The Magic of Belle Isle - Ein verzauberter Sommer

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Originaltitel: The Magic of Belle Isle

Regie: Rob Reiner
Musik: Marc Shaiman
Drehbuch: Guy Thomas
USA / 2012

Hauptdarsteller: Morgan Freeman, Virginia Madsen, Emma Fuhrmann... u.a.

HANDLUNG

Der Western-Schriftsteller Monte Wildhorn leidet unter einer Schreibblockade. Der Tod seiner geliebten Frau hat aus ihm einen mit seiner Umwelt hadernden Trinker gemacht. Seine Verwanden verfrachten den in einem Rollstuhl sitzenden Schriftsteller in ein Sommerhäuschen aufs Land.
Am beschaulichen Greenwood Lake verwandelt sich der Griesgram Monte nach und nach wieder zu einem liebenswerten und hilfsbereiten Menschen. Dabei sind der Hund Ringo, den er kurzerhand in Spot umtauft, und seine Nachbarin Charlotte O’Neil nicht ganz unschuldig an seiner Verwandlung.
Die wichtigste Bezugsperson wird aber Charlottes 9-jährige Tochter Finnegan, die von Monte unbedingt die Kunst des Geschichtenerzählens erlernen will. Monte wird zu Beginn eher gegen seinen Willen von ihr als Mentor engagiert, findet aber zunehmend gefallen an seinem neuen „Job“…

REZENSION

Ich habe selten einen Film gesehen, auf den die Bezeichnung „Feel-Good-Movie“ treffender gewesen wäre, als bei dem vorliegenden Werk von Rob Reiner.
Morgan Freeman spielt seine Rolle gewohnt souverän und liebenswert. Ohne dass die Figur überzeichnet oder kitschig wirken würde.
Man hat nun nicht gerade das Kino neu erfunden mit der Grundgeschichte, es ist aber eine liebenswerte und sehr unterhaltsame Variation.
Zusammen mit der wunderschönen Landschaft und dem pittoresken Städtchen ist eine emotional packende Komödie entstanden, die durchaus auch Raum für ernste Themen lässt.
Rob Reiner, der schon Filmperlen wie „Harry und Sally“ oder „Stand by Me“ geschaffen hat, ist es einmal mehr gelungen, grosses Kino zu machen oder anders ausgedrückt: Beste Unterhaltung!

Die Tochter meines besten Freundes

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Originaltitel: The Oranges

Regie: Julian Farino
Drehbuch: Ian Helfer & Dean Vanech
Musik: Klaus Badelt & Andrew Raiher

USA / 2011

Hauptdarsteller: Hugh Laurie, Oliver Platt, Leighton Meester…u.a.


HANDLUNG

Im Zentrum der Geschichte stehen zwei Familien, die seit Jahren eng befreundet sind. Die Väter gehen zusammen joggen, die Familien grillieren zusammen usw..
Das idyllische Vorstadtleben wird aber auf eine harte Probe gestellt, als sich David Walings in die Tochter seines Freundes und Nachbarn verliebt…

REZENSION

Nein, ein "Feel-Good-Movie" mit kitschigem Happy End ist das nicht, was man in "The Oranges" (ich weigere mich, den schwachsinnigen deutschen Synchro-Titel zu nennen) geboten kriegt, deshalb wohl auch die vielen kritischen Meinungen zu diesem Streifen… Mir hat er ausserordentlich gut gefallen. Sehr realistisch, mit Humor und ruhigen Bildern wird hier eine richtig gute Geschichte erzählt. Vieles bleibt unausgesprochen oder unvollendet, und genau diese Feinheiten sind es, die diesen kleinen Film zu einem bemerkenswerten Werk machen. Hugh Laurie und auch Leighton Meester spielen richtig stark und harmonieren erstaunlich gut zusammen. Wer sich gerne interessante Geschichten ansieht und kein hoffnungsloser Hollywood-Junkie ist, dürfte an diesem Film Gefallen finden. Fazit: Eine originelle und in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Tragikkomödie, die auch etwas zum Nachdenken anregen kann. Von mir eine klare Empfehlung!


The English Teacher

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Origianltitel: The English Teacher

Regie: Craig Zisk
Musik: Rob Simonsen
Drehbuch: Dan Chariton & Stacy Chariton
USA / 2013

Hauptdarsteller: Julianne Moore, Michael Angarano, Greg Kinnear...u.a.

HANDLUNG

Linda Sinclair ist Englischlehrerin an der High-School in der Kleinstadt Kingston. Die sehr zurückgezogen lebende Lehrerin lebt für die Literatur und versteht es, diese Begeisterung auch ihren Schülern weiterzugeben.
Zufällig trifft sie auf ihren ehemaligen Schüler Jason Sherwood, der sein Glück als Dramatiker in New York versucht hat, aber gescheitert ist, und nun desillusioniert seine Karriere aufgeben will. Linda liest eines seiner Theaterstücke und ist begeistert. Sie überredet Jason einer Aufführung am Schultheater zuzustimmen.
Die erst professionelle Unterstützung nimmt unerwartet ganz persönliche Formen an, was schliesslich zur Gefährdung des ganzen Projekts führt...

REZENSION

So wirklich glücklich wurde ich nicht mit dieser Geschichte. Die Story beginnt recht rasant und vielversprechend, verbummelt sich dann aber irgendwie und verliert den Schwung.
Zudem gibt es ausser der Hauptfigur kaum sympathische Charaktere, entweder sind sie von Anfang an unsympathisch angelegt oder entwickeln sich im Laufe der Handlung dazu. Erschwerend kommt hinzu, dass Julianne Moore, die ich sehr gerne sehe, konstant an der Grenze zum Overacting operiert.
Ich möchte den Streifen aber jetzt nicht schlechter reden als er ist. Es gibt durchaus witzige Szenen und gute Dialoge. Der Film ist im Grossen und Ganzen recht unterhaltsam und als gemütlicher Sonntagsnachmittags-Zeitvertreib durchaus zu gebrauchen. Es fehlt einfach etwas an Tiefe und Raffinesse, um daraus einen wirklich guten Film zu machen, der sich von der Masse abheben würde…

Fazit: Nette Unterhaltung für zwischendurch – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fools Rush In - Herz über Kopf

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Originaltitel: Fools Rush In

Regie: Andy Tennant
Musik: Alan Silvestrie
Drehbuch: Katherine Reback
USA / 1997

Hauptdarsteller: Selma Hayek, Matthew Perry


HANDLUNG

Die zufällige Bekanntschaft der mexikanisch stämmigen Isabel Fuentes und des New Yorker Bauleiters Alex Whitman führt zu einer gemeinsamen Nacht. Eine Nacht mit Folgen: Isabel ist schwanger. Sie teilt es Alex mit, und der verspricht, für sie da zu sein. Eine wechselhafte Beziehungsgeschichte nimmt ihren Lauf, in der Kulturen aufeinander prallen und so manches Missverständnis aus dem Weg geräumt werden will…

REZENSION

Wenn ich eine Liste meiner liebsten Schnulzenfilme erstellen müsste, wäre "Fools Rush In" ganz weit oben aufgeführt.
Zugegeben, er trieft vor Kitsch und Klischees. Die Handlung mag zuweilen leicht grotesk anmuten, und auch die Dialoge haben keinen philosophischen Tiefgang, und dennoch gilt hier das selbe wie bei "Pretty Woman": Die Figuren sind mitreissend und der Handlungsverlauf ist genau so wie in einem solchen Streifen gewünscht. Zudem spielt Salma Hayek so überragend, dass sie die etwas unbeholfene Spielweise von Matthew Perry komplett vergessen lässt. Im Gegenteil, es entsteht eine ausgezeichnete Harmonie zwischen den beiden, die sich auf den Zuschauer überträgt und den Film zu einem richtigen Feel-Good-Movie macht.
Ach ja, und der Soundtrack ist der Hammer!

Kramer gegen Kramer

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Originaltitel: Kramer vs. Kramer

Regie: Robert Benton
Musik: Paul Gemignani
Drehbuch: Robert Benton

USA / 1979


Darsteller: Dustin Hoffman, Meryl Streep, Justin Henry…u.a.


HANDLUNG

Ted Kramer ist ein angesehener Werbefachmann und erhält von seiner Firma sogar das Angebot, Vizepräsident der Werbeagentur zu werden.
Für ihn völlig unerwartet, wird er von seiner Frau verlassen, die ihm eröffnet, von ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter überfordert zu sein.
Allein gelassen mit dem fünfjährigen Sohn, versucht er sich zu arrangieren, was mit der Zeit auch einigermassen gelingt.
Die Mutter überlegt es sich derweil anders und will ihren Sohn zurück. Der entstehende Scheidungskrieg und der Streit um das Sorgerecht bringt alle Beteiligten an ihre Grenzen. Es scheint nicht so, als ob es dabei wirklich einen Gewinner geben könnte…

REZENSION

Ohne ins Rührselige abzurutschen oder dramatisch zu dick aufzutragen, ist Robert Benton hier eine aussergewöhnliche Inszenierung gelungen. Ein schwieriges Thema wurde mit viel Fingerspitzengefühl und Können vorgetragen.
Eine unglaublich authentische Umsetzung, einer an sich einfachen Story, wird durch die meisterhafte schauspielerische Leistung und die ruhige Kameraführung zum Meisterwerk. Dustin Hoffman, Meryl Streep und Justin Henry spielen derart intensiv und glaubhaft, dass einem die Geschichte schon ganz schön nah geht und noch sehr lange nachhallt.

American Hustle

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Originaltitel: American Hustle

Regie: David O. Russell
Musik: Danny Elfman
Drehbuch: Eric Waren Singer & David O. Russel
USA / 2013

Hauptdarsteller: Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jennifer Lawrence...u.a.


HANDLUNG

Gemeinsam mit seiner Geliebten Sydney Prosser (Amy Adams) betreibt Irving Rosenfeld (Christian Bale) eine Waschsalonkette. Diese dient den beiden Trickbetrügern jedoch nur als Tarnung. Hinter den Kulissen werden krumme Geschäfte abgewickelt, wie der Handel mit gefälschter Kunst oder Kreditbetrug. Bei letzterem werden die beiden vom FBI-Agent Richie DiMaso überführt und danach gezwungen, bei einer verdeckten FBI-Operation als Lockvögel mitzumachen. Was als harmlose Überführung anderer Trickbetrüger beginnt, führt bald in einen Sumpf von Korruption und Bestechung, wobei ranghohe Politiker ebenso darin verstrickt sind, wie auch diverse Mafia-Organisationen der Ostküste.
DiMasos grössenwahnsinnige Pläne werden immer gefährlicher und die Lage zunehmend undurchschaubar. Höchste Zeit also für Sydney und Irving, sich aus der Sache auszuklinken. Das ist aber alles andere als einfach und erfordert einen gutdurchdachten Plan...

REZENSION

Ein wirklich geniales Stück Schauspielkunst wird uns in dem rasant inszenierten und abwechslungsreich verfilmten Streifen von David Russell geboten. Wobei der Humor sehr skurril und die Handlung äusserst komplex ist.
Obwohl alle Rollen hervorragend besetzt sind, hat mir Jennifer Lawrence als frustrierte und sitzengelassene Ehefrau am besten gefallen.
Während ich von Minute zu Minute begeisterter dem wilden Treiben folgte und schliesslich beim Auftauchen von Robert De Niro (wer sonst) als Mafia-Boss endgültig sicher war, es mit einem filmischen Meisterwerk zu tun zu haben, wurde ich dann in den letzten Minuten etwas auf den harten Boden der Wirklichkeit zurückgeholt.
Während man der Entwicklung der Geschichte und auch dem Hauptteil sehr viel Zeit einräumte, wurde das Ende leider viel zu überhastet erzählt. Das raubt der Geschichte die Glaubwürdigkeit und macht aus einem Meisterwerk eben „nur“ noch einen sehr guten Film.
Diese fehlende Luft gegen Schluss führt dazu, dass ich jetzt nicht wie beabsichtigt sagen kann: Der Streifen spielt auf Augenhöhe mit Filmen wie „The Big Lebwoski“ oder „Jackie Brown“, sondern lediglich attestiere, dass er diese grösstenteils erfolgreich nachzuahmen versucht.

Der Jane Austen Club

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The Jane Austen Book Club

Regie: Robin Swicord
Drehbuch: Robin Swicord & Karen Joy Fowler
Musik: Aaron Zigman

USA / 2007

Hauptdarsteller: Kathy Baker, Maria Bello, Amy Brenneman, Emily Blunt… u.a.


HANDLUNG

Bernadette gründet einen Jane Austen Buchclub, um damit ihre Freundin Silvia etwas abzulenken, die gerade von ihrem Mann nach zwanzig Ehejahren verlassen wurde.
Schnell finden sich 5 Frauen, die sich regelmässig treffen, um über die sechs Romane Jane Austens zu diskutieren. Als Jocelyn ihre Zufallsbekanntschaft Grigg, als einzigen Mann, in den Club mitbringt, entwickelt sich eine ganz neue Dynamik in der Runde, und nicht alle haben die selben Beweggründe, um an den Treffen teilzunehmen…

REZENSION

Das war nun mal wieder ein richtig herzerwärmender, kluger und pointierter Film. Ich habe mich keine einzige Sekunde gelangweilt. Die spannenden Dialoge und intelligent eingefädelten Handlungsstränge haben mich von Beginn an gepackt und nicht mehr losgelassen. Das Spiel mit der Literatur von Jane Austen und die Vermischung mit der realen Geschichte, in der sich gewissermassen genau die Themen aus den Austen-Romanen widerspiegeln, ist hervorragend gelöst und schauspielerisch grandios umgesetzt. Wobei mich vor allem Emily Blunt einmal mehr sehr beeindruckt hat. Es ist tatsächlich nicht zwingend, dass man die Romane von Austen kennt, um der Handlung folgen zu können. Unbestritten ist hingegen, dass man die eine oder andere unkommentierte Anspielung nicht versteht, wenn man die Romane nicht kennt... Alles in allem ein hervorragender Streifen für einen gemütlichen Filmabend zu zweit.
Wer auf Dialogfilme steht und Filme wie zum Beispiel "Another Year" oder "Up In The Air" mag, wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten gefühlt und werde diesen Streifen sicher nicht zum letzen Mal gesehen haben.

Terminal

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Originaltitel: Terminal

Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson
USA / 2004

Hauptdarsteller: Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci

HANDLUNG

Victor Navorski landet in New York, JFK. Da während seiner Anreise in seinem Heimatland ein Bürgerkrieg ausgebrochen ist, wird sein Pass von der Flughafenbehörde eingezogen. Er darf weder einreisen, noch kann er wieder zurück in sein Heimatland. Victor richtet sich in der Folge im Flughafenterminal häuslich ein, schliesst Freundschaften mit Angestellten und verliebt sich sogar in eine attraktive Flugbegleiterin.
Dem angehenden Leiter des Flugsicherheitsdienstes Frank Dixon ist Victors Anwesenheit auf „seinem“ Flughafen aber ein Dorn im Auge, und er versucht den lästigen Staatenlosen los zu werden. Derweil kämpft Victor unermüdlich ums tägliche Überleben und versucht verbissen, den eigentlichen Grund seiner Reise doch noch erfüllen zu können und den letzten Wunsch seines verstorbenen Vaters umzusetzen…

REZENSION

Zugegeben, Steven Spielberg hat schon bessere Filme gemacht. Dennoch haben wir es hier mit einem sehr unterhaltsamen und, trotz aller Tragik, auch sehr humorvollen Verfilmung zu tun.
Die Grundgeschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, die von Spielberg aber von Paris nach New York verlegt und sehr frei umgesetzt wurde.
Tom Hanks spielt, wie meistens, grossartig und gibt den etwas linkischen, aber sympathischen, Victor Navorski. Catherine Zeta-Jones' Rolle der Flugbegleiterin dagegen wirkt auf mich etwas überspielt. Überhaupt ist der typische Spielbergsche Pathos auf Schritt und Tritt zu beobachten, was manchmal etwas irritierend wirkt.
Die Spannung bleibt aber bis zum Schluss bestehen. Zum Glück verschont uns Spielberg vor einem übermässig kitschigen Happy-End.
Alles in allem ein vergnüglicher, gut unterhaltender Streifen, der sich an so fundamentale Themen wie Fremdsein oder Heimat heran wagt.

Für Fans von Tom Hanks oder Steven Spielberg sicher ein Pflichtfilm, aber auch für alle anderen ist solide Unterhaltung garantiert.

Ob blond, ob braun

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It Happened At The World's Fair

Regie: Norman Taurog
Musik: Leith Stevens
Drehbuch: Seaman Jacobs / Si Rose

USA / 1963

Hauptdarsteller: Elvis Presley, Joan O'Brien, Gary Lockwood, Vicky Tiu... u.a.

HANDLUNG

Mike Edwards (Elvis Presley) und sein Freund Danny (Gary Lockwood) haben ein Problem. Danny hat im Spielrausch so viel Schulden gemacht, dass nun das Kleinflugzeug, mit dem sie Aufträge erledigen, vom Sheriff beschlagnahmt wird.
Auf der Suche nach Arbeit treffen sie auf Walter Ling und seine Nichte Sue-Lin. Beide sind auf dem Weg nach Seattle und nehmen Mike und Danny mit.
Mike lässt sich überreden auf Sue-Lin aufzupassen, während ihr Onkel etwas erledigen will. Nachdem der Onkel aber spurlos verschwindet, hat Mike nun plötzlich zwei Probleme, mit denen er sich rumschlagen muss...

REZENSION

Zugegeben, es gibt noch wesentlich schlechtere Filme mit Elvis. „It happened At The World's Fair“ darf aber für sich in Anspruch nehmen, der Anfang vom Ende von Elvis' Filmkarriere gewesen zu sein. Hier kam erstmals alles zusammen, was in den Folgejahren zum Standard bei Elvis-Filmen wurde: Eine belanglose Story, in der Elvis einen fast schon pathologisch anmutenden Frauenhelden mimt und ein schlechter, teilweise peinlicher Soundtrack.
Der Filmsoundtrack umfasste hier lediglich zehn Songs, was schon arg wenig war, und vom damaligen Publikum auch mit Unmut zur Kenntnis genommen wurde. Die Single-Auskopplung: „One Broken Heart For Sale“ war nicht schlecht, aber dennoch die erste Single seit 1956, die nicht in die US Top 10 kam.
Über die Story gibt es nicht viel zu sagen. Man nützt die Weltausstellung in Seattle von 1962 als Kulisse, das ist dann aber auch schon das Aufregendste, was es über den Streifen zu sagen gibt. Auch schauspielerisch passt Elvis mit seiner weiblichen Hauptdarstellerin so gar nicht zusammen. Wäre nicht Vicky Tiu in der Rolle der kleinen Sue-Lin gewesen, die mit ihrem Charme zu verzaubern mag, wäre der Streifen wohl vor allem durch ein eher langweiliges und einfallsloses Drehbuch aufgefallen.
Selbst die Filmtechnik ist derart billig aufgezogen, dass man bei jeder Szene sofort merkt, wenn man Studioaufnahmen mit Aussenaufnahmen zusammengemixt hat.
Aber wie gesagt, es kam danach noch schlimmer, erst im Jahr 1968 war ein leichter Lichtschimmer am Horizont auszumachen...

Anschauen kann man sich das natürlich. An einem verregneten Sonntagnachmittag zum Beispiel, aber gesehen haben muss man ihn nicht...

Portugal Mon Amour

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Originaltitel: La cage dorée

Regie: Ruben Alves
Musik: Rodrigo Leao
Drehbuch: Ruben Alves u.a.
Frankreich, Portugal / 2013

Hauptdarsteller: Rita Blanco, Joaquim de Almeida, Barbara Cabrita... u.a.


HANDLUNG

Die Familie Ribeiro lebt und arbeitet in Paris, Mutter Maria als Concierge in einem herrschaftlichen Haus, der Vater José ist angesehener Vorarbeiter in einer Baufirma.
Sie haben sich zusammen mit ihren fast erwachsenen Kindern ein beschauliches, wenn auch einfaches Leben eingerichtet.
Ihre alte Heimat Portugal spielt höchstens noch in versteckten Träumen eine Rolle.
Eines Tages erhalten sie die Todesanzeige von Josés Bruder. Dieser hinterlässt seinem Bruder ein grosses Haus samt Weingut in Portugal. Das Erbe kann aber nur angetreten werden, wenn die Ribeiros nach Hause zurückkehren und dort leben.
Vater und Mutter Ribeiro geraten in einen Konflikt. Zum einen fühlen sie sich ihren Arbeitgebern gegenüber verpflichtet und zum anderen ist ihr Sohn alles andere als begeistert davon, in ein, für ihn fremdes Land, auszuwandern...

REZENSION

Wir haben es hier wieder einmal mit einem jener typischen Vertreter des französischen Unterhaltungskinos zu tun, bei denen man sich immer wieder fragt, wie sie es schaffen, ein an sich heikles Thema auf so lockere und charmante Art zu verarbeiten.
Dabei wird keineswegs nur an der Oberfläche gekratzt. Der Zwiespalt der Eltern wird sehr schön herausgearbeitet, und auch das Verhalten der Kinder ist glaubhaft eingefangen. Man merkt, dass der Regisseur Ruben Alves hier wohl einiges an autobiografischem Material in diesen Film einfliessen liess...
Auch schauspielerisch können alle Protagonisten überzeugen, und der Soundtrack ist einfach grossartig.
Ein Streifen, der sich nicht hinter Werken wie „Willkommen bei den Sch'tis“ oder „Nur für Personal“ zu verstecken braucht.
Der Schluss mag vielleicht allzu euphorisch ausgefallen sein, gehört aber in dieser Form einfach zu dieser Art von Filmen dazu.

Fazit: Wer etwas fürs französische Wohlfühlkino übrig hat, ist hier goldrichtig. Einer der besten Vertreter dieses Genres, den ich in der letzten Zeit gesehen habe.

The Ramen Girl

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Originaltitel: The Ramen Girl

Regie: Robert Allan Ackerman
Musik: Carlo Siliotto
Drehbuch: Becca Topol
USA / Japan / 2008

Hauptdarsteller: Brittany Murphy, Daniel Evans, Judai Ikeshita, Kimiko Yo... u.a.


HANDLUNG

Die junge Amerikanerin Abby (Brittany Murphy) reist nach Tokio, wo ihr Freund arbeitet. Dieser ist allerdings alles andere als begeistert von Abbys Erscheinen, und bald schon lässt er sie alleine zurück und verdrückt sich nach Osaka.
Die alleingelassene Abby fühlt sich verloren und einsam in der riesigen, fremden Metropole.
In der Nähe ihres Wohnhauses gibt es eine Ramen-Küche. Abby fühlt sich magisch angezogen von diesem Ort, und eines Tages reift der Wunsch in ihr, eine Ramen-Köchin zu werden.
Doch der Weg dahin ist hart und steinig. Ihr „Sensei“ ist alles andere als begeistert davon, dieser seltsamen Amerikanerin sein Handwerk beizubringen, und Abby spricht und versteht kein Wort japanisch...

REZENSION


Zugegeben, man hat die Pathosgrenze etwas stark ausgedehnt, aber davon mal abgesehen, ist ein sehr unterhaltsamer und interessanter Film entstanden.
Die Geschichte ist etwas skurril inszeniert, was aber ausgezeichnet zu Japan passt. Die japanisch gesprochenen Sequenzen wurden bewusst nicht synchronisiert, was den Zuschauer ebenso verständnislos bleiben lässt wie Abby. Ein guter Schachzug, der Abbys Fremdheit und Isolation sehr eindrücklich auf den Zuschauer überträgt. Zudem erhält man einen interessanten, wenn auch oberflächlichen, Einblick in die Kunst der Ramen-Herstellung.
Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten ist sehr gut, wobei mir vor allem der japanische Prüfungsexperte am Schluss am besten gefallen hat.
Wer sich für japanische Esskultur interessiert, oder aber einfach eine unterhaltsame Tragikkomödie sehen möchte, ist hier goldrichtig.

Angel-A

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Originaltitel: Angel-A

Regie: Luc Besson
Musik: Anja Garbarek
Drehbuch: Luc Besson
Frankreich / 2005

Hauptdarsteller: Jamel Debbouze, Rie Rasmussen, Gilbert Melki… u.a..


HANDLUNG

Der verschuldete und frustrierte Kleinganove André steht in Paris auf einer Seine-Brücke und will sich das Leben nehmen. Da taucht plötzlich neben ihm eine äusserst attraktive Frau auf, die sich angeblich ebenfalls umbringen will und vor seinen Augen in die Fluten stürzt. André springt hinterher, um sie zu retten, was ihm gelingt.
Das ungleiche Paar macht sich zusammen auf den Weg durch Paris und wie sich herausstellt, erweist sich Angela als sehr nützlich für den etwas linkischen André.
Während er die rätselhafte Angela anfänglich für eine Prostituierte hält, kommen ihm nach und nach Zweifel, die schliesslich in einer unglaublichen Entdeckung gipfeln…

REZENSION

An diesem Film scheiden sich ja die Geister. Die einen halten ihn für einen verworrenen, sinnentleerten Kitschstreifen, die anderen dagegen für ein ästhetisch tiefsinniges Meisterwerk - Die Wahrheit liegt, wie so oft wohl, irgendwo in der Mitte... Es wird sehr viel mit Ästhetik gearbeitet. Die Wahl, den Film in schwarz/weiss zu drehen, oder die zum Teil fotografischen Bildsequenzen von Paris, mögen da als Beispiel herhalten. Das ist schon schön und eindrücklich gemacht. Allerdings gibt es in der Story einige Schwachpunkte und Ungereimtheiten. Auch mit dem Ende war ich alles andere als glücklich. Dennoch hat der Film etwas, das einen packt und emotional kaum mehr loslässt. So oder so, auf jeden Fall ein Film, der in Erinnerung bleibt und einen bewegt - und genau das sollten gute Filme tun...

Ein sehenswerter Streifen für Freunde des ästhetischen, französischen Kinos, die sich nicht von leicht schwächelnden Storyverläufen abschrecken lassen.

Das Schwein von Gaza

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Originaltitel: Le cochon de Gaza

Regie: Sylvain Estibal
Musik: Aqualactica
Drehbuch: Sylvain Estibal
Frankreich, Belgien, Deutschland / 2011

Hauptdarsteller: Sasson Gabai, Baya Belal, Gassan Abbas… u.a.


HANDLUNG

Der palästinensische Fischer Jafaar (Sasson Gabai) ist wahrlich nicht vom Glück verfolgt. Der oberste Stock seines Hauses wird von der Israelischen Armee als Beobachtungsposten beschlagnahmt, Fische fängt er auch kaum noch, und als Folge davon muss er Schulden machen. Die Krönung kommt dann in jener stürmischen Nacht, wo er anstatt Fische ein lebendiges Schwein in seinem Fischernetz findet.
Schweine gelten als unrein und deren Haltung ist deshalb verboten. Verzweifelt versucht er es los zu werden. Womit eine groteske und zugleich tragisch-komische Geschichte ihren Lauf nimmt…

REZENSION

Eine Groteske? Eine Fabel? Eine Parabel? Wohl von allem ein wenig. Gewürzt wird das Ganze noch mit einem guten Schuss klamaukhafter Tragik.
Entstanden ist ein unvergleichliches Filmvergnügen, das man aber stets mit dem Bauch betrachten sollte und weniger mit dem Kopf, denn mit Logik und Vernunft wird man diese kleine Filmperle wohl nicht geniessen können. Die tatsächlichen politischen und sozialen Probleme im Gaza-Streifen sind derart grotesk, dass man sie in einem "normalen" Film wohl auch gar nicht darstellen könnte. Das Ganze ist derart gut umgesetzt und gespielt, dass man auch grosszügig den etwas holprigen Schluss verzeihen mag...

Cadillac Records

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Originaltitel: Cadillac Records

Regie: Darnell Martin
Musik: Terence Blanchard
Drehbuch: Darnell Martin
USA / 2008

Hauptdarsteller: Adrien Brody, Jeffrey Wright, Gabrielle Union, Beyoncé Knowles... u.a.


HANDLUNG

Erzählt wird die Geschichte des Plattenlabels Chess Records und ihres Gründers Leonard Chess.
Das kleine Independent-Lable wurde 1950 gegründet und machte so legendäre Musiker wie Muddy Waters, Little Walter, Etta James, Howlin' Wolf oder Chuck Berry bekannt.
Die Rassentrennung in den damaligen USA und der Konflikt zwischen Geld und Kunst bilden die Kernthemen dieses Musikfilmes.

REZENSION

Obwohl die Umsetzung sich herausnimmt, mit den tatsächliche Ereignissen sehr frei umzugehen, so wird zum Beispiel der Bruder und Mitbegründer Phil Chess praktisch weggelassen, ist ein durchaus interessanter und spannender Film entstanden.
Die schauspielerische Umsetzung der verschiedenen Musiker war wirklich überzeugend und kommt zum Teil dem Original unglaublich nah.
Am meisten überrascht hat mich die Umsetzung von Beyoncé Knwoles als Etta James. Sie hat das wirklich grossartig hinbekommen, und die Rolle war alles andere als einfach zu spielen. Bei den performten Songs entsteht dann auch mal Gänsehaut.
Die Darstellung der, damals noch sehr rassistischen, Verhältnisse in den USA wird sehr anschaulich dargestellt, und auch die Entstehung einer neuen musikalischen Ära kommt wirklich gut rüber.
Der Film ist natürlich viel zu kurz, um der wirklichen Bedeutung von Chess Records gerecht zu werden. Zu viel wurde nur angerissen oder sogar ganz weggelassen.

Die Karte meiner Träume

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Originaltitel: The Young and Prodigious T.S. Spivet

Regie: Jean-Pierre Jeunet
Musik: Denis Sanacore
Drehbuch: Reif Larsen

Frankreich / Kanada / 2013

Hauptdarsteller: Kyle Catlett, Helena Bonham Carter, Judy Davis, Callum keith Rennie... u.a.


HANDLUNG

Der 10-jährige T.S. Spivet hat es nicht leicht. Er lebt mit seiner Familie auf einer Farm abgelegen in Montana.
Er ist hochbegabt, beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen Projekten und irritiert mit seinem Wissen und Können seine Umgebung ziemlich. Sein Vater kann mit den Fähigkeiten und Interessen seines Sohnes nichts anfangen, und dann ist da auch noch ein tragisches Ereignis, das auf der ganzen Familie lastet.
Als T.S. für eine seiner Erfindungen eine Auszeichnung erhält und vom berühmten Smithsonian Institut eingeladen wird, hat er ein Problem: Die wissen nämlich nicht, dass er erst zehn ist.
Er macht sich bei Nacht und Nebel auf nach Washington D.C..

REZENSION


Ich mag Jean-Pierre Jeunets Filme in der Regel sehr, sie zeichnen sich durch eine sprühende Fantasie, Humor und gute, etwas skurrile Geschichten aus.
Der hier vorliegende Streifen macht diesbezüglich keine Ausnahme. Es ist eigentlich alles dabei, was man von einem unterhaltsamen Filmabend erwartet. Dazu kommen noch fotografisch wunderschöne Aufnahmen, denen man zuweilen allerdings etwas anmerkt, dass sie fürs 3D-Kino inszeniert wurden.
Inhaltlich ist es schwer, den Film in eine Schublade zu stecken. Es ist sicher keine Komödie, aber ebenso auch kein reines Drama. Vielleicht könnte man es als eine Tragikkomödie mit Abenteuerelementen umschreiben.
Die Story ist zuweilen etwas kitschig, übertreibt es aber zum Glück nicht, so dass schlussendlich eine ausgewogene und interessante Geschichte erzählt wird.
Wer die Art von Jeunets Filmen mag, wird sicher auch an diesem Werk gefallen finden

Blue Jasmine

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Originaltitel: Blue Jasmine

Regie: Woody Allen
Musik: Christopher Lennertz
Drehbuch: Woody Allen
USA / 2013

Hauptdarsteller: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins… u.a.


HANDLUNG

Die ehemalige High-Society-Lady Jasmine Francis (Cate Blanchett) ist ganz unten angekommen, mittellos, ohne Job und ohne Dach über dem Kopf. Was ist geschehen?
Sie reist zu ihrer in ärmlichen Verhältnissen lebenden Schwester um wieder auf die Beine zu kommen. In Rückblenden wird das Drama Schritt für Schritt offenbart. Jasmines Ehemann war in dubiose Geschäfte verwickelt. Nachdem er Jasmine betrogen hatte, rächte sich diese, indem sie ihn bei der Polizei anzeigte. Nach der Verhaftung brachte er sich in seiner Zelle um.
Jasmines Versuch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und gleichzeitig mit der Schuld fertig zu werden, bringen sie in arge Nöte. Dann taucht Dwight Westlake (Peter Sarsgaard) auf, und sie will diesmal alles besser machen…

REZENSION

Blue Jasmine mag nicht der beste Woody-Allen-Film sein, gehört aber ohne Frage zu den stärksten Produktionen der letzten zehn Jahre. Die Inszenierung ist hervorragend und das Timing einfach nur gut. Dazu kommt ein durchaus interessant umgesetztes Psychogramm der Hauptfigur, das gekonnt bis zum schlimmstmöglichen Ende abgehandelt wird. Zusammen mit der, zu Recht mit einem Oscar bedachten, schauspielerischen Umsetzung und der kongenialen Filmmusik, haben wir eine gute Tragikkomödie mit Tiefgang und Wortwitz, wie man es von Woody Allen seit Jahren gewohnt ist. Es ist schon beachtlich, wie er es immer wieder schafft, sich neue Geschichten auszudenken und diese dann auch noch so ansprechend umzusetzen.

Man sollte sich vielleicht nicht mit der Erwartungshaltung, eine Komödie zu sehen, vor den Film setzen, denn um eine solche handelt es sich nun definitiv nicht. Die tragischen Elemente überwiegen in diesem Woody-Allen-Film bei weitem. Alles in allem ist es aber ein sehr unterhaltsamer und sehenswerter Streifen, den ich sicher nicht zum letzten Mal gesehen habe!

Avatar - Aufbruch nach Pandora

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Originaltitel: Avatar

Regie: James Cameron
Musik: James Horner
Drehbuch: James Cameron
USA / 2009

Hauptdarsteller: Sam Worthington, Zoë Saldana, Sigourney Weaver, Michelle Rodriguez…u.a.


HANDLUNG

Wir schreiben das Jahr 2154. Die Rohstoffe auf der Erde sind aufgebraucht und die Menschheit macht sich auf den Weg nach Pandora, einem erdähnlichen Mond, um dort die Ressourcen auszubeuten. Um mit den Ureinwohnern in Kontakt zu treten, werden sogenannte Avatare geschaffen, die sich durch Gedankenübertragung steuern lassen. Es entbrennt ein Kampf um Pandora…

REZENSION


Was kommt heraus, wenn man James Bond, John Wayne und Pocahontas in einen Film steckt? Genau: Avatar! Nur dass der Bösewicht noch etwas böser, die Indianer blau sind und Pocahontas einen Schwanz bekommt.
Man hat bei diesem Machwerk soviel Zeit und Geld in die "Verpackung" gesteckt, dass man komplett vergessen hat, dass ein guter Film primär eigentlich eine gute Handlung oder wenigstens überhaupt eine Handlung haben sollte.
Kein Klischee ist zu abgedroschen, um in diesem Streifen nicht auch noch verwurstet zu werden. Die Sprache wechselt zwischen Ethno-Öko-Gelaber und Hasta La Vista Baby-Niveau, aber dafür ist alles schön bunt und leuchtet, wenn man es anfasst.
Die beeindruckende 3D-Technik lässt dann auch noch den letzten Zuschauer vergessen, dass die Geschichte weniger zu bieten hat, als so manche Folge von SpongeBob Schwammkopf.
Ich habe mich während des ganzen Filmes gefragt, wie zum Teufel ist da nur Sigourney Weaver hineingeraten, die spielt doch sonst in ganz guten Filmen mit. Vielleicht wurde sie gezwungen, oder sie hat eine Wette verloren, ich weiss es nicht.
Und wie immer, wenn Hollywood es fertig gebracht hat, den Massen Verpackung als Inhalt anzudrehen, ziehen am Horizont bereits dunkle Schatten einer Fortsetzung auf...

Jetzt schlägt's 13

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Regie: E. W. Emo
Musik: Bruno Uher
Drehbuch: Fritz Koselka, Lilian Belmont
Österreich / 1950

Hauptdarsteller: Theo Lingen, Hans Moser, Susi Nicoletti, Josef Meinrad... u.a.


HANDLUNG

Hedy entlässt den langjährigen Diener ihres erst frisch angetrauten Ehemannes Mario, da sie diesen verdächtigt, ihrem Mann heimlich Liebesbriefe von Verehrerinnen zuzustecken.
Ein neuer Diener muss her.
Der alte Diener meint im neuen Diener einen gesuchten Raubmörder zu erkennen und versucht seinem alten Herrn zur Seite zu stehen. Derweil versucht der neue Diener verzweifelt, seine Herrin vor dem vermeintlichen Mordkomplott des alten Dieners zu bewahren. Wobei es sich von selbst versteht, dass beides schief geht....

REZENSION

Wenn gleich vier hochkarätige Schauspieler in einer Komödie mitwirken, darf man etwas erwarten, und genau so ist es auch hier. Die sehr rasant inszenierte und mit viel Schwung und Witz umgesetzte Slapstick-Komödie bietet alles, was man von Lustspielen dieser Zeit kennt und gewohnt ist. Zusätzlich werden noch Anlehnungen an Schauer- und Kriminalfilme gemacht.
Theo Lingen und Hans Moser spielen ihre Parts sehr überzeugend. Vor allem Ferdinand Haushofers (Hans Moser) Erkenntnis, dass er einem Mordkomplott zum Opfer fallen soll, ist geradezu herzergreifend mitreissend verkörpert.
Natürlich wirkt der Streifen aus heutiger Sicht etwas überspielt und ab und an zu klamaukhaft überzeichnet, die Hauptfiguren spielen aber derart überzeugend und glaubhaft, dass das locker wieder wettgemacht wird.

America's Sweethearts

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Originaltitel: America's Sweethearts

Regie: Joe Roth
Musik: James Newton Howard
Produktionsland: USA
Jahr: 2001
Hauptdarsteller: Julia Roberts, Catherine Zita-Jones, Billy Crystal, John Cusack.. u.a

HANDLUNG

Ein berühmtes Hollywood-Ehepaar, das sich getrennt hat, soll für die Premiere ihres letzten gemeinsamen Filmes nochmals zusammengebracht werden.
Lee Phillips (Billy Crystal) kriegt diesen undankbaren Auftrag und tut sein Möglichstes, um die beiden, zumindest für die Öffentlichkeit, wieder zusammenzuführen.
Schnell wird klar, dass dieses Unterfangen nicht nur schwierig, sondern ausweglos ist. Als dann die versammelte Presseschar in einem abgelegenen Hotel in Nevada den Premierenfilm, den noch nicht mal der Studioboss gesehen hat, zu sehen bekommt, löst das exzentrische Machwerk endgültig das Chaos aus.

REZENSION

Eine vergnügliche Komödie, die zuweilen mit slapstickartigem Humor, aber auch immer wieder mit witzigen Wortgefechten und Ironie zu punkten weiss. Getragen wird das Ganze jedoch eindeutig durch die hervorragende Spielweise von Billy Crystal, Julia Roberts und vor allem Catherine Zeta-Jones, die wunderbar harmonieren und alle Register ziehen dürfen. Ganz nebenbei wird auch noch die gesamte Hollywood-Maschinerie aufs Korn genommen und das nicht zu knapp...

Bandidas

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Bandidas

Regie: Joachim Ronning & Espen Sandberg
Musik: Eric Serra
Produktionsland: USA, Frankreich, Mexico

Jahr: 2006

Hauptdarsteller: Penélope Cruz, Salma Hayek, Steve Zahn.. u.a.


Ich hatte vier gute Gründe, um mir diesen Film anzusehen. Erstens, Salma Hayek, von der ich bis jetzt nur gute Filme gesehen habe. Zweitens, Penelope Cruz, die ich für eine der schönsten Schauspielerinnen halte, die zur Zeit aktiv sind. Drittens, Luc Besson, dessen originelle Filmideen ich immer wieder bewundere, und viertens liebe ich Westernparodien.

Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass hier „zwei“ Regisseure am Werk waren (die sich vielleicht dauernd widersprochen haben) oder daran, dass „zwei“ Drehbuchautoren schrieben (die sich vielleicht gegenseitig nicht erzählt haben, was sie schrieben). Auf jeden Fall ist ein unsäglicher Blödsinn dabei herausgekommen.

Man wollte sexy sein und war nur peinlich, und man wollte Action reinbringen und hat dabei vergessen, dass man auch noch eine Handlung benötigen würde.
Dabei hätte man aus der Grundgeschichte einen so wunderbaren Film machen können. Penelope Cruz ist schon sexy, wenn sie schaut, die muss man nicht in einen Fluss tauchen dafür. Das Zauberwörtchen wäre Subtilität. Ein Wort, das den beiden Regisseuren komplett unbekannt sein dürfte. Jedes Mal wenn man als Zuschauer wieder eine Peinlichkeit ertragen hatte und sich der Hoffnung hingab, es würde dann schon irgendwann etwas Lustiges geschehen, wurde man durch eine noch grössere Peinlichkeit und/oder nackten Sexismus wieder auf den Boden der Realität geholt.

Mit Selma Hayek und Penelope Cruz in den Hauptrollen einen derart schwachen Film abzuliefern, ist eine reife Leistung, die ich niemals für möglich gehalten hätte.
Das Tragische ist, dass selbst die Szenen, die im Kino-Trailer noch amüsant wirken, im Kontext des Filmes nur noch albern sind. Ich kann mich echt nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine Parodie gesehen habe, bei der ich nicht ein einziges Mal lachen musste.

Her

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Her

Regie: Spike Jonze
Musik: Arcade Fire
Produktionsland: USA
Jahr: 2013
Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara.. u.a.

Die Grundidee der Geschichte ist sehr originell und verspricht einen äussert spannenden Ansatz zu einem alten Thema. Es fehlt der Umsetzung aber leider etwas die Luft, um mit aller Konsequenz bis zum Schluss durchzuhalten.

Dabei ist der Anfang sehr vielversprechend. Der psychisch labile Theodore (Joaquin Phoenix) kauft sich eine neues Betriebssystem (OS) mit künstlicher Intelligenz. Es entsteht eine Beziehung zwischen ihm und „Samantha“ der weiblichen Stimme des OS.
Samantha entwickelt sich aber in rasender Geschwindigkeit weiter, will immer mehr, kann immer mehr und „verlässt“ schliesslich Theodore.
Die Menschen, die alle mit einem Knopf im Ohr mit anderen sprechen und kaum noch Bezug haben zu ihrer Umgebung, kommen einem merkwürdig vertraut vor.
So gut die Entstehung der Beziehung beschrieben wird, und man die Unfähigkeit von Theodore mit seiner direkten Umgebung zu kommunizieren erkennt, so wird jedoch mit fortlaufender Spieldauer die Grenze der Glaubwürdigkeit etwas strapaziert.
Dazu kommen störende Details, wie all die chinesischen Schriftzeichen an Bahnhöfen und Hochhäusern, die der Illusion, es wäre LA, etwas im Weg stehen (Der Film wurde in Shanghai gedreht.). So etwas hätte man mit der heutigen Computertechnik problemlos retuschieren können.
Die Dialoge sind aber wirklich grösstenteils sehr gut und haben auch mitunter sogar philosophischen Anspruch.

Das Mädchen mit dem Perlenohrring

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Girl with a Pearl Earring

Regie: Peter Webber
Musik: Alexandre Desplat
Produktionsland: UK, Luxemburg
Jahr: 2003
Hauptdarsteller: Colin Firth, Scarlett Johansson, Tom Wilkinson..u.a.


HANDLUNG

Die Geschichte spielt in Delft im 17. Jahrhundert. die 17-jährige Griet wird als Dienstmagd in der Familie des berühmten Malers Jan Vermeers in Dienst genommen.
Die sehr schüchterne aber kluge Griet ist fasziniert von der neuen Welt, die sich ihr hier eröffnet. Es entwickelt sich eine Zuneigung zwischen Vermeer und seiner Dienstmagd, die ihn mehr und mehr zu inspirieren vermag.
Als er den Auftrag eines reichen Mäzen erhält Griet zu malen, nimmt die Handlung eine dramatische Wendung...

REZENSION

Die Strasse von Delft sind schmutzig, die Hände der Dienstmagd zerschunden und vom Wäsche Kochen gerötet. Wir haben es hier wahrlich nicht mit einer glattgebügelten Hollywood-Produktion zu tun, sondern mit einer sehr authentischen und zeitgemässen Umsetzung.
Scarlett Johansson, spielt die eingeschüchterte Griet hervorragend und das Zusammenspiel mit Colin Firth als Vermeer ist beeindruckend. Es ist kein Film der grossen Worte oder Erklärungen. Vieles wird nur angedeutet durch Gesten oder Augenkontakt – manche Szenen nur durch Körperhaltungen oder Blicke inszeniert. In jedem Fall aber gekonnt und beeindruckend umgesetzt, eher wie in einem Theaterstück, zuweilen ist alles genau so arrangiert wie auf einem Gemälde und nicht selten werden ganze Szenen auf ein Vermeer-Bild hin arrangiert. Die düstere Grundstimmung und die allgemein eher dunkel gehaltenen Szenerie vermögen diesen Eindruck noch zu vertiefen.

Hier wird nicht dem Publikumsgeschmack gehuldigt und genau das ist es, was diesen Film zu einem kleinen Meisterwerk werden lässt.

Genug gesagt

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Enough Said

Regie: Nicole Holofcener
Musik: Marcelo Zarvos
Produktionsland: USA
Jahr: 2013
Hauptdarsteller: Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini, Catherine Keener

Eines lässt sich über diesen kleinen Film mit Bestimmtheit sagen, eine 08/15-Produktion ist es auf keinen Fall.
Es ist nicht nur eine einfache Beziehungsgeschichte, sondern eine recht in die Tiefe gehende psychologische Studie von verschiedenen Paarbeziehungen mit der Erkenntnis, dass jeder zum einen seinen eigenen Empfindungen vertrauen sollte und zum anderen eine Beziehung nur so lange funktioniert, wie jeder sich selbst treu bleiben kann und darf. Zugegeben, keine weltbewegend neuen Erkenntnisse, aber in diesem Film amüsant und pointiert verpackt.
Die Dialoge sind sehr offen und beinahe „zu realistisch“. Es entwickelt sich dadurch eine ungewohnte Nähe zu den Akteuren, die den Zuschauer sehr unmittelbar ins Geschehen einbindet.
Emotional ist alles da, was man in einem solchen Streifen braucht: Witz, Charme, Drama und auch etwas Kitsch, alles aber ausgezeichnet ausbalanciert und stimmig verabreicht.
Zudem ist das Ganze schauspielerisch sehr überzeugend vorgetragen. Julia Louis-Dreyfus und James Gandolfini harmonieren hervorragend und spielen sämtliche Stadien einer Beziehung äusserst souverän und gekonnt durch.
Als Zuseher hat man am Schluss das Gefühl einen ehrlichen und amüsanten Film gesehen zu haben, der realistisch und zugleich unterhaltend erzählt ist.

Die Waffen der Frauen

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Working Girl

Regie: Mike Nichols
Musik: Carly Simon
Produktionsland: USA

USA / 1988

Hauptdarsteller: Melanie Griffith, Harrison Ford, Sigourney Weaver

HANDLUNG

Es ist schon spannend zu sehen wie anders das Frauenbild vor knapp 30 Jahren so aussah. Dieser Streifen ist gewissermassen eine Reise in die Soziologiegeschichte und zeigt uns neben dem Paarungsverhalten auch interessante Einblicke in die weibliche Frisurgestaltung sowie das Zusammenspiel von Männchen und Weibchen im ganz normalen Büroalltag.

REZENSION

Wie alles, was man mal überlebt hat, erscheinen einem im Rückblick auch die 80er-Jahre als coole Zeit, in der es tolle Musik und gigantische Föhnfrisuren gab.

Damit man mich recht versteht, ich finde den Film wirklich gut. Er unterhält mich, er ist amüsant. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob alles so ironisch gemeint ist, wie ich es verstehe, aber das ist ja im Grunde egal.
Das Zusammenspiel von Griffith und Ford holpert ein wenig, aber dafür reisst die fulminant aufspielende Sigourney Weaver alle beide wieder raus.

Der Puppenspieler

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Le Guignolo

Regie: George Lautner
Musik: Anja Garbarek
Produktionsland: Frankreich / Italien
Jahr: 1980
Hauptdarsteller: Jean-Paul Belmondo, Michel Galabru, Paolo Bonacelli... u.a...


„Der Puppenspieler“ mag nicht zu den allerbesten Filmen von Belmondo gehören, bietet aber abwechslungsreiche und witzige Unterhaltung.
Die Handlung ist zu Beginn verwirrend, wird aber mit fortlaufender Filmdauer immer durchsichtiger.
Der dem Zeitgeist geschuldete Sexismus und die politischen Unkorrektheiten mögen den heutigen Zuseher vielleicht etwas irritieren, sind aber immer dank der genialen Synchronisation durch Rainer Brandt liebenswert und ironisch gebrochen.
Überhaupt ist der ganze Film eine einzige Aneinanderreihung von ironischen und sarkastischen Persiflagen. Genres wie Ganoven- oder Agentenfilm werden hier ganz schön vorgeführt.
Die wunderschöne Szenerie in Venedig machen den Streifen zudem auch optisch reizvoll.

Mein Mann, das Wirtschaftswunder

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Ulrich Erfurth
Musik: Michael Jary
Produktionsland: Deutschland
Jahr: 1961

Darsteller: Marika Rökk, Fritz Tillmann, Cornelia Froboes, Heinz Erhardt


Der Streifen wird ja als Heinz Erhardt-Film angepriesen, der hat aber eigentlich nur eine grössere Nebenrolle inne. In Wirklichkeit ist es ein Marika Rökk- und Fritz Tillmann-Film.
Wobei die Grundgeschichte recht einfach gestrickt daherkommt und aus heutiger Sicht schon etwas sehr dem Zeitgeist zum Opfer fällt.
Cornelia Froboes spielt etwas unbeholfen und Marika Rock operiert konstant an der Grenze zum „Overacting“. Am besten gefallen haben mir eigentlich Heinz Erhardt, der aber viel zu selten auftaucht und Fritz Tillamnn in der männlichen Hauptrolle, die aber Drehbuch bedingt wieder etwas undankbar ist.
Alles in Allem nette Unterhaltung mit einem Hauch von Gestern. Wahrlich kein Film aus dem man nun etwas mitnehmen könnte, er hinterlässt aber auch keine bleibenden Schäden...

Angels' Share - Ein Schluck für die Engel

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: The Angels' Share

Regie: Ken Loach
Musik: George Fenton
Produktionsland: GB / F / B / I

Jahr: 2012

Hauptdarsteller: Paul Brannigan, John Henshaw, Gary Maitland...


Trotz einiger Drehbuchbedingter Mängel habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt bei diesem Streifen. Die Balance zwischen Humor und Drama ist gelungen und geben der Geschichte eine realistische Tiefe.
Auch die Idee der Verknüpfung von Underdogs und Upper Class fand ich gelungen und macht nicht zu Letzt den Reiz dieser Verfilmung aus.
Der Schluss mag etwas zu weit hergeholt sein, führt aber letztlich zu einem Happy-End, wie man ihn sich für eine solche Story wünscht...

Wer „Trainspotting „ mag oder etwas für britische Tragikkomödien übrig hat, wird diesen Film sicher mögen.

Albert Nobbs

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✮✮✮✮✮✮

Originaltitel: Albert Nobbs

Regie: Rodrigo Garcia
Musik: Brian Byrne
Produktionsland: GB, Irland
Jahr: 2011
Hauptdarsteller: Glenn Close, Mia Wasikowska, Antonia Campbell-Hughes, Mark Williams

Ich muss schon lange zurückdenken, um mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal einen Film
gesehen habe, bei dem ich zu keiner Zeit einen Plan hatte wie sich die Geschichte wohl
weiterentwickeln würde. So ist man als Zuseher ebenso von den Handlungsverläufen überrascht,
wie die etwas hilflos wirkende Hauptfigur Albert Nobbs.
Keine Frage, dass Glenn Close hier eine grandiose schauspielerische Leistung abliefert, auch wenn
es leider einmal mehr nicht für einen Oscar gereicht hat.
Ein richtiges Drama ist es denn auch, dass uns hier geboten wird mit perfekter opulenter
Ausstattung und wunderschön inszenierten Szenen.
Einzig der etwas abrupte Schluss, wirkt als wäre der Drehbuchverfasser ebenso vom tragischen
Ende überrascht worden wie die fassungslosen Zuschauer...

Frances Ha

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✮✮✮✮✮

Originaltitel: Frances Ha

Regie: Noah Baumbach
Musik: George Drakoulias

USA / 2012

Darsteller: Greta Gerwig, Mickey Sumner, Adam Driver,



Frances Ha ist eine sehr ruhig, aber auch mitreissend erzählte Tragikkomödie, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. Die etwas ziellos und leicht chaotisch wirkende Frances und ihre Freundin Sophie leben in einer beinah symbiotischen Beziehung. Beide auf der Suche nach ihrem Glück oder wenigstens dem Weg dorthin.
Die Geschichte ist komisch, zuweilen aber auch tief traurig, und die orientierungslose Frances wächst einem von Minute zu Minute mehr ans Herz.
Frances Ha ist wieder mal einer jener kleinen Low Budget Independent-Filme, die den grossen Brüdern in Hollywood so richtig zeigen, wo der Hammer hängt. Es braucht eben keine bombastischen Kulissen und Millionen schwere Special Effects, um grosses Kino zu machen.
Die Entscheidung, den Film in schwarz/weiss zu drehen, reduziert die Geschichte zusätzlich noch aufs Wesentliche und sorgt für die sehr eindrückliche Grundstimmung.
Ein wenig hat es mich an die Frühwerke von Woody Allen erinnert.

Erbsen auf halb 6

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✮✮✮✮✮✮

Regie: Lars Büchel
Musik: Max Berghaus
Produktionsland: Deutschland
Jahr: 2004

Hauptdarsteller: Fritzi Haberlandt, Hilmir Snaer Gudnason


Irgendwie hat dieser Film sehr irritierend auf mich gewirkt. War ich zu Anfang noch voll in der Geschichte drin, konnte ich mich mit fortlaufender Spieldauer des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Kunst der Kunst willen gemacht wird.
Wunderschöne Bilder werden so oft gezeigt, bis sie plump wirken. Dazu der eher befremdlich wirkende Humor, bei dem mir das Lachen meist schon im Hals stecken blieb.
Dabei wäre aus dieser Geschichte wirklich ein toller Film entstanden, hätte man nicht konstant versucht, zu viel hinein zu packen.
Auf jeden Fall kein Streifen, den man sich mit dem Kopf ansehen sollte, dafür geht einfach zu viel nicht auf.
Am Schluss bleibt die Erkenntnis, einen in Ansätzen zwar recht ambitionierten und gut gemeinten Film gesehen zu haben, bei dem man aber vor allem regietechnisch einfach zu viel wollte und am Ende daran gescheitert ist.