendes geschaffen haben. Ray will ein Teil davon werden und versucht die Brüder davon zu überzeugen, ihre Gaststätten-Idee zu lizenzieren und von anderen Leuten im ganzen Land im Franchiseverfahren betreiben zu lassen. Nach anfänglichem Zögern stimmen Mac und Dick zu.
Ray Kroc gelingt es, durch seine gute Menschenkenntnis und seine Erfahrung, innert kürzester Zeit ein riesiges Imperium zu erschaffen – doch es gibt nicht nur Sieger auf dem Weg zum Erfolg…

REZENSION

Gerade zu Beginn ist die Erzählweise sehr bedächtig und schafft dadurch ein gutes Gefühl für die Zeit und die Atmosphäre der 50er-Jahre. Das kommt auch den Figuren zugute, die sehr glaubhaft und realistisch rüberkommen. Mit fortschreitender Handlung verliert sich der rote Faden etwas, ohne dass dies dem Film selber schaden würde.
Michael Keaton spielt hervorragend und verleiht der, an sich nicht gerade sympathischen, Hauptfigur Glaubhaftigkeit – überhaupt ist der gesamte Cast sehr gut gewählt.
Es ist spannend zu sehen, wie ein Restaurant, das heute wohl jeder kennt, entstanden ist. Wenn ich auch die historischen Zusammenhänge zu wenig kenne, um beurteilen zu können, ob die Umsetzung authentisch geschehen ist oder nicht, war der Film jederzeit unterhaltsam und interessant inszeniert.

Alles in allem beste Unterhaltung, bei der man auch noch was lernen kann. So oder so ähnlich hat es sich wohl abgespielt - und falls nicht, ist es zumindest gut erfunden…

Fazit: Gut gemachter Unterhaltungsfilm, der sowohl mit einer interessanten Story, als auch überzeugender schauspielerischer Leistung punkten kann.

Ein Hologramm für den König

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: A Hologram For The King

Regie: Tom Tykwer
Musik: Johnny Klimek
Drehbuch: Tom Tykwer

Produktion: © Playtone
Kamera: Frank Griebe
Schnitt: Alexander Berner

USA / Deutschland / Mexico

Hauptdarsteller: Tom Hanks / Alexander Schwarz / Sarita Choudhury / Sidse Babett Knudsen / Ben Whishaw…u.a.

HANDLUNG

Der 54-jährige Verkaufsmanager Alan Clay erlebt gerade keine einfache Zeit. Privat steckt er in einer finanziellen Krise, und seine Ehe ist in die Brüche gegangen.
Es ist so etwas wie seine letzte Chance für Alan, als er von seiner Firma Reliant einen wichtigen IT-Auftrag erhält. Er soll ein holografisches Kommunikationssystem verkaufen - und das an niemand Geringeren als den König von Saudi-Arabien.
Letzterer plant den Bau einer riesigen Retortenstadt mitten in der Wüste. Genau da soll ihm Alan Clay die Software präsentieren. Diese Vorführung gestaltet sich aber alles andere als einfach. Clays Team arbeitet unter unmöglichen Umständen in einem Zelt, und wann der König erscheinen wird, steht in den Sternen.
Clay versucht seinen Frust im Alkohol zu ertränken, leidet unter einer Zyste am Rücken und gerät von allen Seiten unter Druck. Er fühlt sich in dieser fremde Welt fehl am Platz und unwohl. Einzig sein Fahrer Yousef bringt ihn von Zeit zu Zeit auf andere Gedanken.
Als Alan sich wegen seiner Zyste im Spital behandeln lassen muss, lernt er die Ärztin Zahra kennen. Sie kommen sich näher, und plötzlich eröffnen sich Alan völlig neue Perspektiven…

REZENSION

Das anspruchsvollste Film-Genre ist, meiner Meinung nach, die Komödie. Nichts ist so komplex, wie zu erreichen, dass etwas komisch oder humorvoll ist, ohne gleichzeitig albern oder deplatziert zu wirken.

Der deutsche Regisseur Tom Tykwer hat viele Fähigkeiten, besitzt aber leider weder ein Gespür fürs richtige Timing, noch für Situationskomik. So kommt es in diesem Streifen, der eigentlich eine sehr tragische Geschichte einer Midlife-Crisis beschreibt, immer wieder zu hochnotpeinlichen Szenen. Die „Gags“ sind leider nicht nur peinlich, sondern vor allem auch in ihrem Timing schlecht.

Die Story um Alan Clay ist äusserst skurril und dramatisch angelegt und hätte somit durchaus grosses Potential für Komik gehabt. Ich ertappte mich immer wieder dabei, wie ich dachte: Was hätten wohl Wes Anderson, Jim Jarmusch oder die Coen-Brüder aus diesem Stoff gemacht…

Tom Hanks bemüht sich redlich, und ihm ist es schlussendlich auch zu verdanken, dass der Streifen nicht völlig versumpft.
Richtig gut wird die Geschichte immer dann, wenn sie sich von der eigentlichen Haupthandlung entfernt. Wie zum Beispiel beim Besuch von Yousefs Familie und der nächtlichen Wolfsjagd.
Solche Szenen sind aber leider sehr rar, und so bleiben vom Film nur die sehr schönen Landschaftsbilder und die Erkenntnis, dass sich Tom Tykwer offensichtlich keine Sekunde mit der gesellschaftspolitischen Seite Saudi-Arabiens auseinander gesetzt hat.

Die sehr behäbige Geschichte bietet mir persönlich zu wenig Lichtblicke, als dass ich sie schlussendlich hätte geniessen können. Einfachste Unterhaltung mit schmalzig-kitschigem Schluss. Etwas mehr hätte den Zuschauern schon zugetraut werden dürfen…

Didi - Der Doppelgänger

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Regie: Reinhard Schwabenitzky
Musik: Harold Faltermeyer / Arthur Lauber
Drehbuch: Hartmann Schmige / Christian Rateuke / Dieter Hallervorden

Produktion: © Universum Film / ZDF
Kamera: Charly Steinberger
Schnitt: Clarissa Ambach

Deutschland / 1984

Hauptdarsteller: Dieter Hallervorden, Ruth Maria Kubitschek, Tilo Prückner, Elfi Eschke…u.a.

HANDLUNG

Der Grossindustrielle Bauunternehmer Hans Immer und der Kneipenbesitzer Bruno Koob haben wirklich nicht viele Gemeinsamkeiten – bis auf die Tatsache, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen.
Als der Multimillionär und bekennende Kotzbrocken Hans Immer bemerkt, dass Entführer hinter ihm her sind, verfällt er auf einen heimtückischen Plan: Er engagiert den in finanzieller Not steckenden Bruno Koob und setzt diesen als Doppelgänger an seine Stelle, derweil er sich mit seiner Freundin nach Kitzbühel verziehen will.
Bruno Koob hat nun nicht nur einen Grosskonzern zu leiten und Immers eifersüchtige Ehefrau am Hals, er muss sich auch noch mit den Entführern herumschlagen, die im allerdings in Sachen Tölpelhaftigkeit in Nichts nachstehen.
Als Koob herausbekommt, dass Hans Immer hinter dem Grossbauprojekt steht, bei dem seine geliebte Kneipe abgerissen werden soll, rächt er sich, in dem er Immers Weltkonzern samt Privatleben gehörig auf den Kopf stellt.
Immer versucht zu retten, was zu retten ist, muss aber feststellen, dass es einfacher ist, einen Doppelgänger einzustellen, als ihn wieder los zu werden…

REZENSION

Dieter Hallervordens 80er-Jahre-Klamotte funktioniert auch heute noch erstaunlich gut. Die etwas angestaubt wirkenden Kulissen und der 80er-Mief werden durch Hallervordens mitreissende Spielweise und charmante Komik wettgemacht. Zudem gibt es spektakuläre Stunts zu sehen, die man so in deutschen Filmen bis dato kaum bewundern konnte.
Die Handlung an sich ist relativ einfach gestrickt und dient als Zulieferer für Hallervordens Slapstick-Einlagen. Trotz der Überpräsenz der Hauptfigur, gelingt es einigen Nebendarstellern, sich souverän in Szene zu setzen. Am besten hat mir hierbei Immers Sekretärin gefallen, die von Elfi Eschke dargestellt wird. Obwohl sie kaum Text hat, meistert sie ihren Part beeindruckend und trägt nicht wenig zur Grundkomik bei.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Soundtrack. Harold Faltermeyer gibt alles und lässt, zusammen mit seinem Synthesizer, keine Sekunde Unklarheit darüber aufkommen, aus welchem Jahrzehnt der Film stammt…
„Didi – Der Doppelgänger“ mag nicht zu den allerbesten Filmen von Dieter Hallervorden gehören, unterhält und amüsiert aber heute noch genau so gut wie vor dreissig Jahren…


Man lernt nie aus

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Originaltitel: The Intern

Regie: Nancy Meyers
Musik: Theodore Shapiro
Drehbuch: Nancy Meyers

USA / 2015

Hauptdarsteller: Robert De Niro, Anne Hathaway, Rene Russo…u.a.


HANDLUNG

Der 70-jährige Witwer Ben Whittaker fühlt sich vereinsamt und unterfordert. Als ein neu gegründetes E-Commerce-Modeunternehmen Senioren-Praktikumsstellen ausschreibt, bewirbt sich Ben kurzentschlossen.
Zu seiner grossen Freude erhält er eine der begehrten Stellen. Die neue Internet-Welt ist ihm aber gänzlich fremd und das hektische Treiben ungewohnt. Nach und nach gelingt es ihm, durch seine grosse Erfahrung und seine charmante Art, sich unentbehrlich zu machen. Und selbst für Jules Ostin, die Chefin und Gründerin der Firma, wird er bald unverzichtbar…

REZENSION

Es lässt sich nicht verleugnen, dass wir es hier mit einem recht einfach gestrickten Film zu tun haben. Dennoch wird der Zuschauer, vor allem zu Beginn, erfreulich gut ins Geschehen hineingezogen. Die Umsetzung ist witzig und die Dialoge für Hollywood-Verhältnisse ansprechend.
Mit fortschreitender Handlung wird das eigentliche Thema etwas verwässert und wandelt sich zu einem Beziehungsdrama. Dass das Ganze dann nicht Schiffbruch erleidet, ist in erster Linie der hervorragenden, nuancierten Spielweise De Niros geschuldet, der dem Film die Glaubwürdigkeit rettet. Dabei ist er Gentlemen genug, auch Anne Hathaway genügend Raum zur Entfaltung zuzugestehen, auch wenn sie dieses Angebot nicht immer ganz befriedigend nutzt.
Im Grossen und Ganzen haben wir schlussendlich, wie wir das von Nancy Meyer gewohnt sind, ein Feelgood-Movie, ohne Ecken und Kanten, aber mit viel Charme. Wie auch immer, Langeweile kommt zu keiner Zeit auf...

Fazit: Gute Unterhaltung für zwischendurch, kann man sich auf jeden Fall ansehen - und für alle Robert de Niro-Fans sowieso ein Muss!