Actionfilm

The Nice Guys

image
✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: The Nice Guys

Regie: Shane Black
Musik: David Buckley / John Ortmann
Drehbuch: Anthony Bagarozzi / Shane Black

Produktion: Joel Silver
Kamera: Philippe Rousselot
Schnitt: Joel Negron

USA / 2016

Hauptdarsteller: Russell Crowe / Ryan Gosling / Angourie Rice / Kim Basinger…u.a.

HANDLUNG

Das erste Zusammentreffen von Holland March und Jackson Healy ist alles andere als erfreulich. Der Privatdetektiv und der Berufsschläger schliessen sich dennoch zusammen, da sie sich gegenseitig nützlich sein können. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach Amelia, die in grösster Gefahr zu schweben scheint.
Je näher die beiden Schnüffler ihrer Zielperson kommen, umso prekärer entwickeln sich die Geschehnisse: Eine bekannte Pornodarstellerin wird ebenso umgebracht, wie der Drehbuchautor des Filmes, in dem sie gespielt haben soll. Als dann auch der Produzent des Streifens das Zeitliche segnet, wird Holland und Jackson klar, dass sie da in etwas hineingeraten sind, das für sie eine Nummer zu gross ist…

REZENSION

Regisseur Shane Black ist bekannt als Mann fürs Grobe, der sich auf Buddy-Action-Komödien spezialisiert hat.
Leider ist die Umsetzung von „The Nice Guys“ meiner Ansicht nach gescheitert. Das liegt aber auf keinen Fall an den beiden Hauptdarstellern. Ryan Gosling und Russell Crowe spielen hervorragend und schaffen es sogar stellenweise, der trägen Story etwas Leben und Witz einzuhauchen.
Allein, das genügt nicht, um dem in jeder Beziehung behäbigen Stoff die richtigen Vibes zu verabreichen. Der Streifen strotzt nur so von ausgelatschten Klischees. Klischees, mit denen leider kaum gespielt wird, sondern die dem Zuschauer kommentarlos vorgesetzt werden und dadurch mehr irritieren, als witzig rüber kommen. Es bleibt zum Schluss eine wirre Anhäufung von Sexszenen, Frauen verachtenden Sprüchen und sinnloser Gewalt. Subtilität oder Geheimnisvolles sucht man in diesem Werk vergebens. Shane Black versucht mit einem wirren Handlungsverlauf eine komplexe Detektive-Story vorzugaukeln, diese entpuppt sich aber beim genaueren Hinsehen als banale Verschachtelung von Gehaltlosigkeiten.

Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, was die Cohn-Brüder wohl aus so einem Stoff gemacht hätten…
So bleibt schlussendlich nur die Erkenntnis, dass Shane Blacks Holzhammer-Verfilmung dank der grossartigen Arbeit der beiden Hauptdarsteller als harmloser Unterhaltungsfilm für anspruchslose Momente durchgehen mag - für mehr reicht es leider nicht…

Das Krokodil und sein Nilpferd

image
✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Io sto con gli ippopotami

Regie: Italo Zingarelli
Musik: Walter Rizzati
Drehbuch: Barbara Alberti & Amedeo Pagani

Produktion: © Denver Film Productions
Kamera: Aiace Parolin
Schnitt: Claudio M. Cutry

Italien / 1979

Hauptdarsteller: Bud Spencer, Terence Hill, Joe Bugner…u.a.

HANDLUNG

Tom (Bud Spencer) fährt mit seinem Bus Touristen und Grosswildjäger durch den Busch Südafrikas. Als Tierfreund lädt er aber die Gewehre seiner Kunden mit Platzpatronen. Als sein Cousin, der ein noch radikalerer Tierfreund ist, in Südafrika auftaucht, hat Tom gar keine Freude. Er fürchtet um sein Geschäft…
Bald schon verbünden sich die beiden aber gegen den skrupellosen Spekulanten und Tierhändler Jack Ormond.
Sie müssen schon all ihre Schlitzohrigkeit und Schlagkraft ausspielen, um es mit dem gerissenen Gegner und seinen Handlangern aufzunehmen…

REZENSION

Nach unzähligen erfolgreichen Italo-Western, waren die verantwortlichen Leute wohl der Ansicht, dass es an der Zeit wäre, die Location etwas zu verändern. Und so verpflanzte man diesen Spencer/Hill-Film kurzerhand nach Südafrika. Die Handlung freilich blieb dem Westernfilm treu. Die Geschichte könnte 1:1 auch im Wilden Westen spielen. Sämtliche Zutaten sind vorhanden. Auch die obligate Fressorgie wird zelebriert und macht Spass beim Zusehen.
Und so ist es dann auch nicht erstaunlich, dass man alles schon irgendwie mal gesehen zu haben glaubt.
Südafrika wird primär nur als Dekoration verwendet, und so sind einige sehr schöne Aufnahmen der Tier- und Pflanzenwelt zu sehen.
Richtig gute Stimmung kommt jeweils bei der musikalischen Untermalung auf. Der ohrwurmmässige Titelsong wurde von Bud Spencer selber geschrieben und verfolgt den Zuschauer in verschiedenen Versionen durch den ganzen Film hindurch. Musikalischer Höhepunkt bildet meiner Meinung nach das wunderschöne Lied Shosholoza, das gegen Ende eingespielt wird. Der Song wurde ja schon von unzähligen westlichen Musikern verwendet, unter anderem auch von Manfred Mann. Hier kriegen wir eine afrikanische Originalversion zu hören.

Alles in allem gehört „Das Krokodil und sein Nilpferd“ zu den besseren Filmen des Duos, auch wenn dem Streifen gegen Ende etwas die Luft ausgeht…

James Bond 007 - In tödlicher Mission

image
✮✮✮✮✮

Originaltitel: For Your Eyes Only

Regie: John Glen
Musik: Bill Conti (Titelsong: Sheena Easton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

Produktion: © Eon Productions
Kamera: Alan Hume
Schnitt: John Grover

Grossbritannien / 1981

Hauptdarsteller: Roger Moore, Carole Bouquet, Julian Glover, Desmond Llewelyn…u.a.


HANDLUNG

Ein Fischfangschiff fährt im Ionischen Meer auf eine Mine und geht unter. An Bord befindet sich eine Spezialeinheit der britischen Marine, die mit einem Lenkwaffen-Computer-System ausgerüstet ist.
Bond erhält den Auftrag, dieses ATAC-System wiederzubeschaffen. Unerwartete Unterstützung erhält er durch Melina Havelock, deren Eltern ebenfalls im Auftrag des britischen Geheimdienstes nach dem ATAC tauchten, dann aber von einem Auftragskiller getötet wurden.
Die Spur führt erst nach Madrid und weiter nach Cortina d’Ampezzo, wo Bond vom griechischen Reeder Kristatos den Hinweis erhält, dass der bekannte Schmuggler Milos Columbo hinter der Sache stecke und Melinas Eltern auf dem Gewissen habe. Doch mit der Zeit wird Bond klar, dass er an der Nase herum geführt wird…

REZENSION

Nach dem Technikspektakel „Moonraker“ (1979), in dem die Bond-Figur etwas in den Hintergrund gedrängt worden war, besann man sich in „In tödlicher Mission“ wieder auf die Wurzeln.
Inszeniert wurde ein klassischer Bond, wie man ihn aus den Sechzigerjahren kennt. Ganz zu Beginn gibt es sogar einen Link zu „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969): Bond besucht das Grab seiner ermordeten Frau Teresa.
Auch wenn man sich in diesem Bond-Abenteuer wieder mehr auf Menschen als auf Gadgets konzentrierte, bekommen die Actionszenen viel Raum. Unvergesslich sind sicher die Autoverfolgungsjagd im Deux-Chevaux oder die abenteuerliche Kletterpartie in den Felsen der Metéora-Klöster in Griechenland.
Herausgekommen ist ein äusserst kurzweiliger, abenteuerlicher und unterhaltsamer Agentenfilm, der kaum Wünsche offen lässt. Das ist umso erstaunlicher, da man bei dieser Bond-Verfilmung erstmals auf keinen Roman Ian Flemings zurückgriff, sondern die Handlung aus verschiedenen Kurzgeschichten Flemings zusammensetzte. Dass die Geschichte trotzdem so kohärent daher kommt, dürfte dem Drehbuchautor Richard Maibaum geschuldet sein, der mit seiner Erfahrung und Professionalität die Bond-Figur wieder etwas menschlicher machte.

Fazit: Ein wirklich guter Bond-Streifen, der für mich klar zu den Top 10 der Filmreihe gehört.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes

image
✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Raiders Of The Lost Ark

Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Drehbuch: George Lucas, Philip Kaufman, Lawrence Kasdan
Produktion: © Paramount Pictures / Lucasfilm
Kamera: Douglas Slocombe
Schnitt: Michael Kahn

USA / 1981

Hauptdarsteller: Harrison Ford, Karen Allen, Paul Freeman...u.a.

HANDLUNG

Im Unterschied zum englischen Original, lässt der deutsche Titel den Zuschauer im Dunkeln, um was es hier eigentlich geht.
Wir schreiben das Jahr 1936. Der amerikanische Archäologieprofessor Henry Jones (gennant Indiana Jones) wird vom US-Geheimdienst engagiert, um in Ägypten die Nazis daran zu hindern, die sagenumwobene Bundeslade zu finden. Jones soll verhindern, dass die Nationalsozialisten in deren Besitz gelangen, da man befürchtet, dass Hitlers Armee unbesiegbar würde, sollte sie in den Besitz dieser Lade gelangen.
Indiana Jones gelingt es die Bundeslade zu finden, er verliert sie aber gleich darauf wieder an die Nazis. Eine wilde Jagd und viele Abenteuer später gelingt es Jones mit Unterstützung von Marion Ravenwood und seinem Freund Sallah, den Nazis die Bundeslade wieder abzujagen...

REZENSION

Vorneweg gilt es festzustellen, dass man in der Lage sein muss, seine linke Hirnhälfte weitestgehend auszublenden, um diesen Film geniessen zu können. Diesem ersten Teil der Indiana-Jones Tetralogie ist, was die Story anbelangt, mit Logik und tieferliegendem Sinn kaum beizukommen.
Gelingt einem dies aber, hat man vergnügliche, spannende und sehr actiongeladene zwei Filmstunden vor sich.
Ursprünglich hätte eigentlich Tom Selleck die Rolle des Indiana Jones spielen sollen, er war aber vertraglich bereits an die damals anlaufende Magnum-Serie gebunden. Harrison Ford macht seine Sache aber ausgezeichnet und spielt, sofern es die hanebüchene Story zulässt, glaubhaft und mit dem nötigen Schalk. Überhaupt wird mit viel Ironie und schwarzem Humor versucht, die an sich ernsthafte Geschichte etwas zu brechen, und entstanden ist so etwas wie eine wilde Mischung aus James Bond und Tim und Struppi.
Die gebotenen Action-Szenen sind imposant und eindrücklich umgesetzt. Dem Zuschauer wird kaum eine Minute zum Durchschnaufen gegönnt, da die ganze Dramaturgie vollständig auf Rasanz und äussere Ereignisse getrimmt ist. Reflexion und Analyse ist Indiana Jones Ding nicht...

Fazit: Vergnügliches Popcorn-Kino für Freunde des gepflegten Action- und Abenteuer-Kinos.

James Bond 007: Skyfall

image
✮✮✮✮✮

Originaltitel: Skyfall

Regie: Sam Mendes
Musik: Thomas Newman
Drehbuch: John Logan, Neal Pruvis, Robert Wade

UK, USA / 2012

Filmreihe: James Bond 007 - Film Nr. 23

Hauptdarsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem, Bérénice Marlohe…u.a.


HANDLLUNG

Dem MI6 wurde eine Festplatte gestohlen, auf welcher sich wichtige Geheimdaten zur Identität von unzähligen Agenten befinden.
Bonds Versuch, diese Festplatte in Istanbul wieder zu erlangen, scheitert – er wird von seiner Kollegin angeschossen und von seinen eigenen Leuten für tot gehalten.
Bald werden zwei Sachen klar: James Bond ist nicht tot, und hinter dem Festplattendiebstahl steckt wesentlich mehr, als vom MI6 erst angenommen. Der ehemalige Agent Raoul Silva wurde vom MI6 fallengelassen und will sich nun dafür an „M“ rächen.
Bond wird auf die Spur des genialen Bösewichts gesetzt. Die Verfolgungsjagd führt von London nach Shanghai, weiter nach Macau und endet schliesslich in Bonds Elternhaus in Schottland…

REZENSION

Bis zum vorliegenden Film konnte ich mich mit Daniel Craig als James Bond nicht anfreunden. Es war nicht mehr der klassische Bond, wie ich ihn mochte. Es fehlte an Charme, Schalk und den typischen Storyverläufen.
Dies gehört nun dank Skyfall der Vergangenheit an. Sam Mendes Verfilmung lehnt sich stark an die klassischen Bond-Streifen aus den sechziger Jahren an. Diese Feststellung wird durch nichts besser unterstrichen, als durch den genialen von Adele gesungenen Titelsong.
Man hat sich aber nicht darauf beschränkt, mit einfachen Verknüpfungen in die Vergangenheit zu punkten, sondern versteht es gleichzeitig, durch diverse Neuerungen aus Bond einen modernen Agenten-Action-Streifen zu machen.
Dieses Kunststück kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Selten habe ich eine so gelungene Wiederbelebung gesehen, die kaum Wünsche offen lässt.
Die Idee, Bond nicht nur als taffen Agenten zu zeigen, sondern als verletzlichen Menschen, ist eine dieser „Neuerungen“, die der Figur eine zusätzliche Tiefe verleiht.
Dazu kommt eine aussergewöhnlich gute bildtechnische Umsetzung, die stellenweise schon epische Ausmasse erreicht.
Bond ist zurück - ich freue mich schon auf den nächsten…

James Bond 007: Im Geheimdienst Ihrer Majestät

image
✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: On Her Majesty‘s Secret Service

Regie: Peter R. Hunt
Musik: John Barry
Drehbuch: Richard Maibaum, Simon Raven

Grossbritannien / 1969

Filmreihe: James Bond 007, Film-Nr. 6

Hauptdarsteller: George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas...u.a.


HANDLUNG

Bond ist auf der Suche nach dem Bösewicht Blofeld. In Portugal trifft er auf eine geheimnisvolle Frau, die sich als Contessa Teresa di Vincenzo entpuppt, Tochter eines portugiesischen Mafioso. James und „Tracy“ kommen sich näher, die traute Zweisamkeit ist aber nicht von langer Dauer.
Nachdem Bond einen wichtigen Hinweis zu Blofeld erhält, macht er sich auf den Weg in die Schweiz, nach Bern. Von dort geht es weiter zur geheimen Forschungseinrichtung von Blofeld, die sich auf dem Gipfel des Piz Gloria befindet. Bond gelingt es, sich als Ahnenforscher einzuschleichen, wird dabei enttarnt und muss fliehen. Auf seiner Flucht begegnet er Teresa wieder, diese wird jedoch kurze Zeit später von Blofeld gekidnappt.
Bond gelingt es mit Hilfe von Teresas Vater und dessen Leuten, Blofelds Labor zu erstürmen und Teresa zu befreien.
Teresa und Bond heiraten. Doch ihr Glück währt nur kurze Zeit…

REZENSION

„Teresa war eine Heilige, ich bin Tracy“. So stellt sich in diesem Bond-Abenteuer, die weibliche Hauptdarstellerin unserem Helden vor und macht damit gleich mal klar, wie der Hase läuft.
„Im Geheimdienst seiner Majästät“ ist in vielerlei Hinsicht ein aussergewöhnlicher „Bond“. Nebst der selbstbewussten Hauptdarstellerin, wunderbar verkörpert durch Diana Rigg, fällt natürlich vor allem George Lazenby auf, der hier seinen ersten und zugleich letzten Bond gibt. Lazenby war eigentlich kein Schauspieler, sondern Dressman. Leider ist das vor allem zu Beginn des Streifens auch deutlich zu sehen. Seine etwas hölzerne Spielweise wirkt doch etwas befremdend. Mit zunehmender Spieldauer fällt das aber immer weniger auf, was nicht zuletzt am genialen und rasant inszenierten Drehbuch liegt. Die Stunt-Szenen auf Skiern oder in der Bobbahn von St. Moritz machten den Streifen zum Kultfilm.
Man merkt der Handlung deutlich an, dass hier ein Roman von Ian Fleming als Grundlage diente und nicht eine zusammengeschusterte Geschichte, wie dies bei anderen Filmen dieser Serie zuweilen der Fall war. Die atmosphärische Dichte und der ganz spezifische Charme ist hier zu finden, also genau das, was den neueren Bond-Abenteuern mitunter etwas fehlt...
Für mich ist „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ einer der besten, wenn nicht sogar „der“ beste Film aus der Bond-Reihe.