Hollywood

Trumbo

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Originaltitel: Trumbo

Regie: Jay Roach
Musik: Theodore Shapiro
Drehbuch: John McNamara

Produktion: © Bleecker Street Films u.a.
Kamera: Jim Denault
Schnitt: Alan Baumgarten

USA / 2015

Hauptdarsteller: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Michael Stuhlbarg, John Goodman…u.a.

HANDLUNG

In „Trumbo“ wird die wahre Geschichte des Hollywood-Drehbuchautors Dalton Trumbo erzählt, der in den 1940er Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei war und deshalb vom Ausschuss für unamerikanische Umtriebe vorgeladen wurde. Dalton Trumbo gehörte zu der, später als „Hollywood Ten“ bekannt gewordenen, Gruppe von Regisseuren und Drehbuchautoren, die sich weigerten, vor dem besagten Ausschuss auszusagen und aus diesem Grund 1948 zu Haftstrafen verurteilt wurden.
Trumbo landete wie viele andere auf der „schwarzen Liste“ und fand nach seiner Haftstrafe keine Arbeit mehr. Es gelang ihm, anonym als Drehbuchautor für den Filmproduzenten Frank King (King Brothers) zu schreiben.
Ein beinahe aussichtsloser Kampf gegen die Studiobosse und die US-Regierung begann. Während Trumbos Arbeit als Ghostwriter langsam aber sicher an die Öffentlichkeit drang, setzte Trumbo alles auf eine Karte, um seine Familie zu schützen und endlich wieder ein normales Leben zu führen…

REZENSION

Es gibt nicht viele Filme, die sich mit diesem finsteren US-Amerikanischen Kapitel beschäftigen. Mir persönlich ist nur noch der Streifen „Der Strohmann“ von Martin Ritt bekannt, der dieses Thema aufgriff – und das ist schon über dreissig Jahre her.
Hollywood tut sich aus nachvollziehbaren Gründen äusserst schwer, wenn es um die Aufarbeitung dieser heiklen Ereignisse geht, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Trumbo nicht von einem grossen Hollywood-Studio produziert wurde.

Dem vorliegenden Film gelingt es sehr eindrücklich, die unmenschlichen Machenschaften der McCarthy-Ära aufzuzeigen. Wobei das nicht unbedingt dem Drehbuch geschuldet ist, sondern vor allem der grossartigen schauspielerischen Leistung – allen voran Bryan Cranstons, der Dalton Trumbo kongenial verkörpert.
Den einzigen Vorwurf, den man dem Drehbuch machen kann: Zuweilen wurden die Ecken und Kanten sehr stark geschliffen. Es stellt sich dadurch eine Harmonie ein, die einen etwas irritierenden Kontrast zur eigentlichen Handlung bildet. Zudem hat man der Versuchung nicht widerstehen können, historische Begebenheiten zugunsten dramaturgischer Effekte etwas zu verfälschen.

Alles in allem aber ein ausgezeichneter Film, der ein äusserst wichtiges und erzählenswertes Zeitalter amerikanischer Geschichte behandelt…

Saving Mr. Banks

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Originaltitel: Saving Mr. Banks

Regie: John Lee Hancock
Musik: Thomas Newman
Drehbuch: Kelly Marcel & Sue Smith
USA / 2013

Hauptdarsteller: Tom Hanks, Emma Thompson, Annie Rose Buckley...u.a.


HANDLUNG

Walt Disney (Tom Hanks) versucht der Autorin P.L. Travers (Emma Thompson) die Erlaubnis abzuringen, ihr Erfolgsbuch „Mary Poppins“ als Kinoadaption verfilmen zu dürfen. Dies erweist sich allerdings als sehr schwieriges Unterfangen, da Mrs. Travers sehr genaue Vorstellungen hat, wie ihr Buch umgesetzt werden soll.
Eines ist für sie klar, es darf auf keinen Fall ein Trickfilm werden, und auch von der Idee ein Musical daraus zu machen, ist sie alles andere als begeistert. Ihre direkte und unverblümte Art führt in der Zusammenarbeit mit dem Drehbuchteam immer wieder zu Konflikten, die schliesslich im Eklat enden.
Erst als Walt Disney die Hintergründe von Mrs. Travers Verhalten erkennt, beginnt eine Annäherung...

REZENSION

Ich kannte den Hintergrund der Entstehung des Mary-Poppins-Film nicht und finde, dass die filmische Umsetzung sehr gut gelungen ist und spannend inszeniert wurde.
Natürlich ist es keine Walt-Disney-Biografie, und auch sonst wurde vielleicht etwas viel Rührseligkeit hineingepackt, die eigentliche Grundgeschichte ist aber sehr gekonnt und mit viel Drive inszeniert worden. Man hat es ausgezeichnet verstanden, die 60er-Jahre aufleben zu lassen. Die regelmässigen Rückblenden in die Kindheit von P.L. Travers sind ausgezeichnet arrangiert, sie decken nach und nach den eigentlichen Kern der Geschichte auf.
Ich habe schon lange keinen Unterhaltungsfilm mehr gesehen, bei dem das Verhältnis von Information, Umsetzung und Konzept derart stimmig war, wie bei diesem Werk.
Zusammen mit den wunderschönen Landschaftsaufnahmen und der beeindruckenden schauspielerischen Leistung der Hauptfiguren ein sehr zu empfehlender Film.

America's Sweethearts

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Originaltitel: America's Sweethearts

Regie: Joe Roth
Musik: James Newton Howard
Produktionsland: USA
Jahr: 2001
Hauptdarsteller: Julia Roberts, Catherine Zita-Jones, Billy Crystal, John Cusack.. u.a

HANDLUNG

Ein berühmtes Hollywood-Ehepaar, das sich getrennt hat, soll für die Premiere ihres letzten gemeinsamen Filmes nochmals zusammengebracht werden.
Lee Phillips (Billy Crystal) kriegt diesen undankbaren Auftrag und tut sein Möglichstes, um die beiden, zumindest für die Öffentlichkeit, wieder zusammenzuführen.
Schnell wird klar, dass dieses Unterfangen nicht nur schwierig, sondern ausweglos ist. Als dann die versammelte Presseschar in einem abgelegenen Hotel in Nevada den Premierenfilm, den noch nicht mal der Studioboss gesehen hat, zu sehen bekommt, löst das exzentrische Machwerk endgültig das Chaos aus.

REZENSION

Eine vergnügliche Komödie, die zuweilen mit slapstickartigem Humor, aber auch immer wieder mit witzigen Wortgefechten und Ironie zu punkten weiss. Getragen wird das Ganze jedoch eindeutig durch die hervorragende Spielweise von Billy Crystal, Julia Roberts und vor allem Catherine Zeta-Jones, die wunderbar harmonieren und alle Register ziehen dürfen. Ganz nebenbei wird auch noch die gesamte Hollywood-Maschinerie aufs Korn genommen und das nicht zu knapp...