Best Exotic Marigold Hotel 2

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Originaltitel: The Second Best Exotic Marigold Hotel

Regie:
John Madden
Musik: Thomas Newman
Drehbuch: Ol Parker

Produktion: © Blueprint Pictures
Kamera: Ben Smithard
Schnitt: Victoria Boydell

USA, Grossbritannien / 2015

Hauptdarsteller: Judi Dench, Maggie Smith, Dev Patel, Tena Desae, Richard Gere…u.a.

HANDLUNG

Während einige der älteren Besucher aus dem ersten Teil es sich im Best Exotic Marigold Hotel gemütlich gemacht haben, hat der umtriebige Hotelbesitzer Sonny bereits ein neues Grundstück ins Auge gefasst. Er träumt vom Second Best Exotic Hotel. Sonny versucht zusammen mit Muriel Geldgeber für sein neues Projekt zu finden, gleichzeitig steckt Sonny bis über beide Ohren in der Vorbereitung zur Hochzeit mit seiner Freundin Sunaina.
Auch die anderen Bewohner verwickeln sich in verschiedene Beziehungsgeschichten. Als dann zwei neue Bewohner eintreffen, kommt Unruhe in die Gesellschaft, da Sonny den einen von ihnen für einen Hotelinspektor hält…

REZENSION

Nach dem Überraschungserfolg „Best Exotic Marigold Hotel“, gibt es in diesem zweiten Teil ein Wiedersehen mit den agilen Rentnern in Jaipur, Indien.
Es wird allerdings rasch ersichtlich, dass die Macher wohl selber ziemlich überrumpelt worden sind vom Erfolg des ersten Teiles. Das Drehbuch dieser Fortsetzung wirkt recht ideenlos und einfach gestrickt. Gab es im ersten noch einige Überraschungen und interessante Beziehungsgeschichten zu bestaunen, bewegt sich der zweite Teil weitestgehend im bekannten und sicheren Fahrwasser des Erfolges.
Die Neuzugänge wie etwa Richard Gere waren wohl als Überbrückung dieser inhaltlichen Leere vorgesehen, können den Streifen aber auch nicht wirklich weiter bringen…
So bleibt dem Zuschauer nur, sich an der nach wie vor starken schauspielerischen Leistung von Judi Dench, Maggie Smith und Dev Patel zu erfreuen. Auch der indische Charme ist der Verfilmung zum Glück nicht abhanden gekommen, und zusammen mit der schönen Filmmusik kann man dann trotz allem einen angenehmen, wenn auch recht ereignislosen, Filmabend geniessen.
Als Fortsetzung für Leute, die den ersten Teil mochten, ist der Streifen durchaus sehenswert. Kennt man den ersten Film jedoch nicht, dürfte diese Fortsetzung kaum von Interesse sein…


Miss Bodyguard - In High Heels auf der Flucht

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Originaltitel: Hot Pursuit

Regie: Anne Fletcher
Musik: Christophe Beck
Drehbuch: David Feeney / John Quaintance

USA / 2015

Hauptdarsteller: Reese Witherspoon, Sofia Vergara…u.a.


HANDLUNG

Daniella Riva und ihr Mann sind die einzigen Zeugen, die gegen den inhaftierten Kartellboss Vicente Cortez aussagen können. Als die beiden in ihrem Haus von der Polizistin Rose Cooper und ihrem Kollegen abgeholt werden, geraten sie in einen Hinterhalt, dem Daniellas Ehemann und auch Roses Kollege zum Opfer fallen.
Die beiden sehr ungleichen Frauen sind nun auf sich allein gestellt. Bald zeigt sich, dass wohl nicht nur Kartellmitglieder hinter den beiden Frauen her sind, sonder gewisse Polizisten ebenfalls auf der Gehaltsliste des Kartellbosses stehen. Der Weg bis zum Gericht in Dallas ist lang und Gefahr lauert an jeder Strassenecke. Officer Cooper ist eine pedantische Paragrafenreiterin und Danielle Riva eine exzentrische Nervensäge, was schon bald für ordentlich Ärger zwischen den beiden Damen sorgt…

REZENSION

Roadmovies mit zwei weiblichen Hauptdarstellerinnen sind auch heutzutage immer noch etwas eher Seltenes. Vermutlich war das auch der Reiz, den Reese Witherspoon dazu verleitete, nicht nur eine Hauptrolle zu übernehmen, sondern den Streifen auch gleich mitzuproduzieren.
Es gibt einige durchaus witzige Dialoge zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen. Die Handlung an sich ist jedoch sehr einfach gestrickt und leicht zu durchschauen. Auch das Drehbuch besticht nicht gerade durch Originalität.
Obwohl Reese Witherspoon und Sofia Vergara ihre Parts gut verkörpern, gelingt es ihnen nicht, die beschriebenen Mängel zu überspielen. Vielmehr operieren die beiden in nicht wenigen Szenen an der Grenze zum Overacting, was die Geschichte zuweilen noch alberner wirken lässt, als der Glaubwürdigkeit gut tut.
Es sind dann immer wieder kleine Szenen, kurze Sätze oder gar nonverbale Einlagen zwischen den beiden, die einem von Zeit zu Zeit doch wieder ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern und aufzeigen, dass die Chemie zwischen ihnen sehr gut funktioniert. Dass beide Figuren dem Zuschauer nicht wirklich ans Herz wachsen, liegt eindeutig am etwas unbeholfenen Drehbuch und der konzeptionellen Umsetzung und nicht am schauspielerischen Können.

Alles in allem eine einfach gestrickte Roadmovie-Komödie, die vor allem Fans der beiden Hauptdarstellerinnen ansprechen dürfte. Ansonsten nette Unterhaltung für zwischendurch ohne Anspruch auf mehr…

Fazit: Ein Streifen, den man nicht gesehen haben muss, den man sich aber durchaus mal ansehen kann.

Heidi

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Regie: Alain Gsponer
Musik: Niki Reiser
Drehbuch: Petra Volpe

Schweiz, Deutschland / 2015

Hauptdarsteller: Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi, Isabelle Ottmann…u.a.


HANDLUNG

Das Waisenmädchen Heidi wird von ihrer Tante zu ihrem Grossvater gebracht. Dieser lebt als Einsiedler in den Schweizer Bergen. Wider Erwarten rührt Heidi den wortkargen Eigenbrötler und endlich erfährt sie, was es bedeutet, ein Zuhause zu haben.
Zusammen mit dem Geissenpeter geniesst Heidi ihre Freiheit und die wunderschöne Natur in den Bergen.
Diese Idylle wird durch ihre Tante zerstört, die Heidi völlig unerwartet wieder abholt und nach Frankfurt bringt. Dort soll sie bei der wohlhabenden Familie Sesemann leben, als Spielkameradin für die an den Rollstuhl gefesselte Klara.
Obwohl Heidi und Klara bald Freundinnen werden, hat Heidi schreckliches Heimweh nach den Bergen und natürlich nach ihrem Grossvater. Als sie schliesslich krank wird, ist allen klar, dass es nur eine Lösung geben kann…

REZENSION

Es gibt schon so viele Heidi-Verfilmungen, dass ich mich zu Beginn gefragt habe, ob es wirklich nötig sei, eine weitere abzudrehen. Schlussendlich ist aber jede Verfilmung ein Spiegel der jeweiligen Zeit, und da bildet auch diese aktuelle Veröffentlichung keine Ausnahme.
Die meisten Figuren sind ausgesprochen gut und authentisch umgesetzt worden. Allen voran Heidi, die von Anuk Steffen grossartig verkörpert wird. Auch der Geissenpeter (Quirin Agrippi) oder der von Bruno Ganz gespielte Grossvater sind souverän umgesetzt. Einzig die Figur des Vaters Sesemann wirkt gegenüber der Buchvorlage etwas weniger sympathisch.

Wie so oft bietet die Verfilmung natürlich eine sehr verkürzte Version der eigentlichen Geschichte. So wurde zum Beispiel die ganze Vorgeschichte des Grossvaters weggelassen oder die enge Beziehung zu Peters Grossmutter extrem eingeschränkt dargestellt.
Ebenfalls gestrichen, und da wären wir nun wohl beim eingangs erwähnten Zeitgeist, wurden sämtliche religiösen Elemente.
Trotz dieser und allen anderen Verkürzungen, hat man es aber ausgezeichnet verstanden den Kern der Geschichte herauszuschälen und eine Atmosphäre zu schaffen, die derjenigen der Originalgeschichte schon sehr nah kommt. Ebenfalls schön gelungen sind die Naturaufnahmen.

Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass dies nun die ultimative Heidi-Verfilmung geworden sei. Wir haben es aber zweifellos mit einer sehr authentischen und gelungenen Umsetzung zu tun, die dieser alterslosen und universellen Geschichte durchaus gerecht wird.