Komödie

Eddie The Eagle - Alles ist möglich

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Originaltitel: Eddie the Eagle

Regie: Dexter Fletcher
Musik: Matthew Margeson
Drehbuch: Sean Macaulay / Simon Kelton
Produktion: © Marv Films
Kamera: George Richmond
Schnitt: Martin Walsh

Grossbritannien, USA, Deutschland / 2016

Hauptdarsteller: Taron Egerton / Hugh Jackman / Christopher Walken / Iris Berben / Jo Hartley / Keith Allen…u.a.

HANDLUNG

Michael Edwards träumte schon als kleiner Junge, dereinst an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Da er gesundheitliche Probleme hat und bald merkt, dass es mit Leichtathletik nichts wird, beginnt er sich für Wintersportarten zu begeistern. Letztlich landet er beim Skiweitsprung. Da es in ganz England keine einzige Schanze gibt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als nach Deutschland zu reisen, um zu trainieren. Nach unzähligen Stürzen und blauen Flecken, erbarmt sich schliesslich Bronson Peary, ein ehemaliger Spitzenskispringer, seiner und nimmt ihn unter seine Fittiche. Durch Ausdauer, Nervenstärke und ein beinahe unerschütterliches Selbstvertrauen gelingt es Michael, die vom olympischen Komitee geforderte Weite von 61m zu erreichen. Das Unglaubliche ist geschehen: Michael Edwards reist 1988 an die Olympischen Winterspiele in Calgary. Dort wird er Geschichte schreiben - als „Eddie the Eagle“, der mit grossem Abstand Letzter wird und dadurch die Herzen des Publikums auf der ganzen Welt gewinnt, weil er wie kein Zweiter den olympischen Gedanken verkörpert: Dabei sein ist alles!

REZENSION

Ich kann mich gut an die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary erinnern, und das dürfte zu einem grossen Teil an Michael Edwards liegen, der mit seiner natürlichen Art und seinem Underdog-Status den Zuschauern auf der ganzen Welt eine Gänsehaut verpasste.
Die hier vorliegende Biopic erzählt nun seine Lebensgeschichte, beginnend beim gesundheitlich angeschlagenen kleinen Jungen bis zu seinem Erfolg an den Olympischen Winterspielen - wobei der Erfolg darin bestand, den Sprung von der 90m-Schanze zu überleben. Edwards wurde mit grossem Abstand Letzter - und egalisierte gleichzeitig den britischen Schanzenrekord.

Die Machart dieses Filmes lässt keine Sekunde daran zweifeln, dass „Cool Runnings“ als Vorlage benutzt wurde. Es ist den Filmemachern jedoch glücklicherweise gelungen, eine eigenständige und kurzweilige Geschichte zu inszenieren, die den Vergleich keineswegs zu scheuen braucht. Taron Egerton spielt seine Rolle recht gut, auch wenn ich ab und an das Gefühl hatte, dass die Rolle etwas überzeichnet und zu slapstickartig umgesetzt wurde. Überhaupt ist die ganze Inszenierung für meinen Geschmack etwas zu humoristisch ausgefallen. Die Grenzen, wo mit Eddie gelacht wird, gehen fliessend über in solche, in denen über ihn gelacht wird. Etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte der Geschichte, meiner Meinung nach, gut getan.
Wir haben es hier aber zweifelsfrei mit einer gelungenen Verfilmung zu tun, die Emotionen weckt und sehr unterhaltsam sowie abwechslungsreich umgesetzt wurde.

Man muss Michael Edwards oder seine Geschichte nicht kennen, um an diesem Film gefallen zu finden. Solid gemachte Unterhaltung „Made in England“ - ein Feel-Good-Movie, wie ich ihn mir von Zeit zu Zeit gerne ansehe…

What We Did On Our Holiday

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Originaltitel: What We Did on Our Holiday

Regie: Andy Hamilton & Guy Jenkin
Musik: Alex Heffes
Drehbuch: Andy Hamilton & Guy Jenkin

Produktion: © BBC / Lipsync Productions / Origin Pictures
Kamera: Martin Hawkins
Schnitt: Steve Tempia / Mark Williams

Grossbritannien / 2014

Hauptdarsteller: David Tennant, Rosamund Pike, Billy Connolly, Ben Miller, Emilia Jones, Bobby Smalldridge, Amelia Bullmore…u.a.

HANDLUNG

Es sollte ein harmonischer Familienurlaub beim Grossvater in Schottland werden, doch die Konstellationen sind denkbar ungünstig. Doug und seine Noch-Ehefrau Abi streiten sich schon vor der Abfahrt in London, sehr zum Unwillen ihrer Kinder Jess, Lottie und Michey. Die baldige Scheidung des Ehepaares macht sichtlich allen zu schaffen und Doug und Abi haben beschlossen, Dougs Vater Gordie, der schwer krank ist, nichts davon zu erzählen und eine harmonische Familienidylle vorzugaukeln.
In Schottland eingetroffen, wird aber bald klar, dass das wesentlich einfacher geplant als durchgeführt ist. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf: Die Eltern streiten sich, die Kinder verplappern sich und die unter Depressionen leidende Tante und der snobistische Onkel verkomplizieren die Situation zusätzlich…
Ein dramatisches Ereignis lässt die Familie näher zusammenrücken und macht schliesslich allen klar, auf was es im Leben wirklich ankommt…

REZENSION

Obwohl sich die Geschichte mehr nach Drama denn nach Komödie anhört, haben wir es hier mit einer sehr leichten und mit viel schwarzem Humor durchsetzten Komödie/Tragikkomödie zu tun.
Der rabenschwarze englische Humor ist es denn auch, der aus einer recht konventionellen Geschichte etwas besonders macht. Die Dialoge sind ausgesprochen pointiert und intelligent. Wie die drei Kinder mit einfachen Fragen den pingeligen Onkel komplett aus dem Konzept bringen können, ist grosses Kino und zum Brüllen komisch.

Die Handlung entfernt sich zuweilen weit von realistischen Darstellungen, was interessanterweise zu keiner Zeit stört. Dies kann nicht zuletzt der hervorragenden schauspielerischen Umsetzung zugeschrieben werden – speziell auch die Kinder spielen beeindruckend.
Ebenso beeindruckend sind die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die nicht unwesentlich zur ruhigen Gelassenheit, die der Film ausstrahlt, beitragen.
Der einzige wirkliche Minuspunkt dürfte der völlig unpassende, sogar irreführende deutsche Titel sein…

Eine leichte, lockere Sommer-Komödie, bei der es um nichts weniger als ums Sterben und den Sinn im Leben geht – Sie denken, das geht nicht zusammen? Dann schauen Sie sich diesen Film an und Sie werden eines Besseren belehrt!

Didi - Der Doppelgänger

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Regie: Reinhard Schwabenitzky
Musik: Harold Faltermeyer / Arthur Lauber
Drehbuch: Hartmann Schmige / Christian Rateuke / Dieter Hallervorden

Produktion: © Universum Film / ZDF
Kamera: Charly Steinberger
Schnitt: Clarissa Ambach

Deutschland / 1984

Hauptdarsteller: Dieter Hallervorden, Ruth Maria Kubitschek, Tilo Prückner, Elfi Eschke…u.a.

HANDLUNG

Der Grossindustrielle Bauunternehmer Hans Immer und der Kneipenbesitzer Bruno Koob haben wirklich nicht viele Gemeinsamkeiten – bis auf die Tatsache, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen.
Als der Multimillionär und bekennende Kotzbrocken Hans Immer bemerkt, dass Entführer hinter ihm her sind, verfällt er auf einen heimtückischen Plan: Er engagiert den in finanzieller Not steckenden Bruno Koob und setzt diesen als Doppelgänger an seine Stelle, derweil er sich mit seiner Freundin nach Kitzbühel verziehen will.
Bruno Koob hat nun nicht nur einen Grosskonzern zu leiten und Immers eifersüchtige Ehefrau am Hals, er muss sich auch noch mit den Entführern herumschlagen, die im allerdings in Sachen Tölpelhaftigkeit in Nichts nachstehen.
Als Koob herausbekommt, dass Hans Immer hinter dem Grossbauprojekt steht, bei dem seine geliebte Kneipe abgerissen werden soll, rächt er sich, in dem er Immers Weltkonzern samt Privatleben gehörig auf den Kopf stellt.
Immer versucht zu retten, was zu retten ist, muss aber feststellen, dass es einfacher ist, einen Doppelgänger einzustellen, als ihn wieder los zu werden…

REZENSION

Dieter Hallervordens 80er-Jahre-Klamotte funktioniert auch heute noch erstaunlich gut. Die etwas angestaubt wirkenden Kulissen und der 80er-Mief werden durch Hallervordens mitreissende Spielweise und charmante Komik wettgemacht. Zudem gibt es spektakuläre Stunts zu sehen, die man so in deutschen Filmen bis dato kaum bewundern konnte.
Die Handlung an sich ist relativ einfach gestrickt und dient als Zulieferer für Hallervordens Slapstick-Einlagen. Trotz der Überpräsenz der Hauptfigur, gelingt es einigen Nebendarstellern, sich souverän in Szene zu setzen. Am besten hat mir hierbei Immers Sekretärin gefallen, die von Elfi Eschke dargestellt wird. Obwohl sie kaum Text hat, meistert sie ihren Part beeindruckend und trägt nicht wenig zur Grundkomik bei.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Soundtrack. Harold Faltermeyer gibt alles und lässt, zusammen mit seinem Synthesizer, keine Sekunde Unklarheit darüber aufkommen, aus welchem Jahrzehnt der Film stammt…
„Didi – Der Doppelgänger“ mag nicht zu den allerbesten Filmen von Dieter Hallervorden gehören, unterhält und amüsiert aber heute noch genau so gut wie vor dreissig Jahren…


The Nice Guys

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Originaltitel: The Nice Guys

Regie: Shane Black
Musik: David Buckley / John Ortmann
Drehbuch: Anthony Bagarozzi / Shane Black

Produktion: Joel Silver
Kamera: Philippe Rousselot
Schnitt: Joel Negron

USA / 2016

Hauptdarsteller: Russell Crowe / Ryan Gosling / Angourie Rice / Kim Basinger…u.a.

HANDLUNG

Das erste Zusammentreffen von Holland March und Jackson Healy ist alles andere als erfreulich. Der Privatdetektiv und der Berufsschläger schliessen sich dennoch zusammen, da sie sich gegenseitig nützlich sein können. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach Amelia, die in grösster Gefahr zu schweben scheint.
Je näher die beiden Schnüffler ihrer Zielperson kommen, umso prekärer entwickeln sich die Geschehnisse: Eine bekannte Pornodarstellerin wird ebenso umgebracht, wie der Drehbuchautor des Filmes, in dem sie gespielt haben soll. Als dann auch der Produzent des Streifens das Zeitliche segnet, wird Holland und Jackson klar, dass sie da in etwas hineingeraten sind, das für sie eine Nummer zu gross ist…

REZENSION

Regisseur Shane Black ist bekannt als Mann fürs Grobe, der sich auf Buddy-Action-Komödien spezialisiert hat.
Leider ist die Umsetzung von „The Nice Guys“ meiner Ansicht nach gescheitert. Das liegt aber auf keinen Fall an den beiden Hauptdarstellern. Ryan Gosling und Russell Crowe spielen hervorragend und schaffen es sogar stellenweise, der trägen Story etwas Leben und Witz einzuhauchen.
Allein, das genügt nicht, um dem in jeder Beziehung behäbigen Stoff die richtigen Vibes zu verabreichen. Der Streifen strotzt nur so von ausgelatschten Klischees. Klischees, mit denen leider kaum gespielt wird, sondern die dem Zuschauer kommentarlos vorgesetzt werden und dadurch mehr irritieren, als witzig rüber kommen. Es bleibt zum Schluss eine wirre Anhäufung von Sexszenen, Frauen verachtenden Sprüchen und sinnloser Gewalt. Subtilität oder Geheimnisvolles sucht man in diesem Werk vergebens. Shane Black versucht mit einem wirren Handlungsverlauf eine komplexe Detektive-Story vorzugaukeln, diese entpuppt sich aber beim genaueren Hinsehen als banale Verschachtelung von Gehaltlosigkeiten.

Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, was die Cohn-Brüder wohl aus so einem Stoff gemacht hätten…
So bleibt schlussendlich nur die Erkenntnis, dass Shane Blacks Holzhammer-Verfilmung dank der grossartigen Arbeit der beiden Hauptdarsteller als harmloser Unterhaltungsfilm für anspruchslose Momente durchgehen mag - für mehr reicht es leider nicht…

Das Krokodil und sein Nilpferd

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Originaltitel: Io sto con gli ippopotami

Regie: Italo Zingarelli
Musik: Walter Rizzati
Drehbuch: Barbara Alberti & Amedeo Pagani

Produktion: © Denver Film Productions
Kamera: Aiace Parolin
Schnitt: Claudio M. Cutry

Italien / 1979

Hauptdarsteller: Bud Spencer, Terence Hill, Joe Bugner…u.a.

HANDLUNG

Tom (Bud Spencer) fährt mit seinem Bus Touristen und Grosswildjäger durch den Busch Südafrikas. Als Tierfreund lädt er aber die Gewehre seiner Kunden mit Platzpatronen. Als sein Cousin, der ein noch radikalerer Tierfreund ist, in Südafrika auftaucht, hat Tom gar keine Freude. Er fürchtet um sein Geschäft…
Bald schon verbünden sich die beiden aber gegen den skrupellosen Spekulanten und Tierhändler Jack Ormond.
Sie müssen schon all ihre Schlitzohrigkeit und Schlagkraft ausspielen, um es mit dem gerissenen Gegner und seinen Handlangern aufzunehmen…

REZENSION

Nach unzähligen erfolgreichen Italo-Western, waren die verantwortlichen Leute wohl der Ansicht, dass es an der Zeit wäre, die Location etwas zu verändern. Und so verpflanzte man diesen Spencer/Hill-Film kurzerhand nach Südafrika. Die Handlung freilich blieb dem Westernfilm treu. Die Geschichte könnte 1:1 auch im Wilden Westen spielen. Sämtliche Zutaten sind vorhanden. Auch die obligate Fressorgie wird zelebriert und macht Spass beim Zusehen.
Und so ist es dann auch nicht erstaunlich, dass man alles schon irgendwie mal gesehen zu haben glaubt.
Südafrika wird primär nur als Dekoration verwendet, und so sind einige sehr schöne Aufnahmen der Tier- und Pflanzenwelt zu sehen.
Richtig gute Stimmung kommt jeweils bei der musikalischen Untermalung auf. Der ohrwurmmässige Titelsong wurde von Bud Spencer selber geschrieben und verfolgt den Zuschauer in verschiedenen Versionen durch den ganzen Film hindurch. Musikalischer Höhepunkt bildet meiner Meinung nach das wunderschöne Lied Shosholoza, das gegen Ende eingespielt wird. Der Song wurde ja schon von unzähligen westlichen Musikern verwendet, unter anderem auch von Manfred Mann. Hier kriegen wir eine afrikanische Originalversion zu hören.

Alles in allem gehört „Das Krokodil und sein Nilpferd“ zu den besseren Filmen des Duos, auch wenn dem Streifen gegen Ende etwas die Luft ausgeht…

Mel Brooks' Blazing Saddles

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Originaltitel: Blazing Saddles

Regie: Mel Brooks
Musik: Mel Brooks, John Morris
Drehbuch: Mel Brooks..u.a.

Produktion: © Crossbow Productions / Warner Brothers
Kamera: Joseph F. Biroc
Schnitt: Danford B. Greene / John C. Howard

USA / 1974

Hauptdarsteller: Cleavon Little, Gene Wilder, Mel Brooks, Madeline Kahn…u.a.

HANDLUNG

Da der Bau einer Eisenbahnstrecke in der Nähe der Wildweststadt Rock Ridge vorbeiführen wird, steigt der Wert des Bodens ins Unermessliche. Um einfach an den begehrten Boden zu kommen, versucht der geldgierige Vizegouverneuer Hedley Lamarr mit allen Mitteln, den Bewohnern von Rock Ridge das Leben schwer zu machen. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück, die übelsten Revolverhelden und Halsabschneider zu engagieren, um die Leute einzuschüchtern. Als schliesslich der Sheriff erschossen wird, entsendet Lamarr den schwarzen Eisenbahnarbeiter Bart als neuen Sheriff nach Rock Ridge, wohlwissend, dass der arme Bart damit zwischen alle Stühle fallen wird und kaum einen Tag am Leben bleiben dürfte.
Er hat die Rechnung aber ohne den gewitzten Bart und seinen neuen Freund Kid the Kid gemacht, die dem hinterhältigen Vizegouverneur bald gehörig die Suppe versalzen…

REZENSION

Mel Brooks Filme sind ja allgemein sehr kontrovers. Die einen halten sie für oberflächlich, albern und überzeichnet. Die anderen, und dazu möchte ich mich auch zählen, sind der Ansicht, dass doch einiges mehr dahintersteckt als der vordergründige Klamauk, der zugegebenermassen natürlich als erstes ins Auge fällt.
Mel Brooks ist einer der wenigen Hollywood-Regisseure, der sich an sehr heikle Themen wagt und den Zuschauer auf provokante Art und Weise damit konfrontiert.

In dem hier vorliegenden Werk hat er sich dem Thema Rassismus angenommen. Der erste schwarze Sheriff, der sich mit der Ignoranz und den Vorurteilen der „anständigen“ Bürgern herumschlagen muss, und erst etwas Anerkennung findet, nachdem es ihm gelingt, dem hinterhältigen Treiben des Vizegouverneurs Einhalt zu gebieten.

Der Streifen hätte ursprünglich eigentlich in den 1970er-Jahren spielen sollen. Brooks bekam aber Ärger mit Warner Bros. über verschiedene Szenen. So entschloss man sich, den Film in der Vergangenheit spielen zu lassen, um die gesellschaftspolitische Brisanz etwas zu entschärfen. Brooks liess es sich allerdings nicht nehmen, seine Protagonisten gegen Ende des Filmes dann doch noch in die Gegenwart stolpern zu lassen…

Das Drehbuch strotzt, wie bei Brooks üblich, vor originellen und unerwarteten Einfällen. Mag er ab und an auch etwas übers Ziel hinausgeschossen sein, ist das Ganze wilde Treiben auch aus heutiger Sicht immer noch witzig und amüsant.
Die Szene mit dem jiddisch sprechenden Häuptling mag als Beispiel für Mel Brooks subversiven Humor herhalten. Man kann das als platten, etwas deplatzierten Witz ansehen. Kennt man sich jedoch etwas aus in der indigenen Geschichte, eröffnet sich eine viel tiefere Dimension; im 19. Jahrhundert fand tatsächlich eine ernsthafte Diskussion darüber statt, ob es sich bei den indianischen Völkern nicht etwa um die Verlorenen Stämme Israels handle…

Wie man es auch dreht und wendet, entweder man mag ihn oder eben nicht. Ich mag ihn…

Best Exotic Marigold Hotel 2

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Originaltitel: The Second Best Exotic Marigold Hotel

Regie:
John Madden
Musik: Thomas Newman
Drehbuch: Ol Parker

Produktion: © Blueprint Pictures
Kamera: Ben Smithard
Schnitt: Victoria Boydell

USA, Grossbritannien / 2015

Hauptdarsteller: Judi Dench, Maggie Smith, Dev Patel, Tena Desae, Richard Gere…u.a.

HANDLUNG

Während einige der älteren Besucher aus dem ersten Teil es sich im Best Exotic Marigold Hotel gemütlich gemacht haben, hat der umtriebige Hotelbesitzer Sonny bereits ein neues Grundstück ins Auge gefasst. Er träumt vom Second Best Exotic Hotel. Sonny versucht zusammen mit Muriel Geldgeber für sein neues Projekt zu finden, gleichzeitig steckt Sonny bis über beide Ohren in der Vorbereitung zur Hochzeit mit seiner Freundin Sunaina.
Auch die anderen Bewohner verwickeln sich in verschiedene Beziehungsgeschichten. Als dann zwei neue Bewohner eintreffen, kommt Unruhe in die Gesellschaft, da Sonny den einen von ihnen für einen Hotelinspektor hält…

REZENSION

Nach dem Überraschungserfolg „Best Exotic Marigold Hotel“, gibt es in diesem zweiten Teil ein Wiedersehen mit den agilen Rentnern in Jaipur, Indien.
Es wird allerdings rasch ersichtlich, dass die Macher wohl selber ziemlich überrumpelt worden sind vom Erfolg des ersten Teiles. Das Drehbuch dieser Fortsetzung wirkt recht ideenlos und einfach gestrickt. Gab es im ersten noch einige Überraschungen und interessante Beziehungsgeschichten zu bestaunen, bewegt sich der zweite Teil weitestgehend im bekannten und sicheren Fahrwasser des Erfolges.
Die Neuzugänge wie etwa Richard Gere waren wohl als Überbrückung dieser inhaltlichen Leere vorgesehen, können den Streifen aber auch nicht wirklich weiter bringen…
So bleibt dem Zuschauer nur, sich an der nach wie vor starken schauspielerischen Leistung von Judi Dench, Maggie Smith und Dev Patel zu erfreuen. Auch der indische Charme ist der Verfilmung zum Glück nicht abhanden gekommen, und zusammen mit der schönen Filmmusik kann man dann trotz allem einen angenehmen, wenn auch recht ereignislosen, Filmabend geniessen.
Als Fortsetzung für Leute, die den ersten Teil mochten, ist der Streifen durchaus sehenswert. Kennt man den ersten Film jedoch nicht, dürfte diese Fortsetzung kaum von Interesse sein…


Chinese zum Mitnehmen

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Originaltitel: Un cuento chino

Regie: Sebastian Borensztein
Musik: Lucio Godoy
Drehbuch: Sebastian Borensztein

Produktion: © Pampa Films / Tornasol Films / Television Federal
Kamera: Rodrigo Pulpeiro
Schnitt: Pablo Barbieri Carrera / Fernado Pardo

Argentinien / 2011

Hauptdarsteller: Ricardo Darin / Ignacio Huang / Muriel Santa Ana / Ivan Romanelli…u.a.

HANDLUNG

Der Einzelgänger Roberto betreibt in Buenos Aires ein Eisenwarengeschäft, das mehr schlecht als recht läuft. Roberto ist das recht, hat er doch sowieso mit den Menschen abgeschlossen. Er will in Ruhe gelassen werden und öffnet sich selbst gegenüber den schüchternen Annäherungsversuchen von Mari, der Schwester eines Bekannten, nicht.
Um der Welt zu beweisen wie skurril sie ist, sammelt er Zeitungsberichte mit unglaublichen Geschichten, die er fein säuberlich in ein Buch klebt.
Eines Tages fällt ihm sprichwörtlich der Chinese Jun vor die Füsse. Jun spricht kein Wort spanisch und scheint völlig mittel- und auch orientierungslos. Widerwillig hilft Roberto ihm bei der Suche nach seinem Onkel. Der Onkel ist aber nicht aufzufinden, und so beginnt für die beiden ungleichen Schicksalsgenossen eine über Wochen dauernde Odyssee. Roberto muss lernen, dass nichts so skurril ist wie das richtige Leben und findet überraschend einen Ausweg aus seinem misanthropischen Dasein…

REZENSION

Lassen Sie sich vom dümmlichen (und leicht rassistischen) deutschen Titel nicht abschrecken. Bei „Ein chinesisches Märchen“, so der Originaltitel, handelt es sich nicht um eine oberflächliche Komödie, wie der deutsche Titel vermuten lässt. Vielmehr haben wir es hier mit einer sehr vielschichtigen und subtilen Erzählung zu tun.
Dabei gibt es sowohl richtig witzige Situationskomik wie auch emotionale Momente, die dem Film seine sehr melancholisch-humorvolle Note verleiht.
Zu Beginn wirkt die Geschichte etwas holzschnittartig, gewinnt aber mit fortschreitender Laufzeit immer mehr an Tiefe und trotz aller Skurrilität auch an Glaubwürdigkeit. Das Gleiche gilt für die Figuren, die zu Beginn etwas plakativ wirken und sich dann immer mehr zu dreidimensionalen, vielschichtigen Persönlichkeiten entwickeln.
Trotz der melancholischen Note, ist der warmherzige Humor allgegenwärtig und zaubert dem Zuschauer ein konstantes Lächeln ins Gesicht.


Die Bestimmer

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Originaltitel: Parental Guidance

Regie: Andy Fickman
Musik: Marc Shaiman
Drehbuch: Lisa Addario, Joe Syracuse

Produktion: © Dune Entertainment III / 20th Century Fox
Kamera: Dean Semler
Schnitt: Kent Beyda

USA / 2012

Hauptdarsteller: Billy Crystal, Bette Midler, Marisa Tomei, Tom Everett Scott… u.a.

HANDLUNG

Artie Decker (Billy Crystal) wird entlassen. Er war Stadionsprecher eines Baseballteams. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, sagt seine Frau Diane (Bette Midler) zu, ihre Enkelkinder zu beaufsichtigen, während ihre Tochter und der Schwiegersohn wegfahren. Artie ist alles andere als begeistert von diesem Unterfangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, gelingt es ihm aber den Kindern näher zu kommen.

REZENSION

Ein Film, in dem Billy Crystal, Bette Midler und Marisa Tomei mitspielen, kann eigentlich gar nicht schlecht sein. So zumindest war meine Grundhaltung, bevor ich diesen Streifen besichtigt habe. In der Tat sind es dann auch die oben genannten, die aus einem unglaublich platten Drehbuch und einer ebenso lahmen Inszenierung, ohne irgendwelche Überraschungen oder auch nur originellen Wendungen, einen Film gemacht haben, den man sich dennoch ansehen kann. Ich hätte mich wohl vorher über die anderen Filme des Regisseurs schlau machen sollen. Vielleicht wäre ich dann von selber auf die Idee gekommen, dass das nichts für mich ist. Es wird hier wirklich kein Kalauer ausgelassen, und in der ersten Hälfte der Geschichte bewegen wir uns auf der Stufe von recht infantilem Humor. Zum Glück wird das in der zweiten Hälfte etwas besser. Wobei auch dann noch kaum eine Gelegenheit ausgelassen wird einen platten Witz anzubringen. Selbstverständlich darf auch die seit ca. 100 Jahren in diesen Filmen obligate "Tortenschlacht" nicht fehlen (wobei das 1922 durchaus noch originell und lustig war). Alles in allem, war ich dann froh, dass diese Familienkomödie irgendwann ein Ende fand.
Als Fan der drei Hauptdarsteller kann man sich das durchaus mal ansehen, weiterempfehlen kann ich ihn leider nicht...


Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes

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Originaltitel: Raiders Of The Lost Ark

Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Drehbuch: George Lucas, Philip Kaufman, Lawrence Kasdan
Produktion: © Paramount Pictures / Lucasfilm
Kamera: Douglas Slocombe
Schnitt: Michael Kahn

USA / 1981

Hauptdarsteller: Harrison Ford, Karen Allen, Paul Freeman...u.a.

HANDLUNG

Im Unterschied zum englischen Original, lässt der deutsche Titel den Zuschauer im Dunkeln, um was es hier eigentlich geht.
Wir schreiben das Jahr 1936. Der amerikanische Archäologieprofessor Henry Jones (gennant Indiana Jones) wird vom US-Geheimdienst engagiert, um in Ägypten die Nazis daran zu hindern, die sagenumwobene Bundeslade zu finden. Jones soll verhindern, dass die Nationalsozialisten in deren Besitz gelangen, da man befürchtet, dass Hitlers Armee unbesiegbar würde, sollte sie in den Besitz dieser Lade gelangen.
Indiana Jones gelingt es die Bundeslade zu finden, er verliert sie aber gleich darauf wieder an die Nazis. Eine wilde Jagd und viele Abenteuer später gelingt es Jones mit Unterstützung von Marion Ravenwood und seinem Freund Sallah, den Nazis die Bundeslade wieder abzujagen...

REZENSION

Vorneweg gilt es festzustellen, dass man in der Lage sein muss, seine linke Hirnhälfte weitestgehend auszublenden, um diesen Film geniessen zu können. Diesem ersten Teil der Indiana-Jones Tetralogie ist, was die Story anbelangt, mit Logik und tieferliegendem Sinn kaum beizukommen.
Gelingt einem dies aber, hat man vergnügliche, spannende und sehr actiongeladene zwei Filmstunden vor sich.
Ursprünglich hätte eigentlich Tom Selleck die Rolle des Indiana Jones spielen sollen, er war aber vertraglich bereits an die damals anlaufende Magnum-Serie gebunden. Harrison Ford macht seine Sache aber ausgezeichnet und spielt, sofern es die hanebüchene Story zulässt, glaubhaft und mit dem nötigen Schalk. Überhaupt wird mit viel Ironie und schwarzem Humor versucht, die an sich ernsthafte Geschichte etwas zu brechen, und entstanden ist so etwas wie eine wilde Mischung aus James Bond und Tim und Struppi.
Die gebotenen Action-Szenen sind imposant und eindrücklich umgesetzt. Dem Zuschauer wird kaum eine Minute zum Durchschnaufen gegönnt, da die ganze Dramaturgie vollständig auf Rasanz und äussere Ereignisse getrimmt ist. Reflexion und Analyse ist Indiana Jones Ding nicht...

Fazit: Vergnügliches Popcorn-Kino für Freunde des gepflegten Action- und Abenteuer-Kinos.

Im Dutzend heiratsfähig

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Originaltitel: Belles on Their Toes

Regie: Henry Levin
Musik: Cyril J. Mockrige
Drehbuch: Phoebe Ephron, Henry Ephron

Produktion: © Twentieth Century Fox Film Corporation

Kamera: Arthur E. Arling
Schnitt: Robert Fritch

USA / 1952

Hauptdarsteller: Myrna Loy, Debra Page, Jeanne Crain, Jeffrey Hunter… u.a.


HANDLUNG

Nach dem Tod des Vaters muss sich die Grossfamilie Gilbreth neu organisieren. Mutter Lillian will nicht, dass ihre elf Kinder auf die ganze Verwandtschaft aufgeteilt werden und versucht deshalb mit allen Mitteln Geld zu verdienen. Als Ingenieurin hat sie früher mit ihrem Mann zusammen junge Ingenieure ausgebildet und Vortragsreisen unternommen. Nun muss sie feststellen, dass es als alleinstehende Frau gar nicht so einfach ist, in die von Männern dominierte Berufswelt einzusteigen. Sie wird mit viel Unverständnis und Vorurteilen konfrontiert.
Gleichzeitig hat sich die älteste Tochter Ann in einen jungen Arzt verliebt, glaubt aber, dass sie in der Familie gebraucht werde und nicht heiraten dürfe…

REZENSION

„Im Dutzend heiratsfähig“ ist der Fortsetzungsfilm des Streifens „Im Dutzend billiger“ von 1950.
Für den heutigen Zuschauer ist es in gewisser Weise eine doppelte Zeitreise: Der Film wurde 1952 gedreht, die Handlung selber ist in den 20er-Jahren angesiedelt. Dieser nostalgische Touch ist es dann auch, der diesem Streifen einen gewissen Reiz verleiht.
Die Story ist nach heutigen Massstäben gemessen etwas dürftig und einfach gestrickt. Auf der einen Seite ist es beachtlich, dass man 1952 das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Arbeitswelt thematisierte. Auf der anderen Seite wird die heile Familienidylle dermassen penetrant in Szene gesetzt, dass es zuweilen schon eher belustigend wirkt.
Die Geschichte selber verzettelt sich immer wieder in erzähltechnischen Einbahnstrassen. Zudem ist der Einfall, das Ganze als Musical vorzutragen, eher suboptimal - auch wenn die Lieder und Tanzeinlagen durchaus gut gemacht sind.

Alles in allem eine Zeitreise der besonderen Art, die trotz aller Mängel durchaus Charme aufweist und die, in der rechten Stimmung genossen, durchaus zu gefallen weiss…

Der kleine Nick macht Ferien

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Originaltitel: Les vacances du petit Nicolas

Regie : Laurent Tirard
Musik : Éric Neveux
Drehbuch : Laurent Tirard, Jaco Van Dormael, Grégoire Vigneron

Produktion: © Fidélité Films

Kamera: Denis Rouden
Schnitt: Valérie Deseine

Frankreich / 2014

Hauptdarsteller : Kad Merad, Valérie Lemercier, Mathéo Boisselier…u.a.


HANDLUNG

Endlich sind die Sommerferien angebrochen. Nick fährt mit seiner Familie ans Meer. Im schönen Strandhotel angekommen, findet Nick schnell Freunde. Nur eines bereitet im Sorge: Es gibt da ein Mädchen, Isabelle, das ihn stets mit ihren grossen unheimlichen Augen ansieht und die Nick überhaupt nicht geheuer ist. Als er dann auch noch den Verdacht hegt, dass seine Eltern ihn mit Isabelle verheiraten möchten, setzt er zusammen mit seinen neuen Freunden alles daran, damit Isabelles Familie schnellst möglich abreist.
Es kommt aber natürlich alles ganz anders als geplant. Isabelle entpuppt sich als unerwartet nett und bringt Nicks Pläne gehörig ins Schleudern. Von seinen Eltern ist kaum Hilfe zu erwarten, die sind derweil mit einem italienischen Filmregisseur beschäftigt, der Nicks Mutter zur Schauspielkarriere überreden will…

REZENSION

Der zweite Teil der „Kleine-Nick-Reihe“ steht, was Atmosphäre und Humor anbelangt, dem ersten Teil in nichts nach. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es die Franzosen hinbekommen, so leichte und unterhaltsame, familientaugliche Komödien abzudrehen ohne dabei die Intelligenz zu beleidigen. Die Dialoge sind amüsant und der feine Humor von Sempés Zeichnungen wurden filmisch wunderbar eingefangen.
So weit so gut. Etwas schade finde ich, dass in diesem zweiten Teil die Geschichte nicht konsequent fortgesetzt wurde, so fehlt zum Beispiel die im ersten Teil geborene kleine Schwester Nicks.
Schauspielerisch kann der Film, wie meist bei französischen Produktionen, überzeugen. Selbst die überdrehtesten Szenen wirken glaubhaft und charmant zugleich.

Alles in allem haben wir es hier mit einem familientauglichen Unterhaltungsstreifen zu tun, der mit seinem Blick aus der kindlichen Perspektive kaum jemanden unberührt lassen wird. Gleichzeitig ist der Film auch eine Hommage an grosse französische Klassiker wie „Monsieur Hulot macht Ferien“ oder an den unerreichten Mimen Louis de Funès…

Die grosse Versuchung

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Originaltitel: The Grand Seduction

Regie: Don McKellar
Musik: Francois-Pierre Lue u.a.
Drehbuch: Ken Scott

Kanada / 2013

Hauptdarsteller: Brendan Gleeson, Taylor Kitsch, Liane Balaban..u.a.


HANDLUNG

Das kleine Fischerdorf Tickle Head, liegt zwar idyllisch auf einer kleinen neufundländischen Insel, ist aber kurz vor dem Aussterben. Die Bewohner haben keine Arbeit und wandern in die Städte ab. Der zurückgebliebene kleine Haufen, allen voran Murray French, will das aber nicht einfach so hinnehmen und versucht, eine Ölfirma dazu zu bringen, eine Fabrik im Dorf zu bauen. Diese macht jedoch viele Auflagen, eine davon: Es muss ein Arzt im Ort wohnen. Als endlich ein solcher gefunden ist, setzt die kleine Gemeinschaft alles daran, dass sich der Mediziner wohl fühlen wird in Tickle Head. Dazu greifen sie auch zu fragwürdigen Mitteln, die anfangs durchaus Erfolg bringen. Doch die heile Fassade kann natürlich nicht bis zum Schluss aufrecht erhalten werden…

REZENSION

Was wie ein etwas skurriles sozialkritisches Drama beginnt, wendet sich bald in eine unterhaltsame und äusserst witzige Komödie. Wobei vor allem die hervorragende Spielweise von Brendan Gleeson, der den schrulligen Murray French verkörpert, dem Streifen die nötige Glaubwürdigkeit verleiht.
Zusammen mit der wunderschönen kanadischen Landschaft und den ideenreichen Wendungen der Geschichte, ist für gute Unterhaltung gesorgt.
Über das Ende der Story kann man sicher geteilter Meinung sein, ich hätte mir da etwas mehr Kreativität gewünscht…

Wer gute und humorvolle Unterhaltung sucht, wird hier sicher auf seine Kosten kommen.

Man lernt nie aus

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Originaltitel: The Intern

Regie: Nancy Meyers
Musik: Theodore Shapiro
Drehbuch: Nancy Meyers

USA / 2015

Hauptdarsteller: Robert De Niro, Anne Hathaway, Rene Russo…u.a.


HANDLUNG

Der 70-jährige Witwer Ben Whittaker fühlt sich vereinsamt und unterfordert. Als ein neu gegründetes E-Commerce-Modeunternehmen Senioren-Praktikumsstellen ausschreibt, bewirbt sich Ben kurzentschlossen.
Zu seiner grossen Freude erhält er eine der begehrten Stellen. Die neue Internet-Welt ist ihm aber gänzlich fremd und das hektische Treiben ungewohnt. Nach und nach gelingt es ihm, durch seine grosse Erfahrung und seine charmante Art, sich unentbehrlich zu machen. Und selbst für Jules Ostin, die Chefin und Gründerin der Firma, wird er bald unverzichtbar…

REZENSION

Es lässt sich nicht verleugnen, dass wir es hier mit einem recht einfach gestrickten Film zu tun haben. Dennoch wird der Zuschauer, vor allem zu Beginn, erfreulich gut ins Geschehen hineingezogen. Die Umsetzung ist witzig und die Dialoge für Hollywood-Verhältnisse ansprechend.
Mit fortschreitender Handlung wird das eigentliche Thema etwas verwässert und wandelt sich zu einem Beziehungsdrama. Dass das Ganze dann nicht Schiffbruch erleidet, ist in erster Linie der hervorragenden, nuancierten Spielweise De Niros geschuldet, der dem Film die Glaubwürdigkeit rettet. Dabei ist er Gentlemen genug, auch Anne Hathaway genügend Raum zur Entfaltung zuzugestehen, auch wenn sie dieses Angebot nicht immer ganz befriedigend nutzt.
Im Grossen und Ganzen haben wir schlussendlich, wie wir das von Nancy Meyer gewohnt sind, ein Feelgood-Movie, ohne Ecken und Kanten, aber mit viel Charme. Wie auch immer, Langeweile kommt zu keiner Zeit auf...

Fazit: Gute Unterhaltung für zwischendurch, kann man sich auf jeden Fall ansehen - und für alle Robert de Niro-Fans sowieso ein Muss!

10 Dinge, die ich an Dir hasse

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✮✮✮✮✮

Originaltitel: 10 Things I Hate About You

Regie: Gil Junger
Musik: Richard Gibbs
Drehbuch: Karen McCullah Lutz / Kristen Smith

USA / 1999

Hauptdarsteller: Heath Ledger, Julia Stiles, Joseph Gordon-Levitt, Larisa Oleynik...u.a.

HANDLUNG

Bianca Stratford ist eine der beliebtesten Schülerinnen an der Padua-High-School. Ihr einziges Problem ist ihre Schwester Kat, die am untersten Ende der Beliebtheitsskala der Schule steht und mit ihrer ruppigen Art bei Lehrern wie Mitschülern aneckt.
Bianca möchte unbedingt mit ihrem Schulschwarm Joey ausgehen, was ihr aber von ihrem gestrengen Vater untersagt wird. Er stellt die Regel auf, dass Bianca erst mit einem männlichen Mitschüler ausgehen darf, wenn auch ihre ältere Schwester Kat ein solche Verabredung hat. Kat kann der Männerwelt allerdings gar nichts abgewinnen und bringt die kleine Schwester mit ihrer widerspenstigen Art auf die Palme.
Um endlich mit Bianca ausgehen zu können, besticht Joey den rebellischen Patrick, damit dieser Kat zu einem Date überredet. Doch der Plan geht gründlich schief, da sich Patrick tatsächlich in Kat verliebt und der schüchterne Cameron Bianca davon zu überzeugen versucht, dass Joey alles andere als der nette Schönling ist, für den ihn Bianca hält. Es kommt wie es kommen muss – die Geschichte gerät gründlich ausser Kontrolle...

REZENSION

In den 80er- und 90er-Jahren wurden unzählige High-School-Teenie-Kömödien produziert. Die meisten sind heute (zu recht) in Vergessenheit geraten. Ganz anders sieht das bei dem hier vorliegenden Werk aus, das sich mit seiner frischen originellen Art deutlich von seinen Genre-Kollegen abhebt.
Das ist zum einen auf die recht komplexe und vielschichtige Grundstory zurückzuführen, die sich im Wesentlichen auf Shakespeares „Die Widerspenstige Zähmung“ abstützt. Mit diesem Shakespeare-Element wird dann auch immer wieder gespielt. Zum anderen haben wir es hier mit einem unglaublich guten Cast zu tun, allen voran der leider viel zu früh verstorbene Heath Ledger, der mit der weiblichen Hauptdarstellerin Julia Stiles hervorragend harmoniert und dadurch eine Tiefe aufkommen lässt, wie sie normalerweise bei solchen High-School-Filmen nicht zu finden ist.
Im Grunde ist es kein High-School-Film, vielmehr ein gut gemachter Coming-of-Age-Film, bei dem die Akteure zufällig High-School-Schüler sind. So stehen dann auch nicht die Schulprobleme oder die Lehrer im Mittelpunkt, sondern die Beziehungen unter den Schülern.
Abschliessend will ich noch auf die kongeniale Filmmusik eingehen, die zum Gelingen des Filmes einen nicht unwesentlichen Beitrag leistet. Verwendet wurde hauptsächlich Independent-Musik aus dem Ska-Bereich. Es entsteht eine ausgezeichnete Atmosphäre, indem einzelne Bands wie beispielsweise die Save Ferris während des Filmes life performen und so den Szenen ein sehr authentisches Flair verleihen.

Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben

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Originaltitel: Learning to Drive

Regie: Isabel Coixet
Musik: Dhani Harrison / Paul Hicks
Drehbuch: Sarah Kernochan

USA / 2014

Hauptdarsteller: Ben Kingsley, Patricia Clarkson, Jake Weber, Grace Gummer...u.a

HANDLUNG

Die erfolgreiche Literaturkritikerin Wendy wird nach 21 Ehejahren von ihrem Mann verlassen. Zudem lebt ihre Tochter Tasha vorübergehend weit weg von New York im Hinterland von Vermont. Wendy will aus der Not eine Tugend machen und beschliesst, nun endlich ihren Führerschein zu machen, um ihre Tochter besuchen zu können.
Ihr Fahrlehrer ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Darwan ist ein Sikh und musste sein Heimatland aus politischen Gründen verlassen. Wendy ist schnell durch die bedachte und weise Art Darwans beeindruckt und erlangt ihre gewohnte Sicherheit zurück.
Während die beiden in den Strassenschluchten New Yorks herum kurven, wird bald beiden klar, dass jeder vom anderen etwas lernen kann. Eine aussergewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf…

REZENSION

Positiv zu vermerken ist, dass Ben Kingsley nach wie vor ein beindruckender Schauspieler ist und auch in diesem Streifen der spanischen Regisseurin Isabel Coixet zeigt, dass er in jede x-beliebige Rolle zu schlüpfen und diese glaubhaft zu verkörpern versteht. Er ist dann auch das Highlight dieser ansonsten eher konservativ umgesetzten Tragikkomödie.
Leider gewährt das Drehbuch keinen tieferen Einblick in die verschiedenen Charaktere. Während der Streifen zu Beginn noch recht flott inszeniert ist, gerät er dann etwas aus der Spur, wirkt allzu harmlos und uninspiriert. Erst im letzten Drittel, wo sich die Geschichte etwas mehr Darwan und seiner Ehefrau zuwendet, gewinnt das Ganze wieder an Fahrt – hinterlässt jedoch durch sein unvermitteltes Ende beim Zuschauer mehr Fragen als Antworten. Ich mag an sich Filme mit Enden, die offen gehalten sind, aber hier wirkt das unfertig und nicht zu Ende erzählt.
Grundsätzlich haben wir es mit einem netten Unterhaltungsfilm zu tun, den man sich durchaus mal ansehen kann - allein schon wegen Ben Kingsley…

Auch die Engel essen Bohnen

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Anche gli angeli mangiano fagioli

Regie: Enzo Barboni
Musik: Oiliver Onions
Drehbuch: Tulio Demicheli u.a.

Italien / 1973

Hauptdarsteller: Bud Spencer, Giuliano Gemma, Robert Middleton...u.a.

HANDLUNG

Die Geschichte spielt in New York in den 1920er Jahren.
Der ausgefuchste Sonny und der geistig eher etwas schwerfällige Catcher Charlie treffen zufällig aufeinander. Beide sind sie ziemlich abgebrannt und auch die Zukunftsaussichten sehen düster aus.
Sie lassen sich vom Mafia-Boss Don Angelo anheuern und sollen fortan für ihn allerlei krumme Geschäfte erledigen.
Die zwei sind aber alles andere als geeignet für dieses Business, und so kommt es, dass sie, nachdem sie die Schutzgelder eingetrieben haben, weniger Geld in der Tasche haben als zuvor.
Als sie die fehlenden Moneten von einem rivalisierenden Syndikat klauen, lösen sie damit einen gnadenlosen Unterweltkrieg aus, der die halbe Stadt ins Chaos stürzt...

REZENSION

Der Film ist als Parodie auf den Gangsterfilm angelegt, kann sich aber nicht so richtig entscheiden, in welche Richtung das Ganze gehen soll. Die Slapstick-Einlagen nehmen zuweilen bedrohliche Ausmasse an, und aus der Parodie wird schnell ein Rumgeblödel, in dem die parodistische Tiefe eindeutig verloren geht.
Zudem harmoniert Bud Spencer mit Giuliano Gemma nicht so gut, wie man das von ihm mit Terence Hill gewohnt ist. Was man sich bei Hill irgendwie noch vorstellen könnte, wirkt bei Gemma zu albern und aufgesetzt.
Ich möchte den Streifen hier aber nicht nur schlechtreden. Er hat durchaus seine heiteren und gelungenen Momente. Die Szene, in der sie die Schutzgelder eintreiben müssen, ist grossartig gelungen und zum Brüllen komisch. Schade nur, dass dieses Niveau nicht über den gesamten Film hindurch gehalten werden kann.
Alles in allem ein Film, den man sich ansehen kann, der aber kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird...

Fazit: Ein unterhaltsamer Klamauk-Streifen für die eher anspruchslosen Momente im Leben.

Honig im Kopf

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Til Schweiger
Musik: Rik Reichardt, Martin Todsharow
Drehbuch: Til Schweiger, Hilly Martinek

Deutschland / 2014

Hauptdarsteller: Dieter Hallervorden, Emma Schweiger, Til Schweiger, Jeanette Hain...u.a.


HANDLUNG

Amandus Rosenbach, ehemaliger Tierarzt, weist nach dem Tod seiner Frau immer mehr Anzeichen einer fortschreitenden Demenz auf. Da er nicht mehr alleine leben kann, nimmt ihn sein Sohn Niko bei sich auf. Seine Ehefrau Sarah ist von dem chaotischen Durcheinander, das der zunehmend verwirrter werdende Amandus anrichtet, überfordert. Die elfjährige Tilda hingegen freut sich sehr, ihren geliebten Grossvater bei sich zu haben.
Als Tilda befürchtet, dass ihr Grossvater in ein Heim für Alzheimer-Patienten gesteckt werden soll, reisst sie zusammen mit Amandus aus. Sie machen sich auf den Weg nach Venedig, wo Amandus und seine Frau in jungen Jahren glücklich waren. Eine lange Reise beginnt, die von vielen unvorhergesehenen Ereignissen geprägt ist…

REZENSION

Ich möchte mit dem Positiven anfangen: Die schauspielerische Leistung von Dieter Hallervorden ist grossartig. Er spielt den an Alzheimer erkrankten Grossvater sehr glaubhaft und bewegend. Auch Emma Schweiger spielt ihre Rolle überzeugend.
Weniger überzeugend, und damit wären wir nun bereits beim Negativen, ist das Drehbuch und die Inszenierung.
Der ganze Streifen ist auf geradezu penetrante Weise auf Effekthascherei ausgerichtet. Kaum eine Szene, bei der nicht das Gefühl aufkommt, dass der Requisiteur Amok gelaufen sei.
Am Auffälligsten wird das zum Beispiel in der Klosterszene, wo hunderte von brennenden Kerzen im ganzen Kloster verteilt sind.
Die Dialoge konnten mich ebenfalls nicht überzeugen. Zuviel wird auf Kallauerbasis operiert, zu oft mit billigem Sexismus nach platten Lachern gefischt.
Es spricht an sich nichts dagegen, ein so heikles Thema in Komödienform aufzuarbeiten. Für dieses Unterfangen dürfte Til Schweiger aber definitiv nicht die geeignete Person gewesen sein, dafür fehlte es im sowohl an Einfühlungsvermögen wie auch Sensibilität. So werden dann auch immer wieder Szenen, die eigentlich todtraurig wären, durch die grobschlächtige Umsetzung zu irritierenden Erlebnissen.

Auf die ganzen handlungstechnischen Unstimmigkeiten möchte ich hier gar nicht weiter eingehen. Es sind einfach zu viele an den Haaren herbeigezogene Handlungsverläufe, als dass man sie alle aufzählen könnte.

Man kann sich diesen Streifen durchaus mal ansehen, alleine schon wegen Dieter Hallervorden, aber sowas wie eine schlüssige Story oder gar intelligenten Humor darf man nicht erwarten…

Ich, beide & sie

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Me, Myself & Irene

Regie: Peter und Bobby Farrelly
Musik: Pete Yorn, Lee Scott
Drehbuch: B. und P. Farrelly, Mike Cerrone
USA / 2000

Darsteller: Jim Carrey, Renée Zellweger, Chris Cooper…u.a.


HANDLUNG

Charlie Baileygates ist Polizist bei der Highway Patrol und vermutlich einer der gutmütigsten und naivsten Zeitgenossen, die es gibt, was von seinen Mitmenschen auch schamlos ausgenutzt wird.
Eines Tages passiert, was passieren muss, er erleidet einen Zusammenbruch. Sein Alter Ego Hank Evans ist das genaue Gegenteil von ihm, ein Draufgänger und unangenehmer Zeitgenosse. Die Psychologen stellen bei Charlie eine gespaltene Persönlichkeit fest und geben ihm Medikamente, um sein böses Ich zu unterdrücken… doch das gelingt nicht wirklich…

REZENSION

Nachdem ich mich nach einer halben Stunde recht gut unterhalten gefühlt habe und gespannt war auf die weitere Entwicklung, kam dann der Schock. Dabei wäre die Ausgangslage doch durchaus vielversprechend gewesen. Der super nette Durchschnitts-Typ, der von allen verarscht und ausgenutzt wird, entwickelt eine gespaltene Persönlichkeit und zeigt es allen mal so richtig (Die im Film immer wieder erwähnte "Schizophrenie“, ist übrigens eine völlig falsche Bezeichnung, da es sich dabei um eine ganz andere Krankheit handelt. Die korrekte medizinische Bezeichnung hier wäre: Dissoziative Identitätsstörung). Was hätte man daraus für einen tollen Streifen machen können... Nicht so hier. Der Humor rasselt so richtig tief und immer tiefer in den Keller und bleibt dann so beim vorpubertären Schmuddel-Witz hängen. Ok, wenn man einen Jim Carrey-Film schaut, erwartet man keinen kulturell hochstehenden, psychologisch tiefgreifenden cineastischen Höhenflug. Aber wenn Klamauk nur noch als Selbstzweck dient und die Spässe konstant nur noch unter der Gürtellinie stattfinden, kann man nach meinem Verständnis nicht mehr von einem gelungenen Filmprojekt sprechen. Der völlig verblödete Hollywood-like Schluss ist dann gewissermassen nur noch die abschliessende Bestätigung, dass man es hier wohl mit einem der schwächsten Carrey-Filme zu tun hat, der gewissermassen nur eine Neuverfilmung von "Die Maske" darstellt, ohne jedoch jemals auch nur entfernt an die Ironie und das perfekte Timing dieses Streifens heranzureichen...

Für hartgesottene Jim Carry-Fans mag der Film was taugen, alle anderen sollten einen Bogen darum machen...

Miss Bodyguard - In High Heels auf der Flucht

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Hot Pursuit

Regie: Anne Fletcher
Musik: Christophe Beck
Drehbuch: David Feeney / John Quaintance

USA / 2015

Hauptdarsteller: Reese Witherspoon, Sofia Vergara…u.a.


HANDLUNG

Daniella Riva und ihr Mann sind die einzigen Zeugen, die gegen den inhaftierten Kartellboss Vicente Cortez aussagen können. Als die beiden in ihrem Haus von der Polizistin Rose Cooper und ihrem Kollegen abgeholt werden, geraten sie in einen Hinterhalt, dem Daniellas Ehemann und auch Roses Kollege zum Opfer fallen.
Die beiden sehr ungleichen Frauen sind nun auf sich allein gestellt. Bald zeigt sich, dass wohl nicht nur Kartellmitglieder hinter den beiden Frauen her sind, sonder gewisse Polizisten ebenfalls auf der Gehaltsliste des Kartellbosses stehen. Der Weg bis zum Gericht in Dallas ist lang und Gefahr lauert an jeder Strassenecke. Officer Cooper ist eine pedantische Paragrafenreiterin und Danielle Riva eine exzentrische Nervensäge, was schon bald für ordentlich Ärger zwischen den beiden Damen sorgt…

REZENSION

Roadmovies mit zwei weiblichen Hauptdarstellerinnen sind auch heutzutage immer noch etwas eher Seltenes. Vermutlich war das auch der Reiz, den Reese Witherspoon dazu verleitete, nicht nur eine Hauptrolle zu übernehmen, sondern den Streifen auch gleich mitzuproduzieren.
Es gibt einige durchaus witzige Dialoge zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen. Die Handlung an sich ist jedoch sehr einfach gestrickt und leicht zu durchschauen. Auch das Drehbuch besticht nicht gerade durch Originalität.
Obwohl Reese Witherspoon und Sofia Vergara ihre Parts gut verkörpern, gelingt es ihnen nicht, die beschriebenen Mängel zu überspielen. Vielmehr operieren die beiden in nicht wenigen Szenen an der Grenze zum Overacting, was die Geschichte zuweilen noch alberner wirken lässt, als der Glaubwürdigkeit gut tut.
Es sind dann immer wieder kleine Szenen, kurze Sätze oder gar nonverbale Einlagen zwischen den beiden, die einem von Zeit zu Zeit doch wieder ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern und aufzeigen, dass die Chemie zwischen ihnen sehr gut funktioniert. Dass beide Figuren dem Zuschauer nicht wirklich ans Herz wachsen, liegt eindeutig am etwas unbeholfenen Drehbuch und der konzeptionellen Umsetzung und nicht am schauspielerischen Können.

Alles in allem eine einfach gestrickte Roadmovie-Komödie, die vor allem Fans der beiden Hauptdarstellerinnen ansprechen dürfte. Ansonsten nette Unterhaltung für zwischendurch ohne Anspruch auf mehr…

Fazit: Ein Streifen, den man nicht gesehen haben muss, den man sich aber durchaus mal ansehen kann.

Maria, ihm schmeckt's nicht

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Neele Vollmar
Musik: Niki Reiser
Drehbuch: Daniel Speck & Jan Weiler

Deutschland, Italien / 2009

Hauptdarsteller: Christian Ulmen, Lino Banfi, Mina Tander, Maren Kroymann…u.a.

HANDLUNG

Jan möchte seine grosse Liebe Sara heiraten. Geplant ist eine ruhige, einfache Hochzeit. Sara hat einen italienischen Vater und eine deutsche Mutter. Ersterer ist gar nicht begeistert von Jans Vorstellungen. Wenn schon Hochzeit, dann richtig. Saras Vater besteht auf einer traditionellen Hochzeit mit der ganzen Familie in seinem italienischen Heimatdorf. Jan, der kein Wort italienisch spricht, ist nicht sonderlich begeistert von dieser Idee, kann sich aber gegen Saras sehr resoluten Vater nicht durchsetzen. So machen sie sich also auf ins apulische Dorf…

REZENSION

Nette, aber harmlose Komödie, die leider kaum mit überraschenden Momenten aufwarten kann. Die Geschichte ist schnell durchschaut und wird dann auch dementsprechend abgespult. Ein Lichtblick ist für mich Christian Ulmen, der durch seine zurückhaltende Spielweise das Ganze auf einem einigermassen annehmbaren Niveau hält. Für eine Fehlbesetzung halte ich den Schwiegervater (Lino Banfi). Es ist unglaubwürdig, dass ein italienischer Gastarbeiter, der seit 38 Jahren in Deutschland lebt und fast ebenso lang mit einer deutschen Frau verheiratet ist, kaum Deutsch spricht. Da hätte man entweder synchronisieren oder besser einen anderen Schauspieler engagieren sollen. Wirklich lachen musste ich während dieses Filmes eigentlich nie. Ab und an ein Schmunzeln, mehr war mir leider nicht vergönnt...

Fazit: Wer sich nicht von der an sich banalen Handlung abschrecken lässt, sieht einen netten Unterhaltungsfilm, den man sich an einem verregneten Nachmittag durchaus mal ansehen kann - für mehrmaliges Ansehen ist er jedoch kaum geeignet...

Das schwarze Schaf

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Helmuth Ashley
Drehbuch: István Békeffy, Hans Jacoby
Musik: Martin Böttcher

Deutschland / 1960

Hauptdarsteller: Heinz Rühmann, Lina Carstens, Siegfried Lowitz, Karl Schönböck…u.a.

HANDLUNG

Wieder einmal konnte es der kriminalisierende Pfarrer Brown nicht lassen und klärt, sehr zum Unmut der örtlichen Polizei und seines Bischofs, einen Mordfall praktisch im Alleingang auf.
Sein Bischof hat diesmal aber genug und lässt Pfarrer Brown strafversetzen. Kaum ist Brown zusammen mit seiner murrenden Haushälterin am neuen Wirkungsplatz eingetroffen, kommt es auch schon zu einem Verbrechen. Während die örtliche Polizei ratlos ist, nimmt sich Brown der Sache an und gerät schon bald in Teufels-Küche…

REZENSION

Diese deutsche Adaption der „Father Brown“-Geschichten von G. K. Chesterton versteht es ausgezeichnet, den Schalk und die Pfiffigkeit der Originalfigur zu treffen. Ohne Frage ein Verdienst von Heinz Rühmann, der in dieser Figur eine Paraderolle gefunden hatte.
Diese Mischung aus vergnüglicher Unterhaltung und Kriminalfilm kam beim Publikum in den Sechzigern so gut an, dass man zwei Jahre später unter dem Titel „Er kann’s nicht lassen“ noch einen zweiten Teil nachschob. In der Tat funktioniert das Konzept auch aus heutiger Sicht nach wie vor. Wenngleich die Kriminalgeschichte für gegenwärtige Zuschauer etwas zu behäbig und konstruiert wirkt, trifft der schalkhafte Humor und die Ignoranz der Obrigkeit noch immer den Nerv der Zeit. Zudem kann der Streifen mit einer guten Atmosphäre punkten.
Alles in allem ein Film, der durch viel Liebe zum Detail auffällt und allein schon wegen der ewig murrenden Lina Carstens als Haushälterin Smith sehenswert ist…

Fazit: Egal ob man diesen Film aus nostalgischen Gründen anschaut oder weil man einfach Rühmann-Fan ist, bereuen wird man es nicht!

Fack ju Göhte

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Regie: Bora Dagthekin
Musik: Beckmann, Diorkaeff, Beatzarre
Drehbuch: Bora Daghekin

Deutschland / 2013

Hauptdarsteller: Elyas M‘Barek, Karoline Herfurth, Katja Riemann...u.a.


HANDLUNG

Zeki Müller kommt nach 13 Monaten Haftstrafe wieder auf freien Fuss. Als er die Beute seines letzten Coups ausgraben will, muss er feststellen, dass seine Freundin die Beute auf einer Baustelle vergraben hatte. Dort steht nun eine Schulsporthalle, was das Herankommen verunmöglicht. Zeki bewirbt sich um die Stelle als Hausmeister in der Schule und wird aus einem Missverständnis heraus als Aushilfslehrer engagiert.
Nachts gräbt er nach seiner Beute und tagsüber unterrichtet er oder tut zumindest so als ob. Allerdings ist Zeki alles andere als ein Pädagoge. Seine Art die Probleme zu lösen, hat er auf der Strasse gelernt, was aber genau das Richtige zu sein scheint bei der Problemklasse 10b.
Als er dann auch noch Gefühle für eine Lehrerin entwickelt, werden die Dinge zusehends komplizierter, Zeki muss sich entscheiden…

REZENSION

Ich muss gestehen, dass ich kein Freund der neueren deutschen Komödien bin. Irgendwie bin ich nicht kompatibel mit diesem, meist unter der Gürtellinie operierenden, Humor.
Aus diesem Grund bin ich auch mit etwas gemischten Gefühlen an diesen Film herangegangen.
Nun, ich wurde überrascht.
Obwohl es sich um einen Klamauk-Streifen handelt, der mit vielen abgehalfterten Klischees hantiert, funktioniert es überraschend gut. Die Texte sind witzig und pointiert, der Storyverlauf ist rasant und gut durchdacht.
Die Gefahr, eine Rolle zu überspielen, ist bei dieser Art von Komödie ungeheuer gross und kann aus einem an sich guten Drehbuch schnell einen albernen Streifen machen. Das ist hier aber definitiv nicht geschehen; alle Beteiligten spielen auf einem wirklich ansprechenden Niveau und mit der nötigen Ernsthaftigkeit, aufgrund derer viele Szenen erst witzig werden.
Nebst den beiden Hauptdarstellern hat mir persönlich Katja Riemann besonders gut gefallen. Sie spielt die stets am Rande des Wahnsinns operierende Schulleiterin einfach genial.
Fack ju Göhte hat mir wiedermal aufgezeigt, dass man nicht so voreingenommen sein sollte, wie ich es bin. Manchmal kann auch eine moderne deutsche Komödie ein richtig guter und unterhaltsamer Film sein…

Zwei wie Pech und Schwefel

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Originaltitel: Altrimenti ci arrabbiamo!

Regie: Marcello Fondato
Musik: Guido & Maurizio De Angelis
Drehbuch: Vicente Coello, Jesus R. Folgar..u.a.

Italien, Spanien / 1974

Hauptdarsteller: Terence Hill, Bud Spencer, John Sharp, Donald Pleasence… u.a.


HANDLUNG

Ben (Bud Spencer) und Kid (Terence Hill) gewinnen zusammen einen Strandbuggy. Da sie sich nicht einigen können, wem er denn nun gehören soll, wird das Ganze kurzerhand bei einem Würstchen- und Bier-Wettessen ausgemacht. Leider machen die Handlanger eines Ganovenbosses ihnen einen Strich durch die Rechnung, und der Buggy wird zerstört.
Das lassen sich die zwei natürlich nicht bieten und wollen nun Ersatz vom Ganovenboss. Der braucht allerdings etwas länger bis er bemerkt, mit wem er sich da angelegt hat…

REZENSION

Auf der einen Seite einer der besten Spencer/Hill-Filme. Unter anderem deshalb weil die obligaten Prügeleien an Originalität in keinem späteren Streifen überboten wurden und einzelne Szenen, wie zum Beispiel die Chorprobe, wohl mit zum Genialsten gehören, das die zwei abgeliefert haben. Auf der anderen Seite aber auch einer der wohl inhaltslosesten Filme. Eine wirkliche Handlung gibt es kaum, und der Klamaukgrad nähert sich der Grenze des Erträglichen gefährlich. Nicht zuletzt auch wegen der kongenialen Synchronisation ein kurzweiliges und spassiges Filmvergnügen, dem durch den famosen Soundtrack der De Angelis-Brüder noch die Krone aufgesetzt wird. In diesem Sinne: Come with me for fun in my buggy...

Scharfe Kurven für Madame

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Originaltitel: Le grand restaurant

Regie: Jacques Besnard
Musik: Paul-Louis Marion
Drehbuch: Jean Halain, Jacques Besnard, Louis de Funès

Frankreich / 1966

Hauptdarsteller: Louis de Funès, Bernard Blier, Maria-Rosa Rodriguez…u.a.


HANDLUNG

Septime ist der Besitzer eines renommierten Gourmetrestaurants in Paris. Mit eiserner Hand und pedantischer Art führt er seinen Betrieb und treibt seine Angestellten damit regelrecht in den Wahnsinn.
Als sich ein hoher Gast in Form eines südamerikanischen Präsidenten ankündigt, läuft Septime zur Höchstform auf.
Als er aber den erlauchten Gästen seine berühmte Nachspeise „Bombe surprise“ servieren will, geschieht das Unfassbare: Nach einer Explosion ist der Präsident verschwunden. Septime wird vom Polizeichef ins Verhör genommen und anschliessend als Lockvogel für die vermeintlichen Entführer verwendet. Das funktioniert an sich auch, nur nicht ganz so wie sich das die Beteiligten vorgestellt hatten…

REZENSIION

„Le grand restaurant“, gehört meiner Meinung nach nicht zu den allerbesten Funès-Filmen. Dazu fehlt ihm etwas der Charme, zudem konnte man sich nicht richtig entscheiden ob man nun eine Gesellschaftskomödie, eine Gaunerkomödie oder vielleicht doch lieber einen Agentenfilm hätte machen wollen.
Auch Logikfehler, wie zum Beispiel, dass der in den französischen Alpen zu Schrott gefahrene Citroen DS am selben Abend wieder neu vor der Polizeiwache steht, ist man sich aus Funès-Filmen so eigentlich nicht gewohnt.
Dennoch funktioniert der Streifen, was nicht zuletzt natürlich der grandiosen schauspielerischen Leistung von Louis de Funès im Zusammenspiel mit Bernard Blier geschuldet ist. Wie Funès den cholerischen Gastronomen mimt, ist schon sehenswert und hilft einem, das etwas holprige Drehbuch zu vergessen.
Was den deutschen Vertrieb geritten hat, diesen sinnfreien Titel zu vergeben, hat sich mir leider nicht erschlossen. Falls Sie jetzt denken, dass es nicht schlimmer hätte kommen können, muss ich sie enttäuschen. Der Streifen lief im deutschen Sprachraum auch noch unter den Alternativtiteln: „Oscar hat die Hosen voll“ und „Louis, der Spaghettikoch“.
In der DDR wurde der Film übrigens unter dem Titel: „Das grosse Restaurant“ veröffentlicht, was wieder mal eindrücklich belegt, wie nützlich Fremdsprachenkenntnisse doch sind…

Soul Men

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Originaltitel: Soul Men

Regie: Malcolm D. Lee
Musik: Stanley Clarke
Drehbuch: Robert Ramsey & Matthew Stone

USA / 2008

Hauptdarsteller: Samuel L. Jackson, Bernie Mac, Sharon Leal…u.a.

HANDLUNG

Louis und Floyd hatten vor zwanzig Jahren zusammen in einer Soulband als Background-Sänger gearbeitet.
Nachdem sich der Lead-Sänger entschieden hatte, eine Solokarriere zu starten, blieben Louis und Floyd alleine zurück und traten fortan als „The Real Deal“ auf. Bald schon gerieten sie aber in Streit und trennten sich.
Jahre später stirbt der Lead-Sänger und Floyd hat die Idee, zusammen mit seinem alten Kumpel Louis auf eine Reunion-Tour zu gehen. Es gelingt ihm, Louis zu überreden.
Bald schon haben sie mit ersten Problemen zu kämpfen und stellen fest, dass sie sich noch immer nicht ausstehen können.

REZENSION

Die Grundstory wäre eigentlich vielversprechend, aber mit der Umsetzung hatte ich so meine Mühe. Obwohl es immer wieder gute Sprüche und ganz witzige Szenen gibt, ist der Humor in diesem Film für mich etwas zu derb geraten.
Dazu kommt, dass Bernie Mac seine Rolle völlig überspielt. Man möchte förmlich als Zuschauer in den Film hineinrufen: Bitte etwas dezenter, bitte etwas leiser..! Samuel L. Jackson spielt gewohnt souverän und entschädigt etwas für den Rest. Wären da nicht einige ganz gute musikalische Einlagen, würde der Film kaum aus der Masse herausragen. Die Handlung an sich ist zu banal und vorhersehbar und macht das Ganze zu einem durchschnittlichen 08/15-Streifen.
Anlehnungen an die „Blues-Brothers-Filme“ sind nicht zu übersehen. Das vorliegende Werk kann aber in Sachen Charme, Witz und Timing zu keiner Zeit mit den Blues-Brothers-Streifen mithalten.

Fazit: Irgendwie hat man alles schon mal irgendwo besser und origineller gesehen. Aber als einfacher Feel-Good-Movie für ein verregnetes Wochenende taugt er durchaus...

Kiss The Cook - So schmeckt das Leben!

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Originaltitel: Chef

Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau
USA / 2014

Hauptdarsteller: Jon Favreau, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson...ua.

HANDLUNG


Carl Casper ist mit Leib und Seele Koch und arbeitet in einem der beliebtesten Restaurants Los Angeles.
Kreativ ist er aber in eine Sackgasse geraten. Der Besitzer des Restaurants will nichts verändern und verlangt von Carl die immer gleichen Menus. Als ihm ein berühmter Gastrokritiker diese Ideenlosigkeit vorwirft und ihn über seinen Blog öffentlich blossstellt, hat Carl die Nase voll und versucht sich zu wehren. Was als virtueller Disput im Internet beginnt, entwickelt sich zum offenen Streit im Restaurant und vor allen Gästen…
Carl wird gefeuert und sucht nach einer neuen Herausforderung.
Da die Beziehung zu seinem achtjährigen Sohn aus seiner gescheiterten Ehe sowieso immer zu kurz kam, entschliesst er sich, das Angebot seiner Ex-Frau anzunehmen und als „Kindermädchen“ die beiden nach Miami zu begleiten. Dort eröffnet sich eine neue Möglichkeit für ihn, mit einem Food-Truck die Gastrowelt aufzumischen, und er packt die Chance…

REZENSION

Ein Kochfilm, der in einem Roadmovie endet. Ist doch mal was anderes. Der Streifen macht richtig gute Laune. Die Kochszenen sollte man sich jedenfalls nicht mit leerem Magen ansehen, und auch sonst hat der Film einiges zu bieten.
Kongenial wird das Ganze durch einen mitreissenden und sehr überlegt ausgewählten Soundtrack unterstützt, der aus einer Mischung aus Folk, Soul und kubanischer Musik daherkommt.
Will man ein Haar in der Suppe suchen, wird man am ehesten bei den Dialogen fündig. Man merkt schon, dass Jon Favreau hier nicht in seinem üblichen Filmgenre ist, den Dialogen fehlt es etwas an Substanz und Spritzigkeit. Dies wird jedoch sehr gekonnt durch die unterhaltsame Handlung sowie die bereits erwähnte gute Musik kaschiert.

Fazit: Wer Kochfilme mag und auch noch etwas für kubanische Musik übrig hat, wird an diesem Gute-Laune-Film seine helle Freude haben.

Ob blond, ob braun

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It Happened At The World's Fair

Regie: Norman Taurog
Musik: Leith Stevens
Drehbuch: Seaman Jacobs / Si Rose

USA / 1963

Hauptdarsteller: Elvis Presley, Joan O'Brien, Gary Lockwood, Vicky Tiu... u.a.

HANDLUNG

Mike Edwards (Elvis Presley) und sein Freund Danny (Gary Lockwood) haben ein Problem. Danny hat im Spielrausch so viel Schulden gemacht, dass nun das Kleinflugzeug, mit dem sie Aufträge erledigen, vom Sheriff beschlagnahmt wird.
Auf der Suche nach Arbeit treffen sie auf Walter Ling und seine Nichte Sue-Lin. Beide sind auf dem Weg nach Seattle und nehmen Mike und Danny mit.
Mike lässt sich überreden auf Sue-Lin aufzupassen, während ihr Onkel etwas erledigen will. Nachdem der Onkel aber spurlos verschwindet, hat Mike nun plötzlich zwei Probleme, mit denen er sich rumschlagen muss...

REZENSION

Zugegeben, es gibt noch wesentlich schlechtere Filme mit Elvis. „It happened At The World's Fair“ darf aber für sich in Anspruch nehmen, der Anfang vom Ende von Elvis' Filmkarriere gewesen zu sein. Hier kam erstmals alles zusammen, was in den Folgejahren zum Standard bei Elvis-Filmen wurde: Eine belanglose Story, in der Elvis einen fast schon pathologisch anmutenden Frauenhelden mimt und ein schlechter, teilweise peinlicher Soundtrack.
Der Filmsoundtrack umfasste hier lediglich zehn Songs, was schon arg wenig war, und vom damaligen Publikum auch mit Unmut zur Kenntnis genommen wurde. Die Single-Auskopplung: „One Broken Heart For Sale“ war nicht schlecht, aber dennoch die erste Single seit 1956, die nicht in die US Top 10 kam.
Über die Story gibt es nicht viel zu sagen. Man nützt die Weltausstellung in Seattle von 1962 als Kulisse, das ist dann aber auch schon das Aufregendste, was es über den Streifen zu sagen gibt. Auch schauspielerisch passt Elvis mit seiner weiblichen Hauptdarstellerin so gar nicht zusammen. Wäre nicht Vicky Tiu in der Rolle der kleinen Sue-Lin gewesen, die mit ihrem Charme zu verzaubern mag, wäre der Streifen wohl vor allem durch ein eher langweiliges und einfallsloses Drehbuch aufgefallen.
Selbst die Filmtechnik ist derart billig aufgezogen, dass man bei jeder Szene sofort merkt, wenn man Studioaufnahmen mit Aussenaufnahmen zusammengemixt hat.
Aber wie gesagt, es kam danach noch schlimmer, erst im Jahr 1968 war ein leichter Lichtschimmer am Horizont auszumachen...

Anschauen kann man sich das natürlich. An einem verregneten Sonntagnachmittag zum Beispiel, aber gesehen haben muss man ihn nicht...

Jetzt schlägt's 13

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Regie: E. W. Emo
Musik: Bruno Uher
Drehbuch: Fritz Koselka, Lilian Belmont
Österreich / 1950

Hauptdarsteller: Theo Lingen, Hans Moser, Susi Nicoletti, Josef Meinrad... u.a.


HANDLUNG

Hedy entlässt den langjährigen Diener ihres erst frisch angetrauten Ehemannes Mario, da sie diesen verdächtigt, ihrem Mann heimlich Liebesbriefe von Verehrerinnen zuzustecken.
Ein neuer Diener muss her.
Der alte Diener meint im neuen Diener einen gesuchten Raubmörder zu erkennen und versucht seinem alten Herrn zur Seite zu stehen. Derweil versucht der neue Diener verzweifelt, seine Herrin vor dem vermeintlichen Mordkomplott des alten Dieners zu bewahren. Wobei es sich von selbst versteht, dass beides schief geht....

REZENSION

Wenn gleich vier hochkarätige Schauspieler in einer Komödie mitwirken, darf man etwas erwarten, und genau so ist es auch hier. Die sehr rasant inszenierte und mit viel Schwung und Witz umgesetzte Slapstick-Komödie bietet alles, was man von Lustspielen dieser Zeit kennt und gewohnt ist. Zusätzlich werden noch Anlehnungen an Schauer- und Kriminalfilme gemacht.
Theo Lingen und Hans Moser spielen ihre Parts sehr überzeugend. Vor allem Ferdinand Haushofers (Hans Moser) Erkenntnis, dass er einem Mordkomplott zum Opfer fallen soll, ist geradezu herzergreifend mitreissend verkörpert.
Natürlich wirkt der Streifen aus heutiger Sicht etwas überspielt und ab und an zu klamaukhaft überzeichnet, die Hauptfiguren spielen aber derart überzeugend und glaubhaft, dass das locker wieder wettgemacht wird.

America's Sweethearts

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Originaltitel: America's Sweethearts

Regie: Joe Roth
Musik: James Newton Howard
Produktionsland: USA
Jahr: 2001
Hauptdarsteller: Julia Roberts, Catherine Zita-Jones, Billy Crystal, John Cusack.. u.a

HANDLUNG

Ein berühmtes Hollywood-Ehepaar, das sich getrennt hat, soll für die Premiere ihres letzten gemeinsamen Filmes nochmals zusammengebracht werden.
Lee Phillips (Billy Crystal) kriegt diesen undankbaren Auftrag und tut sein Möglichstes, um die beiden, zumindest für die Öffentlichkeit, wieder zusammenzuführen.
Schnell wird klar, dass dieses Unterfangen nicht nur schwierig, sondern ausweglos ist. Als dann die versammelte Presseschar in einem abgelegenen Hotel in Nevada den Premierenfilm, den noch nicht mal der Studioboss gesehen hat, zu sehen bekommt, löst das exzentrische Machwerk endgültig das Chaos aus.

REZENSION

Eine vergnügliche Komödie, die zuweilen mit slapstickartigem Humor, aber auch immer wieder mit witzigen Wortgefechten und Ironie zu punkten weiss. Getragen wird das Ganze jedoch eindeutig durch die hervorragende Spielweise von Billy Crystal, Julia Roberts und vor allem Catherine Zeta-Jones, die wunderbar harmonieren und alle Register ziehen dürfen. Ganz nebenbei wird auch noch die gesamte Hollywood-Maschinerie aufs Korn genommen und das nicht zu knapp...

Der Puppenspieler

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Originaltitel: Le Guignolo

Regie: George Lautner
Musik: Anja Garbarek
Produktionsland: Frankreich / Italien
Jahr: 1980
Hauptdarsteller: Jean-Paul Belmondo, Michel Galabru, Paolo Bonacelli... u.a...


„Der Puppenspieler“ mag nicht zu den allerbesten Filmen von Belmondo gehören, bietet aber abwechslungsreiche und witzige Unterhaltung.
Die Handlung ist zu Beginn verwirrend, wird aber mit fortlaufender Filmdauer immer durchsichtiger.
Der dem Zeitgeist geschuldete Sexismus und die politischen Unkorrektheiten mögen den heutigen Zuseher vielleicht etwas irritieren, sind aber immer dank der genialen Synchronisation durch Rainer Brandt liebenswert und ironisch gebrochen.
Überhaupt ist der ganze Film eine einzige Aneinanderreihung von ironischen und sarkastischen Persiflagen. Genres wie Ganoven- oder Agentenfilm werden hier ganz schön vorgeführt.
Die wunderschöne Szenerie in Venedig machen den Streifen zudem auch optisch reizvoll.

Mein Mann, das Wirtschaftswunder

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Ulrich Erfurth
Musik: Michael Jary
Produktionsland: Deutschland
Jahr: 1961

Darsteller: Marika Rökk, Fritz Tillmann, Cornelia Froboes, Heinz Erhardt


Der Streifen wird ja als Heinz Erhardt-Film angepriesen, der hat aber eigentlich nur eine grössere Nebenrolle inne. In Wirklichkeit ist es ein Marika Rökk- und Fritz Tillmann-Film.
Wobei die Grundgeschichte recht einfach gestrickt daherkommt und aus heutiger Sicht schon etwas sehr dem Zeitgeist zum Opfer fällt.
Cornelia Froboes spielt etwas unbeholfen und Marika Rock operiert konstant an der Grenze zum „Overacting“. Am besten gefallen haben mir eigentlich Heinz Erhardt, der aber viel zu selten auftaucht und Fritz Tillamnn in der männlichen Hauptrolle, die aber Drehbuch bedingt wieder etwas undankbar ist.
Alles in Allem nette Unterhaltung mit einem Hauch von Gestern. Wahrlich kein Film aus dem man nun etwas mitnehmen könnte, er hinterlässt aber auch keine bleibenden Schäden...