Liebeskomödie

Stolz und Vorurteil

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Originaltitel: Pride & Prejudice

Regie: Joe Wright
Musik: Dario Marianelli
Drehbuch: Deborah Moggach

Frankreich, Grossbritannien / 2005

Hauptdarsteller: Keira Knightley, Matthew Macfadyen, Rosamund Pike, Donald Sutherland...u.a.


HANDLUNG

Mrs. Bennets Lebensziel scheint es zu sein, alle ihre fünf Töchter schnellst und bestmöglich zu verheiraten. Dies sehr zum Missfallen ihrer zweitältesten Tochter Lizzie, die Männer grundsätzlich als etwas rückständig und anstrengend erachtet.
Die Bekanntschaft mit dem sehr stolz wirkenden Mr. Darcy scheint ihre Vorurteile nur noch zu bestärken. Doch mit der Zeit bemerkt Lizzie, dass nicht alles so ist, wie es scheint und sie versuchen sollte, ihre Vorurteile zu überwinden...

REZENSION

Ich bin der Ansicht, dass man einen Roman von Jane Austen ebenso wenig verfilmen kann wie die Werke von Virginia Woolf.
Dennoch wird es jedoch mit schöner Regelmässigkeit gemacht.
Was dabei herauskommt, ist in den meisten Fällen eine etwas einfach gestrickt wirkende Liebesgeschichte, die im Einzelfall auch Anzeichen einer Telenovela aufweisen kann. Das deshalb, weil man die ganzen Tiefen der Austen-Figuren nur schwerlich zeigen kann, ebenso wie die psychologischen Verwicklungen und inneren Konflikte. Was dann übrig bleibt, ist meist eine ziemlich oberflächliche Geschichte.
Die hier vorliegende Verfilmung von „Pride & Prejudice“ macht da im Grossen und Ganzen keine Ausnahme. Die Umsetzung wirkt etwas weichgespült. Mr. Bennet ist nicht so zynisch und Mrs. Bennet nur ansatzweise so hysterisch wie in der Buchvorlage. Auch der Hauptfigur Lizzie fehlt der typische Charme und die witzige Pfiffigkeit des Originals.
Betrachtet man den Film aber mal völlig autark, findet sich auch Gutes: Man hat sich redlich bemüht, das Lokalkolorit des 18. Jahrhunderts aufleben zu lassen. Die Dialoge sind zuweilen witzig und originell. Die schauspielerische Leistung weiss zudem zu gefallen, und die Landschaftsaufnahmen sind wunderschön.
Alles in allem also ein unterhaltsamer Streifen, der für sich betrachtet durchaus zu geniessen ist...

Fazit: Wer damit leben kann, dass die sozialkritischen Elemente aus Jane Austens Romanvorlage gestrichen wurden, wird an dieser Verfilmung gefallen finden.

Lachsfischen im Jemen

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Originaltitel: Salmon Fishing in the Yemen


Regie: Lasse Hallström
Musik: Dario Marianelli
Drehbuch: Simon Beaufoy

Grossbritannien / 2011

Hauptdarsteller: Ewan McGregor, Emily Blunt, Amir Waked…u.a.


HANDLUNG


Scheich Muhammad hat die exzentrische Idee, im Jemen die Lachsfischerei einzuführen. Er beauftragt die Anwältin Harriet Chetwode-Talbot, den anerkannten Fischereiexperten Alfred Jones für das Projekt zu gewinnen. Dieser lehnt aber das in seinen Augen unsinnige Anliegen ab. Erst als die britische Regierung, die in diesem Unternehmen ein Prestige trächtiges Projekt zu erkennen glaubt, Druck auf ihn ausübt, erklärt er sich zur Mitarbeit bereit.
Die Anwältin und der Fischexperte kommen sich näher, und plötzlich scheint auch das Projekt nicht mehr so unmöglich zu sein, wie anfänglich gedacht…

REZENSION

Die recht originelle Grundidee dieses Filmes funktioniert vor allem in der ersten Stunde sehr gut. Sarkastisch-ironische Wortgefechte, und die erfrischende Spielweise von McGregor und Blunt machen den Streifen kurzweilig und unterhaltsam. Die zweite Filmhälfte relativiert das Ganze dann leider etwas. Die Liebesgeschichte wird etwas gar holzschnittartig dargestellt, und auch textlich mag die zweite Hälfte nicht mehr so ganz mithalten. Was am Schluss bleibt, ist ein unterhaltsamer Film, der aber wohl mehr wegen den wirklich schönen Landschaftsaufnahmen in Erinnerung bleiben wird, als wegen einer gelungenen Story...

Ein unterhaltsamer Streifen, der zwar einige inhaltliche Mängel aufweist, aber trotzdem sehenswert und amüsant bleibt.

Gedreht wurde übrigens nicht im Jemen, sondern in Marokko.

Fools Rush In - Herz über Kopf

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Originaltitel: Fools Rush In

Regie: Andy Tennant
Musik: Alan Silvestrie
Drehbuch: Katherine Reback
USA / 1997

Hauptdarsteller: Selma Hayek, Matthew Perry


HANDLUNG

Die zufällige Bekanntschaft der mexikanisch stämmigen Isabel Fuentes und des New Yorker Bauleiters Alex Whitman führt zu einer gemeinsamen Nacht. Eine Nacht mit Folgen: Isabel ist schwanger. Sie teilt es Alex mit, und der verspricht, für sie da zu sein. Eine wechselhafte Beziehungsgeschichte nimmt ihren Lauf, in der Kulturen aufeinander prallen und so manches Missverständnis aus dem Weg geräumt werden will…

REZENSION

Wenn ich eine Liste meiner liebsten Schnulzenfilme erstellen müsste, wäre "Fools Rush In" ganz weit oben aufgeführt.
Zugegeben, er trieft vor Kitsch und Klischees. Die Handlung mag zuweilen leicht grotesk anmuten, und auch die Dialoge haben keinen philosophischen Tiefgang, und dennoch gilt hier das selbe wie bei "Pretty Woman": Die Figuren sind mitreissend und der Handlungsverlauf ist genau so wie in einem solchen Streifen gewünscht. Zudem spielt Salma Hayek so überragend, dass sie die etwas unbeholfene Spielweise von Matthew Perry komplett vergessen lässt. Im Gegenteil, es entsteht eine ausgezeichnete Harmonie zwischen den beiden, die sich auf den Zuschauer überträgt und den Film zu einem richtigen Feel-Good-Movie macht.
Ach ja, und der Soundtrack ist der Hammer!