Die Bestimmer

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Parental Guidance

Regie: Andy Fickman
Musik: Marc Shaiman
Drehbuch: Lisa Addario, Joe Syracuse

Produktion: © Dune Entertainment III / 20th Century Fox
Kamera: Dean Semler
Schnitt: Kent Beyda

USA / 2012

Hauptdarsteller: Billy Crystal, Bette Midler, Marisa Tomei, Tom Everett Scott… u.a.

HANDLUNG

Artie Decker (Billy Crystal) wird entlassen. Er war Stadionsprecher eines Baseballteams. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, sagt seine Frau Diane (Bette Midler) zu, ihre Enkelkinder zu beaufsichtigen, während ihre Tochter und der Schwiegersohn wegfahren. Artie ist alles andere als begeistert von diesem Unterfangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, gelingt es ihm aber den Kindern näher zu kommen.

REZENSION

Ein Film, in dem Billy Crystal, Bette Midler und Marisa Tomei mitspielen, kann eigentlich gar nicht schlecht sein. So zumindest war meine Grundhaltung, bevor ich diesen Streifen besichtigt habe. In der Tat sind es dann auch die oben genannten, die aus einem unglaublich platten Drehbuch und einer ebenso lahmen Inszenierung, ohne irgendwelche Überraschungen oder auch nur originellen Wendungen, einen Film gemacht haben, den man sich dennoch ansehen kann. Ich hätte mich wohl vorher über die anderen Filme des Regisseurs schlau machen sollen. Vielleicht wäre ich dann von selber auf die Idee gekommen, dass das nichts für mich ist. Es wird hier wirklich kein Kalauer ausgelassen, und in der ersten Hälfte der Geschichte bewegen wir uns auf der Stufe von recht infantilem Humor. Zum Glück wird das in der zweiten Hälfte etwas besser. Wobei auch dann noch kaum eine Gelegenheit ausgelassen wird einen platten Witz anzubringen. Selbstverständlich darf auch die seit ca. 100 Jahren in diesen Filmen obligate "Tortenschlacht" nicht fehlen (wobei das 1922 durchaus noch originell und lustig war). Alles in allem, war ich dann froh, dass diese Familienkomödie irgendwann ein Ende fand.
Als Fan der drei Hauptdarsteller kann man sich das durchaus mal ansehen, weiterempfehlen kann ich ihn leider nicht...


Das Mädchen im Park

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✮✮✮✮✮

Originaltitel: The Girl in the Park

Regie: David Auburn
Musik: Theodore Shapiro
Drehbuch: David Auburn

Produktion: © Furst Films / Oak 3 Films / Open Pictures
Kamera: Stuart Dyburgh
Schnitt: Kristina Boden

USA / 2007

Hauptdarsteller: Sigourney Weaver, Kate Bosworth, Alessandro Nivola, Keri Russell, David Rasche, Elias Koteas…u.a.


HANDLUNG

Julia Sandburg geht mit ihrer kleinen Tochter Maggie zum Kinderspielplatz. Nach einem kurzen Moment der Unachtsamkeit, ist Maggie plötzlich verschwunden. Die Suche der verzweifelten Mutter bleibt erfolglos…
16 Jahre später ist Julias Leben nach wie vor geprägt durch den schicksalshaften Verlust. Ihre Ehe ist mittlerweile geschieden, und sie hat kaum noch Kontakt zu ihrem Sohn und ihrem Ex-Ehemann. Noch immer kann sie nicht glauben, dass Maggie tot sein soll…
Als sie eines Tages der Obdachlosen Louise begegnet, verändert sich ihr Leben. Sie fühlt sich der jungen Frau verbunden und lässt sie bei sich wohnen. Mehr und mehr glaubt Julia, in Louise ihre verschwundene Tochter wiederzuerkennen.
Emotional labil, wie Julia ist, gerät sie zunehmend in eine verhängnisvolle Abhängigkeit von Louise…

REZENSION

Die Horrorvorstellung aller Eltern wird in diesem kleinen Film Wirklichkeit: Das eigene Kind verschwindet spurlos.
Dass aus diesem Grundthema kein Psychothriller wurde, liegt einzig an der sehr zurückhaltenden Inszenierung durch David Auburn. Es ist dem Film deutlich anzumerken, dass David Auburn vor allem Theaterstücke verfasst. „Das Mädchen im Park“ wirkt stellenweise wie ein Kammerspiel. Nur selten gibt es einige Längen, die aber durch die ausgezeichnete Vortragsweise der beiden Hauptdarstellerinnen Sigourney Weaver und Kate Bosworth nicht wirklich negativ auffallen.

David Auburn hat es ausgezeichnet verstanden, eine sehr tragische Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen und Subtilität zu erzählen. Keine billige Effekthascherei oder melodramatische Überzeichnung beeinträchtigt die Handlung - und genau dies verleiht dem Streifen eine eindrückliche Ernsthaftigkeit.
Ein intelligenter Film, der den Zuschauer immer wieder ein wenig fordert und nicht alles bis ins Detail zu Ende palavert.

Kurz: Ein hervorragender Streifen, der jedoch absolut ungeeignet für Hollywood-Junkies ist…

Fazit: Wer sich auf dieses Independent-Film einlässt, bekommt ein spannendes und gut inszeniert und gespieltes Film-Drama zu sehen!
Kann ich weiterempfehlen…