Kochfilm

Scharfe Kurven für Madame

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Originaltitel: Le grand restaurant

Regie: Jacques Besnard
Musik: Paul-Louis Marion
Drehbuch: Jean Halain, Jacques Besnard, Louis de Funès

Frankreich / 1966

Hauptdarsteller: Louis de Funès, Bernard Blier, Maria-Rosa Rodriguez…u.a.


HANDLUNG

Septime ist der Besitzer eines renommierten Gourmetrestaurants in Paris. Mit eiserner Hand und pedantischer Art führt er seinen Betrieb und treibt seine Angestellten damit regelrecht in den Wahnsinn.
Als sich ein hoher Gast in Form eines südamerikanischen Präsidenten ankündigt, läuft Septime zur Höchstform auf.
Als er aber den erlauchten Gästen seine berühmte Nachspeise „Bombe surprise“ servieren will, geschieht das Unfassbare: Nach einer Explosion ist der Präsident verschwunden. Septime wird vom Polizeichef ins Verhör genommen und anschliessend als Lockvogel für die vermeintlichen Entführer verwendet. Das funktioniert an sich auch, nur nicht ganz so wie sich das die Beteiligten vorgestellt hatten…

REZENSIION

„Le grand restaurant“, gehört meiner Meinung nach nicht zu den allerbesten Funès-Filmen. Dazu fehlt ihm etwas der Charme, zudem konnte man sich nicht richtig entscheiden ob man nun eine Gesellschaftskomödie, eine Gaunerkomödie oder vielleicht doch lieber einen Agentenfilm hätte machen wollen.
Auch Logikfehler, wie zum Beispiel, dass der in den französischen Alpen zu Schrott gefahrene Citroen DS am selben Abend wieder neu vor der Polizeiwache steht, ist man sich aus Funès-Filmen so eigentlich nicht gewohnt.
Dennoch funktioniert der Streifen, was nicht zuletzt natürlich der grandiosen schauspielerischen Leistung von Louis de Funès im Zusammenspiel mit Bernard Blier geschuldet ist. Wie Funès den cholerischen Gastronomen mimt, ist schon sehenswert und hilft einem, das etwas holprige Drehbuch zu vergessen.
Was den deutschen Vertrieb geritten hat, diesen sinnfreien Titel zu vergeben, hat sich mir leider nicht erschlossen. Falls Sie jetzt denken, dass es nicht schlimmer hätte kommen können, muss ich sie enttäuschen. Der Streifen lief im deutschen Sprachraum auch noch unter den Alternativtiteln: „Oscar hat die Hosen voll“ und „Louis, der Spaghettikoch“.
In der DDR wurde der Film übrigens unter dem Titel: „Das grosse Restaurant“ veröffentlicht, was wieder mal eindrücklich belegt, wie nützlich Fremdsprachenkenntnisse doch sind…

Kiss The Cook - So schmeckt das Leben!

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Originaltitel: Chef

Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau
USA / 2014

Hauptdarsteller: Jon Favreau, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson...ua.

HANDLUNG


Carl Casper ist mit Leib und Seele Koch und arbeitet in einem der beliebtesten Restaurants Los Angeles.
Kreativ ist er aber in eine Sackgasse geraten. Der Besitzer des Restaurants will nichts verändern und verlangt von Carl die immer gleichen Menus. Als ihm ein berühmter Gastrokritiker diese Ideenlosigkeit vorwirft und ihn über seinen Blog öffentlich blossstellt, hat Carl die Nase voll und versucht sich zu wehren. Was als virtueller Disput im Internet beginnt, entwickelt sich zum offenen Streit im Restaurant und vor allen Gästen…
Carl wird gefeuert und sucht nach einer neuen Herausforderung.
Da die Beziehung zu seinem achtjährigen Sohn aus seiner gescheiterten Ehe sowieso immer zu kurz kam, entschliesst er sich, das Angebot seiner Ex-Frau anzunehmen und als „Kindermädchen“ die beiden nach Miami zu begleiten. Dort eröffnet sich eine neue Möglichkeit für ihn, mit einem Food-Truck die Gastrowelt aufzumischen, und er packt die Chance…

REZENSION

Ein Kochfilm, der in einem Roadmovie endet. Ist doch mal was anderes. Der Streifen macht richtig gute Laune. Die Kochszenen sollte man sich jedenfalls nicht mit leerem Magen ansehen, und auch sonst hat der Film einiges zu bieten.
Kongenial wird das Ganze durch einen mitreissenden und sehr überlegt ausgewählten Soundtrack unterstützt, der aus einer Mischung aus Folk, Soul und kubanischer Musik daherkommt.
Will man ein Haar in der Suppe suchen, wird man am ehesten bei den Dialogen fündig. Man merkt schon, dass Jon Favreau hier nicht in seinem üblichen Filmgenre ist, den Dialogen fehlt es etwas an Substanz und Spritzigkeit. Dies wird jedoch sehr gekonnt durch die unterhaltsame Handlung sowie die bereits erwähnte gute Musik kaschiert.

Fazit: Wer Kochfilme mag und auch noch etwas für kubanische Musik übrig hat, wird an diesem Gute-Laune-Film seine helle Freude haben.

The Ramen Girl

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Originaltitel: The Ramen Girl

Regie: Robert Allan Ackerman
Musik: Carlo Siliotto
Drehbuch: Becca Topol
USA / Japan / 2008

Hauptdarsteller: Brittany Murphy, Daniel Evans, Judai Ikeshita, Kimiko Yo... u.a.


HANDLUNG

Die junge Amerikanerin Abby (Brittany Murphy) reist nach Tokio, wo ihr Freund arbeitet. Dieser ist allerdings alles andere als begeistert von Abbys Erscheinen, und bald schon lässt er sie alleine zurück und verdrückt sich nach Osaka.
Die alleingelassene Abby fühlt sich verloren und einsam in der riesigen, fremden Metropole.
In der Nähe ihres Wohnhauses gibt es eine Ramen-Küche. Abby fühlt sich magisch angezogen von diesem Ort, und eines Tages reift der Wunsch in ihr, eine Ramen-Köchin zu werden.
Doch der Weg dahin ist hart und steinig. Ihr „Sensei“ ist alles andere als begeistert davon, dieser seltsamen Amerikanerin sein Handwerk beizubringen, und Abby spricht und versteht kein Wort japanisch...

REZENSION


Zugegeben, man hat die Pathosgrenze etwas stark ausgedehnt, aber davon mal abgesehen, ist ein sehr unterhaltsamer und interessanter Film entstanden.
Die Geschichte ist etwas skurril inszeniert, was aber ausgezeichnet zu Japan passt. Die japanisch gesprochenen Sequenzen wurden bewusst nicht synchronisiert, was den Zuschauer ebenso verständnislos bleiben lässt wie Abby. Ein guter Schachzug, der Abbys Fremdheit und Isolation sehr eindrücklich auf den Zuschauer überträgt. Zudem erhält man einen interessanten, wenn auch oberflächlichen, Einblick in die Kunst der Ramen-Herstellung.
Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten ist sehr gut, wobei mir vor allem der japanische Prüfungsexperte am Schluss am besten gefallen hat.
Wer sich für japanische Esskultur interessiert, oder aber einfach eine unterhaltsame Tragikkomödie sehen möchte, ist hier goldrichtig.