James Bond 007: Skyfall

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Originaltitel: Skyfall

Regie: Sam Mendes
Musik: Thomas Newman
Drehbuch: John Logan, Neal Pruvis, Robert Wade

UK, USA / 2012

Filmreihe: James Bond 007 - Film Nr. 23

Hauptdarsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Bérénice Marlohe…u.a.


HANDLLUNG

Dem MI6 wurde eine Festplatte gestohlen, auf welcher sich wichtige Geheimdaten zur Identität von unzähligen Agenten befinden.
Bonds Versuch, diese Festplatte in Istanbul wieder zu erlangen, scheitert – er wird von seiner Kollegin angeschossen und von seinen eigenen Leuten für tot gehalten.
Bald werden zwei Sachen klar: James Bond ist nicht tot, und hinter dem Festplattendiebstahl steckt wesentlich mehr, als vom MI6 erst angenommen. Der ehemalige Agent Raoul Silva wurde vom MI6 fallengelassen und will sich nun dafür an „M“ rächen.
Bond wird auf die Spur des genialen Bösewichts gesetzt. Die Verfolgungsjagd führt von London nach Shanghai, weiter nach Macau und endet schliesslich in Bonds Elternhaus in Schottland…

REZENSION

Bis zum vorliegenden Film konnte ich mich mit Daniel Craig als James Bond nicht anfreunden. Es war nicht mehr der klassische Bond, wie ich ihn mochte. Es fehlte an Charme, Schalk und den typischen Storyverläufen.
Dies gehört nun dank Skyfall der Vergangenheit an. Sam Mendes Verfilmung lehnt sich stark an die klassischen Bond-Streifen aus den sechziger Jahren an. Diese Feststellung wird durch nichts besser unterstrichen, als durch den genialen von Adele gesungenen Titelsong.
Man hat sich aber nicht darauf beschränkt, mit einfachen Verknüpfungen in die Vergangenheit zu punkten, sondern versteht es gleichzeitig, durch diverse Neuerungen aus Bond einen modernen Agenten-Action-Streifen zu machen.
Dieses Kunststück kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Selten habe ich eine so gelungene Wiederbelebung gesehen, die kaum Wünsche offen lässt.
Die Idee, Bond nicht nur als taffen Agenten zu zeigen, sondern als verletzlichen Menschen, ist eine dieser „Neuerungen“, die der Figur eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Dazu kommt eine aussergewöhnlich gute bildtechnische Umsetzung, die stellenweise schon epische Ausmasse erreicht.
Bond ist zurück - ich freue mich schon auf den nächsten…

James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät

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Originaltitel: On Her Majesty‘s Secret Service

Regie: Peter R. Hunt
Musik: John Barry
Drehbuch: Richard Maibaum, Simon Raven

Grossbritannien / 1969

Filmreihe: James Bond 007, Film-Nr. 6

Hauptdarsteller: George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas...u.a.


HANDLUNG

Bond ist auf der Suche nach dem Bösewicht Blofeld. In Portugal trifft er auf eine geheimnisvolle Frau, die sich als Contessa Teresa di Vincenzo entpuppt, Tochter eines portugiesischen Mafioso. James und „Tracy“ kommen sich näher, die traute Zweisamkeit ist aber nicht von langer Dauer.
Nachdem Bond einen wichtigen Hinweis zu Blofeld erhält, macht er sich auf den Weg in die Schweiz, nach Bern. Von dort geht es weiter zur geheimen Forschungseinrichtung von Blofeld, die sich auf dem Gipfel des Piz Gloria befindet. Bond gelingt es, sich als Ahnenforscher einzuschleichen, wird dabei enttarnt und muss fliehen. Auf seiner Flucht begegnet er Teresa wieder, diese wird jedoch kurze Zeit später von Blofeld gekidnappt.
Bond gelingt es mit Hilfe von Teresas Vater und dessen Leuten, Blofelds Labor zu erstürmen und Teresa zu befreien.
Teresa und Bond heiraten. Doch ihr Glück währt nur kurze Zeit…

REZENSION

„Teresa war eine Heilige, ich bin Tracy“. So stellt sich in diesem Bond-Abenteuer, die weibliche Hauptdarstellerin unserem Helden vor und macht damit gleich mal klar, wie der Hase läuft.
„Im Geheimdienst seiner Majästät“ ist in vielerlei Hinsicht ein aussergewöhnlicher „Bond“. Nebst der selbstbewussten Hauptdarstellerin, wunderbar verkörpert durch Diana Rigg, fällt natürlich vor allem George Lazenby auf, der hier seinen ersten und zugleich letzten Bond gibt. Lazenby war eigentlich kein Schauspieler, sondern Dressman. Leider ist das vor allem zu Beginn des Streifens auch deutlich zu sehen. Seine etwas hölzerne Spielweise wirkt doch etwas befremdend. Mit zunehmender Spieldauer fällt das aber immer weniger auf, was nicht zuletzt am genialen und rasant inszenierten Drehbuch liegt. Die Stunt-Szenen auf Skiern oder in der Bobbahn von St. Moritz machten den Streifen zum Kultfilm.
Man merkt der Handlung deutlich an, dass hier ein Roman von Ian Fleming als Grundlage diente und nicht eine zusammengeschusterte Geschichte, wie dies bei anderen Filmen dieser Serie zuweilen der Fall war. Die atmosphärische Dichte und der ganz spezifische Charme ist hier zu finden, also genau das, was den neueren Bond-Abenteuern mitunter etwas fehlt...
Für mich ist „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ einer der besten, wenn nicht sogar „der“ beste Film aus der Bond-Reihe.