Erpressung

J. Edgar

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Originaltitel: J. Edgar

Regie: Clint Eastwood
Musik: Clint Eastwood
Drehbuch: Dustin Lance Black

Produktion: © Imagine Entertainment / Malpaso Productions / Wintergreen Productions
Kamera: Tom Stern
Schnitt: Joel Cox / Gary D. Roach

Hauptdarsteller: Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Naomi Watts, Judi Dench…u.a.

HANDLUNG

Die Filmbiografie beginnt 1919 und zeigt den Aufstieg von J. Edgar Hoover. Während er zu Beginn als einfacher Angestellter im Justizministerium seinen Aufgaben nachkommt, wird schnell klar, dass er zu Höherem berufen ist.
Hoover entwickelt die Spurensuche an Tatorten weiter und wird dank seiner Beharrlichkeit zum Direktor des neu gegründeten Federal Bureau of Investigation FBI ernannt.
Sein Leben wird bestimmt durch seine obsessiv betriebene Arbeit, seine streng religiöse Mutter und seine geheime homosexuelle Beziehung mit seinem Untergebenen Clyde Tolson.
Mit wachsender Macht beginnt Hoover sein Wissen zu missbrauchen, um damit seine Karriere weiterzuführen. Er schreckt auch nicht davor zurück, selbst den amerikanischen Präsidenten unter Druck zu setzen, um seine Ziele zu erreichen.

REZENSION

Die Biopic über den übermächtigen FBI-Gründer J. Edgar Hoover wird mit unzähligen Rückblenden und Zeitsprüngen in Szene gesetzt. Der Grund für diese Erzählweise liegt auf der Hand, handelt es sich bei diesem Streifen doch um ein sehr ruhiges und bedächtig inszeniertes Filmdrama, welches durch diese Zeitsprünge etwas an Dynamik gewinnt. Zuweilen können diese häufigen Wechsel der Handlungszeit den Zuschauer aber auch etwas verwirren.

Hoovers Leben bietet wahrlich genug Stoff, um einen spannenden Film damit füllen zu können. Warum dies hier nicht ganz gelungen ist, dürfte an der unglücklichen Konstellation zwischen Regisseur, Clint Eastwood, und Drehbuchverfasser Dustin Lance Black liegen. Während Black Hoover gegenüber kritisch eingestellt ist, wird schnell deutlich, dass Eastwood eher aus der Position des Hoover-Bewunderers agiert.
Das führt zu der unglücklichen Mischung aus Kritik und Heldenepos, wobei meiner Meinung nach Hoovers positive Eigenschaften deutlich zu stark gewichtet wurden.

Alles in allem haben wir es aber mit einem durchaus sehenswerten Streifen zu tun, der vor allem durch die sehr gute schauspielerische Umsetzung bestechen kann. Leider wird diese Leistung durch die schlechte Maske, vor allem bei Armie Hammer, der Hoovers Freund Clyde verkörpert, etwas sabotiert.

So bleibt als Fazit festzuhalten, dass mit J. Edgar ein respektables Filmdrama entstanden ist, das der historischen Figur nur bedingt gerecht werden kann…

Fazit: Eine durchaus interessante Biopic, die etwas unter der persönlich gefärbten Optik des Regisseurs leidet. Kann ich nur unter Vorbehalten weiterempfehlen…