Eddie The Eagle - Alles ist möglich

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Originaltitel: Eddie the Eagle

Regie: Dexter Fletcher
Musik: Matthew Margeson
Drehbuch: Sean Macaulay / Simon Kelton
Produktion: © Marv Films
Kamera: George Richmond
Schnitt: Martin Walsh

Grossbritannien, USA, Deutschland / 2016

Hauptdarsteller: Taron Egerton / Hugh Jackman / Christopher Walken / Iris Berben / Jo Hartley / Keith Allen…u.a.

HANDLUNG

Michael Edwards träumte schon als kleiner Junge, dereinst an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Da er gesundheitliche Probleme hat und bald merkt, dass es mit Leichtathletik nichts wird, beginnt er sich für Wintersportarten zu begeistern. Letztlich landet er beim Skiweitsprung. Da es in ganz England keine einzige Schanze gibt, bleibt ihm nichts anderes übrig, als nach Deutschland zu reisen, um zu trainieren. Nach unzähligen Stürzen und blauen Flecken, erbarmt sich schliesslich Bronson Peary, ein ehemaliger Spitzenskispringer, seiner und nimmt ihn unter seine Fittiche. Durch Ausdauer, Nervenstärke und ein beinahe unerschütterliches Selbstvertrauen gelingt es Michael, die vom olympischen Komitee geforderte Weite von 61m zu erreichen. Das Unglaubliche ist geschehen: Michael Edwards reist 1988 an die Olympischen Winterspiele in Calgary. Dort wird er Geschichte schreiben - als „Eddie the Eagle“, der mit grossem Abstand Letzter wird und dadurch die Herzen des Publikums auf der ganzen Welt gewinnt, weil er wie kein Zweiter den olympischen Gedanken verkörpert: Dabei sein ist alles!

REZENSION

Ich kann mich gut an die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary erinnern, und das dürfte zu einem grossen Teil an Michael Edwards liegen, der mit seiner natürlichen Art und seinem Underdog-Status den Zuschauern auf der ganzen Welt eine Gänsehaut verpasste.
Die hier vorliegende Biopic erzählt nun seine Lebensgeschichte, beginnend beim gesundheitlich angeschlagenen kleinen Jungen bis zu seinem Erfolg an den Olympischen Winterspielen - wobei der Erfolg darin bestand, den Sprung von der 90m-Schanze zu überleben. Edwards wurde mit grossem Abstand Letzter - und egalisierte gleichzeitig den britischen Schanzenrekord.

Die Machart dieses Filmes lässt keine Sekunde daran zweifeln, dass „Cool Runnings“ als Vorlage benutzt wurde. Es ist den Filmemachern jedoch glücklicherweise gelungen, eine eigenständige und kurzweilige Geschichte zu inszenieren, die den Vergleich keineswegs zu scheuen braucht. Taron Egerton spielt seine Rolle recht gut, auch wenn ich ab und an das Gefühl hatte, dass die Rolle etwas überzeichnet und zu slapstickartig umgesetzt wurde. Überhaupt ist die ganze Inszenierung für meinen Geschmack etwas zu humoristisch ausgefallen. Die Grenzen, wo mit Eddie gelacht wird, gehen fliessend über in solche, in denen über ihn gelacht wird. Etwas mehr Ernsthaftigkeit hätte der Geschichte, meiner Meinung nach, gut getan.
Wir haben es hier aber zweifelsfrei mit einer gelungenen Verfilmung zu tun, die Emotionen weckt und sehr unterhaltsam sowie abwechslungsreich umgesetzt wurde.

Man muss Michael Edwards oder seine Geschichte nicht kennen, um an diesem Film gefallen zu finden. Solid gemachte Unterhaltung „Made in England“ - ein Feel-Good-Movie, wie ich ihn mir von Zeit zu Zeit gerne ansehe…