Gleichberechtigung

Im Dutzend heiratsfähig

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Originaltitel: Belles on Their Toes

Regie: Henry Levin
Musik: Cyril J. Mockrige
Drehbuch: Phoebe Ephron, Henry Ephron

Produktion: © Twentieth Century Fox Film Corporation

Kamera: Arthur E. Arling
Schnitt: Robert Fritch

USA / 1952

Hauptdarsteller: Myrna Loy, Debra Page, Jeanne Crain, Jeffrey Hunter… u.a.


HANDLUNG

Nach dem Tod des Vaters muss sich die Grossfamilie Gilbreth neu organisieren. Mutter Lillian will nicht, dass ihre elf Kinder auf die ganze Verwandtschaft aufgeteilt werden und versucht deshalb mit allen Mitteln Geld zu verdienen. Als Ingenieurin hat sie früher mit ihrem Mann zusammen junge Ingenieure ausgebildet und Vortragsreisen unternommen. Nun muss sie feststellen, dass es als alleinstehende Frau gar nicht so einfach ist, in die von Männern dominierte Berufswelt einzusteigen. Sie wird mit viel Unverständnis und Vorurteilen konfrontiert.
Gleichzeitig hat sich die älteste Tochter Ann in einen jungen Arzt verliebt, glaubt aber, dass sie in der Familie gebraucht werde und nicht heiraten dürfe…

REZENSION

„Im Dutzend heiratsfähig“ ist der Fortsetzungsfilm des Streifens „Im Dutzend billiger“ von 1950.
Für den heutigen Zuschauer ist es in gewisser Weise eine doppelte Zeitreise: Der Film wurde 1952 gedreht, die Handlung selber ist in den 20er-Jahren angesiedelt. Dieser nostalgische Touch ist es dann auch, der diesem Streifen einen gewissen Reiz verleiht.
Die Story ist nach heutigen Massstäben gemessen etwas dürftig und einfach gestrickt. Auf der einen Seite ist es beachtlich, dass man 1952 das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Arbeitswelt thematisierte. Auf der anderen Seite wird die heile Familienidylle dermassen penetrant in Szene gesetzt, dass es zuweilen schon eher belustigend wirkt.
Die Geschichte selber verzettelt sich immer wieder in erzähltechnischen Einbahnstrassen. Zudem ist der Einfall, das Ganze als Musical vorzutragen, eher suboptimal - auch wenn die Lieder und Tanzeinlagen durchaus gut gemacht sind.

Alles in allem eine Zeitreise der besonderen Art, die trotz aller Mängel durchaus Charme aufweist und die, in der rechten Stimmung genossen, durchaus zu gefallen weiss…

Die Waffen der Frauen

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Originaltitel: Working Girl

Regie: Mike Nichols
Musik: Carly Simon
Produktionsland: USA

USA / 1988

Hauptdarsteller: Melanie Griffith, Harrison Ford, Sigourney Weaver

HANDLUNG

Es ist schon spannend zu sehen wie anders das Frauenbild vor knapp 30 Jahren so aussah. Dieser Streifen ist gewissermassen eine Reise in die Soziologiegeschichte und zeigt uns neben dem Paarungsverhalten auch interessante Einblicke in die weibliche Frisurgestaltung sowie das Zusammenspiel von Männchen und Weibchen im ganz normalen Büroalltag.

REZENSION

Wie alles, was man mal überlebt hat, erscheinen einem im Rückblick auch die 80er-Jahre als coole Zeit, in der es tolle Musik und gigantische Föhnfrisuren gab.

Damit man mich recht versteht, ich finde den Film wirklich gut. Er unterhält mich, er ist amüsant. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob alles so ironisch gemeint ist, wie ich es verstehe, aber das ist ja im Grunde egal.
Das Zusammenspiel von Griffith und Ford holpert ein wenig, aber dafür reisst die fulminant aufspielende Sigourney Weaver alle beide wieder raus.